Hallo allerseits,
habt ihr mich schon vergessen oder wißt ihr noch, wer ich bin ;-) Jetzt ist es ja fast auf den Tag genau einen Monat, daß ich zum letzten mal geschrieben habe, es wird also höchste Zeit. Einerseits ist nicht so viel wahnsinnig spannendes passiert, andererseits war ich in letzter Zeit auch verschärft schreibfaul, musste für die Uni so viel schreiben in letzter Zeit, da hatte ich dann keinen Bock abends noch zu bloggen. Als erstes möchte ich auf einen früheren Blogeintrag bezug nehmen, ihr erinnert euch bestimm, daß einer meiner Profs immer und immer und immer wieder "for example" sagt. Ich habe da mal eine wissenschaftliche Messung durchgeführt, das Ergebnis seht ihr auf dem Bild. 304 "for example"s in 37 Minuten...das sind mehr als 8 "for example"s pro Minute oder fast alle sieben Sekunden ein "for example"! Und da soll man dann zuhören!!!
Anyways. Die vier großen Highlights des letzten Monats waren "China Coal and Mining", "Hyundai Exkursion", "Vogelnestbesichtigung" und "Shanghai". Auf die "China Coal and Mining" bin ich gegangen, um mich mit dem Bruder von Herr Vogels Freundin zu treffen. Habe mir dafür extra einen Maßanzug machen lassen, der Bub hat ja nichts zum anziehen hier. Ist ganz cool, habe ein Hemd, eine Hose, eine Jacke und Krawatte für 98 € erstanden, ich finde es sieht schweinemäßig gut aus, außerdem ist es mein Eintritt in die Welt der Reichen und Schönen ;-) Also, Anzug an und dann zur C.C.M. Wurde dort am Eingang von Herrn Gräf abgeholt und bin mit ihm über das Gelände gegangen - alles voller geiler Riesenmaschinen - zum Stand seiner Firma. Die machen so Hydraulik-Sicherheits-Elektronik-Kram für Bergwerke, und ihr Hauptmarkt ist wohl China. wir haben uns aber eher über China im allgemeinen unterhalten, er hatte wirklich viel zu erzählen und es war sehr nett. Irgendwann kam dann noch ein ehemaliger Kollege von ihm, 75 Jahre alt und seit 1976 regelmäßig in China. Der hatte dann so richtig was zu erzählen. Bin dann noch zum essen eingeladen worden mit den zwei Herren, zwei Mädels aus dem Beijing-Büro der Firma (immerhin zwölf Mitarbeiter hier), der Juniorchefin und ihrer Freundin (die allerdings etwas angeschlagen waren, hatten sie doch den Vorabend im Hard-Rock-Cafe verbracht) und irgendwann stieß dann auch noch der Chef hinzu. Hat mir viel Spaß gemacht, alles nette Leute und viel zu erzählen. Nach dem Essen sind wir wieder zum Stand zurück, allerdings ging da gerade der Abbau los weil die Messe zu ende war, also verabschiedete ich mich und ging aus dem Weg.
Mit unserem Production Management Kurs sind wir auf Exkursion gefahren, erst zur Yanjing-Brauerei und dann zu Hyundai. Das sind nämlich die zwei Sachen, die wir Deutsche von den Chinesen lernen können: Bier brauen und Autos bauen ;-). Die Brauerei war mäßig interessant, erst ein 20-minütiger Werbefilm auf Chinesisch, dann ein Rundgang durch die Brauerei, allerdings ohne Erklärungen. Allerdings hat man sowas ja schon ein paar mal gesehen, schöner und besser. Danach gab es noch Bier aus Pappbechern, es war aber kalt und nach einer langen Nacht im Propaganda ein willkommenes Konterbier. Danach ging es ins Autowerk, wieder mit Werbefilm und dann führte uns ein Ehemaliger unserer Uni ein wenig rum. Alles in allem auch mit wenig Tiefgang und auch nur um einen Eindruck zu bekommen. Ich fand es aber beeindruckend, das ist ein supermodernes Werk, alles steht voller Roboter und das meiste geht Automatisch. Maschinen bauen Maschine...so sollte es sein :-)
Ja und dann wurde mir ja eine besondere Ehre zu teil, dafür muß ich aber etwas ausholen. Ich nehme ja an einer Sprachschule noch Chinesischstunden. Unsere nette Chinesischlehrerin Wendy kam irgendwann auf uns zu und fragte uns, ob wir einen Text überarbeiten könnten. Ein Freund ihres Onkels (oder so ähnlich, ich steig da nicht mehr durch, erst dachte ich es sei ihr Onkel selber, auf jeden Fall sind sie wohl sehr vertraut miteinander!), ein Doktor der Architektur (das haben sie immer und immer wieder erwähnt!) hat eine eigene Firma, die Membrankonstruktionen entwickeln, planen und bauen. Eigentlich ganz cool, die sind hier ich China wohl wirklich groß und haben auch irgendwelche Softwares entwickelt. Auf jeden Fall hat diese Firma eine Homepage, die es demnächst auch auf englisch geben soll. Ein Mitarbeiter der Firma hatte diese Texte schonmal von Chinesisch auf Englisch übersetzt, da stellten sich einem aber echt die Nackenhaare auf..."Chinglish" halt...oder einfach von nem Programm übersetzen gelassen. Ich erklärte mich also bereit, mich darum zu kümmern, stellte aber bald fest, daß das wohl nicht so einfach ist. Der Text war tatsächlich nur eine Aneinanderreihung von Wörtern, die auf Chinesisch bestimmt Sinn ergaben, auf Englisch aber keinesfalls. Da war dann die Rede von irgendwelchen "sexual materials" die besonders gutes "Burkina Faso" haben. Ich schlug also vor, mich mit dem Kerl direkt zu treffen. Wie jedes gute Geschäftsmeeting fand auch dieses Treffen mit wenig beziehungsweise gar keinen Klamotten statt, wir trafen uns nämlich zum Schwimmen (?!?). Nachdem der "Onkel" (ich werde ihn einfach so nennen, ist einfacher und jeder weiß, wer gemeint ist!) seine Bahnen geschwommen und ich ein wenig geplanscht hatte, gingen wir in die Sauna, die auf chinesisch auch reichlich whack ist. Erstmal nimmt man sein ganzen Gerödel mit, dann schmeißt man erstmal zwölfeinhalb Tonnen Wasser auf die Steine und dann setzt man sich mit dem nackten Arsch auf das Holz...wenn man nicht David ist...ich hab mich fein auf mein Handtuch gesetzt und gehofft, daß es "arschbakterienfest" ist. Danach gingen wir dann über den Text, oder über einen Teil, es brauchte noch ein weiteres Treffen, bis die Katze im Sack war. A long story short, der Onkel war wohl sehr begeistert von meinen Englischkenntnissen und fand mich "very hard working" und wir sind jetzt beste Freunde. Da dachte ich mir, fragste dochmal, ob die nicht was mit dem Olympiastation zu tun haben, wenn sie schon überall Zelte aufbauen. Und wie es der Zufall wollte, haben sie. Er machte ein paar Telefonate und brachte uns (Wendy, Moritz und mich) tatsächlich auf dei Baustelle. Ich bin ja ein großer Fan dieses Stadions und finde es echt schön. Es war zwar bitterkalt, aber es war trotzdem cool, mal das Ding aus der Nähe bzw. von innen zu sehen, sonst kann man es ja von der Straße aus durch den Bauzaun mehr erahnen als sehen. Aber überall wieder gruselige Sachen. Da sind Löcher im Boden, bei denen in Deutschland wenigstes ein Hütchen stehen würde, der Audruck "Watch your Step" ist keine höfliche Floskel sondern eine überlebensnotwendige Warnung und überall wird gepfuscht (s. Fotos). Da war einer mit einer Sprühpistole am Träger lackieren, zwar schön mit Sicherheitsausrüstung und Atemschutzmaske, allerdings war 15 Meter weiter einer am Schweißen...da hab ich mir gedacht "gehste mal schnell weiter". Trotzdem war es sehr geil und beeindruckend, wenn das Stadion von innen auch nicht so groß wirkt wie es tatsächlich ist.
Mittwoch, 28. November 2007
Endlich ich mal wieder!
Veröffentlicht um
07:46
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1 Kommentar:
Aber wirklich nur gepfuscht! Bei dem Stadion sind die Stahlträger außen ja alle kreuz und quer durcheinander!!!
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