Hallo Sesam'n
Nachdem wir am Freitag Abend endlich unser PM-Labor hinter uns gebracht hatten, stiegen wir ins Taxi und fuhren zum Botanischen Garten bzw. zum Wofosi-Tempel zu unserer DAAD-Veranstaltung "Karrierewege". Leider waren wir etwas spät, und so war das offizielle Abendessen schon in vollem Gange. Das Hotel liegt im botanischen Garten direkt an einer alten Tempelanlage und war wohl ein Palast oder ein Teil des Tempels, jedenfalls ist das ganze Hotel sehr sehr oldschool und besteht aus den typischen, ineinander verschachtelten Innenhöfen. Leider hatte ich meine Kamera vergessen, guckt euch einfach Bilder vom Sommerpalast oder von der verbotenen Stadt an, dann könnt ihr euch ganz gut ein Bild machen. Nach dem Abendessen hingen wir erst ein bisschen rum und kassierten Reisepauschale (100 Yuan für 30 Minuten Taxifahrt...pas mal!), entschieden uns aber dann fürs Bowlen, was meinerseits mit mäßigem Erfolg abgewickelt wurde. Danach war allgemeines Kennenlernen und "Schütten". Wir waren eine Gruppe von ca. 60, bunt gemischt nach Städten und Studienrichtungen, wobei eine große Gruppe von Architekten dabei war, natürlich viele Sinologen und eine 15 Mann starke Abordung von uns "Öchern". Am Samstag Morgen gingen dann nach dem Frühstück die Vorträge los. Ich war zunächst bei "Managing Projects and Time", war ganz nett, cooler Vorträger, allerdings wenig konkretes. Und daß Projekte rechtzeitig fertig werden müssen und man dazu am besten einen Plan macht, das hab ich mir schon fast selber gedacht. Aufgelockert wurde das ganze durch Gruppenspiele, wenig nützlich aber ganz nett im Ganzen. Danach dann Gruppenfoto und Mittagessen, danach dann die zweite Charge Vorträge. Ich ging spaßeshalber zu "Diplomatischer Dienst", stellte aber fest, daß das für Ingenieure wenig relevant und für mich persönlich wenig interessant ist. Irgendwo in Kasachstan sitzen und im Kulturreferat zu arbeiten...naja, das sollen Leute machen, die das besser können :-). Danach fand dann noch eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Entwicklungshelfer oder Wirtschaftsflüchtling" statt, wenig gehaltvoll, eher eine Selbstbeweihräucherung der Diskutierenden ("Ich habe da und da das und das Stipendium gekriegt und dann da und da das und das..."), besonders hervorheben möchte ich, daß die Beantwortung der Aufforderung "Bitte sagen sie in einem Satz, was ihnen in China persönlich Halt gibt" für fünf Personen circa 30 Minuten dauerte...verdammt lange Sätze ;-). Danach war das Abendessen, was - wie die anderen Essen an diesem Wochenende - sehr chinesisch-nobel und sehr gut war, wenn ich auch ein Wenig das Fleisch vermisst habe. Danach fuhren wir dann mit dem Bus, der die "Nicht-Tsinghualer" zum Hotel gebracht hatte nach Wudaokou (der Distrikt, der sich um unsere Uni erstreckt) und gingen zunächst alle Mann (und Frau) ins altbekannte Lush, Fabian, Henning und Ich setzten uns aber nach Sanlitun (Party-Viertel) ab und gingen ins ebenfalls altbekannte Cargo :-)
Am nächsten Morgen fand dann ein Vortrag eines chinesischen Journalisten statt, der eine Zeit in Deutschland gelebt hat, war ganz nett, aber soetwas ist wohl eher für Chinesen interessant. Danach wurden dann noch Fragen gestellt. Unglaublich, auf wie viele Arten und mit wie vielen Formulierungen man fragen kann nach Einschränkungen der Pressefreiheit und Industriespionage, allerdings wurden alle Leute entäuscht und der Journalist entzog sich der Beantwortung...aber was denken die denn auch!?! Danach machten wir noch einen Spaziergang in den Botanischen Garten, den ich ja schon kenne (der aufmerksame Leser wird es wissen ;-) ), diesmal gingen wir jedoch auch ins Arboretum, einen Teil, den ich nicht kannte, da er das letzte mal schon geschlossen war.
Zwischendurch @ Conny: Brauchs gar nicht so anzugeben, bei uns hat es auch geschneit!!!
Gestern habe ich versucht, meine Chinesischlehrerin Franzi zu beeindrucken und ihr nach Mama Sontheims Originalrezept Kartoffelsalat gemacht. Erste Hürde war das Einkaufen, es ging bei den Kartoffeln los. Nachdem ich eine gute halbe Stunde nach einem Netz oder einer Kiste Kartoffel gesucht hatte, fand ich endlich Kartoffen, abgepackt in Styroporschälchen, paarweise (???). Da es nur eine Sorte gab stellte sich die Frage nach festkochend oder nicht überhaupt nicht. Salz und Öl war einfach, Essig und Pfeffer weniger, schließlich hatte ich jedoch alles gefunden. Für den Salat weihte ich auch mein geerbtes Induktionskochfeld ein, ich muß sagen, das geht gut ab. Macht zwar ein bissl Krach weil da wohl ein Lüfter eingebaut ist, aber sonst: Topf drauf, anschalten, kocht! Der Kartoffensalat war sogar einigermaß
en gelungen, zwar zerfielen die Kartoffeln und es wahr eher Kartoffelbreisalat und meinentwegen hätte noch mehr Salz, Pfeffer, Essig und Öl drangekonnt, Franzi schlug jedoch schon die Hände beim ersten von drei Würzen über dem Kopf zusammen, hat dann aber doch zwei große Portionen gegessen. Die Reste gingen an Gero, der seither davon schwärmt...also kann es so schlimm nicht gewesen sein.
Gestern schlug dann der Husten vollends zu, der sich das ganze Wochenende schon angeschlichen hatte, ich hustete mehr als daß ich schlief letzte Nacht, weswegen ich heute nach Chinesisch in die Klinik ging und mir Tabletten hab geben lassen. Und jetzt schmeiß ich Teile und hoffe, daß ich bald gesund werde. :-)
Drückt mir die Daumen, Shoutz to my peepz!
Donnerstag, 13. Dezember 2007
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13:48
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1 Kommentar:
Uhu, der irre Kochgrinch am Werk, so wies auf dem Bild aussieht!
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