...weil ich auf den Georg warte: Vorgestern eine mehr als knappe Vorlesung inklusive Übung, danach eigentlich gechillt (Mittagspause halt). Nachmittags wollte ich lernen, hab mich allerdings von Markus breitschlagen lassen, zum botanischen Garten zu fahren. Sensationelle anlage, auch wenn das hypermoderne Arboretum etwas deplaziert wird. Alles voller Bräute (die richtigen, nicht der Gangsterausdruck für Frauen) und sehr gepflegt. Auf dem Weg dahin noch einer Testfahrt des Automotive Departements beigewohnt, die haben ein Autole für so einen Spritsparwettbewerb in Shanghai gebaut, assigeiles Gerät, Bilder stell ich aber nicht online (haben sie mich drum gebeten...obwohl...Payback is a Biaaaaaatch ;-) ) Wer will kann ja bescheid sagen, dann schick ich sie. Im Tempel des liegenden Buddhas gewesen, auch hübsch der fünf Meter lange Buddha, allerdings nur kurz, da sie am zumachen waren. Danach noch etwas durchs Tal gestromert, Erkältung zugezogen und dann wieder heim. Leider war das ganze gute-Luft-tanken für die Katz, da der Rückweg so staubig war. Danach HotPot mit Yi und Markus, Asiens Antwort auf Fonude. Allerdings nicht ganz mein Fall, ne Handvoll Maggi oder wenigstens Salz würden der Geschichte gut tun!
Danach dann ab inne Disse, diesmal Mix, direkt gegenüber vom Vic's (endlich weiß ich, wie die geschrieben werden, hab mir schon sonstwas gedacht!). Endlich eine Superdisse mit hohem Hip-Hop-Anteil. Dort erfüllten sich auch wieder alle Klischees: Die Deutschen trinken Bier was das Zeug hält, die Afros versuchen Drogen zu verkaufen (Big up, Stanley!), die Amis sind alle etwas mopsig und zu knapp bekleidet dafür, und die Asiatinnen...hmmmmmmm! ;-)
Gestern dann froh gewesen, daß ich kein Flugzeug erreichen muß, lang gepennt, gegessen und Laufen gewesen. Auf dem Sportplatz fünf alte Chinesen, ohne Kontrabass, dafür aber mit Drachen, die mal verdammt hoch geflogen sind! Ich brauch auch so ein Ding. Wieder gegessen, TV, Pfeifen mit den Fingern gelernt/geübt (ich wette, meine Nachbarn hassen mich jetzt!) und wieder ins Bettchen.
Heute dann mit Ross zum Electronicmarket, meinem Handy chinesisch beigebracht. Geht zwar etwas auf Kosten seiner Deutschkenntnisse, aber saustylisch :-)
Jetzt gleich mit Georg Richtung Lamatempel oder Beihai, hab beschlossen, daß daran festzumachen, wie lange ich U-Bahn fahren will :-)
Hab euch alle sooooooooooooooo lieb *girltalk*
Sonntag, 30. September 2007
Nur kurz...
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Freitag, 28. September 2007
SCHLAND!!!
So liebe Freunde der seichten Unterhaltung, ein neuer Bericht von Yours Truly!
Nach einem herrlichen Chinesischkurs mit dem sauwitzigen Pakistani und einem Mittagessen mit der holländischen Russin machten wir uns auf den Weg zur Beijing Railway Station. Mit allem Nötigen bepackt stiegen wir in unseren Zug, der uns zu "unseren Mädels" zum Fußball nach Tianjin bringen sollte. Der Bahnhof ist riesig, überall ist die Hölle los und es kommt ein wenig Flughafenstimmung auf, mit Gepäckdurchleuchten und nur-mit-Fahrkarte-auf-den-Bahnsteig. Am Bahnhof sahen wir auch schon andere Deutsche mit Fußballtrikots. Da das Wetter sehr heiß war, mußten wir die ganze Zugfahrt unseren Durst stillen und erfüllten so das Klischee der biertrinkenden Deutschen. Jan nutzte die Zeit zum Ruhen, allerdings hielt er auch im Schlaf stets an seinem Bier fest, versteckte es sogar unterbewußt, als ich mir ein Späßchen über herannahende chinesische Polizisten erlaubte. Andre und Christoph eigeneten sich gleich zwei junge Damen an, um ihnen bei den weiteren Reiseplänen zu helfen. Die Fahrkarten zurück nach Beijing bzw. weiter nach Tsingtao hatten wir nämlich noch nicht, was mit dem komischen chinesischen Zugfahrkartenkaufsystem zusammenhängt. Ich amüsierte mich den Großteil der Zugfahrt über den kleinen Jungen, der mir gegenüber saß (siehe Bilder) und mords Stimmung machte. Wirklich zum Fressen. Vor allem schaufelte der kleine Kerl ordentlich in sich rein: Zunächst eine Kiwi, dann zwei Bananen und dann noch Kastanien, die es hier übrigens nicht nur zur Weihnachtszeit überall gibt. Der Schaffner und unsere Mitreisenden lehnten unsere Trinkeinladungen dankend ab...komisch, um halb vier Uhr nachmittags...! Zwischendurch mußte das Kind gegenüber noch strullen und wir stellten fest, daß dem kleinen "Jungen" der Schniepel fehlt...war wohl doch ein Mädchen :-). Die Mutter holte schnell den Mülleimer und wollte ihr Kind schon drüberhalten, gottseidank schritt aber der Schaffner rechtzeitig ein...da konnte ich auch echt drauf verzichten!
In Tianjin am Bahhof stellten wir uns dann erstmal an zum Fahrkartenkauf, ca. 40 Meter Schlange an zehn Schaltern. Jan verschwand mit den Mädels, nur um zwei Minuten später wieder aufzutauchen und sagte:"Ich brauch Geld...schnell, schnell!". Die Mädels hatten tatsächlich was gedeichselt und so bekamen wir unsere Fahrkarten nach nur fünf Minuten. Unser gesamtes Verhandlungsgeschick war dann gefragt, als es um die Taxis zum Hotel ging. Kaum waren wir auf dem Bahnhofsvorplatz, stürzten sich die Taxifahrer auf uns und machten uns Angebote, alle allerdings dreist hoch. Wir einigten uns dann auf 60 Yuan für beide Taxen (wir waren ja zu acht...oder neunt..?!?). Die Fahrt durch Tianjin war auch interessant, merkt man doch, dass dort kein Olympia stattfinden wird. Smog hoch drei, alles wahnsinnig dreckig, aber wieder eine Riesenstadt. Auch dort wird überall gebaut.
Am Hotel angekommen wollten die Taxifahrer doch wieder mehr Geld, wir ließen uns aber nicht beirren und einer der beiden kam schließlich doch noch zur Räson (es war wohl das berühmte Böser-Taxifahrer-guter-Taxifahrer-Spiel). Am Hotel dann die nächste Überaschung: Von unseren Reservierungen und dem bereits gezahlten Deposit wußten die Damen an der Rezeption nichts, Internet gab es auch nur nach einigem Hin- und Her, es trug aber auch nicht zur Erhellung bei. Wir buchten also die Zimmer regulär (sie hatten noch reichlich Platz...gerade fällt mir ein...wir waren sieben!), es gab aber wieder Komplikationen, da Fabian damit gerechnet hatte, daß sein deutscher Personalausweis ein ausreichender Ersatz für Reisepass inklusive Visum ist.
Als auch diese Hürde genommen war kamen wir endlich auf die Zimmer, alles sehr schön und fast ein bisschen nobel, nicht schlecht für 25 Euro das Zimmer :-) Nach kurzem Frischmachen und Aus-/Umpacken ging es wieder runter, ab in die vorbestellten Taxen und ab zum Stadion. Auf dem Weg sahen wir wieder viele Deutsche in Trikots und Taxen, aus denen die Deutschlandflagge wehte. Das Stadion ist sehr beeindruckend, kann sich ja jeder auf den Bildern angucken. Wir saßen nicht im "deutschen Block", sondern inmitten der Chinesen. Bier und Bratwurst gibt es übrigens nicht in chinesischen Stadien, ein komisches Volk, und Weißbrot und Cola waren nur ein schwacher Ersatz. Kaum saßen wir, scharten sich die ersten Chinesen um uns und fotografierten, besonders Fabian hatte Glück. Die Mädels neben ihm konnten gar nicht mehr aufhören, ihn zu fotografieren. Spätestens, als wir unser extra angefertigtes Transparent ("China, wir rächen euch") ausrollten und unter Andres kundiger Anleitung zu singen begannen, hatten wir die Crowd auf unserer Seite. Mit ein bisschen Animation ließen sich die Chinesen um uns mitreißen und klatschten zumidest zu Humpta-Humpta, Ein Tor, Deutschland und wie diese feinen Grölgesänge alle heißen. Als wir dann "Deutschland, Deutschland, ..." (德国) auf chinesisch riefen, gab es kein Halten mehr :-).
Der absolute Knaller war dann die Halbzeitpause: Massen von Chinesen stürzten sich auf uns, um sich mit uns fotografieren zu lassen, immer und immer wieder mußten wir freundlich lächeln, das Victory-Zeichen machen und Asiatinnen in den Arm nehmen...das Leben ist hart :-). Grob geschätzt sind wir jetzt auf 300 chinesischen Fotos und hatten nach der Pause sogar einige Anhänger, die unser Transparent hielten. Das Spiel gewannen wir übrigens 3:0, nach einem guten Start wurde es zwischendurch etwas mau, nach dem 1:0 war der Knoten aber geplatzt. Zwischendurch kam eine Ansage, daß 54000 Leute im Stadion seien, was aber ein temporäres Maximum darstellte, da viele Leute erst während der ersten Halbzeit kamen und während der zweiten schon wieder gingen. Wir hatten aber einen Arsch voll Spaß! Auch auf dem Weg aus dem Station gab es noch einige Fototermine und Liebesbekundungen.
Zunächst versuchten wir, ein Taxi zu bekommen, was aber nicht klappte und gingen dann erstmal zu KFC um zu essen, nachdem wir uns gegen eine Massage mit "happy ending" entschieden hatten ;-). Beim Essen lernten wir dann die Videoleinwandbedienerin kennen, die Fabian direkt ins Hotelzimmer einlud (sie erklärte mit großen Augen, daß sie so spät bestimmt nicht mehr in ihr Wohnheim reinkommt), daraus wurde aber nix. Wir holten uns noch ein paar "Kulturtipps" für den kommenden Tag und fuhren dann wieder ins Hotel, teils direkt, teils noch am "Scarlet" vorbei. Im Hotel dann erstmal duschen (waren wir durch den einsetztenden Regen einigermaßen nass geworden), nachtrinken und nen schönen Tee für die Stimme. Mit russichen Soaps und französischen Actionfilmen schliefen wir bald zufrieden ein.
Am nächsten Morgen dann die Überaschung: Der ganze Smog, der am Vortag noch in der Luft hing war durch den Regen ausgewaschen worden und lag nun als ölig-schlammiger Schleim auf den Straßen...bah! Da das Abflusssystem auch suboptimal ist, waren die Straßen teilweise fies überflutet und man musste wirklich achtgeben, wo man hintrat. Das Frühstück - nicht im Hotel - fiel unterschiedlich aus, Moritz ging mutig in ein Büdchen, Fabian und ich hielten es eher konservativ und holten uns Muffins und O-Saft im Supermarkt. Danach verabschiedeten wir zwei uns von den anderen (sie fuhren ja weiter nach Tsingtao) und fuhren noch ein wenig in die Stadt. Fabian kaufte Laufschuhe und nach McDonalds ging es wieder zum Bahnhof. Während wir auf den Zug warteten wurden wir von aussteigenden Chinesen begafft wie die Zootiere.
Die Rückfahrt - auf der wir entgegen unserer Erwartungen nicht stehen mussten - verbrachten wir ruhend, nur unterbrochen von von einem Bahnangestellten, der auf einem mit rotem Samt bezogenen Tablett allerlei Mao-Devotionalien verkaufte: Goldene Karten mit dem holografischen Konterfeit, Zippos, Rückspiegelmobiles..., die einige Chinesen tatsächlich kauften (meistens Chinesen für ihre Chinesinnen ;-) ) Der Zug war etwas komfortabler als der auf der Hinfahrt, kostete allerdings auch das Doppelte (24 Yuan).
Zurück im heimatlichen Beijing, das wärmer und luftmäßig auch merklich angenehmer war, gingen wir direkt in die U-Bahn, in der ein chinesischer Großvater die Gelegenheit nutzte und seiner ca. vierjährigen Nichte zeigte, daß wir viel größere Nasen haben!
Das war unser herrlicher Ausflug...ein voller Erfolg.
Eine Notiz noch am Rande: Das Klima in Beijing (oder dem Trinkwasser zugesetzte Hormone???) sorgt dafür, dass ich nun in die letzte Phase der Pubertät eintrete und tatsächlich Haare auf der Brust bekomme! Scheißdreck!!! Wenn also jemand ein paar gute Tipps zur Brustenthaarung hat, bitte melden. Mein spontaner Gedanke ist ja Wachsen, das stelle ich mir aber besonders an den Nippeln etwas barbarisch vor!
Ceterum Censeo Carthaginem Esse Delendam!
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Donnerstag, 27. September 2007
What's my m*****f****** name...?
Warscheinlich von eher geringem Interesse, hab es aber gerade nochmal nachgeguckt: tai (泰), wie es in meinem Namen vorkommt bedeutet laut Internet safe; peaceful; most; grand, und laut Wörterbuch heil; friedlich. Also sucht euch aus, was am besten passt ;-)
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15:18
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So ein Theater
Hallo allerseits.
Jetzt komme ich mal dazu, euch das Neueste zu berichten. Nachdem ich erst keine Lust hatte und dann mein Internet nicht ging. Gestern ging es auf Einladung von weiß-ich-wem in das Chengde Theater. Nach eineinhalb stündiger Busfahrt durch den mittäglich gestauten Verkehr in Beijing, die ich zum großen Teil schlafend verbachte, kamen wir am Theater an und fanden auf unseren Sitzen bereits „Präsenttüten“. Das Theater ist ein wenig anders als man es aus Deutschland kennt, direkt an der Bühne stehen zunächst Stühle und Tische für die VIPs, die während der Vorstellung auch essen und trinken. Dahinter sitzt der gemeine Pöbel – unter anderem wir – auf kinomäßigen Sesseln. Da ja der Wahlspruch gilt „there is no such thing as a free lunch“, mussten wir erst einige Eröffnungsreden über uns ergehen lassen und merkten bald, warum wir für Umme ins Theater gekommen waren: Die ganze Geschichte war eine Werbeveranstaltung für Studieren in China, ein Haufen Botschafter war eingeladen (vorne, mit Essen) und – quasi um das Theater zu füllen – ein Haufen Schüler und Studenten, teilweise aus dem Ausland. Erschreckend fand ich, wie niedrig die Schmerzgrenze bei einigen unserer europäischen Mitbürger liegt, wenn es um Kleidungsgeschmack geht, selbst im Theater. Nicht, dass wir uns besonders fein gemacht hatten, aber wenigstens waren unsere Bäuche größtenteils in erträglicher Größe und alle bedeckt und die Haare nicht chemie-fünf-farbig…aber jedem das seine. Das Theater war wie ich fand sehr interessant. Uns wurden drei kleine Stücke präsentiert: The Crossroads, The Autumn River und Havoc in Heaven. Dem Interessierten Leser sei hier die eigene Recherche nahegelegt. Nur so viel sei gesagt (@Clemi besonders): Havoc in Heaven ist ein Teil aus dem in China berühmten Roman „The Pilgrimage tot he West“, der – wie mir gesagt wurde – die Grundlage für „Dragonball“ liefert.
Das chinesische Theater kommt mit wenig Bühnenbild und kaum Requisiten aus, abgesehen von Schwertern, Stäben, etc., die die Schauspieler mit sich führen. Was am Bühnenbild gespart wird, wird jedoch offenkundig in die Kostüme und das Makeup investiert, beides sehr aufwändig und traditionell, ersteres aus Seide mit viel Schnickschnack und Stickereien. Die Stücke beinhalten viel Akrobatik und „Marial Arts“ mit Saltos, Rollen und so weiter. Auch humoristische Elemente fast bis hin zum Slapstick werden geboten. Allerdings haben die Kampfszenen teilweise ihre Längen.
Besonders beeindruckend war das zweite Stück. Es ging um eine Junge Dame, die an einem Bootsanleger ihrem Liebsten hinterhereilt. Hier wurde das Boot und seine Bewegung über die Bühne durch das Schauspielerpaar so perfekt gespielt (mit Schaukeln, Ablegen, Rudern, Stromschnellen und allem, was halt dazugehört), dass es eine wahre Pracht war. Das dritte Stück wurde schließlich gekrönt von einer – etwas länglichen – Schlacht des Affenkönigs (@Clemi J ) gegen die himmlischen Heerscharen! Danach allerdings wieder 2 Stunden im Bus zurück durch die feinste Rushhour und danach noch Vorlesung. Einzig die viel zu laute Lautsprecheranlage, die die Gesänge besonders der Damen auf nahezu unerträgliches Maß verstärkten, ist zu bemängeln.
Heute trafen wir uns dann Nachmittags mit HoBo, er hatte für uns gedeichselt, dass wir am Beijing Marathon am 21.10. erstens noch teilnehmen können und zweitens auch keine $100 Startgebühr zahlen müssen, da wir nun einfach über die Uni angemeldet sind. Wir fuhren ins Klinikum, waren allerdings beiweitem nicht die einzigen, die einen Checkup brauchten. HoBo erzählte uns, dass allein von der Uni 3000 Leute teilnehmen würden. Da wir aber alles durchtrainierte hübsche Europäer waren, durften wir uns auch dort anstellen, wo sonst nur die Mädels anstehen durften J. Der Checkup war allerdings weniger aufwändig als wir dachten, lediglich Puls- und Blutdruckmessen und ein EKG. Der Knaller beim EKG war Till, der hinter dem Vorhang verschwand (war ja für Mädels, bei den Jungs konnten alle zugucken) und erstmal aufschrie. Als wir schon – sehr amüsiert – fragten, was er denn mit den Krankenschwestern triebe, antwortete er:“Die haben sich gerade auf mich draufgesetzt!“…einfach herrlich, ich konnte mir bei meinem EKG das Lachen kaum verkneifen. Auf jeden Fall haben wir alle Bestanden und jetzt müssen wir nur noch trainieren, damit wir bis zum 21. fit sind, auch wenn wir nur die halbe Distanz laufen.
Eine Anmerkung noch: Heute ist Mid-Autumn oder Moon Festival. Im chinesischen Kalender ist das der Vollmond im achten Monat des Jahres. Traditionell trifft man sich, auch Familien halten große Treffen an, und man betrachtet den Mond und essen Mooncake und runde Früchte. Es ist eines der wichtigsten Feste für die Chinesen.
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Samstag, 22. September 2007
Gestern war 'ne Partynacht
Gestern abend hab ich es endlich mal geschafft und hab mich in Beijing auf die Rassel begeben. Zusammen mit Daniel, Gero und Fabian sind wir mit dem Taxi zum Bananas Club gefahren, einmal quer durch die Stadt. Der Club entspricht wohl am ehesten deutschen Großraumdiscos a la A5, A6, usw. Eintritt war 30 Yuen, Bier ebenfalls. Innen dann überwiegend Dance und elektronische Musik, coolstes Feature war der sich bewegende Tanzboden, ob gewollt oder einfach schlecht gebaut, lasse ich mal dahingestellt. Für Getränke muß man sich nicht vor Bars oder Theken drängen, man quatscht einfach einen der zahlreichen Kellner an, meistens kommen die aber auf einen zu, sobald man leer hat. Und wenn man nach der Toilette fragt, wird man dorthin geführt. Auf der Toilette dann Sauberkeit pur, ein Hauch von Räucherstäbchen und ein Herr, der einem das Waschbecken auf- und wieder zudreht und einem Handtücher reicht.
Überall sieht man Nutten (meine die Richtigen!), zur Freude der anwesenden euröpäischen Herren, die die 60 offensichtlich schon etwas länger hinter sich gelassen hatten. Auch Daniel schlug das Angebot für heiße Two-Girl-Action aus :-)
Je später der Abend, desto mehr Aachener sah man (worldwide representing), leider kamen auch mehr und mehr Amis mit dicken Mädels in zu knappen Kleidern, die natürlich im krassen Gegensatz zu den zierlichen Asiatinnen standen, die alle sehr geschmackvoll angezogen waren.
Alles in allem ein sehr gelungener Abend, heute ausgeschlafen, jetzt brüte ich über meiner PM-Hausaufgabe.
Bo!
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09:20
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Freitag, 21. September 2007
Eher erfolglos
Hallo, servus und grüß Gott!
Ich weiß ja nicht, ob das hier noch jemand liest, aber da ich mich im Moment nicht zu irgendetwas anderem befähigt fühle, poste ich mal wieder was. Die Woche ging schnell rum, es ist ja wieder Uni. Vorlesungen sind alle ok, auch wenn es bisweilen etwas anstrengend ist, den chinesischen Dozenten auf englisch zu folgen. Einer von ihnen benutzt als jedes zweite Wort "ääääh", was ja noch halbwegs auszuhalten ist, ein anderer verwendet aber statt "äääh" "for example"...ganz egal ob es passt oder nicht. Nächste Vorlesung werde ich mal eine Strichliste machten, damit ich genaue Daten vorlegen kann ;-). Das System hier ist nicht schlecht, die Stunden gehen immer 45 Minuten, allerdings gehen dann die Vorlesungen zwei bis drei Stunden. Alle 45 Minuten sind dann fünf Minuten Pause, zwischen den drei gr0ßen Blöcken (Mornig, Afternoon und Evening) sind längere Pausen. Die Uni ist in Bezug auf Vorlesungstechnik einfach super ausgestattet, alle Vorlesungen laufen über Beamer und Powerpoint, die kompletten Unterlagen dazu gibt es in einem zentralen System, in das man sich einloggen kann (online classroom), in dem auch Hausaufgaben, Übungen, Messageboards usw. bereitstehen. Warum hat sich das nicht auch schon längst in Aachen durchgesetzt?
Uni ist hier aber mehr wie Schule, in den Übungen wird auch schon mal gern jemand zum Vorrechnen an die Tafel geholt, Klausuren zählen hier nur 50%, der Rest ist Übung und Hausaufgaben.
Ansonsten war nicht allzuviel los: Abends immer mal wieder Besorgungen gemacht, weil einem ja doch immer wieder was einfällt, was man braucht, ab und zu mal ein Bierchen mit ein paar Leuten oder einfach gechillt...auch ein feines (?!?) Innereienessen war dabei. Nachdem es Anfang der Woche etwas regenerisch war, wurde es aber die letzten Tage wieder knallwarm und sonnig, auch gerne mal mit Himmel in smogfreiblau und echter Weitsicht! Zwischendurch haben wir uns noch informiert wegen Japan während der Ferien, aber das ist mir dann doch zu teuer. Einige fahren nach Lhasa und an den Mount Everest, das hab ich mir aber eher für nächstes Jahr vorgenommen. Ein wenig Vorlauf dafür wär mir einfach lieber. Andere fahren nach Shanghai zur Formel 1, find ich nicht so spannend, wieder andere nach Soul...da bin ich auch zu knausrig zu. Werd mal schauen...wenn noch kurzfristig was zu Stande kommt, dann fahr ich evtl. auch nach Shanghai, oder ich bleib einfach in Beijing, hier wird es ja wohl auch genug zu tun geben :-))
Gestern - Donnerstag ist mein freier Tag - bin ich früh aufgestanden und hab die Pässe - oder zumindest die Hälfte - von der Polizei abgeholt mit den eingeklebten Residentpermits. Ist mir doch irgendwie wohler, wenn ich mich ausweisen kann :-) Danach dann mit Fabian und Gero
in die Stadt. Erst am Tien'Anmen Platz bei strahlendem Sonnenschein alles angeguckt, dann im wohl dreckigsten und kleinsten Restaurant Pekings gegessen und über den Arbeiterkulturpalast (saucool, mit Braut-Fotoshooting und Rockvideodreh :-) ) in die verbotene Stadt. Davor haben wir noch einen Guide angeheuert, wahrscheinlich den flinkesten und quirligsten Führer weit und breit. Er hat uns aber super geführt, etwas weg von den großen Reisegruppen aber eine Menge erzählt und gezeigt. Es ging eher durch den Westteil, in dem die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien bevorzugt weilten, inklusive Privatgemächer usw. Auch wenn ich mich schon so enthusiastisch über den Sommerpalast geäußert habe: Allein die verbotene Stadt ist schon eine Reise nach China wert. Einfach unfassbar, wie groß alles ist...9999 Räume angeblich, zu Hochzeiten (und damit meine ich keine Eheschließungen) 6000 Menschen! Nachdem wir den lezten noch Lebenden der Kaiserfamilie - den Neffen von Kaiser Puyi - angeguckt hatten, der dort seine Kalligraphie-Bilder an den Mann bringen will, fuhren Gero und Fabian heim, ich blieb noch ein bissl und ging die Sachen ab, die die Führung nicht abgedeckt hatte. Etwas schade ist, daß die großen Tore gerade renoviert werden und daher in grünen Gerüsten verpackt sind (siehe Fotos), aber trotzdem war es mit Sicherheit nicht der letzte Besuch in der verbotenen Stadt.
Auf dem Weg aus der verbotenen Stadt geschah dann das Unglaubliche: Ich wurde von zwei hübschen Chinesinnen "aufgerissen"...supercool fürs Ego, warum können deutsche Frauen nicht wenigstens ein bisschen so sein??? Allerdings wir das Foto ihnen (eigentlich uns drei!) nicht wirklich gerecht!
Nach einem herrlichen Abendessen mit charmanter Gesellschaft sputete ich mich dann, war ich doch mit den Jungs zum Konzert in der deutschen Botschaftsschule (irgendjemand hatte die ganze Gruppe eingeladen) verabredet. Um Zeit wiedergutzumachen, entschied ich mich für Taxi und gegen U-Bahn, hatte allerdings meine Rechnung ohne Beijings Rushhour gemacht!
Mit 15 Minuten Verspätung (was nicht nur an mir lag, sondern auch daran, daß der Taxifahrer nicht Bescheid wußte und die Wachposten der anderen Botschaften wohl ihre Freude daran hatten, uns im Kreis laufen zu lassen), kamen wir an, als die einzigen der Aachener. Nach eineinhalb Stunden Gesang zum Thema Wien und nachdem Gero etwas randaliert hatte, gab Daniel noch etwas am Piano zum Besten und wir verschwanden wieder. Es schien nicht so, als würde noch was passieren oder uns jemand wahrnehmen. Allerdings wissen wir jetzt, wo die ganzen vielen Steuergelder bleiben :-)
Ja und heute hatte ich Vorlesung und bin dann in Richtung China Aviation Exhibit gefahren, wollte mal mit Airbus quatschen wegen Praktikum. Die ganze Reise war aber ein ziemliches Fiasko. Erstens hab ich zuerst das Messezentrum nicht gefunden, da es nur etwa halb so groß war, wie der es umgebende Carrefour. Auf der Messe fand ich dann den Airbusstand erst bei der zweiten Runde, da Airbus ungefähr den popeligsten Stand auf der gessamten Messe unterhielt, kleinder noch, als irgendwelce provinzdeutschen Gummifabrikanten. An dem Stand redete ich dann mit einem komischen alten Mann, der mir sagte, daß Praktika wohl möglich seien, man müßte da aber mal jemand fragen, der sich mit sowas auskennt. Wer das allerdings ist, konnte er mir nicht sagen...Vollflunse! Das heißt, ich muß das jetzt doch übers Internet machen oder tatsächlich mal zum Airbus-Office Beijing fahren.
Jetzt aber erstmal wieder chillen und dann mal gucken, was der Abend noch bringt!
Jungle is massive!
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Sonntag, 16. September 2007
Endlich was gesehen von der Stadt
Nachdem ich die geneigten Leser die letzten Tage etwas vernachlässigt habe, hier nun die Ereignisse der letzten Tage. Ich erlaube mir, das Pferd von hinten aufzuzäumen und fange bei heute an :-)
Heute morgen bin ich zeitig aufgestanden, da ich ja endlich mal Sport machen und lernen wollte. Reichlich Zeit dafür war, da die erste Vorlesung der Woche für mich am Montag Abend von 19:20 bis 21:45 ist. Also eine Banane und entwas Milch zum Frühstück und ab auf die Laufstrecke. Ich bin über den halben Campus zu einem der Sportplätze um dort zu laufen, einerseits weil ich den mit meinen herrlichen neuen Nike free gelieferten Einlaufplan befolgen wollte und andererseits, weil an diesem Sportplatz ein "Outdoor-Gym" steht. Ist quasi wie ein Spielplatz, nur mit Fitnessgeräten. Alles sehr einfach gehalten, aber mit Stangen für Klimmzüge, Bankdrücken, Gewichten, Bänke für Sit-Ups und so weiter. Nach meinem Sportprogramm wurde kalt geduscht (warmes Wasser gibt es so spät nicht mehr), aber das war gar nicht verkehrt, weil es wieder elendig feuchtwarm war. Danach war ich ein wenig Schreibutensilien einkaufen und nach einem Kaffee bei Markus schon wieder beim Mittagessen. Nach dem Essen habe ich es endlich geschafft, mich an meine Chinesischbücher zu setzten...so langsam muß ich mich ja mal verständigen können. Ein Anruf beim Wasserlieferanten, der mir die Kanister für meinen Wasserspender bringen soll, hat mich wieder von der Notwendigkeit überzeugt, schnell Chinesisch zu lernen. So viel sei verraten: Mein Wasserspender ist noch trocken :-)
Und so verging der Nachmittag wie im Fluge, bis zum Abendessen und der ersten Vorlesung, die nicht weiter nenneswert ist. Alles etwas einschläfernd und schwer zu folgen...
Gestern war ich zeitig auf den Beinen und verabredete mich mit Fabian (die anderen waren alle noch erledigt von gestern abend schätze ich...was keinesfalls bedeutet, daß Fabian nicht meine erste Wahl war!), den Tag eher ruhig angehen zu lassen und durch den Sommerpalast, der mit dem Rad circa 20 Minuten entfernt ist, zu schlendern. Erster Stopp (abgesehen von Fabians Fahrradkorbkauf) war am Alten Sommerpalast, der aber laut Reiseführer nicht sonderlich lohnt und anscheinend auch als "Themepark" (so stand es auf dem Schild davor) aufgemacht ist. Da er uns auch noch zu teuer war, fuhren wir noch 5 Minuten weiter und kamen schließlich am Yeheyuan an, allerdings nur als zwei von unzähligen Besuchern. Schon vor dem Eingang wurde man von vielen Einheimischen angesprochen, ob man einen Führer braucht und im Laufe des Tages stellten wir fest, daß es diese Guides tatsächlich in allen erdenklichen Sprachen gibt.
Die Anlage ist wirklich beeindruckend und kann durchaus mit europäischen Garten- und Palastanlagen mithalten, was Größe und Prunk betrifft. Unglaublich, wie viel Arbeit aufgewendet wurde, nur damit die Kaiserfamilie zwei Monate im Jahr der Hitze im Stadtzentrum entfliehen konnte. Die ganze Anlage erstreckt sich um den Kunming See, auf einer Seite geht sie steile und felsige Hügel hinauf, auf dessen Gipfel der Buddha-Tempel steht. Markant sind die mit vielen ineinandergeschachtelten Innenhöfe und die vielen Galerien. Im innern gibt es Ausstellungsräume mit Bronze-, Jade-, Elfenbein- und anderen Arbeiten. Nachdem wir uns zunächst am Ufer umgeschaut hatten, stiegen wir schließlich den Hügel in Richtung Buddha-Pagode hinauf und waren mehr und mehr begeistert. Ich will gar nicht viele Worte machen, schaut euch die Bilder an. Leider war das Wetter sehr dunstig (heute war es glaube ich wirklich Dunst und kein Smog), bei klarem Wetter muß der Blick atemberaubend sein. Nach kurzem Aufenthalt beim Buddha stiegen wir in Richtung Bootsableger ab, wo wir die Fähre über den Kunmin-See nahmen und waren so in etwa zehn Minuten auf der anderen Seeseite an der 17-Bogen-Brücke. Dort umrundeten wir das Inselchen und schauten noch einige Gebäude an, allerdings hatten wir uns im Laufe der drei Stunden einigermaßen sattgesehen, im großen und ganzen ist es ja doch immer das gleiche: Die bunt bemalten Decken, die reich verzierten Dächer und der typische Baustil. Nachdem mich die Mama auf dem Weg zum Klo abgefangen hatte machten wir uns wieder Richtung Heimat.
Auf dem Weg machten wir noch einen Abstecher zum Carrefour (französischer Supermarkt), der in einem großen Einkaufszentrum mit nicht unbedingt Nobelshops, aber doch eher für den europäischen Geldbeutel gedachten Geschäften ausgestattet ist. Trotzdem war es brechend voll, auch der Carrefour war voller kleiner lauter Menschen. Leider gab es auch da keine Frühstücksflocken (aight, Clemi?), muß wohl doch warm chinesisch frühstücken. Wenigstens fand Fabian sein Nutella (oder so ähnlich). Obwohl wir eigentlich schon keine Lust mehr hatten, beschlossen wir, noch auf den Electronic Market zu gehen, der sich direkt um den Carrefour erstreckte und ein wenig zu schauen...wir hatten ja keine Ahnung auf was wir uns da einließen. Den Electronic Market kann man sich folgendermaßen vorstellen: Eine große Straße (2 Spuren in jede Richtung mit - wie auf fast jeder Straße - einer zusätzlichen Spur nur für Fahrräder, die jedoch auch gern von Bussen und Fußgängern benutzt wird), links und rechts große Gebäude. Innen drin gibt es kleine Shops, meist nach Hersteller sortiert, in denen man alles bekommen kann, was Elektronik ist. Preislich zwar ungefähr deutsches Niveau, die riesige Auswahl spricht allerdings für den Markt. Was man an einem Stand nicht bekommen kann, bekommt man garantiert fünf Stände weiter. Und überall versuchen einen kleine Chinesen in ihre Stände reinzuziehen und rufen einem nach:"Sir, Sir...Sony, very good...come, come...Sir...!"
Nach einer dreiviertel Stunde war es uns aber zu anstrengend und mit Zwischenstopp, um Fabians Radlenker befestigen zu lassen und Abendessen in der Mensa (feine Ente für 40 Cent), ging es dann mehr oder weniger direkt ins Bett...das Wochenede war doch eher ermüdend...außerdem wollte ich heute ja fleißig sein.
Den Tag davor - sprich am Samstag - war ich mit Markus in der Stadt. Nachdem ich ihn ein bissl gescheucht hatte, kamen wir als letzte von allen vom Campus weg in Richtung Stadt (no hard feelings Markus ;-) ), allerdings mit den Rädern. Markus hatte das vorgeschlagen und ich fand es eigentlich auch eine gute Idee. Der Haken war nur, daß wir alle Naslang eines unserer Fahrräder reparieren lassen mußten, was allerdings kein Problem ist, da an jeder Ecke ein Bike-Doktor ist. Dadurch haben wir zwar mehr - wenn auch nicht viel - bezahlt, als wenn wir mit der U-Bahn gefahren wären, aber durch Markus Liebe zu kleinen Gässchen auch eine Menge gesehen und Flair und Eindrücke aufgenommen. Alles begann damit, daß ich, nachdem ich Markus bei einer scharfen Bremsung hinten reingerauscht bin, beschlossen habe, meine Bremse austauschen zu lassen. Das hat mich glaube ich 40 Cent gekostet. Bei der Gelegenheit ließ Markus eines seiner Pedale austauschen, was ihn 50 Cent kostete. Zwischendurch guckten und aßen wir immer wieder...einfach herrlich....überall märkte, Fische in Kisten, Krebse auf Fahrrädern, Gemüse, das man noch nie vorher gesehen hat...:-) Nach einiger Zeit begann mein Lenker sich zu verabschieden, ich ließ ihn kurzerhand beim nächsten Bikedoktor festschweißen, da die Schraube schon so ausgelutscht war. Näher und näher ans Zentrum kommend nahmen wir die Route an den Seen (Xihai, Houhai, Qianhai und Beihai) entlang, die so mitten in der Stadt wirklich malerisch sind...siehe Fotos. Unterwegs ließ Markus auch noch sein zweites Pedal erneuern. Da der letzte See schon Teil der Verbotenen Stadt ist, ließen sie uns dort nicht mit den Rädern rein, wir fuhren also direkt zum Platz des himmlischen Friedens. Dort schauten wir uns zunächst das neue Opernhaus an, ein wirklich beeindruckender Bau. Eine riesige Glaskuppel, umgeben von Wasserflächen. Der Eingang ist ein Glastunnel, der unter dem Wasser durchgeht. Leider ist das ganze noch eine Baustelle (bis Dezember sagte der Herr am Eingang) und so mußten wir uns mit dem Angucken draußen begnügen. Allerdings erkennt man an diesem Gebäude sehr gut die Mentalität der Chinesen: Alles möglichst groß und schnell, damit es auf den ersten Blick beeindruckt. Bei näherem hinsehen stellt man allerdings fest, daß sie keine Wand gerade und keine Fuge gleichmäßig machen können...alles ist so lala hingepfuscht. Aber gut sieht es trotzdem aus. Weiter ging es vom Opernhaus vorbei am KFC (Mittagssnack) zum Südtor. Trotz der vielen Menschen auf dem Tian'Anmen Platz war dort so gut wie niemand, dabei gibt es von dort einen schönen Ausblick über den Platz (nur das Mao-Soleum steht im Weg...grummel!) und die Stadt (nur der Dunst stört...grummel again!) und einige interessante Ausstellungsstücke und Bilder, wie das alles früher ausgesehen hat. Stellt man sich das alles im Gesamtzusammenhang vor, noch mit Mauern und Graben (was heute nicht mehr existiert) dann wirkt wirklich alles, was Europa in dieser Hinsicht zu bieten hat wirklich mehr als popelig! Im Tor stürzten sich gleich zwei hübsche junge Damen auf uns (oder vielmehr auf Markus) und erklärten uns alles. Einfach der Hammer, wie offensiv die flirteten...die sind uns nachgelaufen wie die jungen Hunde. Ich bin mir schon jetzt sicher, daß ich das vermissen werde, wenn ich nächstes Jahr wieder in Deutschland bin. Da könnten sich die deutschen Mädels zwei bis drei Scheiben von abschneiden. Vom Tian'Anmen wollten wir weiter Richtung Süden, ich hatte von einem Military-Surplus-Store gelesen, den ich gerne angucken wollte. Wir mußten allerdings feststellen, daß hier ein ganzer Stadtteil abgerissen worden ist, nur um die Stadt olympiafit zu machen. Mit schönen Werbeplakaten sichtgeschützt eingezäunt und an jedem Tor einen Polizisten aufgestellt, der niemanden rein oder fotografieren läßt, werden innen die alten Wohnsiedlungen abgerissen und gepimpt wieder aufgebaut. Einen Eindruck, wie es vorher ausgesehen haben muß erhielten wir auf der anderen Seite der neuen Straße. Aber auch dieses Viertel wird wohl in nächster Zeit abgerissen. Damit die Besucher das Eldend (?!?) nicht sehen müssen, wurde provisorisch alles mit einer dekorativen Mauer verdeckt. Dahinter schlagen aber Bulldozer und Bagger Schneisen für neue Straßen direkt durch die Wohnsiedlungen. Die Häuser sind markiert, aber es wohnen noch Leute dort, überwiegend alte. Bei einem der Fotografierstopps zeigte uns ein Anwohner Ornamente an den Dächern zum Fotografieren...kaum vorstellbar, daß es all dies nächsten Sommer schon nicht mehr geben wird. Umso mehr genossen wir die ganz besondere Atmosphäre der Gässchen.
Als wir den Surplus-Store nicht gefunden hatten und schon am Tiantan waren, beschlossen wir, nun das moderne Beijing anzugucken und fuhren in richtung Dongdan auf der Chongwenmen Neidajie, an der es viele Geschäfte und Einkaufszentren gibt. Einkaufen am Samstag nachmittag in Beijing ist auch kein Spaß: Alles ist voll mit kleinen, lauten, meist weiblichen und wuselden Asiaten, vor den Shops stehen mirkofonverstärkte Marktschreier und hinter den Kassen duzende Meter lange schlangen. Etwas ruhiger ging es in einer Nobelmall zu, in der allerdings auch europäische Preise verlangt werden. Ich holte mir bei Nike einen Korb bezüglich Laufschuhe (???), probierte allerdings beim Jack&Jones Hosen, was Balsam für die Seele war. Direkt stürzten sich fünf Verkäuferinnen auf uns, sagten mir, wie gut ich in dieser und jener Hose aussehe und brachten Klamotten ran, daß es fast kein Spaß mehr war. Leider konnte nur die Hässlichste von ihnen Englisch :'-(
Danach wollten wir zum Donghuamen Nachtmarkt (heißt so, weil er von 15 bis 22 Uhr geht), in erster Linie, um endlich zu abend zu essen. Auf dem Weg blieben wir allerdings bei der Olympiaparade hängen und fanden - obwohl wir in der Mall gesagt bekommen hatten, daß es weit und breit keinen anderen gäbe - tatsächlich einen Nike-Store, der Laufschuhe hatte. Zwar kein Superschnäppchen, aber 75 statt 100€ ist doch schonmal Geld gespart. Und meine Knie möchte ich auch ungern gefälschten Laufschuhen für 20€ anvertrauen :-)
Und dann mussten wir ja auch noch zurück...unterwegs endlich abendessen, zwei Mann essen satt, jeder ein Bier und noch ne Flasche Wasser: 25 Yuan (2,50€), da kann man glaube ich nichts sagen. Der Rückweg ging dann doch recht flott und nach einer Dusche und einem Bier mit den Jungs sank ich zufrieden ins Bett und spürte gottseidank meinen wehen Hintern und meine wunden Handballen nicht mehr.
Der Freitag ist schnell erzählt (muß auch, hab keinen Bock mehr auf tippen): Morgens waren wir zur Kursanmeldung, leider mußte ich meine Pläne fast komplett über den Haufen werfen, da die Kurse entweder zu wenig Credits brachten, erst nächstes Semester (das ich mir für die Studienarbeit freihalten wollte) stattfinden oder schon voll waren. Trotzdem habe ich glaube ich einen annehmbaren Studienplan zusammengestellt, mach mich wirklich nicht tot, allderdings ist er auch nicht so lax wie ich angenommen hatte. Danach fuhren wir in die Stadt und liefen von Fuxingmen (westlich des Zentrums) richtung Tian'Anmen. Leider hatte unsere Gruppe die kritische Masse überschritten und wir kamen nur sehr schleppend voran, da immer jemand essen, pinkelt, Geld tauschen, was gucken, was kaufen, pupsen, schnacksen, ... mußte. (Ist nicht bös gemeint Jungs!) Das Wetter wurde immer schlechter und schließlich regnete es ganz ordentlich, so daß die anderen pünktlich am Tian'Anmen beschlossen, wieder heimzufahren. Mir ging es aber - muß ich ja zugeben - ein wenig ums Prinzip, war ich doch gekommen, um den Tien'Anmen anzugucken. Und das tat ich dann auch, trotz Loch in der Schuhsohle (nochmals heißen Dank, I-Punkt!). Ich hielt es eine knappe Stunde aus, danach war mein linker Fuß mehr als naß und ich hatte den Platz einmal umrundet. Leider ist er im Moment nicht so beeidruckend und weit, wie er meiner Meinung nach sonst sein könnte, da schon überall irgendwelcher Kappes und Tribünen für Olympia aufgebaut werden. Auch das Mao-Soleum war geschlossen.
Ja, das war es jetzt aber wieder von mir...möchte noch anmerken, daß ich mittlerweile auch ein chinesisches Handy habe, SMS aus Deutschland scheinen nicht anzukommen, aber wer mich günstig mit Vorvorwahl mal anrufen möchte, kann die Nummer gerne haben. Alternativ kenne ich mittlerweile auch meine Festnetznummer.
So, I'm out!
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Donnerstag, 13. September 2007
Raindrops falling on my...
Sowas geht einem den ganzen Tag im Kopf herum, nur weil man morgens aufsteht und es regnet. Allerdings war es eine willkommene Abkühlung und Smog-Wäsche :-)
Gestern vormittag waren die meisten unterwegs, um Fahrräder zu kaufen (ob neu oder gebraucht, keins war teurer als 50 €...und das war schon ein Luxusbike!). Da ich schon ein Fahrrad hatte (shouts going out to Daniel!), nutzte ich die Gelegenheit, um die Sachen, die ich von den "Ehemaligen" gekauft hatte (shouts again to Daniel!), in mein Zimmer zu räumen. Jetzt habe ich einen Wasserspender, einen Kühlschrank und wie gesagt ein Rad (ein kompletter Schrotthaufen, muß dringend zum Bikedoctor, damit wenigstens der Lenker fest und die Bremsen funktionstüchtig sind...verschärfte Sehnsucht nach meinem Backfire 800) und viele viele andere Dinge :-)
Nach dem Mittagessen fuhren wir in die Stadt und verbrachten den Nachmittag damit, in der Schlage zu stehen, um unsere Residence Permits zu beantragen. Das ging einigermaßen problemlos und sie können (hoffentlich) alle am Mittwoch abgeholt werden. Bis dahin sind wir quasi staatenlos und mir ist es schon ein bissl mulmig, ohne Paß in China rumzutouren!
Abend war dann Meeting für die Automotive Engineers am DAE (Departement of Automotive Engineering), was zwar ganz nett, aber wenig ergiebig war. Danach führten wir den chinesischen Tutoren allerdings deutsche Freizeitgestaltung vor und nach einigem Zögern und Zaudern gesellten sie sich tatsächlich zu uns (und unserem Bier) auf die Wiese. Wirklich allesammt nette und angenehme Kerle (+ 1 Mädel), nur Bier vertragen sie wohl nicht so gut...ich schätze, daß ihnen einfach die Enzyme fehlen.
Das besondere Highlight des Abends war, daß wir volltrunkenen Jungs nachts um 1 noch den Entschluss gefasst hatten, Guthaben für die Waschmaschine zu kaufen. Also rein ins Gebäude 19 und tatsächlich saßen da vier Junge Damen hinter der Theke und freuten sich, einen haufen junger deutscher Männer mit Waschmaschinenchips zu bedienen...dickes lol!
Nach dem doch etwas bierseeligen Abend war ich froh, kein Industrial Engineer zu sein, also blieb der Wecker aus. Allerdings klopfte es um halb zwölf, es sollte in die Stadt gehen! Da um diese Zeit gerade kein warmes Wasser im Wohnheim zu haben ist, machte ich kalte Katzenwäsche.
Danach Treffen und ab dafür! Bis jedoch alle Leute mit Handykarten versorgt waren und wir in der Nähe der U-Bahn-Station waren und gefrühstückt hatten (näheres dazu folgt gleich)
, war es schon zu spät, um in die Stadt zu fahren, sollte ja um 16:20 das Programm schon weitergehen.
"Frühstück" fand für uns gegen eins in einem koreanischen Schnellrestaurant statt. Nachdem sich jeder ein Bild aus der Karte ausgesucht hatte (außer natürlich Oberchecker Markus), kam ein Haufen leckeres Essen, ich hatte wohl Koreas Antwort auf SchniPoSa, ohne Po, das heißt ein paniertes Hähnchenfilet, dazu Salat und eine Tunke, die aussah wie BBQ-Soße aber schmeckte wie Ketchup. Aber sehr fein lecker und für 7 Leute 16 Euro...:-)
Nach dem Essen dann noch schnell einkaufen und dann kurz chillen in der Bude. Danach Campus Orientation, die allerdings wenig erleuchtend war. Ich verschwand nach der Hälfte der Zeit und wolle einen schönen Spaziergang machen, allerdings lief ich zunächst in die falsche Richtung und so war es nicht nur ein schöner, sondern ebenfalls ein langer Spaziergang :-))
Abschließend möchte ich noch hinzufügen: Pineapple Beer ist so ziemlich das Übelste, was aus Bier werden kann, Beijing Beer Asahi und China Resources Snow Beer (unter dessen Zutaten auch Reis zu finden ist) sind jedoch durchaus trinkbar, wenn auch etwas wässerig!
So, peace out, morgen um zehn ist Kursanmeldung, danach/davor werde ich es hoffentlich zum Bikedoctor schaffen, Laufequipment anschaffen (leider ist die Anmeldung für den Beijing International Marathon schon vorbei ;-) ) und vielleicht mal Richtung Sight-Seeing fahren.
Peace Out!
P.S.: Lustige Videos von der absoluten technischen Überlegenheit der Chinesen sind hier zu sehen: Leuchtreklame, Plätzchenmaschine.
Ich selbst kann sie zwar nicht öffnen, das hängt aber wohl mit der äußerst liberalen Regierung hier zusammen!
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Mittwoch, 12. September 2007
Nachtrag
Wenn man mitten in der Nacht Blogs schreibt, dann kann man schon das ein oder andere vergessen. Ich wollte ja noch zwei, drei Sätze zu meinem chinesischen Namen loswerden: Aulsändische Namen werden meist übertragen, in dem man sie durch gleichlautende Silben ersetzt. Die Dame im FSAO hat dies für mich gemacht. Da David (大 卫, dawei) ihrer Meinung nach zu "common" ist und nicht "special enough", hat sie einfach Sontheim genommen, und daraus song tai (宋 泰) gemacht. 宋 ist ein alter chinesischer Familienname und 泰 bedeutet in etwa "mächtig, riesig, stabil, ...", in dem Sinne, wie Berge es sein können (so hat sie es mir erklärt...fetter lol!)
Außerdem bin ich auch skypebar seit Neuestem (maximum Respect to "Ralf the Rogue" for being my testing bunny). Im Moment noch unter david.sontheim, werd aber mal zusehen, daß ich mir bald ein bissl Guthaben (zum Anrufen in Deutschland) sowie ne deutsche Nummer zulege. SMS scheinen nicht anzukommen (also meine schon, nur die aus Deutschland irgendwie nicht)
Also dann..."Represent!"...over and out!
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Dienstag, 11. September 2007
Mein erster Blog...wie aufregend!
Ach ja, und quasi nebenbei bin ich jetzt auch den zweiten Tag in Peking ;-)
Aber man soll ja am Anfang anfangen: Nach einer kurzen Nacht, Spiegelei von Papa (mad props!), einer herrlichen Autofahrt mit Clemi (der in dieser Hinsicht echt keine konstruktive Kritik ertragen kann) und einem ebenso schmackhaften wie sättigendem "Hessenburger" (kein Scheiß!) hab ich Mama und Clemens verabschiedet und bin durch die Sicherheitsüberprüfung getigert. Aufgrund meines terroristischen Aussehens haben sie mich aber genau gefilzt und es piepte an meinem Füßen. Trotz einiger Warnungen meinerseits bestand der freundliche Zollbeamte (oder wer auch immer da beschäftigt ist), daß ich meine Mauken ausziehe und ließ sie extra durchleuchten, während er meine Füße metalldetektierte und sie abtastete...auch zwischen den Zehen...ich sollte viel öfter zur Fußmassage gehen. Aller Erwartungen zum Trotz fand sich zwischen meinen Zehen keine Bombe, und so ließ ich mich am Tor nieder. Dort geschah dann das Unglaubliche: Heinrich rief an ;-) Eine Verkettung unglücklicher Zufälle hatten dafür gesorgt, daß er bei der freitäglichen Besauferei nicht dabei war, in erster Linie lag es aber wohl daran, daß er ein Röckchen trägt! Ich sagte ihm, daß es wohl etwas komplizierter sei, mich jetzt noch persönlich zu verabschieden, aber am Telefon tuts ja auch! Dann stieg ich in den Flieger (A330) und war überascht ob des überaus reichlichen Platzangebotes. Allerdings hatte ich nicht wirklich bedacht, daß man ja zuerst durch die Business-Class geht und so war es doch nicht so reichlich...um ehrlich zu sein saß man mehr als bescheiden, das Videosystem war meiner Meinung nach auch eher mäßig, aber all dies wurde wettgemacht durch die Stewardessen...sorry: Purser! die alle mehr als lecker waren. Der Flug war ein Kooperationsflug von Emirates und Singapore und machte richtig lust auf Asiatinnen ;-) Meinen Fensterplatz - der eh auf dem Flügel war - tauschte ich mit einer jungen Dame, wie ein Flügel aussieht kann ich mir 6 Stunden lang auch vorstellen! Abgesehen vom Essen (s. Bild), das mehr als fürstlich war und dem Unterhaltungsprogramm (Sowohl Fantasic 4 - Silver Surfer als auch Next (warum muß Nicolas Cage in jedem Film rauchen?) kann man in die Tonne treten) war der Flug nicht weiter nennenswert. Ich möchte allerdings noch hinzufügen, daß Dubai wirklich nicht da liegt, wo ich dachte, daß es liegt. Hab ja immer gesagt:"Einfach übers Mittelmeer und schon ist man da..." aber anscheinend hab ich Dubai mit Alexandria/Kairo verwechselt :-))
In Dubai angekommen (von der Hitze hab ich nur die 50 Meter vom Flugzeug zum Bus mitbekommen...reicht auch!) verbrachte ich die 3 Stunden Aufenthalt im Großen und Ganzen mit "Terminal-auf-und-ab-gehen" zwischen schlafenden Indern und Arabern. Inder haben echt geile Schlafstyles, hab mich aber leider nicht getraut, sie zu Fotografieren (von wegen Menschenwürde und so ;-) ). Der dubaier Flughafen ist mal der Hammer, alles sehr nobel und man riecht förmlich das Geld! Nebenbei hab ich den Rest der China-Reisenden aufgesammelt. In einem A340 ging es weiter, diesmal mit Fensterplatz ganz hinten...einfach traumhaft. Auch das Platzangebot war diesmal wesentlich besser, der Monitor gut doppelt so groß wie vorher, allerdings entsprachen die Stewardessen (hakennäsiger Araberinnen, füllige Deutsche, bleiche Britinnen) nicht den bisher gemachten Erfahrungen. Nach einigen Heineken und Whiskey-Cola hatte ich die ausreichende Bettschwere und verbrachte den Flug mehr schlafend als wach, begleitet von Shrek 3 und Kevin Costner (Mr. Elliott...Mr. Robinson...wie auch immer. @Conny: Der ist wirklich wirklich mehr als mäßig...auch mit viel gutem Willen konnte ich diesem Film nicht wirklich was abgewinnen! @Dirk: "John Dorian" hat auch nen Film...der erschien aber so scheiße, daß ich lieber Silver Surfer (s.o.) geguckt habe.).
Um den nächsten Teil etwas kürzer zu gestalten als meinen bisherigen Eintrag: Ausgestiegen (kurz über Myron erschreckt), Formalitäten erledigt, Gepäck abgeholt, Geld abgehoben, von der RWTH-Beauftragten der Tsinghua abgeholt (noch mehr Lust auf Asiatinnen ;-) ), mit dem Bus zur Uni. Beijing empfing uns sehr schwül-warm und dunstig (meine positive Grundstimmung...ich glaube, mittlerweile muß ich zugeben, daß es tatsächlich Smog ist...allerdings (was ich bisher nicht wußte) ist Smog geruchlos, und so - falls man nicht weit gucken will - stört er kaum! ;-) ) Auf dem Campus erstmal Gepäck auf die Wiese und dann ab zum Abendessen (zumindest für meine Gruppe...haha...Suckers!!!) Danach eine Kostprobe chinesischer Bürokratie...es ist alles nicht so einfach hier und dauert lang, was aber - zugegebener maßen - daran liegt, daß wir immer zu 30st und mit minimalen Chinesischkenntnissen auflaufen. Aber: Shouts going out to our Chinese guides...maximum Respect! Ohne die wären wir glaube ich ganz aufgeschmissen! Etwas überaschen war, daß es um 18 Uhr schon stockfinsterste Nacht war...und damit quasi "Bett-Modus" für David! Nachdem ich den Schlüssel bekommen hatte, inspizierte ich mein Zimmer (klein aber mein!), ging zum Supermarkt (Nur das Nötigste: Klopapier, Wasser, Bier) und packte ein wenig aus. Begleitet von CCTV9 (dem internationalen Chinesischen Staatsfernsehen (der einzige Sender, den ich empfange und tatsächlich verstehen kann), der allerdings den ganzen Abend auf die böse EU schimpfte (irgendwas mit Richtlinien für Kindersicherungen für Feuerzeuge, die weniger als 2 Euro kosten, die die chinesische Feuerzeugindustrie zusammenbrechen lassen....?!?)) ließ ich den Abend langsam ausklingen. Zu meinem Zimmer kann man sagen: Klein aber sauber (wie ich heute erfahren habe, kommt täglich die Putzfrau und wechselt jede Woche die Bettwäsche). Das Bett ist wohl eine Spanplatte, mit einem leichten Polster aus Watte (was mich letzte Nacht nicht gestört hat, war aber auch fertig wie ein Schnitzel, da ich aber auf harte Matratzen stehe...schaun mer mal!). Das Bad läßt echte Wohnmobil-Gefühle aufkommen (Vorhang zu, das ganze Ding ist ne Dusche, @Tina: vgl. Guckelsberg (hieß das so???)) und die Klospülung ist etwas gewöhngsbedurftig (der "Spülkasten-ist-voll-Wasser-stopp-Automatik ist kaputt, und so muß man es über den Haupthahn bedienen: Platz nehmen, Hahn auf, ... , spülen, Hahn zu), aber ich empfinde es als äußerst angenehm, von der Dusche aus, alles erreichen zu können (Spiegel, Zahnbürste, ...). Und heute morgen erlebete ich, warum das Leitungswasser nicht unbedingt als Trinkwasser zu empfehlen ist (So wie das riecht ;-) ).
Anyways...ausgeruht und geduscht (ich zumindest...alle anderen...dunno!) trafen wir uns dann heute morgen um 8 (die meisten waren um 8 da ;-) ) und tigerten gen Frühstück. In China scheint man eher herzhaft zu frühstücken, ich allerdings ließ mir das Spiegelei, den French-Toast und den "Dumpling" mit...?!?...irgendwas drin, schmecken. Leider war die Milch keine Milch, da sie jedoch Trinkjoghurt war, konnte man es aushalten. Wir kamen zu dem Ergebnis, daß Sojamilch als Milch scheiße ist, wenn man sich aber vorstellt, daß sie Tee mit Milch ist, durchaus zu trinken ist. Nach dem Frühstück dann "Anmeldung" an der Uni (was war das eigentlich heute morgen genau???), ich habe meinen chinesischen Namen erhalten (宋 泰) und viele viele Formulare ausgefüllt/ausfüllen lassen. Als im Foreign Student Affairs Office alles gelaufen war, drückte mir dir Dame meine Papiere in die Hand und kommentierte das mit:"You are finished...for today...HAHAHAHAHAHAHAHAHA!" Stimmt doch zuversichtlich, oder?
Danach besorgte ich Internet, dann Mensakarte und dann gab es Mittagessen...wieder sehr sehr köstlich, Lauch und Bambussprossen und Chinakohl und Fleisch und und und. Danach machten wir uns erst zum Hauptgebäude. Dazu ging es einmal quer über den Campus, der mir riesig erscheint, allein die Wohnheime sind schon beeindruckend, von machen Instituten, der Sporthalle und dem Hauptgebäude sammt "Prachtstraße" und Park ganz zu schweigen. Am Hauptgebäude erhielten die Restlichen noch ihren Internetzugang und danach ging es mitten in die Stadt.
Endlich vom Campus weg beeindruckte uns sowohl der Verkehr (in Menge und Veranstaltung) als auch die mächtigen Gebäude des Tsinghua-Technology-Parks, direkt vor den Toren der Uni. Die chinesischen Straßen sind wahnsinnig voll - überaschenderweise mit sehr vielen deutschen Wagen (Audi, VW) und jeder fährt gerade, wie es ihm in den Kram passt. Im Gegensatz zum deutschen System, in dem der schwächere Vorrang hat, gilt hier das Gesetz des stärkeren, Ampeln, Zebrastreifen und Fahrbahnmarkierungen sind wohl nur zur Dekoration da. Und überall - wie auch schon auf dem Campus - alles voller Fahrräder, allerdings alle ohne Klingel und ohne Öl auf der Kette.
An der U-Bahn-Station machten wir auch Bekanntschaft mit dem chinesischen Anstellen, das heißt: Vorne. Es wird gedrängelt und geschubbst und wenn nicht (vielleicht wegen der nahen olympischen Spiele) nicht überall Hilfssherrifs stehen würden, würden die Leute einfach in die U-Bahn drängen, ohne jemanden aussteigen zu lassen. An der U-Bahnstation half mir mein überragendes Aussehen zu einem Fernsehinterview und ich referierte über die Wichtigkeit von Werbung...was sagt man dazu...kaum einen Tag da und schon ein TV-Star. Macht euch aber keine Sorge, auch wenn ich berühmt bin, werde ich euch nicht vergessen. Werde mal zusehen, daß ich die Bilder bekomme und dann poste ich sie auch!
Endlich waren wir - nach einigem Hin und Her - beim Gesundheitsamt oder was auch immer diese Stelle war. Fakt ist, daß wir unsere Medicals da abgeben mußten, um unsere Aufenthaltsgenehmigugen zu erhalten und daß sie schon zu hatte, als wir ankamen. Da es aber erst fünf nach vier war (die hatten seit vier zu) ließen sie sich bequatschen. Als erstes sah es so aus, als ob sie stellvertretend für uns alle nur ein Medical begutachten und uns dann alle "bestehen" lassen, bald stellte sich aber raus, daß es keineswegs so einfach war. Nachdem ich den ganzen Tag gebangt hatte, weil ich mein Brustkorbröntgenbild nicht dabei hatte wollten die Chinesen auf einmal die Testprotokolle aller HIV- und Syphillis-Tests haben, die ja schon auf dem Formular ärztlich bestätigt wurden. Deswegen hatte auch gut die Hälfte von uns dieses Dokument nicht dabei. Nach stundenlangen Diskussionen ließen sie sich dann endlich darauf ein, daß Aachen (beim Hochschularzt lagen die Dokumente ja) einfach alles faxt.
Der Rest des Tages ist schnell erzählt: Ich teilte mir ein Taxi mit drei anderen, ging noch ein wenig durch das Lotus-Center (Supermarkt am Campus, in dem es sogar deutsche 5-Liter-Fässchen gibt), ging wieder Richtung Wohnheim, kaufte noch ein LAN-Kabel zwecks Internet und trank dann die restlichen zwei Bier meiner "Probier-Chinesisches-B ier-Sammlung". Abschließend kann ich sagen, das Tsingtao wirkilch bis jetzt das beste ist, Draft Beer ein wenig ranzig im Abgang ist, King und Yanjing aber auch nicht zu verachten sind.
Jetzt wirds aber Zeit fürs Bettchen! Gut Nacht!
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