Liebes Tagebuch, jetzt ist Weihnachten vorbei und ich muß dir mal wieder erzählen, was so los war. Richtige Weihnachtsstimmung kam hier in China nicht auf, nur gegen Ende, gottseidank haben die Chinesen nicht schon im Oktober angefangen, überall Schokolade und Weihnachtsdeko aufzustellen. Die Supermärkte haben erst zwei Wochen vorher auf Weihnachten umgestellt und dekoriert und beschallt, was ich ganz angenehm fand. Die Chinesen finden Weihnachten auch alle ganz super, gegen Ende war alles dekoriert, sogar die Eingangshalle unseres Wohnheimes, leider wissen sie aber nicht, worum es eigentlich geht. Die Vorweihnachtszeit verbrachten wir mit den Vorbereitungen für unser Krippenspiel, wir waren gefragt worden, ob wir für die "Jahresabschlussfeier" der international students nicht etwas aufführen wollten. Da mir persönlich schnödes Weihnachtsliedersingen etwas zu simpel war, regte ich ein Krippenspiel an, was tatsächlich auf große Zustimmung stieß. Geleitet von unserem (mehr als) verwirrten Regisseur Daniel, dem man alle Änderungen bezüglich Liedern usw. am besten in 12-facher Ausführung mailt, gaben wir das Krippenspiel von dieser Homepage zum Besten. Das Ergebniss kann sich jeder hier angucken: Teil 1, Teil 2. Die ganze Feier war echt cool, zwar waren wir das einzig annähernd weihnachtliche, es gab aber auch traditionellen indonesischen Tanz, koreanischen Rock, Verarschung der Beijing-Oper, eine Modenschau aus Bangladesch und sogar unsere 服务员 tanzten...ganz niedlich, alle mit Perlenhütchen und kleinen Schirmchen.
Die festliche Komponente von Weihnachten hakte ich dann am Sonntag ab, es ging in ein deutsches Restaurant (die Kochmützen) zum Brunchen. Es sollte da für 10 Euro (14 Euro mit Bierflatrate!) einen Brunch geben, der keine Wünsche offen lässt. Und tatsächlich war es ein wahres Vergnügen: Es gab Aufschnitt, Roast Beef, Salate, echtes deutsches Brot, echte Brötchen, echte Brezeln zu echten Weißwürsten mit echtem Senf, Omlettes zum selber zusammenstellen, Christstollen, Apfelstrudel, Mousse au Chocolat, Austern (dazu später mehr) und was weiß ich noch. Wir waren schon alle fast sattgegessen, da mußten wir uns noch ein Mittagessen von der Karte aussuchen, in herrlicher Weihnachtstradition wählte ich Hirschgulasch in Rotweinsoße mit Kartoffelbrei und Rotkohl. Hatte ich bisher auch dem Bier widerstanden, so mußte jetzt doch eins her, damit sich der arme Hirsch nicht so einsam fühlt. Der langen Rede kurzer Sinn: Wir aßen vier Stunden lang, ich wollte danach nie wieder einen Bissen anrühren und ich zahlte 14 Euro...da kann man nichts sagen! Für Bilder darf ich euch auf Michels Album verweisen, ich hatte meine Kamera vergessen!
Ja und was hab ich an heilig Abend gemacht? Natürlich hatte ich keine Vorlesungen (Montags ja eh nicht, abgesehen von Automotive Engineering von 19:20 bis 21:40, da hatte ich mich aber für entschuldigt) und so hatte ich reichlich Zeit, den Tag ruhig anzugehen. Zunächst schlief ich aus, danach ging ich zur Post, um Weihnachtspäckchen abzuschicken. Alles nicht so einfach, die gucken zwanzigmal in jedes Paket rein, man muß dreißigmal aufschreiben was wer an wen wohin schickt und dann gucken sie noch zehnmal rein. Für vier Päckchen an vier verschiedene Orte (warum sollte ich auch mehrere Päckchen an einen Ort schicken?!?) brachte ich eine Stunde in der Post zu. Danach traf ich mich dann mit ein paar anderen und wir fuhren mit dem schwarzen Taxi zur deutschen Botschaft zum Weihnachtsgottesdiest. Abgesehen davon, daß wir wegen des Staus zu spät kamen, war es sehr schön, zum ersten Mal kam richtiges Weihnachtsfeeling auf und man wurde bei Stille Nacht sogar ein wenig rührseelig :-). Highlight war das Krippenspiel, wie es sich gehört, mit kleinen Kiddies, leicht verwirrten Hirten und - jetzt kommt's - einem echten Jesuskind! Danach quälten wir uns durch die Rushhour zurück zur Uni, brauchten doppelt so lange wie auf dem Hinweg. Danach wollte ich mich einfach ein wenig Ruhen und dann ordentlich Weihnachten feiern, nachdem ich mit Heidelberg telefoniert hatte machte mein Bauch aber komisch und ich ließ mir den Tag nochmal durch den Kopf gehen. Von diesem Zeitpunkt an schlief ich dann im Wechsel eine Stunde und kotzte dann, frohes Fest sag ich nur! Gestern hing ich dann entsprechend auch noch in den Seilen, hab den ganzen Tag nur Wasser und Reis zu mir genommen. Heute geht es mir aber schon besser, hab eine Banane gefrühstückt, die ist bis jetzt noch drin :-). Habe gerade auch erfahren, daß Sabrina, Myron und Christoph auch alle Magenprobleme haben, interessanterweise alles Leute, die beim Brunchen dabei waren. Unser Fazit: Es waren wohl die Austern, die "Kochmützen" werden verklagt, einfach den Feiertag vermiesen...ich glaube, das zählt als seelische Grausamkein!
Mittwoch, 26. Dezember 2007
Es weihnachtet sehr (sogar in Peking)
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03:24
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Donnerstag, 13. Dezember 2007
Das Neueste
Hallo Sesam'n
Nachdem wir am Freitag Abend endlich unser PM-Labor hinter uns gebracht hatten, stiegen wir ins Taxi und fuhren zum Botanischen Garten bzw. zum Wofosi-Tempel zu unserer DAAD-Veranstaltung "Karrierewege". Leider waren wir etwas spät, und so war das offizielle Abendessen schon in vollem Gange. Das Hotel liegt im botanischen Garten direkt an einer alten Tempelanlage und war wohl ein Palast oder ein Teil des Tempels, jedenfalls ist das ganze Hotel sehr sehr oldschool und besteht aus den typischen, ineinander verschachtelten Innenhöfen. Leider hatte ich meine Kamera vergessen, guckt euch einfach Bilder vom Sommerpalast oder von der verbotenen Stadt an, dann könnt ihr euch ganz gut ein Bild machen. Nach dem Abendessen hingen wir erst ein bisschen rum und kassierten Reisepauschale (100 Yuan für 30 Minuten Taxifahrt...pas mal!), entschieden uns aber dann fürs Bowlen, was meinerseits mit mäßigem Erfolg abgewickelt wurde. Danach war allgemeines Kennenlernen und "Schütten". Wir waren eine Gruppe von ca. 60, bunt gemischt nach Städten und Studienrichtungen, wobei eine große Gruppe von Architekten dabei war, natürlich viele Sinologen und eine 15 Mann starke Abordung von uns "Öchern". Am Samstag Morgen gingen dann nach dem Frühstück die Vorträge los. Ich war zunächst bei "Managing Projects and Time", war ganz nett, cooler Vorträger, allerdings wenig konkretes. Und daß Projekte rechtzeitig fertig werden müssen und man dazu am besten einen Plan macht, das hab ich mir schon fast selber gedacht. Aufgelockert wurde das ganze durch Gruppenspiele, wenig nützlich aber ganz nett im Ganzen. Danach dann Gruppenfoto und Mittagessen, danach dann die zweite Charge Vorträge. Ich ging spaßeshalber zu "Diplomatischer Dienst", stellte aber fest, daß das für Ingenieure wenig relevant und für mich persönlich wenig interessant ist. Irgendwo in Kasachstan sitzen und im Kulturreferat zu arbeiten...naja, das sollen Leute machen, die das besser können :-). Danach fand dann noch eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Entwicklungshelfer oder Wirtschaftsflüchtling" statt, wenig gehaltvoll, eher eine Selbstbeweihräucherung der Diskutierenden ("Ich habe da und da das und das Stipendium gekriegt und dann da und da das und das..."), besonders hervorheben möchte ich, daß die Beantwortung der Aufforderung "Bitte sagen sie in einem Satz, was ihnen in China persönlich Halt gibt" für fünf Personen circa 30 Minuten dauerte...verdammt lange Sätze ;-). Danach war das Abendessen, was - wie die anderen Essen an diesem Wochenende - sehr chinesisch-nobel und sehr gut war, wenn ich auch ein Wenig das Fleisch vermisst habe. Danach fuhren wir dann mit dem Bus, der die "Nicht-Tsinghualer" zum Hotel gebracht hatte nach Wudaokou (der Distrikt, der sich um unsere Uni erstreckt) und gingen zunächst alle Mann (und Frau) ins altbekannte Lush, Fabian, Henning und Ich setzten uns aber nach Sanlitun (Party-Viertel) ab und gingen ins ebenfalls altbekannte Cargo :-)
Am nächsten Morgen fand dann ein Vortrag eines chinesischen Journalisten statt, der eine Zeit in Deutschland gelebt hat, war ganz nett, aber soetwas ist wohl eher für Chinesen interessant. Danach wurden dann noch Fragen gestellt. Unglaublich, auf wie viele Arten und mit wie vielen Formulierungen man fragen kann nach Einschränkungen der Pressefreiheit und Industriespionage, allerdings wurden alle Leute entäuscht und der Journalist entzog sich der Beantwortung...aber was denken die denn auch!?! Danach machten wir noch einen Spaziergang in den Botanischen Garten, den ich ja schon kenne (der aufmerksame Leser wird es wissen ;-) ), diesmal gingen wir jedoch auch ins Arboretum, einen Teil, den ich nicht kannte, da er das letzte mal schon geschlossen war.
Zwischendurch @ Conny: Brauchs gar nicht so anzugeben, bei uns hat es auch geschneit!!!
Gestern habe ich versucht, meine Chinesischlehrerin Franzi zu beeindrucken und ihr nach Mama Sontheims Originalrezept Kartoffelsalat gemacht. Erste Hürde war das Einkaufen, es ging bei den Kartoffeln los. Nachdem ich eine gute halbe Stunde nach einem Netz oder einer Kiste Kartoffel gesucht hatte, fand ich endlich Kartoffen, abgepackt in Styroporschälchen, paarweise (???). Da es nur eine Sorte gab stellte sich die Frage nach festkochend oder nicht überhaupt nicht. Salz und Öl war einfach, Essig und Pfeffer weniger, schließlich hatte ich jedoch alles gefunden. Für den Salat weihte ich auch mein geerbtes Induktionskochfeld ein, ich muß sagen, das geht gut ab. Macht zwar ein bissl Krach weil da wohl ein Lüfter eingebaut ist, aber sonst: Topf drauf, anschalten, kocht! Der Kartoffensalat war sogar einigermaß
en gelungen, zwar zerfielen die Kartoffeln und es wahr eher Kartoffelbreisalat und meinentwegen hätte noch mehr Salz, Pfeffer, Essig und Öl drangekonnt, Franzi schlug jedoch schon die Hände beim ersten von drei Würzen über dem Kopf zusammen, hat dann aber doch zwei große Portionen gegessen. Die Reste gingen an Gero, der seither davon schwärmt...also kann es so schlimm nicht gewesen sein.
Gestern schlug dann der Husten vollends zu, der sich das ganze Wochenende schon angeschlichen hatte, ich hustete mehr als daß ich schlief letzte Nacht, weswegen ich heute nach Chinesisch in die Klinik ging und mir Tabletten hab geben lassen. Und jetzt schmeiß ich Teile und hoffe, daß ich bald gesund werde. :-)
Drückt mir die Daumen, Shoutz to my peepz!
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13:48
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Mittwoch, 28. November 2007
Shanghai
Nach kurzer Pause geht jetzt mein letzter Bericht weiter: Nachdem alles etwas kompliziert war und jeder andere Vorstellungen und Ansichten hatte, haben wir (Fabian, Gero, Daniel, ich) es tatsächlich geschafft und alle(s) unter einen Hut gebracht und haben Flüge nach Shanghai gebucht. Los ging es letzten Donnerstag, mitten in der Nacht, d.h. um zehn vor sechs. Obwohl ich der war, der sich später treffen wollte, war ich um 5:50 der einzige, der in der Kälte vor dem Gebäude stand. So gegen 5:55 machte ich mir dann Sorgen und fing an, mal in die Runde zu telefonieren. Fabian und Daniel waren schon wach, nur Gero, der so dafür war, sich möglichst früh zu treffen, hatte verschlafen. Man muß es ihm allerdings lassen, daß er es dann in Rekordzeit geschafft hat, sich fertig zu machen und runter zu kommen. Dann also ab ins Taxi und Richtung Flughafen, trotz ein wenig Stau lief alles glatt, einchecken usw. alles ohne Probleme. Als wir dann am Gate saßen, beschloss ich, noch schnell was zu Frühstücken, das einzige, was in der Nähe in Richtug Frühstück ging war Subway's, also her damit. Während die Junge Dame mir mein Brot schmierte klingelte mein Handy und Daniel war dran:"Komm schnell, die machen voll den Stress hier, wir müssen in den Flieger..." Ich also fett beeilt, nur um am Gate zu sehen, daß Daniel und Gero die einzigen sind, die Stress machen/haben und daß die 100 anderen Leute, die auch noch in den Flieger sollen noch in aller Seelenruhe da sitzen...war ja auch noch eine halbe Stunde bis zum Start. Der Flug war unspektakulär, nur das Frühstück war ein wenig fies (siehe Bilder), die chinesischen Mitreisenden haben es aber mit großem Appetit gefuttert. Mein Highlight waren die warmen Croissants, die nach dem Bohnenbrei gereicht wurden.
Und dann endlich in Shanghai...Gepäck holen ging schnell, das Band lief schon, bevor wir überhaupt da waren...das ich das noch erleben darf :-) Und es war warm!!! Nachdem wir uns in Peking nahe 0° bewegt hatten, gab es in Shanghai 20° und Sonnenschein...ein Traum. Ab ins Taxi und zum Hostel, da die erste Überaschung, allerdings positiver Art: Das Zimmer ist tatsächlich so nobel, wie auf der Homepage gezeigt. Echt modern und großzügig ausgelegt, könnt ihr ja auf den Bildern sehen. Zwei Sachen gab es allerdings zu bemängeln: Die Dusche hatte nur eine Glastür und das Klo hatte gar keine Tür, sondern nur einen Duschvorhang. Ich schätze, das ist immer noch besser als andersrum, aber etwas gewöhnungsbedürftig. Wir legten unser Gepäck ab, freundeten uns mit den Damen vom Empfang an und machten dann direkt in die Stadt in Richtung People Square, Nanjing Lu und Bund. Nachdem wir uns Metrokarten gekauft hatten und mit der superschnellen shanghaier U-Bahn gefahren waren, war unser erster Ausstieg "Peoples Square". Sofort fanden wir uns mitten im prallen Leben wieder, alles voller Leute, eingerahmt von Hochhäusern und mit prallgefüllten Straßen. Dort, wie auch immer wieder während der vier Tage, fühlte ich mich sehr an New York erinnert. Wir guckten und staunten und gingen zum Städteplanungsmuseum, das uns empfohlen worden war von unseren Leuten, die vorher schon in Shanghai waren. Direkt am Eingang stand ein großes Modell, das zeigt, wie Shanghai zur Expo 2010 aussehen soll, wir waren allerdings ein wenig enttäuscht, da die anderen so von dem Modell geschwärmt hatten, wir es aber für ein wenig zu mickrig für 4 € Eintritt hielten. Wir beschlossen aber, dem Museum noch eine Chance zu geben und gingen noch in die anderen Stockwerke, das erste nicht so wirklich spannend, halt die Geschichte Shanghais aus städteplanerischer Sicht. Im zweiten Stock sahen wir dann allerdings, warum alle so geschwärmt hatten: Ein riesiges Modell von Shanghai (siehe Bilder)! Einfach cool. Wer da wohl gebastelt hat...und wie lange?!? Im vierten Stock waren dann noch Modelle des neuen geplanten Flughafenterminals und des geplanten Tiefseehafens mit angegliederter Stadt...und alles natürlich environmentally friendly...da haben sie sich was vorgenommen bis 2010!
Nach dem Museum gingen wir über die Nanjing Lu in Richtung Bund. Wir aßen etwas abseits der Nanjing Lu zu Mittag, bei der wohl unfreundlichsten Kellnerin, geschmeckt hat es trotzdem. Die Nanjing Lu selber ist wohl am ehesten mit der Hauptstraße in Heidelberg zu vergleichen, nur mit noch mehr Touristen, noch mehr Trash und noch mehr Leuten, die einem etwas andrehen wollen. Ein wirkliches Highlight ist sie aber erst im Dunkeln, wenn alle Geschäfte ihre Leuchtreklamen einschalten. Dort hatten wir auch erste Kontakte mit den netten "Sir, wanna Watch, Rolex...?" und "Lady Massage" Menschen. Je näher wir an den Bund kamen, desto mehr wurden es und desto ausgefeilter wurde auch das Sortiment: Rollerskates, Blinkdingsies, Gummiflummies, Kreisel, Hundchen, ... . Und endlich standen wir vor der Weltberühmten Skyline von Shanghai, mit Pearl of Asia, JingMao Tower und "das mit dem Griff". Zum Flair trägt noch bei, daß man im Rücken die alten Gebäude der Handelsgesellschaften hat und daß auf dem Pudong mal die Hölle los ist. Schiffe in allen Größen und aller Art sind am "wuseln" mein Highlight war der große Frachter, der er sich nicht nehmen ließ, immer wieder sein Horn zu betätigen. Einfach geil. Nach ettlichen Fotos gingen wir den Bund erst in Richtung Norden bis zum Ende und dann wieder zurück in Südliche Richtung. Sehr viel Spaß mit den Straßenhändlern hatte vor allem Daniel, der ihnen immer auf chinesisch sagte, daß ich sehr interessiert an Uhren sei. Ich könnte ihm ja böse sein, da ich aber so viele Sprüche über seine "Gesichtsbeulenpest" gemacht hatte, war es glaube ich nur fair :-).
Auf dem Bund trafen wir auch die andere Gruppe aus Aachen wieder, die Welt ist halt doch klein. An drei der vier Tage in Shanghai habe ich zufällig Leute aus unserer Gruppe getroffen...tststs. Und auf dem Bund gab es Becks...einfach herrlich!
Danach dann zurück ins Hostel, kurz frischmachen und dann in die French Concession. Abendessen gabs beim Dönermann, war gut aber klein, Gero schwärmt heute noch von seinem Wein, den er dort getrunken hat.
Am nächsten Tag sind wir mittelfrüh aufgestanden und dann wieder zum People's Square, diesmal allerdings die Nanjing Lu in die andere Richtung genommen. Erster Punkt der Tagesordung war der Besuch des Vogelmarktes, der in meinem Reiseführer als riesiger Haustiermarkt angepriesen wurde. So groß war er aber dann doch nicht, aber ganz interessant, alles voller Grillen (hier ein beliebtes Haustier) und Schildkröten, riesige Fischgeschäfte mit Aquarienfischen, da geht einem das Herz auf. Aber auch Leguane, Eidechsen, Schweine, Hamster, Katzen, Hunde, Hasen und was es sonst noch so alles gibt. Am besten guckt ihr euch das auf den Bildern an. Vom Haustiermarkt sind wir dann einen Snack futtern gegangen und dann weiter die Nanjing Lu runter. Je weiter wir kamen, desto nobler wurde es, da kann man wirklich Geld lassen für Klamotten. Nach einem kurzen Rundgang um das Shanghai Exibition Center (ehemals Palast der Chinesisch-Russischen-Freundschaft, heute durch die Architektur noch zu erkennen) sind wir dann zum Jing'an Si, einem schönen Tempel direkt inmitten der Wolkenkratzer. Fabian zeigte uns seine Münzwurfskills und wird jetzt wahrscheinlich ewige Glückseeligkeit haben und Gero zerbrach seine Räucherstäbchen. Danach trennten wir uns, die Jungs wollten im Pearl of Asia abendessen, mir war das aber zu teuer. Ich ging vorbei am Palast der Kinder und durch die French Concession zum Sun-Yatsen-Haus. Wie ihr ja alle wißt war Sun Yatsen der erste Präsident der Republik China. Seit diesem Besuch weiß ich, wie mein Haus mal aussehen soll...voll cool...Weiße Wände, dunkle Hölzer, klare Linien und helle Stoffe. Ich war auch der einzige in dem Haus (abgesehen von Security an jeder Ecke) und hatte fast das Gefühl, daß jederzeit das Hausmädchen kommt und mich zum Tee bittet. Hinter dem Haus ein Rasen, bei dem Clemens das Herz aufgegangen wäre. Danach bin ich über den Fuxing Park (der allerdings gerade renoviert wird) zum Gründungshaus der KP gegangen, hatte zwar schon zu aber ich habe es mir von außen angeguckt. Die ganze French Concession ist so schön, alte Häuser, Bäume an den Straßen, alles quirlig mit Leben. Immer wieder alte Häuser, an die sehr modern aber äußerst passend angebaut worden ist...vor allem bei Nacht schön anzusehen. Nach einem kleinen Abendessen setzte ich mich an den Bund und schaute noch ein wenig dem Lichterspiel der Bürotürme Pudongs zu.
Danach bin ich dann zurück ins Hostel und hab mich umgezogen und bin dann wieder in die Stadt, erst kurz den Jungs hallo sagen und dann mit Leuten aus der anderen Gruppe ins Attica, einer Disko direkt am Bund im 11. Stock auf dem Dach eines Bürogebäudes. Der Blick nach Pudong war nicht zu toppen, das Klientel da waren überwiegend westliche Kids aus offensichtlich gutem Hause.
Am nächsten Tag haben wir eine ruhige Kugel geschoben, erst zum Yufo Si, der ganz in der Nähe unseres Hostels lag, dort gucken und Tee probieren, dann in die Altstadt, bzw. der Bereich in dem sich die Chinesen aufgehalten haben früher, zwischen English und French Concession. Am Anfang waren wir richtig tief drin im chinesischen Leben, bald wandelte es sich aber in ein Touristen-Disney-Land mit haufenweise Ramsch zu kaufen. Das ultimative Highlight waren die Osama- und Saddam-T-Shirts. Nach einem Abstecher zum Pearl-Market gingen wir dann in den Yu Yuan, eine herrliche Parkanlage in der ich auch noch drei weitere Stunden hätte verbringen können. Nach einem Tee im angrenzenden Teehaus und einem üppigen, wenn auch nicht unkomplizierten Abendessen sind wir wieder ins Hostel, haben uns schick gemacht und sind dann wieder Richtung French Concession auf der suche nach dem Real Love. Das hatte zwar mittlerweile dicht gemacht, wir haben einen würdigen Ersatz gefunden. Coole Disko mit ultrascharfen GoGos, allerdings viel zu viele Kerle da, aber - was ich ja immer cool finde - alles nur Chinesen. Danach sind wir noch weiter ins Window, da war die Musik besser und die Frauen hübscher, allerdings waren alles Ausländer und bei uns war die Luft schon raus. Gero und Daniel sind gleich wieder abgehauen, ich und Fabian haben noch ein Bierchen genommen und danach Spießchen gefuttert und dabei noch ein wenig Mädchen geguckt. Das bringt mich zu einem anderen Thema: Im Gegensatz zu meinen Mitreisenden finde ich Mädels in Shanghai nicht grundsätzlich hübscher oder sexier als die in Beijing, ich finde das wäre gemein den Beijinger Damen gegenüber. Was allerdings stimmt ist, daß der Stil der Mädels wesentlich westlicher ist. Und auch wenn Shanghai etwas aufregender ist als Beijing, glaube ich, daß man von Shanghai schneller die Nase voll hat, es ist halt alles noch enger und noch voller.
Naja, wie dem auch sei. Am nächsten Tag entscheiden wir uns für einen Tagesausflug in das Nahe Suzhou, das "Venedig Asiens". Leider dauerte alles etwas länger und der Zug hatte auch noch Verspätung, und so kamen wir erst eine Stunde vor Schließung in den "Garten des fleißigen Beamten". Das dazugehörige Museum, das sehr modern aber auch sehr stimmig mit den alten Parkanlagen ist, wurde von irgendeinem amerika-chinesischen Stararchitekten gebaut. Hat mir gut gefallen.
Danach noch zur Beisi Ta, einer elfstöckigen Pagode. Nach einigen Überredungskünsten ließen sie uns doch noch rein und wir knippsten viele Fotos von oben, besonders vom Daniel, der unbedingt große Kunst machen wollte :-). Anschließen hätte ich gerne noch ein wenig von der Altstadt angeguckt, bisher hatten wir ja noch kaum was von den so berühmten Kanälen gesehen, nach dem Abendessen (Hotpot mit superniedlichen Kellnerinnen und lecker Froschfleisch) wurde es aber schon ziemlich spät. Am Bahnhof die nächste Überaschung: Es gab keine Tickets mehr, wenigstens nicht offiziell, da sie alle aufgekauft worden waren von der örtlichen Bahnkarten-Mafia. Wir bekamen noch gute Tickets für die Rückfahrt (zwar für 25 statt 15 Yuan, für die Hinfahrt hatten wir allerdings offiziell 22 bezahlt, von daher war es in Ordnung). Vom Bahnhof in Shanghai fuhren wir direkt nach Pudong zum Jinmao Tower, ich hatte ja Shanghai noch nicht von oben gesehen. Nach einer Fahrt im Fahrstuhl mit den koreanischen Transen und dreimal umsteigen im sehr geschmackvollen Grand Hyatt kamen wir im 87. Stock im Cloud 9 an. Eine supercoole Bar, alles zwar sehr nobel und teuer, aber von Flair und der Einrichtung einfach geil. Meine 120 Yuan Mindestverzehr investierte ich in zwei Scotch, Fabian ließ es krachen und kaufte sich den weltkleinsten Cocktail für 140 Yuan! Nach einem Rundgang mit Nase-an-der-Scheibe-plattdrücken und der Taxifahrt heim sanken wir in unsere Betten.
Für den Montag hatte ich mir zwar eine Bootsfahrt über den Huangpo vorgenommen, allerdings war das Wetter schlecht und ich zog es vor, etwas zu schlafen. Wir packten unsere Sachen und stellten sie an der Rezeption ab und fuhren ein letztes mal in die Stadt. Nach einer kleinen Runde am Opernhaus vorbei und über den Elektronikmarkt aßen wir einen Happen und dann war es auch schon wieder Zeit, zurückzufahren. Wir holten unser Gepäck und fuhren zum Flughafen, wo wir in ein brandneues, nur halb volles Flugzeug stiegen, das uns dann sicher und schnell wieder "nach Hause" brachte!
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10:27
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Endlich ich mal wieder!
Hallo allerseits,
habt ihr mich schon vergessen oder wißt ihr noch, wer ich bin ;-) Jetzt ist es ja fast auf den Tag genau einen Monat, daß ich zum letzten mal geschrieben habe, es wird also höchste Zeit. Einerseits ist nicht so viel wahnsinnig spannendes passiert, andererseits war ich in letzter Zeit auch verschärft schreibfaul, musste für die Uni so viel schreiben in letzter Zeit, da hatte ich dann keinen Bock abends noch zu bloggen. Als erstes möchte ich auf einen früheren Blogeintrag bezug nehmen, ihr erinnert euch bestimm, daß einer meiner Profs immer und immer und immer wieder "for example" sagt. Ich habe da mal eine wissenschaftliche Messung durchgeführt, das Ergebnis seht ihr auf dem Bild. 304 "for example"s in 37 Minuten...das sind mehr als 8 "for example"s pro Minute oder fast alle sieben Sekunden ein "for example"! Und da soll man dann zuhören!!!
Anyways. Die vier großen Highlights des letzten Monats waren "China Coal and Mining", "Hyundai Exkursion", "Vogelnestbesichtigung" und "Shanghai". Auf die "China Coal and Mining" bin ich gegangen, um mich mit dem Bruder von Herr Vogels Freundin zu treffen. Habe mir dafür extra einen Maßanzug machen lassen, der Bub hat ja nichts zum anziehen hier. Ist ganz cool, habe ein Hemd, eine Hose, eine Jacke und Krawatte für 98 € erstanden, ich finde es sieht schweinemäßig gut aus, außerdem ist es mein Eintritt in die Welt der Reichen und Schönen ;-) Also, Anzug an und dann zur C.C.M. Wurde dort am Eingang von Herrn Gräf abgeholt und bin mit ihm über das Gelände gegangen - alles voller geiler Riesenmaschinen - zum Stand seiner Firma. Die machen so Hydraulik-Sicherheits-Elektronik-Kram für Bergwerke, und ihr Hauptmarkt ist wohl China. wir haben uns aber eher über China im allgemeinen unterhalten, er hatte wirklich viel zu erzählen und es war sehr nett. Irgendwann kam dann noch ein ehemaliger Kollege von ihm, 75 Jahre alt und seit 1976 regelmäßig in China. Der hatte dann so richtig was zu erzählen. Bin dann noch zum essen eingeladen worden mit den zwei Herren, zwei Mädels aus dem Beijing-Büro der Firma (immerhin zwölf Mitarbeiter hier), der Juniorchefin und ihrer Freundin (die allerdings etwas angeschlagen waren, hatten sie doch den Vorabend im Hard-Rock-Cafe verbracht) und irgendwann stieß dann auch noch der Chef hinzu. Hat mir viel Spaß gemacht, alles nette Leute und viel zu erzählen. Nach dem Essen sind wir wieder zum Stand zurück, allerdings ging da gerade der Abbau los weil die Messe zu ende war, also verabschiedete ich mich und ging aus dem Weg.
Mit unserem Production Management Kurs sind wir auf Exkursion gefahren, erst zur Yanjing-Brauerei und dann zu Hyundai. Das sind nämlich die zwei Sachen, die wir Deutsche von den Chinesen lernen können: Bier brauen und Autos bauen ;-). Die Brauerei war mäßig interessant, erst ein 20-minütiger Werbefilm auf Chinesisch, dann ein Rundgang durch die Brauerei, allerdings ohne Erklärungen. Allerdings hat man sowas ja schon ein paar mal gesehen, schöner und besser. Danach gab es noch Bier aus Pappbechern, es war aber kalt und nach einer langen Nacht im Propaganda ein willkommenes Konterbier. Danach ging es ins Autowerk, wieder mit Werbefilm und dann führte uns ein Ehemaliger unserer Uni ein wenig rum. Alles in allem auch mit wenig Tiefgang und auch nur um einen Eindruck zu bekommen. Ich fand es aber beeindruckend, das ist ein supermodernes Werk, alles steht voller Roboter und das meiste geht Automatisch. Maschinen bauen Maschine...so sollte es sein :-)
Ja und dann wurde mir ja eine besondere Ehre zu teil, dafür muß ich aber etwas ausholen. Ich nehme ja an einer Sprachschule noch Chinesischstunden. Unsere nette Chinesischlehrerin Wendy kam irgendwann auf uns zu und fragte uns, ob wir einen Text überarbeiten könnten. Ein Freund ihres Onkels (oder so ähnlich, ich steig da nicht mehr durch, erst dachte ich es sei ihr Onkel selber, auf jeden Fall sind sie wohl sehr vertraut miteinander!), ein Doktor der Architektur (das haben sie immer und immer wieder erwähnt!) hat eine eigene Firma, die Membrankonstruktionen entwickeln, planen und bauen. Eigentlich ganz cool, die sind hier ich China wohl wirklich groß und haben auch irgendwelche Softwares entwickelt. Auf jeden Fall hat diese Firma eine Homepage, die es demnächst auch auf englisch geben soll. Ein Mitarbeiter der Firma hatte diese Texte schonmal von Chinesisch auf Englisch übersetzt, da stellten sich einem aber echt die Nackenhaare auf..."Chinglish" halt...oder einfach von nem Programm übersetzen gelassen. Ich erklärte mich also bereit, mich darum zu kümmern, stellte aber bald fest, daß das wohl nicht so einfach ist. Der Text war tatsächlich nur eine Aneinanderreihung von Wörtern, die auf Chinesisch bestimmt Sinn ergaben, auf Englisch aber keinesfalls. Da war dann die Rede von irgendwelchen "sexual materials" die besonders gutes "Burkina Faso" haben. Ich schlug also vor, mich mit dem Kerl direkt zu treffen. Wie jedes gute Geschäftsmeeting fand auch dieses Treffen mit wenig beziehungsweise gar keinen Klamotten statt, wir trafen uns nämlich zum Schwimmen (?!?). Nachdem der "Onkel" (ich werde ihn einfach so nennen, ist einfacher und jeder weiß, wer gemeint ist!) seine Bahnen geschwommen und ich ein wenig geplanscht hatte, gingen wir in die Sauna, die auf chinesisch auch reichlich whack ist. Erstmal nimmt man sein ganzen Gerödel mit, dann schmeißt man erstmal zwölfeinhalb Tonnen Wasser auf die Steine und dann setzt man sich mit dem nackten Arsch auf das Holz...wenn man nicht David ist...ich hab mich fein auf mein Handtuch gesetzt und gehofft, daß es "arschbakterienfest" ist. Danach gingen wir dann über den Text, oder über einen Teil, es brauchte noch ein weiteres Treffen, bis die Katze im Sack war. A long story short, der Onkel war wohl sehr begeistert von meinen Englischkenntnissen und fand mich "very hard working" und wir sind jetzt beste Freunde. Da dachte ich mir, fragste dochmal, ob die nicht was mit dem Olympiastation zu tun haben, wenn sie schon überall Zelte aufbauen. Und wie es der Zufall wollte, haben sie. Er machte ein paar Telefonate und brachte uns (Wendy, Moritz und mich) tatsächlich auf dei Baustelle. Ich bin ja ein großer Fan dieses Stadions und finde es echt schön. Es war zwar bitterkalt, aber es war trotzdem cool, mal das Ding aus der Nähe bzw. von innen zu sehen, sonst kann man es ja von der Straße aus durch den Bauzaun mehr erahnen als sehen. Aber überall wieder gruselige Sachen. Da sind Löcher im Boden, bei denen in Deutschland wenigstes ein Hütchen stehen würde, der Audruck "Watch your Step" ist keine höfliche Floskel sondern eine überlebensnotwendige Warnung und überall wird gepfuscht (s. Fotos). Da war einer mit einer Sprühpistole am Träger lackieren, zwar schön mit Sicherheitsausrüstung und Atemschutzmaske, allerdings war 15 Meter weiter einer am Schweißen...da hab ich mir gedacht "gehste mal schnell weiter". Trotzdem war es sehr geil und beeindruckend, wenn das Stadion von innen auch nicht so groß wirkt wie es tatsächlich ist.
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07:46
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Sonntag, 28. Oktober 2007
Samstag, 27. Oktober 2007
Party über Party!
Hallo ihr Schweinchen, alles roger? Muß euch doch mal wieder was schreiben, nicht, daß ihr das Interesse verliert und nie wieder auf meine Seite guckt. Aber erstmal muß ich mich ja mal beschweren: Da versuche ich, den geneigten Leser mehr einzubinden und meine Homepage ein wenig interaktiv zu gestaltet, so von wegen Web 2.0 und schnickschnack, und was macht ihr...? Richtig, nichts! Also bitte: Nehmt an der Umfrage teil, ihr müsst die anderen Seiten ja nicht lesen, klickt einfach was an ;-)
Also, was war denn hier los die Woche über? Eigentlich nicht so wahnsinnig viel, Uni as usual, hab mir alle Vorlesungen angetan, die meisten davon aber bereut ;-) Am Dienstag war dann hoher Besuch aus Aachen da, wenn ich das richtig Verstanden habe die deutsche Organisatorin des Austauschprogrammes...auf jeden Fall war sie in China auf irgendwelchen Ausbildungsmessen und hat kurz Halt in Peking gemacht und hat sich unsere Meinungen und Sorgen und so weiter angehört. Danach bin ich dann mit Moritz los und wir haben uns mal Sprachschulen angeguckt. Zunächst waren wir in der Beijing Culture Exchange Irgendwas, empfohlen von Andre und Christoph. Danach sind wir ins Sino-Land, ganz schön krasses Ding. Ist in nem neuen Nobelbüroturm im 20. Stock komplett mit Fengshui-Ausruh-Park und alles sehr sehr nobel. Sollten da eigentlich am Freitag Test-Lesson haben, da ist uns aber das PM-Lab dazwischen gekommen. Egal...BCE hat uns auf jeden Fall direkt auf ne Party eingeladen, da sind wir dann am Donnerstag hin. Wir (Moritz, Andre, Christoph, ich), haben uns an der Schule getroffen und sind von da aus dann mit ein paar Lehrerinnen und anderen Mädels zur Beijing University of Technology and Science gelaufen (ca. 20 Minuten). Als wir da waren, war die Party schon in vollem Gange und wir nahmen schnell Platz. Vielleicht sollte ich schnell das chinesische Partykonzept erklären: Alle sitzten im Kreis, trinken Cola und essen Chips und es gibt mords Vorführungen. Nachdem die hinreißenden Moderatorinnen alle begrüßt hatten, kam als erstes ein Schwertkämpfer und hüpfte da rum. Videos hab ich euch alle online gestellt, da kann sich jeder dann selber ein Bild machen. Danach wurde ich freiwillig gemeldet für ein Spiel, das - was mir mit meinen extensiven Chinesischkenntnissen natürlich entgegen kam - darauf basierte, chinesische Schriftzeichen zu einem Satz zu ordnen...prima, oder? Mit Hilfe unserer charmanten Gastgeberin gelang es mir dennoch, als erster die Wörter zu ordnen und es ergab sich der Satz - geht wohl auf Konfuzius zurück - daß der Onkel der Bruder des Vaters ist. Als Preis erhielt ich eine herrliche Tonfigur eines KungFu-Kämpfers :-) Als nächstes stand spanische Musik auf dem Programm, die Jungs hatten es echt drauf. Danach dann Schattenboxen und mein persönliches Highlight: Die anderen drei waren jetzt dran, mitzumachen...recht geschah es ihnen! Jeder von ihnen durfte eine Schattenboxfigur lernen und es entstanden herrliche Videos! Um den Abend abzurunden erschienen noch zwei fiedelde Mädels, die zauberhafte Moderatorin sang Celine Dion (nicht über das Video wundern, hab erst nach 10 Sekunden gerafft, daß man ja kein Hochformat filmen kann :-)) ), ein kleiner Junge hielt ein Gedicht über den Frieden und es gab nochmal Gruppen-KungFu. Alles in allem war es wirklich cool und interessant, alle haben sich viel Mühe gegeben und die Vorführungen waren sehr sehr geil. Außerdem genossen wir wieder so viel Aufmerksamkeint...ein Traum. Ständig kamen irgendwelche Leute und boten uns Essen und Trinken an und nach der Party mussten wir wieder für Fotos posen. Eins hab ich auch knippsen lassen...schade, daß ich neben dem hübschen Mädel so schlecht wegkomme...aber selber schuld, wenn man so dämlich guckt :-(.
Danach trafen wir uns noch mit dem Rest der Party-Crew (die hatten schon gefühlte 217 Bier Vorsprung) in Wudaokou. Nach einem Bierchen zur Einstimmung und nachdem meine Kamera von meinen vertrauenswürdigen Begleitern im Gebüsch deponiert worden ist, kamen wir ins 13, da war dicke (Helloween)Party mit allem Zipp und Zapp. Ich ließ mich von Christoph übereden, an der Versteigerung teil zu nehmen, aber entweder war zu dem Zeitpunkt einfach die Luft raus oder die Mädels wollten mich alle nicht, auf jeden Fall wurde ich an den ersten Bieter versteigert, meinen treuen Freund Jan, dem ich immerhin 30 Euro wert war (vielleicht hat das auch den Mädels ein wenig das Bieten vermiest). Danach dann noch koreanischer Punkrock und reichlich zu trinken und dann weiter ins Taco oder so. War auch ganz cool, während der Moritz die Russin klar machte (und ihre Freunde mir sagten:"Tell your friend not to touch the girl or we will have an excuse for killing him!"...immer das gleiche!), war das einzige, was ich anzog koreanische Kerle, die mir immer irgendwelche Mädels vorstellten, die aber mal so gar nix von mir wissen wollten!
Aber anyways. Noch kurz zu gestern abend: Da er uns damit schon seit Wochen in den Ohren liegt sind wir mit Markus ins D22, direkt neben dem 13...Lifemucke war angesagt. Die gestalten davor sahen alle schon bissl eigenartig aus, sehr Punkig halt. Innen wurden wir dann von einer chinesischen Naziband empfangen, auf jeden Fall sahen sie sehr danach aus. Alle mit rasierten Köppen, Springerstiefel und was man halt so trägt. Der Sänger ein fettes tätowiertes Schwein, bis auf die Schlitzaugen hätte der auch nach Ostdeutschland gepaßt (...nur Spaß). Gegen Ende wurden die Böhsen Onkelz Asiens allerdings etwas weich und wechselten zu Reggae und Ska...komisch. Nach ihrem Auftritt ging das erste Drittel der Leute (es war ohnehin wenig los und schlechte Stimmung), nach den koreanischen Teenie-Rolling-Stones ging das zweite und als der französische Leadsänger das T-Shirt auszog ging ich!
Hätte gerne ein paar Bilder gepostet von den B.O.A., aber die rauligen Handyfotos erspare ich euch.
Greeetz!
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13:07
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Sonntag, 21. Oktober 2007
Nochmal ich...
Als kurzer Nachtrag: Hab noch ein paar Bilder hochgeladen, damit ihr auch glaubt, dass wir wirklich versucht haben, zu laufen. Gewissermaßen haben wir den Tsinghua-Extreme-Triathlon absolviert: Aufstehen mitten in der Nacht, Frieren wie ein Schneider, Abgefuckt von der chinesischen Sportverwaltung! Hab auch noch einige Partypics dazugepackt (shouts going out to GeeTee!)
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03:29
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Strutzelzack!!!
Es ist Sonntag Morgen, 6:40 und ich sitze an meinem Computer und schreibe Blog-Einträge. Wie das kommt? Ganz einfach, Chinesen sind wahre Planungstalente.
Heute ist der Beijing International Marathon, auf den wir uns schon seit vier Wochen freuen und für den wir uns (mehr oder weniger) fleißig vorbereitet haben (für die halbe Strecke halt). Nachdem wir uns nicht mehr regulär anmelden konnten, haben wir ganz kurzfristig die Anmeldung über die Uni vorgenommen und haben uns dazu auch extra untersuchen lassen mit allem Zipp und Zapp. Gestern Morgen dann die geile Nachricht, nachdem wir die ganze Woche schon auf nähere Informationen gewartet hatten: Wir dürfen nicht starten, so lange wir nicht unsere extensive Erfahrung bei internationalen Marathonveranstaltungen nachweisen können. Also rein ins Internet und alte Listen suchen, Florian erwies sich als geübter Urkundenfälscher, aber alles war zu spät. Jan telefonierte den ganzen Tag und setzte Himmel und Erde in Bewegung, aber nichts half. Gestern beschlossen wir dann also, trotz allem einfach mal heute morgen an den Bussen zu erscheinen und es zu versuchen. Also raus aus der Poove um zwanzig vor 6, frierend, grummeld und was man sonst noch so für Probleme hat und ab in die Eiseskälte. Ich traf noch kurz die Next-door-Kasachinnen, die grad aus der Disse kamen. An den Bussen stellten wir dann fest, dass alle Chinesen schon Startnummern haben, versuchten nochmal, an welche zu kommen, aber es half alles nichts. Und jetzt bin ich wieder hier, hin und her gerissen, ob ich tatsächlich nochmal ins Bett soll.
Allerdings gibt es auch gute Nachrichten: Gestern war ich mit Gero und Fabian auf dem Electronic Market und beim Carrefour. Nach einer etwas anstrengenden Tour durch den französischen Supermarkt tigerten wir noch über den Elektronic Market und in einem der Gebäude war irgendeine Manga-Computerfreak-Anhänger-Dance-Competition-Show. Einfach herrlich, siehe Bilder :-)
Ich geh jetzt frühstücken!!!
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00:40
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Mittwoch, 17. Oktober 2007
Ente
Huhuuuh,
am Sonntag waren wir zum Entenessen. Franzi - unsere charmante Abendessenbekanntschaft aus Hongkong - hatte eingeladen und ich hab mir als Verstärkung noch Gero und Fabian mitgenommen. Wir waren eine echt große Gruppe, alles in allem glaube ich 13 Leute. Und jeder von irgendwo anders: Aus L.A., Toronto, Wien, Schweden, China, Boston. Also äußerst bunt gemisicht. Wir verteilten uns auf die Taxis und fuhren los, allerdings war das nicht so einfach, da nur zwei oder drei von uns wirklich wußten, wo das Restaurant ist und die Taxifahrer auch nicht wirklich den Plan hatten. Das Restaurant war allerdings auch so nah am Campus, dass wir mit den Rädern in der Zeit, die wir im Taxi verbrachten, ungefähr dreimal hin und her hätten fahren können :-). Im Restaurant nahmen wir in unserem eigenen Raum Platz - Franzi hatte reserviert - na klar um einen großen runden Tisch mit Drehteller in der Mitte. Das Bestellen der Beilagen überließen wir den Chinesen, was keine schlechte Entscheidung war. Und dann ging es los. Erstmal bissl Bier zum Auflockern und dann Essen...es kam und kam und kam: Gemüse, Suppe, "Gulasch", "Döner" und - mein persönliches Highlight - Frosch...mjam mjam. So groß wie die Stücke in der Brühe waren, muß das aber ein beeindruckender Frosch gewesen sein. Es gab noch Lamm und dies und das - der Drehteller war wirklich voll - und natürlich die Ente. Wir aßen zwei davon, sehr sehr lecker, der Tradition entsprechend in 88 Stücke geschnitten, zumindest haben sie uns das gesagt, direkt bei uns am Tisch. Zwischendurch noch Schnäpschen und immer wieder Bier, was die Chinesen wohl einigermaßen amüsierte. Leider wollte danach niemand mit zum Karaoke (vielleicht war es doch ein bissl viel Schnaps und Bier), wir verlegten die Party aber einfach zu Fabian :-)
Und ein geiles Zitat noch von Triton (kein Scheiß!), unserem Production-Management-Übungsleiter. Er ist immer sehr bemüht, mit uns am Anfang der Übung noch über etwas anderes zu reden, sei es die Nationalfeiertage, die Nobelpreise oder - wie dieses Mal - den chinesischen Nationalkongress. In diesem Zusammenhang sagte er gestern:"Chinese people don't care very much about the elections, because, you know, they are like "elections"!" :-)) Die Deutschen schmissen sich weg, die Chinesen guckten etwas säuerlich. Ich werde Triton allerdings sehr vermissen, wenn er jetzt - von einem Studenten denunziert - im Arbeitslager ist und wir von einem linientreueren Parteifunktionär unterrichtet werden!
Peace Out!
P.S.: Leider funktionier der Bilder-Upload gerade nicht, wird aber nachgereicht!
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03:07
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Sonntag, 14. Oktober 2007
Knalleblau
Moin allerseits.
Heute ist vielleicht ein Wetterchen. Man glaubt es kaum. Die Luft ist zwar kalt und es ist windig, aber der Himmel zeigt sich von seiner schönsten Seite und in der Sonne ist es echt angenehm. Allerdings wundert man sich etwas, da ab morgen der 17. Parteitag stattfindet (dort wird die Agenda für China für die nächsten fünf Jahre beschlossen!) und es die letzten zwei Tage viel geregnet hat. Da wird doch niemand mit Silberjodid das wetter gepimpt haben??? :-)
Anyways, ich werd es jetzt noch ein bissl genießen, euch hab ich zwei Beweisfotos hochgeladen!
Schönen Sonntag!
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07:53
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Freitag, 12. Oktober 2007
Nach dem ich euch...
...werte Leser so lange schmählich vernachlässigt habe, folgt nun mal wieder ein kleines Berichtchen von mir. Aber viel ist wirklich nicht zu sagen, habe die ganze Woche mehr oder weniger an der Uni verbracht.
Aber mache ich doch da weiter, wo ich aufgehört habe. Nachdem wir letzten Donnerstag unterwegs gewesen waren, war der Freitag wieder im Großen und Ganzen ein Ruhe-/Lerntag. Abends war ich mit Yi verabredet (ich hoffe, dass ich ihn richtig buchstabiert habe!) zwecks Disco. Zu meiner großen Überaschung stellte ich aber dann fest, dass schon einige von den Jungs aus dem Urlaub zurück waren. Wir tranken Bier bei mir aufm Zimmer und verschoben dann die Disco auf Samstag, damit auch alle mit können. Am Samstag dann erstmal ausschlafen, wir hatten uns vorgenommen, vielleicht in den Zoo zu gehen, das Wetter war aber dermaßen schlecht, dass ich keine Lust hatte, auch nur irgendwas zu machen. Also den Tag über gechillt/gelernt...wohl mehr gechillt. Langsam füllte sich die Uni auch wieder mit "Öchern"...da merkt man erst, wie sehr man die Ruhe genossen hatte. Ja und abends dann in "Propaganda", eine Dizze hier am Campus. Vorteil: Schnell da/Taxi billig, Nachteil: Alles voller Ausländer! Da wird einem einfach nicht die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wie anderswo. Aber amüsiert hab ich mich trotzdem. Und der Sonntag war dann Ausnüchtern und endlich meine wundervolle Case-Study schreiben, die ich die ganze Woche vor mir hergeschoben hatte!
Montag Uni, Dienstag Uni, Mittwoch Uni, Donnerstag keine Uni, deswegen bin ich mim Fabian shoppen gegangen. Sind schon morgens früh gestartet, er wollte mittags Chinesisch lernen, ich hatte ein Date mit einer Chinesisch-Partnerin. Waren in Xidan, richtiges Shopping-Center, nichts Fake, aber trotzdem billig, hat chinesische Marken. Hab mir zwei Hosen, Schuhe, zwei Pullis und ne Jacke gekauft, hab ca. 100 Euro ausgegeben...da kann man wohl nicht meckern! Das einzige, das ich nicht bekommen habe waren T-Shirts/Polos...die sind nämlich auch knapp so langsam!
Ja dann Treffen gehabt mit Stella (Zhaonas Schwester (siehe Abendessen!))
zum Chinesischreden. War nett, hab auch bissl was gelernt. Und heute wieder Uni (heute morgen), dann Mittagschlaf (war nötig), dann Treffen mit den Chinesen fürs PM Labor und jeztt bloggen und gleich Lernen! :-(
Machtet jut und bis denne!
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09:49
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Sonntag, 7. Oktober 2007
对不起
Tut mir leid, bin gerade dabei, den Blog ein wenig zu "pimpen"...bald ist wieder alles da, versprochen!
再见
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14:51
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Freitag, 5. Oktober 2007
Der Anti-Mongolische Schutzwall
Gumoie, wei da? Es ist Freitag morgen, es regnet und ich habe keine Lust zu lernen, also schreib ich euch was :-)
Gestern war ich mit Georg in Simatai an/auf der Großen Mauer...einfach supercool. Vorgestern abend waren wir noch mit Ross Billiard spielen und sind dann aber zeitig ins Bett, wir wollten ja was vom Tag haben. Ich war zwar etwas zu spät (fünf Minuten), allerdings war ich da nicht der einzige. Nachdem ich mein Dornröschen wachgeküsst hatte (selbstredend im übertragenen Sinne!), einem herrlichen Frühstück (French Toast, Spiegelei mit Wurst und süßer Kaffee) und nachdem wir uns gegenseitig mit den verschiedenen Toren auf dem Campus reichlich verwirrt hatten, waren wir endlich in der U-Bahn nach Dongzhimen. Dort ist nämlich der Busbahnhof, an dem die Busse richtung Mauer ablegen. Kaum kamen wir aus der U-Bahn, wurden wir schon angequatscht von wegen Minibus. Der Kerl war echt vorbereitet, ein Zettel mit den verschiedenen Routen und Zielen und verschiedene Sätze zum verhandeln ("because oil prices are very high", "expressway fee", ...). Zunächst wimmelten wir ihn ab, dann erschien es uns aber gar keine schlechte Idee, einen eigenen Fahrer zu haben, der direkt fährt, keine Haltestellen zwischendrin hat und dort auch auf uns wartet und uns wieder zurückfährt. Allerdings wollte er 480 Yuen haben, ich bot ihm 250 und wir trafen uns schließlich in der Mitte...also bei 400 (das Handeln liegt mir im Blut). Wir machten noch aus, dass wir erst bezahlen, wenn wir wieder in Beijing sind und er pfiff dann einer Frau mit einem kleinen Jungen
, die uns zu unserem herrlichen roten Kühlschrank geleitete. Keine Gurte, keine Kopfstützen und der Kleene turnt überall rum...Safety first halt. Bald stellte sich heraus, dass wir wohl die Rechts-auf-dem-Standstreifen/Fahrradweg-überhol-Queen von Beijing erwischt hatten, aber sie machte gutes Tempo und hupte nur wenig. Nur wenn ein Polizeiauto in Sicht kam, hielt sie sich den Gurt vor den Bauch.
Die 120 Kilometer, für die wir ca. zweieinhalb Stunden brauchten (eineinhalb davon, nur um aus der Stadt zu kommen), nutzten wir, um ein wenig Chinesisch zu lernen und dann eher, um uns mit dem Kleinen anzufreunden. Ein süßes kleines Energiebündel. Wir malten, bastelten, er spuckte Wasser, das ihm nicht schmeckte einfach auf den Boden, schmiss seinen Müll einfach aus dem Fenster...das volle Programm halt. Mama verhielt sich eher ruhig und schritt nur ein, wenn der Kleine gar zu sehr rumturnte. Die Route ging erstmal ewig aus Beijing raus, dann durch Myan und dann "über Land" in die Berge. Erinnert ein wenig an Bosnien oder ähnliches, überall Gästehäuser/Restaurants/Hotels und Obststände an der Straße, überladene LKWs und andere abenteuerliche Gefährte. Vor den Gästehäusern stehen immer Leute und winken mit einem roten Fähnchen. Die Berge in China sind ganz eingenartig geformt, irgendwie sieht hier alles "zerknitterter" aus und ist spärlicher bewachsen. Zwischendurch hielt unsere Fahrerin um Kippen und Wasser zu kaufen und dann nochmal kurz vor der Mauer (schon geil, wenn man sie durch die Berge sieht) und wir aßen im "Restaurant" ihrer Familie. Die haben ein ganz schönes Geschäftchen mit uns gemacht, Cola für 10 Yuen, aber gut wars.
Dann waren wir endlich in Simatai, wo uns ein großes Touristenzentrum erwartete, aber alles gut organisiert, fein beschildert und ordentlich. Nach Pipipause und Kartenkaufen gingen wir zur Seilbahn, hätten zwar auch hochlaufen können, hatten aber mit der Rennfahrermama ausgemacht, dass wir in drei Stunden wieder da sind. Die Seilbahn war fast ein wenig abenteuerlich, erstens weil sie ihre besten Tage wohl schon lange hinter sich gelassen hat, zweitens weil alles voller Wanzen ist, wir übrigens auf der ganzen Mauer. Die Fahrt war eher mittelspektakulär, die Sicht war nicht so toll da es sehr dunstig war aber wir freuten uns, über übel zugerichtete Hügel (die augenscheinlich gerade aufgeforstet werden) der Mauer immer näher zu kommen. Simatai es der ursprünglichste der restaurierten Mauerabschnitte und der am wenigsten von Touristen überlaufene. Die Mauer läuft hier mit ca. drei Meter Breite (Weg oben) auf einem schmalen Grat. Jede Steigung - und sei sie noch so steil - wir von der Mauer mitgemacht und alle paarhundert Meter steht ein Wachturm. Beeindruckend ist nicht unbedingt die Größe der Mauer oder der Türme sondern vielmehr ihre Lage auf dem Kamm, der an sich ja schon ein schwer zu überwindendes Hindernis darstellt...wirklich cool!
Das letzte Stück zur Mauer gingen wir dann zu Fuß über einen Serpentinenweg, der uns nochmal richtig zum "Saften" brachte. Unser Spaziergang auf der Mauer ist nicht so spektakulär zu lesen, wir gingen zunächst nach rechts, knippsten immer und immer wieder, gingen durch die Wachtürme (alle gleich, alle nur ein Stockwerk, alle leer bis auf die Wanzen), kamen am Ende an und drehten wieder um. Stellenweise ist die Mauer schon sehr abenteuerlich, immer ohne Geländer, teilweise geht es schon richtig runter. Traumhaft sind auch die Stufen, von denen keine zwei gleich sind...volle Konzentration!
Wir gingen nicht den Weg wieder zurück, den wir gekommen waren sondern gingen am Serpentinenweg vorbei und weiter die Mauer entlang bis zu einer Hängebrücke, die über einen Fluß führt und den Anfang des nächsten Mauerabschnittes markiert. Dort überlegten wir uns noch kurz, ob wir für den Abstieg die Hardcore-Seilbahn nehmen sollten, waren dann aber doch zu knickrig (oder zu ängstlich) und nahmen den schön angelegten, wenig genutzten aber dauerbeschallten Weg ins Tal. Dort wartete (zweieinhalb Stunden hatten wir ohne Mühe rumgebracht) unsere Fahrerin und wir konnten angenehmerweise gleich los.
Kaum waren die Straßen wieder etwas komfortabler, knackten wir drei weg, Georg und ich aber wohl nicht so bequem wie der Kleine, der sich einfach auf dem Beifahrersitz zusammenrollte. Wieder wach und mittlerweile in Myun angekommen wunderten wir uns etwas, als die Dame auf einmal rechts in ein Wohngebiet abbog, anscheinend musste noch der Rest der Familie abgeholt werden :-) Wir trafen unseren Verhandlungsparter vom Morgen wieder und lernten auch den zweiten Sohn kennen (zwei Kinder...die müssen gut an uns verdient haben, dass sie sich die Strafe leisten können ;-) ). Nachdem die "Dorfmädels" fies mit dem Finger auf mich gezeigt hatten und fies dabei gelacht hatten und alle auf dem Klo waren, ging es weiter. Der Verkehr war nicht mehr so flüssig wie am Vormittag und so dauerte die Fahrt etwas länger. Wir machten aber ganz gut Smalltalk mit dem großen Sohn (21 Jahre) und kriegten auch chinesisches Familienleben mit. Außerdem stellten wir fest, dass wir wohl all-inclusive gebucht hatten und wurden reichlich mit Keksen und Kastanien verköstigt.
Trotzdem waren wir ganz froh, als wir wieder da waren. Da wir mittlerweile einigermaßen gerädert waren, zahlten wir auch die 400 Yuen, ohne nochmal Verhandlungen zu versuchen und schlängelten uns durch die U-Bahn. Nach Abendessen beim Mäckes und Einkaufen ließen wir dann den Tag mit einer heißen Dusche und kaltem Bier ausklingen. Allerdings ist von Harbin, Diamond Blue und Tiger Lager wirklich wirklich abzuraten!!!
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03:53
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Mittwoch, 3. Oktober 2007
War gerade...
...beim Frisör...puh, alles gut gegangen. Ist zwar nicht der beste Haarschnitt, den ich je hatte, aber mit Sicherheit der günstigste. Im Laden (hier direkt am Super C, der Supermarkt aufm Campus, keine 300 Meter von mir) sind alls Kerle, erst Haare waschen, dann schneiden. Er hat sich zwar ein wenig beschickert, weil ich ihm nur ein Bild gezeigt habe, wie ich es haben möchte, aber dann zügig und zielstrebig geschnitten. Und danach dann wieder Haare waschen, endlich denkt mal jemand mit!
Ist euch eigentlich aufgefallen, daß ich Google-Earth-Links in meine Fotoalben gepackt habe? Zwar nur in der Alben-Beschreibung und auch nicht klickbar, aber trotzdem ganz witzig :-)
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11:47
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Dienstag, 2. Oktober 2007
Special Olympics...
...fangen gerade in Beijing an, ich gucke gerade die Eröffnung im Fernsehen. Die haben ja mächtig aufgefahren: Reden von Arnie dem Gouvernator und einigen Mitgliedern des Kennedy-Clans und moderiert von Colin Farrel (wie auch immer er sich schreibt!). Aber das nur am Rande.
Wie ihr ja sicher wisst, war ich am Sonntag mit Georg, dem einzigen, der genauso zurückgeblieben ist wie ich, unterwegs. War eigentlich echt kewl und dafür, dass ich nur ne kleine Tour durch die Stadt machen wollte, waren wir echt lange unterwegs. Waren erst am Yonghegong Lama Tempel, den man schon von Weitem riecht. Meine Jacke riecht heute noch nach Weihrauch/Duftstäbchen, auch wenn das alles nur draußen abgebrannt wurde und wir die ganze Zeit "an der frischen Luft" waren. Aber echt hübsch da (siehe Bilder), Riesenbottiche in denen die Duftstäbchen abgefackelt werden (teilweise auch das Modell Fingerdick, auch gerne mal händeweise reingeschmissen), in den Hallen natürlich die verschiedensten Buddhastatuen, leider mit ohne Fotografieren. Vor den Buddhas immer wieder Obstschalen, frische Blumen aber auch Plastikflaschen mit Öl oder Konservendose. Es waren auch mehr Leute am Beten als ich gedacht hätte. Leider waren die Buddhas in sexueller Vereinigung (so der Wortlaut meines Reiseführers) verhüllt, früher dienten sich als Anschauungsmaterial für die Prinzen :-)
Seltsam waren nur die verschimmelten Früchte an den Bäumen, ob das so gewollt war. Zwischendurch noch telefonieren mit der Heimat, hatte das irgendwie verplant, dass Sonntag war, dachte die ganze Zeit, es wäre erst Samstag...nehmt es mir nicht übel, dass ich euch abgewürgt habe, aber Georg (der ohnehin schon ein crazy Fotomaniac ist) hat in der Zeit schon ungefähr 12964 Selbstportraits von sich geknipst. Die meisten Bilder, die ich online gestellt habe, sind von ihm, ich war nicht in Fotolaune.
Danach dann über den nicht gefundenen Konfuziustempel am Glocken- und Trommelturm vorbei durch ein wirklich hübsches Viertel mit vielen kleinen Geschäften und wieder an den Seen lang. Dank meines brieftaubenartigen Orientierungssinnes habe ich uns auch nur einmal um den See rumgeführt, hätte es auch gerne noch ein zweites mal gemacht :-) Immerhin ließ es Georg die Gelegenheit, kräftig Hauseingänge zu fotografieren.
Allen Wiedrigkeiten zum Trotz erreichten wir irgendwann den Beihai-Park, hier hausten nach dem Sturz des Kaisers die Parteibonzen, dementsprechend gepflegt und nobel ist der Park, wirklich eine Augenweide inmitten der lauten, schmutzigen Stadt. Der Tag war eh einer der besonders "smoggigen".
Nach dem Aufstieg zur weißen Pagode und dem folgenden Abstieg gingen wir dann in Richtung Tian'anmen-Platz, immer an der Verbotenen Stadt vorbei. Unterwegs wurden wir noch von Amis gefragt, wo denn die V.S. sei (...die 1000 Meter lange Mauer, an der ihr seit mindestens zehn Minuten entlanglauft) und wo man denn ein Taxi bekommen könne (guck auf die Straße, die Autos auf denen Taxi steht und von denen alle 30 Sekunden eins vorbeifährt...).
Am Tian'anmen war dann die Hölle los. Der Platz - endlich fertigdekoriert - erstrahlte in vollem Glanz, alles taghell beleuchtet, die Bäume an der Straße etwas weihnachtlich anmutend mit bunten Lichtern behängt, die Springbrunnen bunt beleuchtet und mit Lasershow. Und alles voller Leute.
Wir knipsten nur ein bissl und genossen dann die ungewöhnlich leere U-Bahn zurück. Ich ging noch schnell in den Supermarkt, wollte noch Deo kaufen. Das stellte sich aber als große Herausforderung heraus: Gibbet im Supermarkt nämlich nicht, nur im Watsons, den ich immer für einen Schminkladen gehalten habe. Dort fand ich dann zunächst das Faberge-Deo, stolzer Preis: 8 Euro. Man kann nämlich Drogerien unterschiedlich ordnen: Nach Produkttypen, nach Herstellern, nach männlein/weibleich, nach Barcode-Nummer oder - wie hier - völlig willkürlich. Nach einigem Spazierengehen im Watsons hatte ich dann Deo, Adidas, immer noch 4 Euro, aber das geht. Danach Schlangestehen mit 357 chinesischen Mädels, wobei 2 von 3 Kondome kauften...die Vögeln sich alle in ihren Nationalfeiertag..RIGHT RIGHT!
Ja und gestern dann eigentlich Lernen und Unikram, ab und zu ein wenig TV wegen der Feierlichkeiten. So im Nachhinein wäre ich vielleicht doch gerne da gewesen, auch wenn es die Militärparade (auf die ich mich ja wirklich gefreut habe) nur zu runden Geburtstagen (also erst wieder übernächstes Jahr) stattfindet. Aber das Wetter war auch nicht so pralle.
Ja und heute vormittag wieder fleißig gewesen und dann mit Georg nach dem Mittagessen wieder inne Stadt. Den Park und den Tempel haben wir nicht gefunden - Georg kann sich nämlich genauso geil orientieren wie ich!!! - waren aber auf der nett anzuschauenden wenn auch wenig spektakulären alten Sternwarte. Danach ... VERDAMMT, DIE ZHAO WEI (AMBASSADOR FOR THE CHINESE SPECIAL OLYMPICS) IST JA ABER SOWAS VON!!!...weiter im Text: Danach dann zum Silk Market, wie Arizona-Market, alles aber in einem siebenstöckigen Hochhaus, alles noch dreister gefaked und die Händler noch härter, wenn auch alle sehr sehr hübsch (also es sind zu 95% Händlerrinnen). Da wird dann für ein "Polo"-Hemd 100 Euro verlangt und am ende trifft man sich bei 3,50 :-) War nicht wirklich in Shoppinglaune, fand es aber cool, mal drüberzulaufen. Werd das bei anderer Gelegenheit mal machen.
Danach erst durch Botschaftsviertel und den Park doch noch gefunden, dann durchs Russenviertel (wenn jemand Pelze braucht, sage er bescheid) und dann ab nach hause. Gegessen, gejoggt, geduscht, jetzt Bloggen und gleich noch auf ein Bier!
Denkt ab und zu mal an mich, dixi ut salvavi anima mea!
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15:08
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Weil sie mich auch verlinkt haben...
...darf ich euch bitten, alle auf www.skunkfood.de zu gehen! Guckt euch die Seite an, kauft euch die CD (sehr empfehlenswert!), bestellt viele T-Shirts und unterstützt damit den Alkoholkonsum dieser jungen ambitionierten Künstler!
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02:59
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Sonntag, 30. September 2007
Nur kurz...
...weil ich auf den Georg warte: Vorgestern eine mehr als knappe Vorlesung inklusive Übung, danach eigentlich gechillt (Mittagspause halt). Nachmittags wollte ich lernen, hab mich allerdings von Markus breitschlagen lassen, zum botanischen Garten zu fahren. Sensationelle anlage, auch wenn das hypermoderne Arboretum etwas deplaziert wird. Alles voller Bräute (die richtigen, nicht der Gangsterausdruck für Frauen) und sehr gepflegt. Auf dem Weg dahin noch einer Testfahrt des Automotive Departements beigewohnt, die haben ein Autole für so einen Spritsparwettbewerb in Shanghai gebaut, assigeiles Gerät, Bilder stell ich aber nicht online (haben sie mich drum gebeten...obwohl...Payback is a Biaaaaaatch ;-) ) Wer will kann ja bescheid sagen, dann schick ich sie. Im Tempel des liegenden Buddhas gewesen, auch hübsch der fünf Meter lange Buddha, allerdings nur kurz, da sie am zumachen waren. Danach noch etwas durchs Tal gestromert, Erkältung zugezogen und dann wieder heim. Leider war das ganze gute-Luft-tanken für die Katz, da der Rückweg so staubig war. Danach HotPot mit Yi und Markus, Asiens Antwort auf Fonude. Allerdings nicht ganz mein Fall, ne Handvoll Maggi oder wenigstens Salz würden der Geschichte gut tun!
Danach dann ab inne Disse, diesmal Mix, direkt gegenüber vom Vic's (endlich weiß ich, wie die geschrieben werden, hab mir schon sonstwas gedacht!). Endlich eine Superdisse mit hohem Hip-Hop-Anteil. Dort erfüllten sich auch wieder alle Klischees: Die Deutschen trinken Bier was das Zeug hält, die Afros versuchen Drogen zu verkaufen (Big up, Stanley!), die Amis sind alle etwas mopsig und zu knapp bekleidet dafür, und die Asiatinnen...hmmmmmmm! ;-)
Gestern dann froh gewesen, daß ich kein Flugzeug erreichen muß, lang gepennt, gegessen und Laufen gewesen. Auf dem Sportplatz fünf alte Chinesen, ohne Kontrabass, dafür aber mit Drachen, die mal verdammt hoch geflogen sind! Ich brauch auch so ein Ding. Wieder gegessen, TV, Pfeifen mit den Fingern gelernt/geübt (ich wette, meine Nachbarn hassen mich jetzt!) und wieder ins Bettchen.
Heute dann mit Ross zum Electronicmarket, meinem Handy chinesisch beigebracht. Geht zwar etwas auf Kosten seiner Deutschkenntnisse, aber saustylisch :-)
Jetzt gleich mit Georg Richtung Lamatempel oder Beihai, hab beschlossen, daß daran festzumachen, wie lange ich U-Bahn fahren will :-)
Hab euch alle sooooooooooooooo lieb *girltalk*
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Freitag, 28. September 2007
SCHLAND!!!
So liebe Freunde der seichten Unterhaltung, ein neuer Bericht von Yours Truly!
Nach einem herrlichen Chinesischkurs mit dem sauwitzigen Pakistani und einem Mittagessen mit der holländischen Russin machten wir uns auf den Weg zur Beijing Railway Station. Mit allem Nötigen bepackt stiegen wir in unseren Zug, der uns zu "unseren Mädels" zum Fußball nach Tianjin bringen sollte. Der Bahnhof ist riesig, überall ist die Hölle los und es kommt ein wenig Flughafenstimmung auf, mit Gepäckdurchleuchten und nur-mit-Fahrkarte-auf-den-Bahnsteig. Am Bahnhof sahen wir auch schon andere Deutsche mit Fußballtrikots. Da das Wetter sehr heiß war, mußten wir die ganze Zugfahrt unseren Durst stillen und erfüllten so das Klischee der biertrinkenden Deutschen. Jan nutzte die Zeit zum Ruhen, allerdings hielt er auch im Schlaf stets an seinem Bier fest, versteckte es sogar unterbewußt, als ich mir ein Späßchen über herannahende chinesische Polizisten erlaubte. Andre und Christoph eigeneten sich gleich zwei junge Damen an, um ihnen bei den weiteren Reiseplänen zu helfen. Die Fahrkarten zurück nach Beijing bzw. weiter nach Tsingtao hatten wir nämlich noch nicht, was mit dem komischen chinesischen Zugfahrkartenkaufsystem zusammenhängt. Ich amüsierte mich den Großteil der Zugfahrt über den kleinen Jungen, der mir gegenüber saß (siehe Bilder) und mords Stimmung machte. Wirklich zum Fressen. Vor allem schaufelte der kleine Kerl ordentlich in sich rein: Zunächst eine Kiwi, dann zwei Bananen und dann noch Kastanien, die es hier übrigens nicht nur zur Weihnachtszeit überall gibt. Der Schaffner und unsere Mitreisenden lehnten unsere Trinkeinladungen dankend ab...komisch, um halb vier Uhr nachmittags...! Zwischendurch mußte das Kind gegenüber noch strullen und wir stellten fest, daß dem kleinen "Jungen" der Schniepel fehlt...war wohl doch ein Mädchen :-). Die Mutter holte schnell den Mülleimer und wollte ihr Kind schon drüberhalten, gottseidank schritt aber der Schaffner rechtzeitig ein...da konnte ich auch echt drauf verzichten!
In Tianjin am Bahhof stellten wir uns dann erstmal an zum Fahrkartenkauf, ca. 40 Meter Schlange an zehn Schaltern. Jan verschwand mit den Mädels, nur um zwei Minuten später wieder aufzutauchen und sagte:"Ich brauch Geld...schnell, schnell!". Die Mädels hatten tatsächlich was gedeichselt und so bekamen wir unsere Fahrkarten nach nur fünf Minuten. Unser gesamtes Verhandlungsgeschick war dann gefragt, als es um die Taxis zum Hotel ging. Kaum waren wir auf dem Bahnhofsvorplatz, stürzten sich die Taxifahrer auf uns und machten uns Angebote, alle allerdings dreist hoch. Wir einigten uns dann auf 60 Yuan für beide Taxen (wir waren ja zu acht...oder neunt..?!?). Die Fahrt durch Tianjin war auch interessant, merkt man doch, dass dort kein Olympia stattfinden wird. Smog hoch drei, alles wahnsinnig dreckig, aber wieder eine Riesenstadt. Auch dort wird überall gebaut.
Am Hotel angekommen wollten die Taxifahrer doch wieder mehr Geld, wir ließen uns aber nicht beirren und einer der beiden kam schließlich doch noch zur Räson (es war wohl das berühmte Böser-Taxifahrer-guter-Taxifahrer-Spiel). Am Hotel dann die nächste Überaschung: Von unseren Reservierungen und dem bereits gezahlten Deposit wußten die Damen an der Rezeption nichts, Internet gab es auch nur nach einigem Hin- und Her, es trug aber auch nicht zur Erhellung bei. Wir buchten also die Zimmer regulär (sie hatten noch reichlich Platz...gerade fällt mir ein...wir waren sieben!), es gab aber wieder Komplikationen, da Fabian damit gerechnet hatte, daß sein deutscher Personalausweis ein ausreichender Ersatz für Reisepass inklusive Visum ist.
Als auch diese Hürde genommen war kamen wir endlich auf die Zimmer, alles sehr schön und fast ein bisschen nobel, nicht schlecht für 25 Euro das Zimmer :-) Nach kurzem Frischmachen und Aus-/Umpacken ging es wieder runter, ab in die vorbestellten Taxen und ab zum Stadion. Auf dem Weg sahen wir wieder viele Deutsche in Trikots und Taxen, aus denen die Deutschlandflagge wehte. Das Stadion ist sehr beeindruckend, kann sich ja jeder auf den Bildern angucken. Wir saßen nicht im "deutschen Block", sondern inmitten der Chinesen. Bier und Bratwurst gibt es übrigens nicht in chinesischen Stadien, ein komisches Volk, und Weißbrot und Cola waren nur ein schwacher Ersatz. Kaum saßen wir, scharten sich die ersten Chinesen um uns und fotografierten, besonders Fabian hatte Glück. Die Mädels neben ihm konnten gar nicht mehr aufhören, ihn zu fotografieren. Spätestens, als wir unser extra angefertigtes Transparent ("China, wir rächen euch") ausrollten und unter Andres kundiger Anleitung zu singen begannen, hatten wir die Crowd auf unserer Seite. Mit ein bisschen Animation ließen sich die Chinesen um uns mitreißen und klatschten zumidest zu Humpta-Humpta, Ein Tor, Deutschland und wie diese feinen Grölgesänge alle heißen. Als wir dann "Deutschland, Deutschland, ..." (德国) auf chinesisch riefen, gab es kein Halten mehr :-).
Der absolute Knaller war dann die Halbzeitpause: Massen von Chinesen stürzten sich auf uns, um sich mit uns fotografieren zu lassen, immer und immer wieder mußten wir freundlich lächeln, das Victory-Zeichen machen und Asiatinnen in den Arm nehmen...das Leben ist hart :-). Grob geschätzt sind wir jetzt auf 300 chinesischen Fotos und hatten nach der Pause sogar einige Anhänger, die unser Transparent hielten. Das Spiel gewannen wir übrigens 3:0, nach einem guten Start wurde es zwischendurch etwas mau, nach dem 1:0 war der Knoten aber geplatzt. Zwischendurch kam eine Ansage, daß 54000 Leute im Stadion seien, was aber ein temporäres Maximum darstellte, da viele Leute erst während der ersten Halbzeit kamen und während der zweiten schon wieder gingen. Wir hatten aber einen Arsch voll Spaß! Auch auf dem Weg aus dem Station gab es noch einige Fototermine und Liebesbekundungen.
Zunächst versuchten wir, ein Taxi zu bekommen, was aber nicht klappte und gingen dann erstmal zu KFC um zu essen, nachdem wir uns gegen eine Massage mit "happy ending" entschieden hatten ;-). Beim Essen lernten wir dann die Videoleinwandbedienerin kennen, die Fabian direkt ins Hotelzimmer einlud (sie erklärte mit großen Augen, daß sie so spät bestimmt nicht mehr in ihr Wohnheim reinkommt), daraus wurde aber nix. Wir holten uns noch ein paar "Kulturtipps" für den kommenden Tag und fuhren dann wieder ins Hotel, teils direkt, teils noch am "Scarlet" vorbei. Im Hotel dann erstmal duschen (waren wir durch den einsetztenden Regen einigermaßen nass geworden), nachtrinken und nen schönen Tee für die Stimme. Mit russichen Soaps und französischen Actionfilmen schliefen wir bald zufrieden ein.
Am nächsten Morgen dann die Überaschung: Der ganze Smog, der am Vortag noch in der Luft hing war durch den Regen ausgewaschen worden und lag nun als ölig-schlammiger Schleim auf den Straßen...bah! Da das Abflusssystem auch suboptimal ist, waren die Straßen teilweise fies überflutet und man musste wirklich achtgeben, wo man hintrat. Das Frühstück - nicht im Hotel - fiel unterschiedlich aus, Moritz ging mutig in ein Büdchen, Fabian und ich hielten es eher konservativ und holten uns Muffins und O-Saft im Supermarkt. Danach verabschiedeten wir zwei uns von den anderen (sie fuhren ja weiter nach Tsingtao) und fuhren noch ein wenig in die Stadt. Fabian kaufte Laufschuhe und nach McDonalds ging es wieder zum Bahnhof. Während wir auf den Zug warteten wurden wir von aussteigenden Chinesen begafft wie die Zootiere.
Die Rückfahrt - auf der wir entgegen unserer Erwartungen nicht stehen mussten - verbrachten wir ruhend, nur unterbrochen von von einem Bahnangestellten, der auf einem mit rotem Samt bezogenen Tablett allerlei Mao-Devotionalien verkaufte: Goldene Karten mit dem holografischen Konterfeit, Zippos, Rückspiegelmobiles..., die einige Chinesen tatsächlich kauften (meistens Chinesen für ihre Chinesinnen ;-) ) Der Zug war etwas komfortabler als der auf der Hinfahrt, kostete allerdings auch das Doppelte (24 Yuan).
Zurück im heimatlichen Beijing, das wärmer und luftmäßig auch merklich angenehmer war, gingen wir direkt in die U-Bahn, in der ein chinesischer Großvater die Gelegenheit nutzte und seiner ca. vierjährigen Nichte zeigte, daß wir viel größere Nasen haben!
Das war unser herrlicher Ausflug...ein voller Erfolg.
Eine Notiz noch am Rande: Das Klima in Beijing (oder dem Trinkwasser zugesetzte Hormone???) sorgt dafür, dass ich nun in die letzte Phase der Pubertät eintrete und tatsächlich Haare auf der Brust bekomme! Scheißdreck!!! Wenn also jemand ein paar gute Tipps zur Brustenthaarung hat, bitte melden. Mein spontaner Gedanke ist ja Wachsen, das stelle ich mir aber besonders an den Nippeln etwas barbarisch vor!
Ceterum Censeo Carthaginem Esse Delendam!
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Donnerstag, 27. September 2007
What's my m*****f****** name...?
Warscheinlich von eher geringem Interesse, hab es aber gerade nochmal nachgeguckt: tai (泰), wie es in meinem Namen vorkommt bedeutet laut Internet safe; peaceful; most; grand, und laut Wörterbuch heil; friedlich. Also sucht euch aus, was am besten passt ;-)
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15:18
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So ein Theater
Hallo allerseits.
Jetzt komme ich mal dazu, euch das Neueste zu berichten. Nachdem ich erst keine Lust hatte und dann mein Internet nicht ging. Gestern ging es auf Einladung von weiß-ich-wem in das Chengde Theater. Nach eineinhalb stündiger Busfahrt durch den mittäglich gestauten Verkehr in Beijing, die ich zum großen Teil schlafend verbachte, kamen wir am Theater an und fanden auf unseren Sitzen bereits „Präsenttüten“. Das Theater ist ein wenig anders als man es aus Deutschland kennt, direkt an der Bühne stehen zunächst Stühle und Tische für die VIPs, die während der Vorstellung auch essen und trinken. Dahinter sitzt der gemeine Pöbel – unter anderem wir – auf kinomäßigen Sesseln. Da ja der Wahlspruch gilt „there is no such thing as a free lunch“, mussten wir erst einige Eröffnungsreden über uns ergehen lassen und merkten bald, warum wir für Umme ins Theater gekommen waren: Die ganze Geschichte war eine Werbeveranstaltung für Studieren in China, ein Haufen Botschafter war eingeladen (vorne, mit Essen) und – quasi um das Theater zu füllen – ein Haufen Schüler und Studenten, teilweise aus dem Ausland. Erschreckend fand ich, wie niedrig die Schmerzgrenze bei einigen unserer europäischen Mitbürger liegt, wenn es um Kleidungsgeschmack geht, selbst im Theater. Nicht, dass wir uns besonders fein gemacht hatten, aber wenigstens waren unsere Bäuche größtenteils in erträglicher Größe und alle bedeckt und die Haare nicht chemie-fünf-farbig…aber jedem das seine. Das Theater war wie ich fand sehr interessant. Uns wurden drei kleine Stücke präsentiert: The Crossroads, The Autumn River und Havoc in Heaven. Dem Interessierten Leser sei hier die eigene Recherche nahegelegt. Nur so viel sei gesagt (@Clemi besonders): Havoc in Heaven ist ein Teil aus dem in China berühmten Roman „The Pilgrimage tot he West“, der – wie mir gesagt wurde – die Grundlage für „Dragonball“ liefert.
Das chinesische Theater kommt mit wenig Bühnenbild und kaum Requisiten aus, abgesehen von Schwertern, Stäben, etc., die die Schauspieler mit sich führen. Was am Bühnenbild gespart wird, wird jedoch offenkundig in die Kostüme und das Makeup investiert, beides sehr aufwändig und traditionell, ersteres aus Seide mit viel Schnickschnack und Stickereien. Die Stücke beinhalten viel Akrobatik und „Marial Arts“ mit Saltos, Rollen und so weiter. Auch humoristische Elemente fast bis hin zum Slapstick werden geboten. Allerdings haben die Kampfszenen teilweise ihre Längen.
Besonders beeindruckend war das zweite Stück. Es ging um eine Junge Dame, die an einem Bootsanleger ihrem Liebsten hinterhereilt. Hier wurde das Boot und seine Bewegung über die Bühne durch das Schauspielerpaar so perfekt gespielt (mit Schaukeln, Ablegen, Rudern, Stromschnellen und allem, was halt dazugehört), dass es eine wahre Pracht war. Das dritte Stück wurde schließlich gekrönt von einer – etwas länglichen – Schlacht des Affenkönigs (@Clemi J ) gegen die himmlischen Heerscharen! Danach allerdings wieder 2 Stunden im Bus zurück durch die feinste Rushhour und danach noch Vorlesung. Einzig die viel zu laute Lautsprecheranlage, die die Gesänge besonders der Damen auf nahezu unerträgliches Maß verstärkten, ist zu bemängeln.
Heute trafen wir uns dann Nachmittags mit HoBo, er hatte für uns gedeichselt, dass wir am Beijing Marathon am 21.10. erstens noch teilnehmen können und zweitens auch keine $100 Startgebühr zahlen müssen, da wir nun einfach über die Uni angemeldet sind. Wir fuhren ins Klinikum, waren allerdings beiweitem nicht die einzigen, die einen Checkup brauchten. HoBo erzählte uns, dass allein von der Uni 3000 Leute teilnehmen würden. Da wir aber alles durchtrainierte hübsche Europäer waren, durften wir uns auch dort anstellen, wo sonst nur die Mädels anstehen durften J. Der Checkup war allerdings weniger aufwändig als wir dachten, lediglich Puls- und Blutdruckmessen und ein EKG. Der Knaller beim EKG war Till, der hinter dem Vorhang verschwand (war ja für Mädels, bei den Jungs konnten alle zugucken) und erstmal aufschrie. Als wir schon – sehr amüsiert – fragten, was er denn mit den Krankenschwestern triebe, antwortete er:“Die haben sich gerade auf mich draufgesetzt!“…einfach herrlich, ich konnte mir bei meinem EKG das Lachen kaum verkneifen. Auf jeden Fall haben wir alle Bestanden und jetzt müssen wir nur noch trainieren, damit wir bis zum 21. fit sind, auch wenn wir nur die halbe Distanz laufen.
Eine Anmerkung noch: Heute ist Mid-Autumn oder Moon Festival. Im chinesischen Kalender ist das der Vollmond im achten Monat des Jahres. Traditionell trifft man sich, auch Familien halten große Treffen an, und man betrachtet den Mond und essen Mooncake und runde Früchte. Es ist eines der wichtigsten Feste für die Chinesen.
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Samstag, 22. September 2007
Gestern war 'ne Partynacht
Gestern abend hab ich es endlich mal geschafft und hab mich in Beijing auf die Rassel begeben. Zusammen mit Daniel, Gero und Fabian sind wir mit dem Taxi zum Bananas Club gefahren, einmal quer durch die Stadt. Der Club entspricht wohl am ehesten deutschen Großraumdiscos a la A5, A6, usw. Eintritt war 30 Yuen, Bier ebenfalls. Innen dann überwiegend Dance und elektronische Musik, coolstes Feature war der sich bewegende Tanzboden, ob gewollt oder einfach schlecht gebaut, lasse ich mal dahingestellt. Für Getränke muß man sich nicht vor Bars oder Theken drängen, man quatscht einfach einen der zahlreichen Kellner an, meistens kommen die aber auf einen zu, sobald man leer hat. Und wenn man nach der Toilette fragt, wird man dorthin geführt. Auf der Toilette dann Sauberkeit pur, ein Hauch von Räucherstäbchen und ein Herr, der einem das Waschbecken auf- und wieder zudreht und einem Handtücher reicht.
Überall sieht man Nutten (meine die Richtigen!), zur Freude der anwesenden euröpäischen Herren, die die 60 offensichtlich schon etwas länger hinter sich gelassen hatten. Auch Daniel schlug das Angebot für heiße Two-Girl-Action aus :-)
Je später der Abend, desto mehr Aachener sah man (worldwide representing), leider kamen auch mehr und mehr Amis mit dicken Mädels in zu knappen Kleidern, die natürlich im krassen Gegensatz zu den zierlichen Asiatinnen standen, die alle sehr geschmackvoll angezogen waren.
Alles in allem ein sehr gelungener Abend, heute ausgeschlafen, jetzt brüte ich über meiner PM-Hausaufgabe.
Bo!
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Freitag, 21. September 2007
Eher erfolglos
Hallo, servus und grüß Gott!
Ich weiß ja nicht, ob das hier noch jemand liest, aber da ich mich im Moment nicht zu irgendetwas anderem befähigt fühle, poste ich mal wieder was. Die Woche ging schnell rum, es ist ja wieder Uni. Vorlesungen sind alle ok, auch wenn es bisweilen etwas anstrengend ist, den chinesischen Dozenten auf englisch zu folgen. Einer von ihnen benutzt als jedes zweite Wort "ääääh", was ja noch halbwegs auszuhalten ist, ein anderer verwendet aber statt "äääh" "for example"...ganz egal ob es passt oder nicht. Nächste Vorlesung werde ich mal eine Strichliste machten, damit ich genaue Daten vorlegen kann ;-). Das System hier ist nicht schlecht, die Stunden gehen immer 45 Minuten, allerdings gehen dann die Vorlesungen zwei bis drei Stunden. Alle 45 Minuten sind dann fünf Minuten Pause, zwischen den drei gr0ßen Blöcken (Mornig, Afternoon und Evening) sind längere Pausen. Die Uni ist in Bezug auf Vorlesungstechnik einfach super ausgestattet, alle Vorlesungen laufen über Beamer und Powerpoint, die kompletten Unterlagen dazu gibt es in einem zentralen System, in das man sich einloggen kann (online classroom), in dem auch Hausaufgaben, Übungen, Messageboards usw. bereitstehen. Warum hat sich das nicht auch schon längst in Aachen durchgesetzt?
Uni ist hier aber mehr wie Schule, in den Übungen wird auch schon mal gern jemand zum Vorrechnen an die Tafel geholt, Klausuren zählen hier nur 50%, der Rest ist Übung und Hausaufgaben.
Ansonsten war nicht allzuviel los: Abends immer mal wieder Besorgungen gemacht, weil einem ja doch immer wieder was einfällt, was man braucht, ab und zu mal ein Bierchen mit ein paar Leuten oder einfach gechillt...auch ein feines (?!?) Innereienessen war dabei. Nachdem es Anfang der Woche etwas regenerisch war, wurde es aber die letzten Tage wieder knallwarm und sonnig, auch gerne mal mit Himmel in smogfreiblau und echter Weitsicht! Zwischendurch haben wir uns noch informiert wegen Japan während der Ferien, aber das ist mir dann doch zu teuer. Einige fahren nach Lhasa und an den Mount Everest, das hab ich mir aber eher für nächstes Jahr vorgenommen. Ein wenig Vorlauf dafür wär mir einfach lieber. Andere fahren nach Shanghai zur Formel 1, find ich nicht so spannend, wieder andere nach Soul...da bin ich auch zu knausrig zu. Werd mal schauen...wenn noch kurzfristig was zu Stande kommt, dann fahr ich evtl. auch nach Shanghai, oder ich bleib einfach in Beijing, hier wird es ja wohl auch genug zu tun geben :-))
Gestern - Donnerstag ist mein freier Tag - bin ich früh aufgestanden und hab die Pässe - oder zumindest die Hälfte - von der Polizei abgeholt mit den eingeklebten Residentpermits. Ist mir doch irgendwie wohler, wenn ich mich ausweisen kann :-) Danach dann mit Fabian und Gero
in die Stadt. Erst am Tien'Anmen Platz bei strahlendem Sonnenschein alles angeguckt, dann im wohl dreckigsten und kleinsten Restaurant Pekings gegessen und über den Arbeiterkulturpalast (saucool, mit Braut-Fotoshooting und Rockvideodreh :-) ) in die verbotene Stadt. Davor haben wir noch einen Guide angeheuert, wahrscheinlich den flinkesten und quirligsten Führer weit und breit. Er hat uns aber super geführt, etwas weg von den großen Reisegruppen aber eine Menge erzählt und gezeigt. Es ging eher durch den Westteil, in dem die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien bevorzugt weilten, inklusive Privatgemächer usw. Auch wenn ich mich schon so enthusiastisch über den Sommerpalast geäußert habe: Allein die verbotene Stadt ist schon eine Reise nach China wert. Einfach unfassbar, wie groß alles ist...9999 Räume angeblich, zu Hochzeiten (und damit meine ich keine Eheschließungen) 6000 Menschen! Nachdem wir den lezten noch Lebenden der Kaiserfamilie - den Neffen von Kaiser Puyi - angeguckt hatten, der dort seine Kalligraphie-Bilder an den Mann bringen will, fuhren Gero und Fabian heim, ich blieb noch ein bissl und ging die Sachen ab, die die Führung nicht abgedeckt hatte. Etwas schade ist, daß die großen Tore gerade renoviert werden und daher in grünen Gerüsten verpackt sind (siehe Fotos), aber trotzdem war es mit Sicherheit nicht der letzte Besuch in der verbotenen Stadt.
Auf dem Weg aus der verbotenen Stadt geschah dann das Unglaubliche: Ich wurde von zwei hübschen Chinesinnen "aufgerissen"...supercool fürs Ego, warum können deutsche Frauen nicht wenigstens ein bisschen so sein??? Allerdings wir das Foto ihnen (eigentlich uns drei!) nicht wirklich gerecht!
Nach einem herrlichen Abendessen mit charmanter Gesellschaft sputete ich mich dann, war ich doch mit den Jungs zum Konzert in der deutschen Botschaftsschule (irgendjemand hatte die ganze Gruppe eingeladen) verabredet. Um Zeit wiedergutzumachen, entschied ich mich für Taxi und gegen U-Bahn, hatte allerdings meine Rechnung ohne Beijings Rushhour gemacht!
Mit 15 Minuten Verspätung (was nicht nur an mir lag, sondern auch daran, daß der Taxifahrer nicht Bescheid wußte und die Wachposten der anderen Botschaften wohl ihre Freude daran hatten, uns im Kreis laufen zu lassen), kamen wir an, als die einzigen der Aachener. Nach eineinhalb Stunden Gesang zum Thema Wien und nachdem Gero etwas randaliert hatte, gab Daniel noch etwas am Piano zum Besten und wir verschwanden wieder. Es schien nicht so, als würde noch was passieren oder uns jemand wahrnehmen. Allerdings wissen wir jetzt, wo die ganzen vielen Steuergelder bleiben :-)
Ja und heute hatte ich Vorlesung und bin dann in Richtung China Aviation Exhibit gefahren, wollte mal mit Airbus quatschen wegen Praktikum. Die ganze Reise war aber ein ziemliches Fiasko. Erstens hab ich zuerst das Messezentrum nicht gefunden, da es nur etwa halb so groß war, wie der es umgebende Carrefour. Auf der Messe fand ich dann den Airbusstand erst bei der zweiten Runde, da Airbus ungefähr den popeligsten Stand auf der gessamten Messe unterhielt, kleinder noch, als irgendwelce provinzdeutschen Gummifabrikanten. An dem Stand redete ich dann mit einem komischen alten Mann, der mir sagte, daß Praktika wohl möglich seien, man müßte da aber mal jemand fragen, der sich mit sowas auskennt. Wer das allerdings ist, konnte er mir nicht sagen...Vollflunse! Das heißt, ich muß das jetzt doch übers Internet machen oder tatsächlich mal zum Airbus-Office Beijing fahren.
Jetzt aber erstmal wieder chillen und dann mal gucken, was der Abend noch bringt!
Jungle is massive!
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Sonntag, 16. September 2007
Endlich was gesehen von der Stadt
Nachdem ich die geneigten Leser die letzten Tage etwas vernachlässigt habe, hier nun die Ereignisse der letzten Tage. Ich erlaube mir, das Pferd von hinten aufzuzäumen und fange bei heute an :-)
Heute morgen bin ich zeitig aufgestanden, da ich ja endlich mal Sport machen und lernen wollte. Reichlich Zeit dafür war, da die erste Vorlesung der Woche für mich am Montag Abend von 19:20 bis 21:45 ist. Also eine Banane und entwas Milch zum Frühstück und ab auf die Laufstrecke. Ich bin über den halben Campus zu einem der Sportplätze um dort zu laufen, einerseits weil ich den mit meinen herrlichen neuen Nike free gelieferten Einlaufplan befolgen wollte und andererseits, weil an diesem Sportplatz ein "Outdoor-Gym" steht. Ist quasi wie ein Spielplatz, nur mit Fitnessgeräten. Alles sehr einfach gehalten, aber mit Stangen für Klimmzüge, Bankdrücken, Gewichten, Bänke für Sit-Ups und so weiter. Nach meinem Sportprogramm wurde kalt geduscht (warmes Wasser gibt es so spät nicht mehr), aber das war gar nicht verkehrt, weil es wieder elendig feuchtwarm war. Danach war ich ein wenig Schreibutensilien einkaufen und nach einem Kaffee bei Markus schon wieder beim Mittagessen. Nach dem Essen habe ich es endlich geschafft, mich an meine Chinesischbücher zu setzten...so langsam muß ich mich ja mal verständigen können. Ein Anruf beim Wasserlieferanten, der mir die Kanister für meinen Wasserspender bringen soll, hat mich wieder von der Notwendigkeit überzeugt, schnell Chinesisch zu lernen. So viel sei verraten: Mein Wasserspender ist noch trocken :-)
Und so verging der Nachmittag wie im Fluge, bis zum Abendessen und der ersten Vorlesung, die nicht weiter nenneswert ist. Alles etwas einschläfernd und schwer zu folgen...
Gestern war ich zeitig auf den Beinen und verabredete mich mit Fabian (die anderen waren alle noch erledigt von gestern abend schätze ich...was keinesfalls bedeutet, daß Fabian nicht meine erste Wahl war!), den Tag eher ruhig angehen zu lassen und durch den Sommerpalast, der mit dem Rad circa 20 Minuten entfernt ist, zu schlendern. Erster Stopp (abgesehen von Fabians Fahrradkorbkauf) war am Alten Sommerpalast, der aber laut Reiseführer nicht sonderlich lohnt und anscheinend auch als "Themepark" (so stand es auf dem Schild davor) aufgemacht ist. Da er uns auch noch zu teuer war, fuhren wir noch 5 Minuten weiter und kamen schließlich am Yeheyuan an, allerdings nur als zwei von unzähligen Besuchern. Schon vor dem Eingang wurde man von vielen Einheimischen angesprochen, ob man einen Führer braucht und im Laufe des Tages stellten wir fest, daß es diese Guides tatsächlich in allen erdenklichen Sprachen gibt.
Die Anlage ist wirklich beeindruckend und kann durchaus mit europäischen Garten- und Palastanlagen mithalten, was Größe und Prunk betrifft. Unglaublich, wie viel Arbeit aufgewendet wurde, nur damit die Kaiserfamilie zwei Monate im Jahr der Hitze im Stadtzentrum entfliehen konnte. Die ganze Anlage erstreckt sich um den Kunming See, auf einer Seite geht sie steile und felsige Hügel hinauf, auf dessen Gipfel der Buddha-Tempel steht. Markant sind die mit vielen ineinandergeschachtelten Innenhöfe und die vielen Galerien. Im innern gibt es Ausstellungsräume mit Bronze-, Jade-, Elfenbein- und anderen Arbeiten. Nachdem wir uns zunächst am Ufer umgeschaut hatten, stiegen wir schließlich den Hügel in Richtung Buddha-Pagode hinauf und waren mehr und mehr begeistert. Ich will gar nicht viele Worte machen, schaut euch die Bilder an. Leider war das Wetter sehr dunstig (heute war es glaube ich wirklich Dunst und kein Smog), bei klarem Wetter muß der Blick atemberaubend sein. Nach kurzem Aufenthalt beim Buddha stiegen wir in Richtung Bootsableger ab, wo wir die Fähre über den Kunmin-See nahmen und waren so in etwa zehn Minuten auf der anderen Seeseite an der 17-Bogen-Brücke. Dort umrundeten wir das Inselchen und schauten noch einige Gebäude an, allerdings hatten wir uns im Laufe der drei Stunden einigermaßen sattgesehen, im großen und ganzen ist es ja doch immer das gleiche: Die bunt bemalten Decken, die reich verzierten Dächer und der typische Baustil. Nachdem mich die Mama auf dem Weg zum Klo abgefangen hatte machten wir uns wieder Richtung Heimat.
Auf dem Weg machten wir noch einen Abstecher zum Carrefour (französischer Supermarkt), der in einem großen Einkaufszentrum mit nicht unbedingt Nobelshops, aber doch eher für den europäischen Geldbeutel gedachten Geschäften ausgestattet ist. Trotzdem war es brechend voll, auch der Carrefour war voller kleiner lauter Menschen. Leider gab es auch da keine Frühstücksflocken (aight, Clemi?), muß wohl doch warm chinesisch frühstücken. Wenigstens fand Fabian sein Nutella (oder so ähnlich). Obwohl wir eigentlich schon keine Lust mehr hatten, beschlossen wir, noch auf den Electronic Market zu gehen, der sich direkt um den Carrefour erstreckte und ein wenig zu schauen...wir hatten ja keine Ahnung auf was wir uns da einließen. Den Electronic Market kann man sich folgendermaßen vorstellen: Eine große Straße (2 Spuren in jede Richtung mit - wie auf fast jeder Straße - einer zusätzlichen Spur nur für Fahrräder, die jedoch auch gern von Bussen und Fußgängern benutzt wird), links und rechts große Gebäude. Innen drin gibt es kleine Shops, meist nach Hersteller sortiert, in denen man alles bekommen kann, was Elektronik ist. Preislich zwar ungefähr deutsches Niveau, die riesige Auswahl spricht allerdings für den Markt. Was man an einem Stand nicht bekommen kann, bekommt man garantiert fünf Stände weiter. Und überall versuchen einen kleine Chinesen in ihre Stände reinzuziehen und rufen einem nach:"Sir, Sir...Sony, very good...come, come...Sir...!"
Nach einer dreiviertel Stunde war es uns aber zu anstrengend und mit Zwischenstopp, um Fabians Radlenker befestigen zu lassen und Abendessen in der Mensa (feine Ente für 40 Cent), ging es dann mehr oder weniger direkt ins Bett...das Wochenede war doch eher ermüdend...außerdem wollte ich heute ja fleißig sein.
Den Tag davor - sprich am Samstag - war ich mit Markus in der Stadt. Nachdem ich ihn ein bissl gescheucht hatte, kamen wir als letzte von allen vom Campus weg in Richtung Stadt (no hard feelings Markus ;-) ), allerdings mit den Rädern. Markus hatte das vorgeschlagen und ich fand es eigentlich auch eine gute Idee. Der Haken war nur, daß wir alle Naslang eines unserer Fahrräder reparieren lassen mußten, was allerdings kein Problem ist, da an jeder Ecke ein Bike-Doktor ist. Dadurch haben wir zwar mehr - wenn auch nicht viel - bezahlt, als wenn wir mit der U-Bahn gefahren wären, aber durch Markus Liebe zu kleinen Gässchen auch eine Menge gesehen und Flair und Eindrücke aufgenommen. Alles begann damit, daß ich, nachdem ich Markus bei einer scharfen Bremsung hinten reingerauscht bin, beschlossen habe, meine Bremse austauschen zu lassen. Das hat mich glaube ich 40 Cent gekostet. Bei der Gelegenheit ließ Markus eines seiner Pedale austauschen, was ihn 50 Cent kostete. Zwischendurch guckten und aßen wir immer wieder...einfach herrlich....überall märkte, Fische in Kisten, Krebse auf Fahrrädern, Gemüse, das man noch nie vorher gesehen hat...:-) Nach einiger Zeit begann mein Lenker sich zu verabschieden, ich ließ ihn kurzerhand beim nächsten Bikedoktor festschweißen, da die Schraube schon so ausgelutscht war. Näher und näher ans Zentrum kommend nahmen wir die Route an den Seen (Xihai, Houhai, Qianhai und Beihai) entlang, die so mitten in der Stadt wirklich malerisch sind...siehe Fotos. Unterwegs ließ Markus auch noch sein zweites Pedal erneuern. Da der letzte See schon Teil der Verbotenen Stadt ist, ließen sie uns dort nicht mit den Rädern rein, wir fuhren also direkt zum Platz des himmlischen Friedens. Dort schauten wir uns zunächst das neue Opernhaus an, ein wirklich beeindruckender Bau. Eine riesige Glaskuppel, umgeben von Wasserflächen. Der Eingang ist ein Glastunnel, der unter dem Wasser durchgeht. Leider ist das ganze noch eine Baustelle (bis Dezember sagte der Herr am Eingang) und so mußten wir uns mit dem Angucken draußen begnügen. Allerdings erkennt man an diesem Gebäude sehr gut die Mentalität der Chinesen: Alles möglichst groß und schnell, damit es auf den ersten Blick beeindruckt. Bei näherem hinsehen stellt man allerdings fest, daß sie keine Wand gerade und keine Fuge gleichmäßig machen können...alles ist so lala hingepfuscht. Aber gut sieht es trotzdem aus. Weiter ging es vom Opernhaus vorbei am KFC (Mittagssnack) zum Südtor. Trotz der vielen Menschen auf dem Tian'Anmen Platz war dort so gut wie niemand, dabei gibt es von dort einen schönen Ausblick über den Platz (nur das Mao-Soleum steht im Weg...grummel!) und die Stadt (nur der Dunst stört...grummel again!) und einige interessante Ausstellungsstücke und Bilder, wie das alles früher ausgesehen hat. Stellt man sich das alles im Gesamtzusammenhang vor, noch mit Mauern und Graben (was heute nicht mehr existiert) dann wirkt wirklich alles, was Europa in dieser Hinsicht zu bieten hat wirklich mehr als popelig! Im Tor stürzten sich gleich zwei hübsche junge Damen auf uns (oder vielmehr auf Markus) und erklärten uns alles. Einfach der Hammer, wie offensiv die flirteten...die sind uns nachgelaufen wie die jungen Hunde. Ich bin mir schon jetzt sicher, daß ich das vermissen werde, wenn ich nächstes Jahr wieder in Deutschland bin. Da könnten sich die deutschen Mädels zwei bis drei Scheiben von abschneiden. Vom Tian'Anmen wollten wir weiter Richtung Süden, ich hatte von einem Military-Surplus-Store gelesen, den ich gerne angucken wollte. Wir mußten allerdings feststellen, daß hier ein ganzer Stadtteil abgerissen worden ist, nur um die Stadt olympiafit zu machen. Mit schönen Werbeplakaten sichtgeschützt eingezäunt und an jedem Tor einen Polizisten aufgestellt, der niemanden rein oder fotografieren läßt, werden innen die alten Wohnsiedlungen abgerissen und gepimpt wieder aufgebaut. Einen Eindruck, wie es vorher ausgesehen haben muß erhielten wir auf der anderen Seite der neuen Straße. Aber auch dieses Viertel wird wohl in nächster Zeit abgerissen. Damit die Besucher das Eldend (?!?) nicht sehen müssen, wurde provisorisch alles mit einer dekorativen Mauer verdeckt. Dahinter schlagen aber Bulldozer und Bagger Schneisen für neue Straßen direkt durch die Wohnsiedlungen. Die Häuser sind markiert, aber es wohnen noch Leute dort, überwiegend alte. Bei einem der Fotografierstopps zeigte uns ein Anwohner Ornamente an den Dächern zum Fotografieren...kaum vorstellbar, daß es all dies nächsten Sommer schon nicht mehr geben wird. Umso mehr genossen wir die ganz besondere Atmosphäre der Gässchen.
Als wir den Surplus-Store nicht gefunden hatten und schon am Tiantan waren, beschlossen wir, nun das moderne Beijing anzugucken und fuhren in richtung Dongdan auf der Chongwenmen Neidajie, an der es viele Geschäfte und Einkaufszentren gibt. Einkaufen am Samstag nachmittag in Beijing ist auch kein Spaß: Alles ist voll mit kleinen, lauten, meist weiblichen und wuselden Asiaten, vor den Shops stehen mirkofonverstärkte Marktschreier und hinter den Kassen duzende Meter lange schlangen. Etwas ruhiger ging es in einer Nobelmall zu, in der allerdings auch europäische Preise verlangt werden. Ich holte mir bei Nike einen Korb bezüglich Laufschuhe (???), probierte allerdings beim Jack&Jones Hosen, was Balsam für die Seele war. Direkt stürzten sich fünf Verkäuferinnen auf uns, sagten mir, wie gut ich in dieser und jener Hose aussehe und brachten Klamotten ran, daß es fast kein Spaß mehr war. Leider konnte nur die Hässlichste von ihnen Englisch :'-(
Danach wollten wir zum Donghuamen Nachtmarkt (heißt so, weil er von 15 bis 22 Uhr geht), in erster Linie, um endlich zu abend zu essen. Auf dem Weg blieben wir allerdings bei der Olympiaparade hängen und fanden - obwohl wir in der Mall gesagt bekommen hatten, daß es weit und breit keinen anderen gäbe - tatsächlich einen Nike-Store, der Laufschuhe hatte. Zwar kein Superschnäppchen, aber 75 statt 100€ ist doch schonmal Geld gespart. Und meine Knie möchte ich auch ungern gefälschten Laufschuhen für 20€ anvertrauen :-)
Und dann mussten wir ja auch noch zurück...unterwegs endlich abendessen, zwei Mann essen satt, jeder ein Bier und noch ne Flasche Wasser: 25 Yuan (2,50€), da kann man glaube ich nichts sagen. Der Rückweg ging dann doch recht flott und nach einer Dusche und einem Bier mit den Jungs sank ich zufrieden ins Bett und spürte gottseidank meinen wehen Hintern und meine wunden Handballen nicht mehr.
Der Freitag ist schnell erzählt (muß auch, hab keinen Bock mehr auf tippen): Morgens waren wir zur Kursanmeldung, leider mußte ich meine Pläne fast komplett über den Haufen werfen, da die Kurse entweder zu wenig Credits brachten, erst nächstes Semester (das ich mir für die Studienarbeit freihalten wollte) stattfinden oder schon voll waren. Trotzdem habe ich glaube ich einen annehmbaren Studienplan zusammengestellt, mach mich wirklich nicht tot, allderdings ist er auch nicht so lax wie ich angenommen hatte. Danach fuhren wir in die Stadt und liefen von Fuxingmen (westlich des Zentrums) richtung Tian'Anmen. Leider hatte unsere Gruppe die kritische Masse überschritten und wir kamen nur sehr schleppend voran, da immer jemand essen, pinkelt, Geld tauschen, was gucken, was kaufen, pupsen, schnacksen, ... mußte. (Ist nicht bös gemeint Jungs!) Das Wetter wurde immer schlechter und schließlich regnete es ganz ordentlich, so daß die anderen pünktlich am Tian'Anmen beschlossen, wieder heimzufahren. Mir ging es aber - muß ich ja zugeben - ein wenig ums Prinzip, war ich doch gekommen, um den Tien'Anmen anzugucken. Und das tat ich dann auch, trotz Loch in der Schuhsohle (nochmals heißen Dank, I-Punkt!). Ich hielt es eine knappe Stunde aus, danach war mein linker Fuß mehr als naß und ich hatte den Platz einmal umrundet. Leider ist er im Moment nicht so beeidruckend und weit, wie er meiner Meinung nach sonst sein könnte, da schon überall irgendwelcher Kappes und Tribünen für Olympia aufgebaut werden. Auch das Mao-Soleum war geschlossen.
Ja, das war es jetzt aber wieder von mir...möchte noch anmerken, daß ich mittlerweile auch ein chinesisches Handy habe, SMS aus Deutschland scheinen nicht anzukommen, aber wer mich günstig mit Vorvorwahl mal anrufen möchte, kann die Nummer gerne haben. Alternativ kenne ich mittlerweile auch meine Festnetznummer.
So, I'm out!
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15:23
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