Ach ja, und quasi nebenbei bin ich jetzt auch den zweiten Tag in Peking ;-)
Aber man soll ja am Anfang anfangen: Nach einer kurzen Nacht, Spiegelei von Papa (mad props!), einer herrlichen Autofahrt mit Clemi (der in dieser Hinsicht echt keine konstruktive Kritik ertragen kann) und einem ebenso schmackhaften wie sättigendem "Hessenburger" (kein Scheiß!) hab ich Mama und Clemens verabschiedet und bin durch die Sicherheitsüberprüfung getigert. Aufgrund meines terroristischen Aussehens haben sie mich aber genau gefilzt und es piepte an meinem Füßen. Trotz einiger Warnungen meinerseits bestand der freundliche Zollbeamte (oder wer auch immer da beschäftigt ist), daß ich meine Mauken ausziehe und ließ sie extra durchleuchten, während er meine Füße metalldetektierte und sie abtastete...auch zwischen den Zehen...ich sollte viel öfter zur Fußmassage gehen. Aller Erwartungen zum Trotz fand sich zwischen meinen Zehen keine Bombe, und so ließ ich mich am Tor nieder. Dort geschah dann das Unglaubliche: Heinrich rief an ;-) Eine Verkettung unglücklicher Zufälle hatten dafür gesorgt, daß er bei der freitäglichen Besauferei nicht dabei war, in erster Linie lag es aber wohl daran, daß er ein Röckchen trägt! Ich sagte ihm, daß es wohl etwas komplizierter sei, mich jetzt noch persönlich zu verabschieden, aber am Telefon tuts ja auch! Dann stieg ich in den Flieger (A330) und war überascht ob des überaus reichlichen Platzangebotes. Allerdings hatte ich nicht wirklich bedacht, daß man ja zuerst durch die Business-Class geht und so war es doch nicht so reichlich...um ehrlich zu sein saß man mehr als bescheiden, das Videosystem war meiner Meinung nach auch eher mäßig, aber all dies wurde wettgemacht durch die Stewardessen...sorry: Purser! die alle mehr als lecker waren. Der Flug war ein Kooperationsflug von Emirates und Singapore und machte richtig lust auf Asiatinnen ;-) Meinen Fensterplatz - der eh auf dem Flügel war - tauschte ich mit einer jungen Dame, wie ein Flügel aussieht kann ich mir 6 Stunden lang auch vorstellen! Abgesehen vom Essen (s. Bild), das mehr als fürstlich war und dem Unterhaltungsprogramm (Sowohl Fantasic 4 - Silver Surfer als auch Next (warum muß Nicolas Cage in jedem Film rauchen?) kann man in die Tonne treten) war der Flug nicht weiter nennenswert. Ich möchte allerdings noch hinzufügen, daß Dubai wirklich nicht da liegt, wo ich dachte, daß es liegt. Hab ja immer gesagt:"Einfach übers Mittelmeer und schon ist man da..." aber anscheinend hab ich Dubai mit Alexandria/Kairo verwechselt :-))
In Dubai angekommen (von der Hitze hab ich nur die 50 Meter vom Flugzeug zum Bus mitbekommen...reicht auch!) verbrachte ich die 3 Stunden Aufenthalt im Großen und Ganzen mit "Terminal-auf-und-ab-gehen" zwischen schlafenden Indern und Arabern. Inder haben echt geile Schlafstyles, hab mich aber leider nicht getraut, sie zu Fotografieren (von wegen Menschenwürde und so ;-) ). Der dubaier Flughafen ist mal der Hammer, alles sehr nobel und man riecht förmlich das Geld! Nebenbei hab ich den Rest der China-Reisenden aufgesammelt. In einem A340 ging es weiter, diesmal mit Fensterplatz ganz hinten...einfach traumhaft. Auch das Platzangebot war diesmal wesentlich besser, der Monitor gut doppelt so groß wie vorher, allerdings entsprachen die Stewardessen (hakennäsiger Araberinnen, füllige Deutsche, bleiche Britinnen) nicht den bisher gemachten Erfahrungen. Nach einigen Heineken und Whiskey-Cola hatte ich die ausreichende Bettschwere und verbrachte den Flug mehr schlafend als wach, begleitet von Shrek 3 und Kevin Costner (Mr. Elliott...Mr. Robinson...wie auch immer. @Conny: Der ist wirklich wirklich mehr als mäßig...auch mit viel gutem Willen konnte ich diesem Film nicht wirklich was abgewinnen! @Dirk: "John Dorian" hat auch nen Film...der erschien aber so scheiße, daß ich lieber Silver Surfer (s.o.) geguckt habe.).
Um den nächsten Teil etwas kürzer zu gestalten als meinen bisherigen Eintrag: Ausgestiegen (kurz über Myron erschreckt), Formalitäten erledigt, Gepäck abgeholt, Geld abgehoben, von der RWTH-Beauftragten der Tsinghua abgeholt (noch mehr Lust auf Asiatinnen ;-) ), mit dem Bus zur Uni. Beijing empfing uns sehr schwül-warm und dunstig (meine positive Grundstimmung...ich glaube, mittlerweile muß ich zugeben, daß es tatsächlich Smog ist...allerdings (was ich bisher nicht wußte) ist Smog geruchlos, und so - falls man nicht weit gucken will - stört er kaum! ;-) ) Auf dem Campus erstmal Gepäck auf die Wiese und dann ab zum Abendessen (zumindest für meine Gruppe...haha...Suckers!!!) Danach eine Kostprobe chinesischer Bürokratie...es ist alles nicht so einfach hier und dauert lang, was aber - zugegebener maßen - daran liegt, daß wir immer zu 30st und mit minimalen Chinesischkenntnissen auflaufen. Aber: Shouts going out to our Chinese guides...maximum Respect! Ohne die wären wir glaube ich ganz aufgeschmissen! Etwas überaschen war, daß es um 18 Uhr schon stockfinsterste Nacht war...und damit quasi "Bett-Modus" für David! Nachdem ich den Schlüssel bekommen hatte, inspizierte ich mein Zimmer (klein aber mein!), ging zum Supermarkt (Nur das Nötigste: Klopapier, Wasser, Bier) und packte ein wenig aus. Begleitet von CCTV9 (dem internationalen Chinesischen Staatsfernsehen (der einzige Sender, den ich empfange und tatsächlich verstehen kann), der allerdings den ganzen Abend auf die böse EU schimpfte (irgendwas mit Richtlinien für Kindersicherungen für Feuerzeuge, die weniger als 2 Euro kosten, die die chinesische Feuerzeugindustrie zusammenbrechen lassen....?!?)) ließ ich den Abend langsam ausklingen. Zu meinem Zimmer kann man sagen: Klein aber sauber (wie ich heute erfahren habe, kommt täglich die Putzfrau und wechselt jede Woche die Bettwäsche). Das Bett ist wohl eine Spanplatte, mit einem leichten Polster aus Watte (was mich letzte Nacht nicht gestört hat, war aber auch fertig wie ein Schnitzel, da ich aber auf harte Matratzen stehe...schaun mer mal!). Das Bad läßt echte Wohnmobil-Gefühle aufkommen (Vorhang zu, das ganze Ding ist ne Dusche, @Tina: vgl. Guckelsberg (hieß das so???)) und die Klospülung ist etwas gewöhngsbedurftig (der "Spülkasten-ist-voll-Wasser-stopp-Automatik ist kaputt, und so muß man es über den Haupthahn bedienen: Platz nehmen, Hahn auf, ... , spülen, Hahn zu), aber ich empfinde es als äußerst angenehm, von der Dusche aus, alles erreichen zu können (Spiegel, Zahnbürste, ...). Und heute morgen erlebete ich, warum das Leitungswasser nicht unbedingt als Trinkwasser zu empfehlen ist (So wie das riecht ;-) ).
Anyways...ausgeruht und geduscht (ich zumindest...alle anderen...dunno!) trafen wir uns dann heute morgen um 8 (die meisten waren um 8 da ;-) ) und tigerten gen Frühstück. In China scheint man eher herzhaft zu frühstücken, ich allerdings ließ mir das Spiegelei, den French-Toast und den "Dumpling" mit...?!?...irgendwas drin, schmecken. Leider war die Milch keine Milch, da sie jedoch Trinkjoghurt war, konnte man es aushalten. Wir kamen zu dem Ergebnis, daß Sojamilch als Milch scheiße ist, wenn man sich aber vorstellt, daß sie Tee mit Milch ist, durchaus zu trinken ist. Nach dem Frühstück dann "Anmeldung" an der Uni (was war das eigentlich heute morgen genau???), ich habe meinen chinesischen Namen erhalten (宋 泰) und viele viele Formulare ausgefüllt/ausfüllen lassen. Als im Foreign Student Affairs Office alles gelaufen war, drückte mir dir Dame meine Papiere in die Hand und kommentierte das mit:"You are finished...for today...HAHAHAHAHAHAHAHAHA!" Stimmt doch zuversichtlich, oder?
Danach besorgte ich Internet, dann Mensakarte und dann gab es Mittagessen...wieder sehr sehr köstlich, Lauch und Bambussprossen und Chinakohl und Fleisch und und und. Danach machten wir uns erst zum Hauptgebäude. Dazu ging es einmal quer über den Campus, der mir riesig erscheint, allein die Wohnheime sind schon beeindruckend, von machen Instituten, der Sporthalle und dem Hauptgebäude sammt "Prachtstraße" und Park ganz zu schweigen. Am Hauptgebäude erhielten die Restlichen noch ihren Internetzugang und danach ging es mitten in die Stadt.
Endlich vom Campus weg beeindruckte uns sowohl der Verkehr (in Menge und Veranstaltung) als auch die mächtigen Gebäude des Tsinghua-Technology-Parks, direkt vor den Toren der Uni. Die chinesischen Straßen sind wahnsinnig voll - überaschenderweise mit sehr vielen deutschen Wagen (Audi, VW) und jeder fährt gerade, wie es ihm in den Kram passt. Im Gegensatz zum deutschen System, in dem der schwächere Vorrang hat, gilt hier das Gesetz des stärkeren, Ampeln, Zebrastreifen und Fahrbahnmarkierungen sind wohl nur zur Dekoration da. Und überall - wie auch schon auf dem Campus - alles voller Fahrräder, allerdings alle ohne Klingel und ohne Öl auf der Kette.
An der U-Bahn-Station machten wir auch Bekanntschaft mit dem chinesischen Anstellen, das heißt: Vorne. Es wird gedrängelt und geschubbst und wenn nicht (vielleicht wegen der nahen olympischen Spiele) nicht überall Hilfssherrifs stehen würden, würden die Leute einfach in die U-Bahn drängen, ohne jemanden aussteigen zu lassen. An der U-Bahnstation half mir mein überragendes Aussehen zu einem Fernsehinterview und ich referierte über die Wichtigkeit von Werbung...was sagt man dazu...kaum einen Tag da und schon ein TV-Star. Macht euch aber keine Sorge, auch wenn ich berühmt bin, werde ich euch nicht vergessen. Werde mal zusehen, daß ich die Bilder bekomme und dann poste ich sie auch!
Endlich waren wir - nach einigem Hin und Her - beim Gesundheitsamt oder was auch immer diese Stelle war. Fakt ist, daß wir unsere Medicals da abgeben mußten, um unsere Aufenthaltsgenehmigugen zu erhalten und daß sie schon zu hatte, als wir ankamen. Da es aber erst fünf nach vier war (die hatten seit vier zu) ließen sie sich bequatschen. Als erstes sah es so aus, als ob sie stellvertretend für uns alle nur ein Medical begutachten und uns dann alle "bestehen" lassen, bald stellte sich aber raus, daß es keineswegs so einfach war. Nachdem ich den ganzen Tag gebangt hatte, weil ich mein Brustkorbröntgenbild nicht dabei hatte wollten die Chinesen auf einmal die Testprotokolle aller HIV- und Syphillis-Tests haben, die ja schon auf dem Formular ärztlich bestätigt wurden. Deswegen hatte auch gut die Hälfte von uns dieses Dokument nicht dabei. Nach stundenlangen Diskussionen ließen sie sich dann endlich darauf ein, daß Aachen (beim Hochschularzt lagen die Dokumente ja) einfach alles faxt.
Der Rest des Tages ist schnell erzählt: Ich teilte mir ein Taxi mit drei anderen, ging noch ein wenig durch das Lotus-Center (Supermarkt am Campus, in dem es sogar deutsche 5-Liter-Fässchen gibt), ging wieder Richtung Wohnheim, kaufte noch ein LAN-Kabel zwecks Internet und trank dann die restlichen zwei Bier meiner "Probier-Chinesisches-B ier-Sammlung". Abschließend kann ich sagen, das Tsingtao wirkilch bis jetzt das beste ist, Draft Beer ein wenig ranzig im Abgang ist, King und Yanjing aber auch nicht zu verachten sind.
Jetzt wirds aber Zeit fürs Bettchen! Gut Nacht!
Dienstag, 11. September 2007
Mein erster Blog...wie aufregend!
Veröffentlicht um
15:27
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1 Kommentar:
JUHUH!!! ERSTE!!!
Freut mich dass du gut angekommen bist! und interessant was du schreibst!!
ich bin auch neues gespannt!!
Viele grüße aus dem kalten Maybach!!
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