Dieser Eintrag hat zwar überhaupt nichts mit der Überschrift zu tun, aber das macht ja nichts. Vorletztes Wochenende war ich Gero a.k.a. König Dickbauch a.k.a. Herr Bimmermann besuchen in Köln, um der Prinzenproklamation seines Kumpels beizuwohnen. Da ich ja ein berüchtigter Faschings-Fan bin, war ich auch (fast) der einzige, der dort ohne Kostüm ankam (mal ganz abgesehen von dem jecken Hut!). Naja, Party war ganz ok, Kölsch lief und mitten in der Nacht haben wir noch große Diskussionen geführt.
Diese Woche war ich endlich in der Skihalle hier in Landgraaf (einmal über die Grenze). Ganz schön krass, was das für ein Komplex ist. Man muß auch nichts mitbringen, weil sie alles bis zur Skihose und warmen Jacke dort haben. Das einzige, was ein wenig nervt sind die Lifte, die schon arg langsam sind, so daß man (ich!) fünf Minuten hoch fährt und in 30 Sekunden wieder unten ist. War aber trotzdem ganz witzig, die ganzen Snowboard-Noobs zu ärgern, die von den Segelfliegern noch mitgekommen sind. Bilder sind ->, Videos <-.
Ach ja, dann hat sich der Gero noch ein wenig künstlerisch betätigt und den ultimativen Daniel-Comic erstellt, den es hier gibt (einfach durch die Rapidshare-Seite klicken)
Donnerstag, 27. November 2008
Es weihnachtet sehr!
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11:27
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Donnerstag, 13. November 2008
ATEC
Heute war die "Aachen Technology Entrepreneurship Conference". Das bedeutet, daß es auf Schloß Rahe Vorträge zu Patentrecht, Existenzgründung und Innovationen in den Feldern "Automobil", "Energie" und "Mobile Telekommunikation" Vorträge gab. Für mich bedeutete das: Zwei warme Mahlzeiten in noblem Ambiente, einen Anlaß, den feinen Zwirrn anzuziehen und am Ende "All You Can Drink"...und das alles für 5€! Danach hatten wir dann noch ein wenig Spaß vor dem neuen Vorzeigebau in Aachen, dem Super-C. Das Ergebnis gibt es (wie immer) rechts!
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23:19
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Sonntag, 2. November 2008
Fette, fette Party...
...im Bitburger Bunker mit Skunkfood. Bilder morgen oder so wie immer rechts :-)
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17:45
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Dienstag, 14. Oktober 2008
Wandertour
Hey allerseits, it's me again, biatches!
Hab mir gedacht, ich halte euch trotzdem auf dem Laufenden :-)
Waren am Wochenende wandern, war supergut, zusammen mit Moritz aka. Henning, Phillip aka. Sebse, Jonas aka. Blabbermouth und Brasi aka. sein richtiger Name. Haben am Samstag Morgen erst bei Moritz und Sebse gefrühstückt und sind dann mit dem Bus nach Kornelimünster gefahren. Von da ging es dann 14 km durch den Wald nach Roetgen, wo wir Mittagspause gemacht haben. Von dort dann weiter über die belgische Grenze ins Hohe Venn, ein Hochmoor. Dort haben wir dann erst eine Bierpause gemacht und sind dann Kilometer über Kilometer auf schnurgeraden Wegen entlanggelaufen, was etwas auf die Stimmung drückte. Am Abend haben wir dann zwischen Mützenich und Monschau ein schönes Wäldchen gefunden und unsere Zelte aufgebaut. Moritz und Jonas sind in die Sportsbar (zum kacken und Fußball gucken), während wir anderen drei im Lager geblieben sind. Am nächsten Morgen waren wir dann alle etwas unmotiviert und sind mit ach und Krach nach Monschau gekommen (eine sehr schöne Stadt), wo wir erstmal Pause gemacht und Eis gegessen haben. Dann aber sind wir die 20 Kilometer mehr oder weniger durchgeballert bis nach Einruhr am Ruhrsee, wo wir Pommes gegessen haben und dann den Bus zurück nach Aachen genommen haben!
Bilder gibts unten!
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17:10
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Mittwoch, 1. Oktober 2008
Letzte Meldung
Also, ich habe jetzt den Rechner wieder und die restlichen hunderttausen Bilder hochgeladen...zieht sie euch rein!!!
再见!
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18:13
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Montag, 26. Mai 2008
Die coolsten Säue aus dem Automotive Department
Wir hatten heute unsere "Graduation Pictures". Wußten nicht so richtig, was uns erwartete, deswegen haben wir uns (fast) alle in Schale geworfen. Es wurden dann aber nur Portraitfotos gemacht, also beschlossen wir, noch eine Runde um den Campus zu drehen und selber noch ein paar Bilder zu machen. Wer möchte, guckt sie hier an!
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08:05
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Donnerstag, 22. Mai 2008
Chongqing Nachtrag
Die Bilder der DAAD-Konferenz sind auf der Homepage von Frau Feldmann
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07:44
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Mittwoch, 21. Mai 2008
Meine erste Dienstreise!
Nachdem ich nach Japan einen Tag hatte, um Wäsche zu waschen stieg ich vorletzen Sonntag wieder in den Flieger nach Chongqing, um unsere Gruppe bei der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) zu vertreten und einen Vortrag (mit einem Chinesen zusammen, der letzes Jahr mit dem Programm in Deutschland war) über unsere persönliche Meinung des Programmes zu halten. Vielleicht kurz zur Vorgeschichte: Ich bekomme zwar kein DAAD-Stipendium, allerdings stehe ich auf dem E-Mail-Verteiler des DAAD und vor zwei Monaten ging eine Mail herum, daß der DAAD uns gerne zum Abendessen einladen würde und wir doch bitte einen Ansprechpartner aussuchen sollten. Da ich der Erste war, der sich rührte, laufe ich seitdem beim DAAD als RWTH-Tsinghua-Kontakt und war so die erste Wahl. In Chongqing war es sehr warm (28°) und sonnig und ich nahm ein Taxi zum Hilton, wo die Konferenz stattfinden sollte. Ich war der einzige, der sein Ticket selbst organisiert hatte (weiß der Geier, warum das der DAAD nicht für mich auch gemacht hat) und war der erste von allen, der im Hotel war. Dort ging ich souverän an die Rezeption, nur um festzustellen, daß es keine Reservierung für mich gab und daß sie auch nichts davon wußten, daß ich das Zimmer gezahlt bekomme. Nach einem kurzen Blick auf die Preisliste (200$ pro Nacht) sagte ich, daß ich doch lieber auf die anderen warten würde, versuchte zwar sie zu erreichen, aber es waren wohl alle im Flugzeug. Also machte ich einen Rundgang durch die Stadt, sehr interessant, alle Leute machten alles draußen, an den Kreuzugen saßen sie unter den Bäumen und ließen sich massieren, pediküren und die Haare schneiden. Chongqing liegt mitten in den Bergen am Jangtse und es ist wirklich beeindrucken, wie sich die Hochhäuser an den Hängen gen Himmel recken. Nach zwei Stunden waren dann alle vom DAAD im Hotel und ich bekam auch ein Zimmer (die Reservierung war irgendwie unter dem falschen Namen gelandet). Das Zimmer war wieder ein Traum, ein riesiges Bett, ein großer Schreibtisch, im 16. Stock mit Blick über die Stadt. Abends gab es noch einen Empfang, zu dem "mein" Chinese so erschien, wie er im Hotel angekommen war (Jogginghose, Turnschuhe, Schmuddelhemd). Er wirkte zwischen den ganzen Anzugträgern etwas deplaziert (ja, auch ich hatte den feinen Zwirn an, wenn auch ohne Schlipps) und ich hoffte, daß er morgen auf der Tagung nicht so erscheint! Nachdem wir das Buffett geräubert hatten, gingen wir kurz aufs Zimmer und machten die letzten Vorbereitungen für unseren Vortrag, danach legte ich mich ins Bett, guckte ein wenig Desperate Houswives und schlief dann sehr gut. Am nächsten morgen nach dem Frühstück ging ich auf die Konferenz, zunächst war ich sehr erstaunt, daß ich mit allem Zipp und Zapp im Programm stand (Bilder folgen) und ich mit Tischkärtchen und Namensschild in der ersten Reihe saß. Die Tagung war ok, stellenweise nicht so interessant für mich, stellenweise aber doch sehr gut zu hören, was für eine Organisation hinter so einen Projekt steckt und wie man sich mit Bürokratien auf beiden Seiten herumschlagen muß. Beim Mittagessen sprachen mich zwei Mädchen an, ob ich der deutsche Botschafter sei, als ich das verneinte, sprachen sie auf chinesisch darüber, wie hübsch sie mich fänden und waren sehr erstaunt, als ich mich auf chinesisch bedankte :-)). Ja, nach dem Mittagessen waren dann wieder Vorträge, und während des zweiten Vortrages fing auf einmal das Bild vom Projektor auf der Leinwand an zu wackeln. Ich guckte, wer da denn am Beamer rumspielt, sah aber niemanden. Dann fing schon das Wasser in den Gläsern an zu schwappen und der Stuhl zu wackeln und es ging ein Geraune durch den Saal, bis endlich jemand das Wort Erdbeben in den Mund nahm. Trotz aller guten Ratschläge beschloss ich, mich nicht unter den Tisch zu setzen oder in den Türrahmen zu stellen, sondern - wie alle anderen - rauszugehen. Es war ein ganz komisches Gefühl, alles wackelte, zwar nicht wirklich doll aber immerhin. Ich schaffte es, trotzdem Ruhe zu bewahren und ging vor das Hotel, während Chinesen panisch schreiend an mir vorbeirannte. Vor dem Hotel sprangen sie dann alle in Taxis...naja! Und auch wenn es aufgrund der aktuellen Situation arg sarkastisch ist: Ich war ein bisschen froh, daß es ein Erdbeben gab. Ich hatte mit Fabian vor Japan schon immer rumgewitzelt, daß wir da schon auch ein Erdbeben mitmachen wollen (wo, wenn nicht dort), und als wir den zweiten Tag in Osaka waren und von dem Erdbeben in Tokyo hörten, waren wir fast ein bisschen traurig. Irgendwann lotste uns Herr Hase-Bergen (der DAAD-Chef) wieder ins Hotel, viele chinesische Teilnehmer hatten es zum Anlaß genommen, die Tagung frühzeitig zu beenden. Am späten Nachmittag hatten wir dann unseren Vortrag, ich glaube er hat allen gut gefallen, nachdem die bisherigen Vorträge alle etwas trocken waren hatten wir sie spätestens mit Bildern von Krippenspiel und Feuerzangenbowle für uns gewonnen. Danach ging es noch mit dem DAAD zum Abendessen, wir gingen von der Straße ins Restaurant und dann ein Stockwerk runter und saßen dann in einem Raum auf der dem Eingang gegenüberliegenden Seite, direkt am Fluß. Die Kellnerin sagte uns, daß das eigentlich der elfte Stock des Gebäudes ist, die Hügel sind so steil, daß man ganz oben und ganz unten das Gebäude betreten kann, nur eben von unterschiedlichen Seiten. Nach einem kurzen Spaziergang und einem Bierchen im deutschen Biergarten (die Konferenz war teil der deutschen Promenade, die derzeit durch China tourt um die deusch-chinesische Zusammenarbeit zu promoten) ging ich ins Bett und flog am nächsten Mittag wieder nach Peking.
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07:03
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Kyoto
Wie schon gesagt war uns Kyoto wärmsten empfohlen worden, also beschlossen wir, am vorletzten Tag dort hin zu fahren. Wir nahmen den JR-Zug von Osaka Station und waren knappe eineinhalb Stunden später in Kyoto, wo ich dann bereute, meine Sonnenbrille im Hotel gelassen zu haben. In Fabians Reiseführer war ein Rundweg vorbei an den Hauptsehenswürdigkeiten beschrieben, den wir gehen wollten. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt gingen wir vorbei an Volvo-Händlern, dem Hyatt und putzigen kleinen Häuschen und sahen die ersten Tempel und Schreine, für die Kyoto berühmt ist. Zunächst mußten wir einen Berg hinauf gehen, erst durch einen Tempel (kein Teil des Rundwegs, aber wir improvisierten) und dann über einen riesigen Friedhof. Besonders schön fand ich den zweifarbigen Wald, der die umgebenden Hügel bedeckte. Nachdem wir unterwegs noch einen putzigen kleinen Tempel entdecken erreichten wir schließlich Punkt eins der Tagesordnung, den Kiyomizu Dera. Am Eingang des Tempels konnta man extra bezahlen und in den Keller gehen (vorher Schuhe aus). Dort ging es dann durch einen dunklen Gang (wirklich stockdunkel...man konnte nix sehen!!!) geleitet von einem Handlauf bis zu einem heiligen Stein, der nur durch ein Lock in der Decke sehr effektvoll beleuchtet war...es war fast ein bisschen Gruselig, aber sauwitzig, als man nach drei Minuten in dem Gang 50 mal abgebogen war und der Stein auf einmal wie in der Luft zu schweben schien. Nach diesem Erlebnis betraten wir den - sehr vollen - Tempel, der am Stadtrand schon fast im Wald liegt. Es war sehr voll aber die Anlage ist wirklich sehenswert, die Haupthalle ist an einem bewaldeten Hang errichtet, gestützt von einer mächtigen Holzkonstruktion. Als wir alles angeguckt hatten folgten wir wieder dem Rundweg, zunächst ging es durch sehr volle Gässchen, in denen Souvenierhändler dicht an dicht standen. Zu meiner großen Überaschung sah ich eine Gruppe junger Damen in traditionell japanischen Gewändern, die aber chinesisch sprachen. Wir gingen weiter durch die wirklich putzigen Gässchen und es wurde bald ruhiger. Als wir wieder auf größere Straßen kamen, trauten wir unseren Augen kaum, vor uns an der Rikscha-Haltestelle standen sechs Geishas. Wir hatten vorher schon davon gesprochen, daß es ja toll wäre, eine zu sehen, allerdings schätzen wir unsere Chancen eher gering ein, gibt es doch nur 200 Geishas in Kyoto und weitere 100 im restlichen Japan. Wir machten viele Fotos und beschlossen, daß wir keine 3000 (kein Schreibfehler!) für eine Dame ausgeben wollten (sie hätte uns wahrscheinlich eh nicht bespaßt, man braucht einen Bürgen, der einen vorstellt) und gingen weiter in die Ishibei-koji, angeblich die Schönste Straße Kyotos. Sie war auch wirklich schnuckelig, ein kleines Gässchen, links und rechts Restaurants und Gasthäuser, allerdings alles ausgesprochen ruhig. Die Häuser waren so, wie man sie sich vorstellt, viel Holz und Bambus, alles traditionell japanisch aber sehr modern wirkend. Leider habe ich anscheinend vor lauter gucken vergessen, euch ein paar schöne Fotos zu machen, werd den Fabian mal anhauen, ob er gute hat, die lade ich dann noch hoch. Da wir zwischendurch unseren Rundweg verlassen hatten, verloren wir zwischenzeitlich die Orientierung, versuchten den Weg wiederzufinden und beschlossen nach vielem Hin und Her einfach das, was wir versucht hatten, zu vermeiden, nämlich einfach den Weg zurückzugehen, den wir gekommen waren. Nach einem weiterem Tempel, den wir nur von außen beguckten ging es durch den nahen Park (auch wieder eher ungeplfegt...) zum Chion In, einer sehr eindrucksvollen Tempelanlage. Den Eingang bildet ein großes Tor nach dem es eine große Treppe den Hügel hinaufgeht. Oben stehen dann mehrere kleine Gebäude und eine große Gebetshalle. Bevor man diese betritt, muß man die Schuhe ausziehen und kann dann auch auf Stegen um das ganze Gebäude herumgehen. Nächste Station (und letze auf der Liste des Rundweges) war der Shoren In, ein Kloster, das nun wirklich typisch Japanisch war. Am Eingang waren die Schuhe auszuziehen und dann ging es in niedrige, aber sehr luftige, mit Bambusmatten ausgelegte Räume. Dazwischen waren Reispapierwände in dunklen Holzrahmen und es öffnete sich der Blick über einen Garten mit Wasserfall, Kois im Teich, Bonsais und einem Bambuswäldchen. Nachdem wir das lange angeguckt hatten (und ich auf der Gartenbank einnickte während ich auf Fabian wartete), stärkten wir uns kurz. Mittlerweile war Fabian so vom Heuschnupfen geplagt, daß wir beschlossen, so langsam den Rückweg anzutreten. Da unser Zug eh dort abfuhr, beschlossen wir noch, die Kyoto-Station anzugucken, ein wirklich futuristisches Bauwerk. Von unten wirkt es gar nicht so beeindruckend, wenn man allerdings auf einer der großen Treppen an den Stirnseiten steht oder auf dem Skywalk die Bahnhofshalle im elften Stock überquert, wirkt das ganz anders. Als wir uns sattgesehen hatten, stiegen wir fertig wie die Schnitzel in den Zug und fuhren zurück nach Osaka.
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06:39
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Dienstag, 20. Mai 2008
Osaka
Natürlich hatten wir es - angesichts der Versprechungen der Homepage und unserer eigenen Vorstellungen - relativ eilig, in unser Nobelhotel zu kommen. Wir knippsten noch ein wenig unseren Zug (Fabian muß immer Bilder für seinen Dad machen, der macht in Züge) und fuhren dann wieder stundenlang (die Städte sind alle so riesig und das Bahnnetz sehr verworren, weil sie zum Teil von privaten Firmen sind) durch das sonnige und warme Osaka, bis ins Hafenviertel. Der ehrlichkeit halber muß gesagt werden, daß das Hyatt sich nicht wirklich in Top-Lage befindet, etwas außerhalb, aber eben direkt am Messe Zentrum und am World Trade Center. Von der U-Bahn-Haltestelle betraten wir das Hotel durch den etwas schäbigen Hintereingang, fanden uns dann aber in einem Hotel wieder, das keine Wünsche offen lässt. Vorbei an der Manhattan-Bar und das Frühstücksrestaurant gingen wir an die Rezeption, die sich in der großen, offenen, sehr gediegenen aber doch modernen Halle befindet. Als wir dort unsere Reservierung zeigten wurde uns mitgeteilt, daß wir doch bitte - als Regency Club Gäste - in die Lounge im 26. Stock fahren sollten, wo unser Check-In stattfinde. Sofort kamen auch zwei Angestellte, die uns mit dem Gepäck halfen. Im 26. Stock dann mußten wir nicht an einer schnöden Theke stehen um einzuchecken sondern nahmen vor einer jungen Dame platz, die uns begrüßte und die Formalitäten regelte. Zum Schluß gab sie uns noch einen Zettel, und erklärte uns, daß es von 7:30 Uhr bis 10:30 Uhr Frühstück gäbe, Tee sei dann von 10:30 Uhr bis 17:30 und danach dann zwei Stunden Cocktails, in genau der selben Lounge, vor der wir saßen und in die wir schon mit großen Augen schielten. Auf der Reservierung stand, daß das Frühstück inklusive sei, daher fragten wir sie, ob das denn stimme, woraufhin sie antwortete, daß alles, was sie uns gerade erklärt hatte, inklusive sei. Vor allem die Cocktail-Stunden bewirkten bei mir einen inneren Freudenhüpfer. Wir nahmen also unsere Schlüssel/Karten und gingen mit den zwei Herrschaften, die unser Gepäck hatten in den 14. Stock, wo wir ein herrliches Eck-Appartement hatten. Die Tür ging auf und wir konnten unseren Augen kaum glauben. Ihr könnt es euch alle auf den Bildern angucken, aber trotzdem möchte ich es doch ein wenig beschreiben. Die Tür herein auf der rechten Seite befand sich die Minibar, rechts ab ging ein langer Flur, links mit Schuhregal, Kommode und einem riesigen Spiegel, rechts hinter riesigen verspiegelten Schiebetüren das Bad. Der Flur endete in einem Kleiderschrank/Ankleidezimmer, mit fast bodenlangen Fenstern durch die man über das Messezentrum und den Hafen blicken konnte. Das Bad war riesig, auf der linken Seite die Badewanne ("leider" nur eine ganz normale), allerdings mit Fenster, aus dem sich der gleiche Blick bot wie aus dem Ankleidezimmer. Dann ein großer Waschtisch mit zwei Waschbecken, komplett ausgestattet mit Fön, Radiowecker, Q-Tips, Waage, Telefon und was es sonst noch alles gibt. Danach dann die Dusche, eigentlich nichts besonderes, aber riesig. Daneben dann das Klo, natürlich beheizt und mit Unterbodenwäsche. Und dann, an der Wand, eines meiner Highlights: Ein kleiner Drehregler, mit dem man die Lautstärke des Fernsehers (der im Zimmer stand) für das Bad regeln konnte. Zwar nicht so cool wie ein Fernseher auf dem Klo, aber immerhin! Nahm man nicht den Flur, sondern ging direkt geradeaus weiter kam man in das Zimmer, die linke Wand eingenommen von einer großen Anrichte, auf der ein riesiger Flachbildfernseher stand, mit DVD Player und Pay-Per-View Kino (auch schmutziges ;-) ) Daneben befand sich dann die Sitzecke, also ein Runder Tisch mit vier Stühlen und einem Sideboard mit Telefon. Dahinter dann die große Fensterfront, die zwei der Wände des Zimmers umspannte und durch die man ein herrliches Panorama der Flußmündung und des Hafens in Richtung Innenstadt im schönsten Sonnenschein erblicken konnte. Natürlich noch die zwei großen Betten (da konnte man aber auch drin schlafen!) und noch ein Sessel mit Beistelltischchen und Leselampe. Zwischen den Betten auf dem Nachttisch stand eines dieser typischen Lichtschalter-Wecker-Radio-Geräte, der Clou war allerdings, daß es auch einen Knopf für die Vorhänge hatte. Mir ist es ja lieber, ohne Vorhänge zu schlafen, weil ich dann von der Sonne (mehr oder weniger) wach werde, Fabian macht sie aber lieber zu. Ich fand es aber toll, nach dem Aufwachen nur einen Knopf zu drücken, und die Sonne herein zu lassen ;-). Die Ausstattung wurde komplettiert durch Unmengen flauschiger Handtücher, Bade- sowie Morgenmäntel, kostenloses WLAN und einen Zettel an der Tür, mit dem man kostenlosen Kaffee oder Tee für den nächsten morgen bestellen konnte. Einfach ankreuzen, was man will (Kaffe, Tee, kalte Milch, warme Milch, entrahmte Milch, ...) und ein zuvorkommender Angestellter brachte es morgens ans Bett...viel besser als Piep-Piep-Wecker (fand ich, Fabian ließ sich nicht so richtig dafür erwärmen!). Wir packten also aus, und beschlossen dann, direkt die Teestunde auszuprobieren. Wir saßen in der Lounge und sinnierten darüber, wie hart doch das Studentenleben sei, und kamen irgendwann mit der Concierge ins Gespräch über Osaka, und ließen uns Tipps geben. Nach einiger Zeit hatte sie auch geschnallt, daß wir nicht der übrigen solventen Klientel angehören und sagte uns zu allem gleich dazu, was es koste. Nach einer Cola und ein paar Keksen beschlossen wir, einen Rundgang durch das Hotel zu machen. Wir guckten uns den "Garten" an mit einer witzigen kleinen Kapelle (???), gingen vorbei an den Konferenz- und Ballsälen (in denen wohl irgendeine Ausstellung für "Heiraten im Hyatt" stattfand), lugten in die Heiratskapelle und informierten uns über Angebot und Preise im Spa- und Fitnessbereich. Und dann war es schon Zeit für die Cocktailstunde. Nachdem ich feststellen mußte, daß es weder einen Gin-Tonic (sie hatten kein Tonic) noch einen Whiskey Sour (sie hatten kein Sour) gab, verstand ich das als Wink und ließ mir einen Chivas auf Eis bringen. Die Dame meinte es offensichtlich gut mit mir, sie machte Tumbler nämlich fast voll, und nur ein Drittel war Eis. Wir schmiedeten noch weitere Besichtigungspläne und naschten frisches Gemüse, von der Käseplatte oder gebratene Maultaschen und ich bestellte mir noch einen zweiten Drink, kaum daß der vor mir stand merkte ich aber dann, wie groß der erste gewesen war! Trotzdem machte ich mannhaft auch den zweiten leer und wir stiegen dann in den Hotelbus (selbstverständlich kostenloser Teil des Services) zur Osaka-Station. In der dortigen Shoppingmall bummelten wir dann ein wenig (da gab es einen ganzen Flügel nur mit Outdoorgeschäften...Columbia, Aigle, The North Face, ... ein Traum!) und gingen dann zu Fuß zum Umeda Sky Building. Das Gebäude ist wirklich abgefahren, guckt euch die Fotos an. Im Prinzip sind es zwei gewöhnliche rechteckige Hochhäuser, auf denen oben eine ringförmige Aussichtsplattform liegt. Auf die Plattform kommt man durch Rolltreppen, die mitten durch die Öffnung gehen. Oben war dann alles sehr witzig mit Schwarzlicht beleuchtet und man konnte die ganze Stadt überblicken. Ich gebe aber zu, daß ich die meisten Bilder etwas aufgehellt habe, zaubern kann meine kleine Kamera dann doch nicht! Wieder unten gingen wir noch den das Gebäude umgebenden Park, suchten einen Geldautomat und kauften uns jeder einen Saft und beschlossen dann, daß wir eigentlich zu müde seien, um noch eine Party zu starten. Meine zwei Scotch verzogen sich langsam wieder und hinterließen Müdigkeit und Trägheit. Also nahmen wir die U-Bahn und gingen dann in unsere himmlischen Bettchen. Das war auch die erste Nacht, in der ich im Urlaub so richtig gut geschlafen habe und es mir völlig egal war, wie Fabian nachts schnarcht, grunzt, blubbert und schnuddelt. Am nächsten morgen bekamen wir - wie bestellt - den Kaffee und wärend Fabian duschte lag ich im Bett, trank herrlichen Kaffee und guckte Nachrichten (endlich mehr als ein Sender auf Englisch!!!). Danach ging es zum Frühstück, das wäre was für dich gewesen, Mama. Es gab sogar Mortadella und gekochten Schinken, sowie frische Brötchen und Croissants (die Schokocroissants haben geschmeckt wie zu Hause vom Stoll!). Voll gut gestärkt fuhren wir dann zum Osaka jo koen, das ist der große Park, in dessen Mitte sich die berühmte Burg Osakas befindet. Der Park war etwas eigenartig, eher ungepflegt und alles voller Penner, die dort zum Teil wohl auch schon seit längerem Wohnen. Wir gingen ein wenig herum, alles in allem eher unspektakulär, kamen am Osaka Exhibition Center vorbei, in dem die berühmte japanische Band Kabukuro wohl gerade ein Konzert vorbereitete und eine junge Dame, die sie wohl voll geil findet, jedes Detail der Tour-LKW fotografierte. Je näher wir der Burg kamen, desto mehr Vogelbeobachter und Schulklassen sahen wir. Die Schulklassen sind so, wie man es sich vorstellt: Die Mädchen alle in karrierten Faltenröcken, mit Hemd und Jäckchen und unten weiße Kniestrümpfe. Die Jungs - selbstverständlich getrennt von den Mädchen - alle in Hose mit Bügelfalte und Stehkragen-Jacket. Grundschulkinder sind noch nicht so angezogen, aber man erkennt die Gruppe an den gelben Mützen, die sie alle tragen. Die Burg war echt hübsch anzuschauen, guckt euch einfach die Bilder an. Innendrin war eine etwas längliche Ausstellung über die Gründungslegende, die Geschichte und die Ausgrabungen. Nachdem wir noch eine Runde durch den die Burg umgebenden Park gedreht hatten und uns was zu trinken geholt hatten, stiegen wir wieder in die U-Bahn und fuhren zum Tempelviertel. Leider habe ich keinen Plan mehr, wie das genau hieß, auf jeden Fall ist das ein großes Areal, auf dem die verschiedensten Tempel, Schreine und Friedhöfe stehen. Besonders schön war, daß außer uns fast niemand dort war und wir so die Ruhe sehr genießen konnten. Am schönsten fand ich den zentralen Tempel, ein rechteckiger Säulengang umgab einen großen Platz, der mit geharktem Schotter ausgelegt war und in dessen Mitte eine große Pagode stand. Ich lasse am besten Bilder sprechen ;-) Nach diesem Areal wollten wir noch den Stadtpark angucken, hatten aber ein wenig Probleme, den Eingang zu finden und gingen auf dem Weg noch in einen anderen Tempel, der durch ein sehr modernes Eingangstor bestach. Auch im Inneren war die Synthese aus alten Gebäuden und moderner Architektur gut gelungen. Nach diesem Tempel wollten wir dann doch in den Park und liefen stundenlang durch irgendwelche Seitenstraßen, nur um dann festzustellen, daß der Park wohl geschlossen ist, also setzten wir uns in die U-Bahn und fuhren wieder ins Hotel, wo Fabian seine Shiyatsu-Massage hatte, auf die er sich schon so lange gefreut hatte. In der Zwischenzeit surfte ich ein wenig im Internet, guckte fern, machte einen kleinen Spatziergang und läutete dann die Cocktail-Stunde ein ;-). Wieder schön angesoffen setzten wir uns in den Bus ins Zentrum, aßen zu abend (Japanisches SchniPoSa) und wollten dann noch ein wenig shoppen, allerdings hatten die Geschäfte schon alle zu, also beschlossen wir, uns eine Disco zu suchen. Wir fuhren in das empfohlene Gebiet, stellten dort aber fest, daß alle Kneipen und Discos - die wegen der gutaussehenden, leichtbekleideten Mädchen auf den Werbetafeln sehr vielversprechend aussahen - den Eintritt nach Dauer (halbe oder ganze Stunde) abrechenen, was uns ein wenig...hmmm...suspekt war. Wir drehten aber ettliche Runde durch das sehr belebte Viertel, alles voller junger Leute, überall die berühmten Spielhallen und Karaokeläden sowie ein Parkhaus, daß mit Ferraris und Lamborghinis voll besetzt war, allerdings nichts, was uns so wirklich zusagte oder in unser Budget passte. Nachdem wir uns kurz gesetzt hatten und eine Tasse Kaffee getrunken hatten und uns beim Starbucks-Personal informiert hatten über Parties war das Viertel auf einmal wie ausgestorben, und es dämmerte uns, daß wir wohl die letzte U-Bahn verpasst hatten. Wir machten einen letzen verzweifelten - und fruchtlosen - Versuch, eine Disco zu finden und beschlossen dann, mit dem Taxi ins Hotel zu fahren, damit wir am nächsten morgen auch schön ausgeschlafen sind. Allerdings hatten wir Probleme, einen Taxifahrer zu finden, als wir dann endlich einen gefunden hatte, zahlten wir für 20 Minuten Taxifahrt 28 Euro...dafür kann man dreimal um Peking mit dem Taxi herumfahren oder schon fast ein Taxi für den ganzen Tag mieten! Am nächsten Tag fuhren wir nach Kyoto, das uns sehr empfohlen worden war, aber das werde ich in einen extra Artikel schreiben. Wieder zurück suchte ich stundenlang einen Geldautomaten, fand aber keinen, der meine Karte wollte. Trotz der Zahlreichen Symbole auf allen Automaten ging meine normale EC-Karte nicht, und obwohl überall fett Union Pay stand, ging auch meine chinesische Karte nicht, obwohl auf der auch fett Union Pay steht...danach wollten wir eigentlich ins Hilton, da es dort ein gutes (und recht günstiges) traditionelles japanisches essen gab (irgendwas mit K... meine ich...keinen Plan, fragt den Fabian), waren aber nach dem vielen hin- und herirren so hungrig, daß wir einfach in den nächstbesten Sushi-Laden gingen. Und trotz meiner Vorbehalte gegen Algen und rohen Fisch hat es mir tatsächlich gut geschmeckt und ich hab mir ordentlich den Bauch vollgeschlagen. Danach gingen wir wieder in die Mall und Fabian kaufte ein paar Klamotten (in dem Surferladen, den er schon seit zwei Tagen beäugt hatte!) und wir nahmen den Bus zum Hotel, hatten allerdings die Cocktails verpaßt :-(. Wir duschten bzw. badeten und chillten dann im Hotelzimmer und plünderten ein wenig die Minibar. Vorher versuchte ich allerdings wieder, einen Geldautomaten zu finden, gab aber schließlich auf und tauschte einfach ein paar Traveller-Cheques ein...dafür sind sie ja schließlich da...außerdem sind die in Dollar und bald nix mehr wert! Am nächsten Morgen packten wir gemütlich nach dem Frühstück und schrieben dann (endlich!) Postkarten, bevor uns der Bus zum Flughafen brachte. Dort hatten wir auch wieder einen sehr langen Aufenthalt, strichen durch die Geschäfte und stellten fest, daß Pudding eine gefährliche Waffe ist. Der Flug war ok, sehr gut gefallen hat mir der Anflug aufs Chinesische Festland im Sonnenuntergang, die ganze Bucht vor Qingtao ist voller Muschelbänke oder Fischfarmen oder was auch immer die Parzellen sind (siehe Fotos), allerdings konnte man deutlich eine braune Dunstglocke über dem Festland erkennen. Wir stiegen aus dem Flugzeug aus und wurden dann wieder in Empfang genommen und gingen mit einer Dame durch eine Spezialsicherheitskontrolle, nur, um eine halbe Stunde später wieder in das gleiche Flugzeug gesetzt zu werden, mit dem wir gekommen waren. Ach ja, Sicherheitskontrolle: Fabian wurde mit dem Metalldetektor abgesucht und es piepste immer wieder an seiner rechten Pobacke (vermutlich war da noch ein Sicherheitsstreifen in der Hose, die er erst am Vortag gekauft hatte). Die Dame (Fabian stand auf einem Hocker) puckerte so lange an Fabians Po herum, bis dieser laut kichernd die Hose öffnete und ihr zeigen wollte, daß dort nichts ist. Den Gürtel hatte er schon vorher ausziehen müssen. Kaum war seine Hose offen, winkte die Dame ihn sichtlich geschockt weiter, Fabian kämpfte mit einem Lachkrampf und vergaß, seine Hose wiede zuzumachen und stolperte laut lachend auf mich zu, wärend er fast die Hose verlor. Ich bat ihn, sich doch wieder anzukleiden und wir gingen weiter. Der Flug nach Peking ging schnell, und dann fuhren wir mit dem Taxi nach Hause und ein sehr schöner Urlaub war vorbei!
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Sonntag, 18. Mai 2008
Beijing ist 'ne schöne Stadt, ...
...da muß man sich benehmen, drum fahren wir nach Japan und benehmen uns daneben! Nachdem es ja schon im Herbst geplant war, aber uns einfach zu teuer war, hatten wir - nachdem Fabian (korrekterweise seine Eltern) beim Neujahrsdinner im Hyatt in Beijing drei Tage Suite im Regency Hyatt in Osaka für zwei gewonnen hatte, beschlossen, jetzt endlich doch hin zu fahren. Nach einiger Sucherrei fanden wir auch einen Flug, der nicht 400 Euro sondern nur 250 Euro kostete, aber ist ja klar, daß der so günstig ist. Wenn man über Shanghai nach Tokyo fliegt und über Qingdao von Osaka nach Peking zurück kommt, dann ist das natürlich eine viel kürzere Strecke, als direkt zu fliegen und für die Fluglinie wesentlich günstiger! Aber genug gescherzt. Nachdem wir hier eine Woche Ferien gemacht hatten (international labor day) fuhren wir pünktlich, als die meisten unserer Gruppe wieder in Peking eintrudelten, am Freitag Vormittag zum Flughafen. Da wir etwas Sorgen hatten von wegen Rush-hour hatten wir reichlich Zeit einkalkuliert und waren natürlich viel zu früh am Flughafen. Aber kein Problem, dachten wir uns, wir checken ein und trinken dann noch eine Tasse Kaffe oder so. Natürlich hatten wir die Rechnung ohne den Kampf gegen den internationalen Terrorismus gemacht, es war nämlich so, daß man auf dem Weg zum Check-in schon durch eine Sicherheitskontrolle geht. Die bemerkt man zwar nicht, weil einen niemand kontrolliert, wenn man dann allerdings wieder zurück möchte, weist ein netter junger Mann darauf hin, daß das jetzt nicht mehr möglich ist. Also gingen wir weiter, durch die nächste Sicherheitskontrolle - diesmal die richtige - in der Hoffnung, daß in der Abflughalle vielleicht noch das ein oder andere Kaffee zu finden sei. War aber nicht so, wir fanden uns direkt am Gate wieder in einem recht kargen Raum in dem außer den Bänken nur ein Getränkeautomat stand, es blieb uns also nichts anderes übrig, als die verbleibende Stunde dort totzuschlagen. Das große Highlight des Fluges war der Flieger, der nämlich nur halb besetzt war (echt kein Witz), welches Planungstalent da am Werk war...In Shanghai wurden dann die "Weiterflieger" direkt am Gate abgeholt und zu einem netten Spaziergang hinter den Kulissen des Flughafens geführt, wieder durch Sicherheits- und Paßkontrollen, aber schließlich waren wir dann doch im Flieger (wieder nur halb voll) nach Tokyo. In Tokyo waren wir sofort beeindruckt von der Gründlichkeit der Japaner, alles straff organisiert, es steht sogar jemand an der Schlange vor der Paßkontrolle und kontrolliert nochmal, ob auch alle die Zettelchen richtig ausgefüllt haben. An der Paßkontrolle dann hinterlegten wir unsere Fingerabdrücke und wurden geknippst. Nachdem wir Geld abgehoben hatten, versuchten wir das U-Bahn-Fahrkarten-Automaten-System zu knacken, bekamen aber gottseidank Hilfe von einem Japaner. Die nächste Sensation war die U-Bahn, nach acht Monaten ich chronisch überfüllten Beijinger Zügen konnten wir es kaum glauben, daß wir tatsächlich einen Sitzplatz bekamen. Nach einer langen Zugfahrt (der Flughafen liegt 70 Kilometer außerhalb) kamen wir dann endlich im Hotel an, nur um festzustellen, daß unsere Reservierung storniert worden war, obwohl wir bescheid gesagt hatten, daß wir erst so gegen 23 Uhr ankommen würden. Allerdings bekamen wir schnell Ersatz, zwei Einzelzimmer ohne Aufpreis und die Zusage, daß am nächsten Tag ein Doppelzimmer frei würde. Das Zimmer war ein besserer Schuhkarton, allerdings sauber und das Bett bequem, das Bad und die Dusche auf dem Flur aber auch alles sauber. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen und dann sank ich in einen tiefen Schlaf. Der nächste Tag begrüßte uns mit Dauerregen und nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten (gelöst von einem sehr hilfsbereiten Polizisten) und einem Supermarktfrühstück waren wir auch schon auf dem Weg zur nahegelegenen Kaiserstadt. Im Supermarkt hatte ich beschlossen, daß es nicht nötig wäre, einen Regenschirm zu kaufen bei dem Bisschen Regen, als es aber anfing, von meinen Haaren zu tropfen, fing ich an, diese Entscheidung zu bereuen, nur daß es jetzt keine Möglichkeit mehr gab, einen Regenschirm zu kaufen. Die Kaiserstadt war wirklich beeindruckend, alles sehr sauber und gepflegt, natürlich viel kleiner als die Verbotene Stadt in Peking aber ein Traum in grün. Besonders beeindruckt waren wir von den Mauern, die - wie ein Schild erklärte - in einer ganz speziellen Bauweise errichtet waren. Diese Technik besteht darin, daß die Steine aufeinander geschichtet werden...wenn das mal nicht innovativ ist, um eine Mauer zu errichten!!! Da nur die halbe Kaiserstadt zugänglich ist (in der andern Hälfte wohnt ja noch der Kaiser), waren wir ziemlich bald mit unserem Rundgang am Ende und gingen noch ein wenig außen an den Mauern und Gräben entlang, unter anderem am Haupttor vorbei, hinter der sich die jetzige Kaiserresidenz befindet. Endlich ergab sich auch eine Möglichkeit, einen Regenschirm zu kaufen und wir gingen zu McDonalds zum Mittagessen. Aber da wir ja in Japan waren, versuchten wir den Teriaki-Burger, der auch wirklich gut war. Nach dem Mittagessen hatte es aufgehört zu regnen, und ich freute mich sehr über meinen Regenschirm. Wir durchquerten das Regierungsviertel, in dem überall Polizei stand und kamen schließlich zu einem Park, in dem viele Demonstranten standen. Wie uns ein Fotograf erklärte, demonstrierten sie gegen die Aufhebung des Artikel 9 der japanischen Verfassung, die so genannte "No-War"-Klausel. Nach dem sehr ruhigen Regierungsviertel kamen wir langsam in den etwas belebteren Teil Tokyos und näherten uns dem Sony-Center. Nachdem wir dort das Weltkulturerbe in Lego und die vielen Computer, Kameras, MP3-Player und was nicht noch alles bestaunt hatten gingen wir auf die Ginza-Street, die Hauptshoppingmeile, die am Wochenende für den Verkehr gesperrt wird. Dort bummelten wir dann ein wenig, fanden sogar einige deutsche Sachen in Spielwarengeschäften (siehe Bilder) und sahen die Kolonne der Japanischen Nazionalsozialisten. Danach versuchten wir noch, das Tokyo Convention Center zu finden, was aber scheiterte und beschlossen dann, nach einigem Herumstreifen, wieder ins Hotel zu fahren und ein wenig zu ruhen. Dort arbeitete Fabian einen Plan aus für einen Abendspatziergang durch das Rotlichtviertel und wir starteten wieder, nachdem wir unser neues Zimmer bezogen hatten. Leider klappte der Rundwegplan nicht ganz so, da wir schon an der falschen Stelle anfingen, wir sahen aber trotzdem viele Clubs mit Eintrittspreisen nach Zeit gestaffelt, die mit hübschen, leicht bekleideten Mädchen warben, Porno-Videotheken und zahlreiche Herren afrikanischer Herkunft, die uns so ziemlich alles anboten. Wir aßen zum ersten Mal richtig Japanisch, eine Art Eintopf, den man selber macht. Man bekommt einen großen Topf mit Suppenknochen und Gemüse, und läßt den dann am Tisch auf einem Gaskocher köcheln und nagt das Fleisch von den Knochen ab...etwas kompliziert aber gar nicht unlecker. Satt und ausgeruht gingen wir dann noch in die Disco, das berühmte Gaspanic, eine kette von Clubs, die sich vornehmlich an Ausländer richtet. Wir machten uns einen Eindruck der japanischen Baggertaktik (einfach die alte an beiden Händen festhalten und möglichst lange vollquatschen, ob sie will oder nicht) und tanzten die Nacht durch. Als wir um fünf aus dem Club stolperten (sie hatten nämlich die Musik aus und das Licht an gemacht), waren wir sehr erstaunt, daß es schon heller Tag war und nach Frühstück bei McDonalds fuhren wir mit dem Taxi ins Hotel. Nach kurzer Nachtruhe legten wir (leicht angeschlagen) gegen Mittag wieder los. Auf dem Weg zur U-Bahn kamen wir noch am Shrine-Festival vorbei, für das wir schon einen Aushang im Hotel gesehen hatten. Im Prinzip war es ein Haufen Japaner in traditionellen Klamotten, die singend und trommelnd einen Tragbaren Schrein durch die Straße trugen. Wir fuhren zum Meiji-jingu gyoen, der dafür berühmt ist, daß sich an schönen Sonntagen die Cosplay Girls treffen. Dem Reiseführer zu Folge sind das vornehmlich Mädels, die in der Schule gemobbt wurden und jetzt als Studentinnen in einer der vielen Satelliten-Dormitory-Städten wohnen. Um sich voll zu entfalten und sich selbst zu verwirklichen schmeißen sie sich in Manga-Fantasie Kostüme und treffen sich alle vor dem Park, wo sie die Aufmerksamkeit kriegen, sei es von anderen Cosplay-Mädels (die feiern da richtige Tee-Parties) oder von den Ausländern, von denen sie sich nur zu gern fotografieren lassen. Nachdem wir reichlich geguckt und den Kopf geschüttelt hatten gingen wir in den Park, wieder eine sehr gepflegte und saubere Anlage, etwas überlaufen von Touristen und Japanern, aber sehr idyllisch. In der Mitte des Parks liegt ein Tempel, in dem das letzte Kaiserpaar bestattet ist. Die Japaner gehen dort hin zum Beten, Münzen auf den Altar werfen und Holztäfelchen mit Gebeten an Bäume hängen. Im Tempel fanden auch einige Hochzeiten statt, war wirklich interessant zu sehen, das Brautpaar in traditionellen Gewändern, die anderen Leute eher europäisch-traditionell, unter anderem im Frack. Der Tempel selber war auch sehr schön, ähnlich den chinesischen, allerdings nicht rot angepinselt und die Dächer etwas anders. Zwischendurch kam noch das Tempelpersonal vorbei und wir beguckten die Ikebana-Ausstelllung. Danach gingen wir in den Yoyongi koen, ein Garten den die Kaiserfamilie im Sommer nutzt, um der Hitze im Palast zu entfliehen, ebenfalls in dem Park. Die Highlights dort waren das Teehaus und die - mal wieder - sehr gepflegte Bepflanzung. Auf dem Rückweg kamen wir nochmal an den Cosplay-Mädels vorbei und gingen dann am Nationalstadion (in dem auch irgendwas stattfand) in Richtung Shibuja-Kreuzung, laut Fabian die größte Kreuzung der Welt. Ich bin mir ziemlich sicher, daß es nicht die größte Kreuzung der Welt ist, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß es die belebteste Kreuzung der Welt ist. Man macht sich gar keine Vorstellung, die Bilder und die Videos sind nur ein blasser Abklatsch, aber trotzdem viel Spaß beim angucken. Nachdem wir ein paarmal über die Kreuzung gelaufen sind, entschlossen wir uns, in den Starbucks auf der Ecke zu gehen und das ganze Treiben aus der Überhöhung zu betrachten. Trotz Fotoverbots der Kellnerin (weiß der Geier, warum...) machten wir ein paar schöne Bilder und gingen dann durch den Buch/DVD/Video-Laden, der im gleichen Gebäude ist. Unter anderem gingen wir in die "schmutzige" Sektion, auch mal interessant, da war für jeden Geschmack was dabei ;-) und für die Japaner ist so etwas wohl völlig normal. Danach gingen wir noch durch die Straßen in der Nähe, guckten ein bisschen herum, in Elektronik-Geschäften, fünf-stöckigen Fußballgeschäften, Outdoor-Läden und so weiter. Nach Abendessen in einen Semi-Fast-Food-Restaurant, in dem man sich erst, für das, was man essen wollte, eine Marke am Automat ziehen (und bezahlen) mußte und diese dann dem Kellner gab, streunten wir noch ein wenig herum, gingen nochmal ins Restaurant zurück, um den vergessenen Regenschirm abzuholen und guckten dann noch ein bissl Mädels. Die japanischen Mädels sind nicht undbedingt hübscher als die chinesischen oder deutschen oder koreanischen (denen sie wohl am ähnlichsten sind), aber sie sind sehr gut angezogen, am liebsten im Minirock und mit Highheels und sehr professionell geschminkt, komplett mit falschen Fingernägeln, falschen Wimpern und allem was dazugehört, aber alles sehr "classy". Wie auch immer, nachdem wir genug geguckt hatten fuhren wir zurück und schliefen sehr gut, waren wir doch noch ein wenig angeschlagen. Am Tag darauf fuhren wir (mal wieder) zu einem Tempel, da war die Hölle los, weil irgendein japanischer Feiertag war. Dieser Tempel war den chinesischen doch eher ähnlich, sogar rot und alles, aber wieder mit münzenwerfenden Japanern. Nach einem Rundgang durch und um den Tempel fuhren wir zur Electronic-City, im Prinzip eine große Straße, links und rechts (und in den Seitenstraßen) mit zahlreichen Elektronikläden. Dort sahen wir auch wieder die typisch japanischen Spielhallen, in denen die japanische Jugend (und die Erwachsenen) in hunderten von verschiedenen Spielautomaten ihr Geld lassen. Sie fliegen, kommandieren Legionen von Kampfrobotern, spielen Karten, Majong und was nicht noch alles. Besonders beeindruckend war das Sega-Gebäude, wo dies alles auf fünf Etagen stattfand. Zum Mittagessen suchten wir uns ein Cosplay-Cafe, in dem wir von "echten" Zimmermädchen bedient wurden. Diese Art des Essens schien auch bei Japanern sehr beliebt zu sein, immerhin mußten wir fast eine dreiviertel Stunde in der Schlange stehen, bis wir einen Tisch bekamen. Allerdings waren die Zimmermädchen nicht von der sexy Sorte, sondern mit bodenlangen Röcken. Als wir dort gegessen - und es sehr genossen hatten - fanden wir noch andere solche Läden in der gleichen Straße, die allerdings etwas aufreizender waren, aber anscheinend alles nicht anrüchig, da gehen sogar Mädchen mit ihren Müttern hin oder Jungs mit ihren Freundinnen. Als nächstes standen die Roppongi Hills auf dem Programm, einer dieser riesigen Wohn-Arbeits-Shopping Komplexe, in denen sich ein Architekt selbst verwirklicht hat. Wir gingen durch die Mall und fuhren dann den Turm hoch und guckten von oben auf Tokyo. Besonders schön war zu sehen, wie viel Grün in dieser Stadt ist. Oben war ich dann auf Toilette und fand die erste typisch japanische Toilette mit Unterbodenwäsche, was ich natürlich gleich ausprobierte! Wieder unten gingen wir über den nahen Friedhof, war ganz sehenswert aber nicht so spektakulär, wie es der Reiseführer beschrieben hatte. Nach einem kurzen Abendessen fuhren wir wieder zum Elektronikmarkt und gingen in eine der Zimmermädchen-Bars, die nach dem Mittagessen zu voll war und nahmen noch ein, zwei, fünf Drinks. Leider durfte man nicht fotografieren, aber ihr könnt alle mal hier gucken, wie es war. Vor allem die Mitarbeiter-Seite (fünfte Schaltfläche von oben in der Leiste links) ist ganz nett :-) Naja, danach wieder ins Hotel und schlafen, Fabian war schon früher wach und besorgte noch etwas für seinen Gameboy, während ich packte und dann fuhren wir auch schon wieder zum Bahnhof, um den Shinkansen nach Osaka zu nehmen. Der Zug ist voll super, alles ruhig und wieder sauber, sogar Getränkeautomaten im Zug und braucht für 400 Kilometer etwas mehr als zwei Stunden. Aus dem Zug sahen wir erst ewig lang noch Tokyo, dann aber bald schon japanische Kleinstädte und dann die Berge. Witzig war, daß es im Zug drei verschiedene Toiletten gibt. Einmal für Männer (also ein Pinkelbecken), dann noch zwei für alle, an einer steht "japanese style" und an der anderen "western style". Ich wunderte mich zunächst, warum der Vorhang an der Männetoilettentür offen war, als ich dann aber drin war stellte ich fest, daß es kein Schloss gibt, deswegen ist es besser, den Vorhang offen zu lassen, weil man sonst die Tür ins Kreuz kriegen würde.
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In der Zwischenzeit...
Hallo allerseits, jetzt mal ein kurzes Update, was bisher geschehen ist...Das Sightseeing habe ich ein wenig heruntergefahren, muß ja auch ab und zu mal studieren. Das letzte, was ich in Peking angeguckt habe, war der Himmelstempel, Eine riesige Anlage mit netten Features, zum Beispiel die "Echo-Wand", eine runde Wand, an der sich zwei Leute an entgegengesetzten Seiten mit dem Gesicht zur Wand stellen können und sich so unterhalten können. Leider konnte ich es nicht ausprobieren, da zu viele Leute da waren und ich alles gehört habe, außer Gero :-) Eine weitere coole Sache ist das Podest gleich am Haupttor, wenn man sich da in die Mitte stellt hört man sich selber ganz laut reden. Nebenbei ist das auch das Zentrum des Universums...nur daß ihr es wißt! Dann waren noch Mama und Papa da, war echt schön mit ihnen, die Hälfte der Zeit habe ich sie allein rumtouren lassen, haben sie auch prima gemacht, furchtlos U-Bahnen genommen und oft in die Nähe der Uni gekommen zur Massage. Sie haben in den acht Tagen hier so ziemlich alles wichtige abgeklappert, nur leider hat dem Papa das Essen nicht so richtig Geschmeckt. Der Mama dafür aber umso mehr und ich hatte endlich jemanden gefunden, der mit mir Skorpion ausprobiert! Die Bilder habe ich auch mal online gestellt, wobei ihr das meiste ja schon von meinen Bildern kennen solltet. Kurz darauf waren Tina und Maren zu Besuch, zwar nur drei Tage, aber sie haben sich auch alles angeguckt, was wichtig ist, gewissermaßen Turbo-Sight-Seeing. Sie waren natürlich beim Schneider und Tina wollte sich viele Klamotten machen lassen, war aber alles problematisch und kompliziert, am Ende ist aber doch wohl alles gut geworden. Dann war hier noch die Beijing Motor Show, wohl vergleichbar mit der IAA in Frankfurt, alles sehr interessant, natürlich viele deutsche Hersteller. Die Chinesen fielen in erster Linie durch dreistes Kopieren auf und dadurch, daß je schlechter die Autos, umso hübscher die Mädels, die daneben stehen. Und weil wir (Fabian, Markus, ich) so wichtig aussahen, hielt uns auch keiner auf, als wir in die VW VIP Lounge gingen um uns dort am Buffet die Bäuche vollzuschlagen!
Ach ja, im Zoo war ich auch noch, artgerecht ist wohl anders, aber wenigstens habe ich mal echte Pandas gesehen. Ist aber nicht so spannend, die chillen den ganzen Tag nur und fressen oder pennen. Die eigentliche Attraktion sind ja die Chinesen, die den Zebras Kekse füttern, über Zäune steigen, mit Plastikflaschen und Zuckerwatte auf die Tiger werfen und ähliche Dinge mehr...tststs!
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Montag, 25. Februar 2008
Urlaub Teil 4: Hongkong
Als wir in Hongkong aus dem Zug kamen und die Einreiseformalitäten erledigt hatten, warteten am Ausgang schon Fotografen, Reporter und Kamerateams (nicht auf uns leider, ein hongkonger Journalist, der auf dem Festland wegen "Spionage" angeklagt war und zwei Jahre im Gefängnis in Guangzhou gewesen war, sollte an diesem Tag wieder nach Hongkong zurückkehren). Wir gingen erstmal frühstücken im McDonalds, hoben Geld ab (Hongkong-Dollar) und kauften uns Metrokarten. Nach einiger Verwirrung fanden wir auch dann die richtige U-Bahn und fuhren nach Causeway-Bay, wo unser Hostel sein sollte. Als wir aus der U-Bahn (die in Hongkong echt super ist!) kamen, tobte auf der Straße das pralle Leben. Hundertmillionen Leute, coole schmale Straßenbahnen und Busse und noble Autos, die aber alle auf der falschen Seite fahren. Wir checkten in unser Hostel ein und machten uns dann gleich auf den Weg für ein wenig Sightseeing. Zunächst gingen wir in den Victoria (wie die ehemalige englische Königin) Park, dort fand ein riesiger Blumenmarkt statt, anlässlich des neuen Jahres. Die Hongkonger kaufen aber auch einen Kappes. Überall liefen sie rum mit aufblasbaren Dingern, Windrädern, Blumen und was weiß ich nicht noch was für einem Kitsch. Danach wollten wir zum Typhoon-Shelter und der Noon-Day-Gun, hatten aber ein wenig Probleme, die richtige Richtung zu finden. Daniel fragte also in feinstem Hochchinesisch, wo wir hingehen sollten, was die Dame aber nicht verstand, also probierte ich es auf englisch, was die Dame sofort verstand und in feinstem Oxford-Englisch antwortete. In Hongkong kommt man mit Englisch viel weiter als mit Chinesisch (bzw. Mandarin), außer man kann Kantonesisch. Wir gingen dann - an einigen Ferraris - am Victoria-Park entlang bis zum Wasser (Victoria-Harbour) und zum Typhoon Shelter. Wir fotografierten uns ein wenig gegenseitig, bestaunten die Yachten und gingen dann weiter an der Noon-Day-Gun (sie wird jeden Tag um 12 abgefeuert, eine Tradition aus britischen Zeiten) in Richtung Convention Center, immer am Wasser entlang und anscheinend durch eine Gegend, in der Hongkonger gerne ihre Hunde ausführen. Am Convention Center erhoben sich dann auch die ersten richtig großen Gabäude, wir gingen ins Central Plaza, dort kann man kostenlos auf die 37. (oder so) Etage und von dort aus einen Rundumblick auf die Stadt genießen. Wieder unten angelangt machten wir kurz Stopp im Starbucks und gingen dann weiter, erst über irgendwelche Baustellen (Landgewinnung ist in Hongkong wohl ein ständiges Thema und in vollem Gange) dann am Lippo Center, der HSBC und dem berühmten Gebäude der Bank of China sowie der City Hall vorbei. Ziel des Ausfluges war das ifc2, das höchste Gebäude Hongkongs. In der angegliederten Mall verbrachten wir ein wenig Zeit, chillten auf der Dachterasse (nur im 3. Stock :-) ) guckten ein bisschen Geschäfte an und standen irgendwann vor einem Kino. Nach kurzem Beratschlagen beschlossen wir, uns einen Film anzugucken. Wir einigten uns auf Sweeney Todd, als ich allerdings sah, daß nur noch doofe Plätze frei waren, hatte ich keine Lust mehr und schickte die Buben allein ins Kino. Ich zog allein durch die Straßen, mittlerweile war es dunkel und die Gebäude hatten alle ihre "Festbeleuchtung" angeschaltet (ein Hoch auf meine Kamera, daß sie auch im Dunkeln so super Bilder macht!). Erst suchte ich nach einer Handykarte - allerdings gab es in der näheren Umgebung ca. hunderttausend Nobelboutiquen aber keinen Handyladen - wollte ich doch Franzis Freundinnen in Hongkong anrufen, die uns ein wenig herumführen wollten. Irgendwann hatte ich dann eine Erleuchtung, nämlich als ich vor einem öffentlichen Münztelefon stand...die gibt es ja auch noch :-)). Ich rufte also an, wir machten ab, daß wir uns am nächsten Tag vielleicht zum Lunch treffen (mit Alice, May erreichte ich nicht). Und ich zog noch ein bisschen um die Häuser, zwischendurch kaufte ich mir noch Abendessen. Zu guter Letzt ging ich noch an das Fährenterminal, wo die Fähren nach Macau abfahren und informierte mich über Preise und Zeiten und nachdem ich noch ein Wenig Schiffe geguckt hatte (die Fähren sind so cool...Katamarane mit Wasserstrahl-Antrieb!) und dem regen Treiben auf dem Heliport zugeguckt hatte (alle zehn Minuten kam ein Hubschrauber an...Geld müsste man haben!), war es auch schon an der Zeit, zurückzugehen und die Jungs wieder einzusammeln. Sie überaschten mich mit einem kühlen Becks und nachdem wir das am Victoria-Harbour getrunken hatten (pennermäßig auf der Parkbank) gingen wir zurück zum Hostel. Auch nachts um elf war in der Straße vor unserem Hostel noch die Hölle los, was uns allerdings kalt ließ, wir waren einigermaßen fertig und gingen bald ins Bett. Am nächsten Morgen standen wir relativ früh auf, Gero und ich wollten auf den Central Market, dort sollte es gut abgehen und wir wollten endlich einen richtigen chinesischen Markt sehen, nachdem Guangzhou doch ein wenig entäuschend war. Aus der U-Bahn kommend stellten wir dann aber fest, daß die große Markthalle, die in meinem Reiseführer als interessant beschrieben war, geschlossen war, wir gingen also ein wenig durch die kleinen Gässchen, dort war auch Markt. Es war zwar recht interessant, überall wurde Gemüse verkauft, Fische zerlegt und Fleisch verkauft, die großen Abartigkeiten fehlten aber, das "härteste" war die Hühnermetzgerei, in der man sich das lebendige Huhn aussuchte, aber das tote Huhn mitnahm...Schlachten direkt auf der Theke :-). Nach einem guten englischen Frühstück gingen wir zu den Mid-Level-Escalators, riesige Rolltreppen, die die höher gelegenen Stadtgebiete mit dem Stadtkern am Wasser verbinden. Sie fahren von 6-10 morgens nur runter, von 10:20-24 Uhr nur aufwärts. Nachdem Fabian verschwunden war (ein Kacki machen) und wieder auftauchte, nahmen wir die Rolltreppen und waren gute 20 Minuten damit beschäftigt, uns von den Rolltreppen hochfahren zu lassen. Sauwitzig einfach. Man fährt einfach an allem vorbei, kann alles schön angucken und ist dann irgendwann oben auf dem Berg. Oben riefen wir dann wieder Alice an (es war ja bald Mittagessenszeit), sie mußte aber arbeiten und wir verabredeten uns für den Abend. Wir gingen weiter über Hügel und durch Täler, vorbei an Häuserschluchen und wild gezogenen Straßen zum botanischen und zoologischen Garten, überall standen Palmen und Tropenpflanzen, die Sonne schien und es war warm und einfach cool. Der Zoologisch-botanische Garten ist wirklich eine schöne Anlage, kostenlos und sauber, mit ettlichen Gehegen für die verschiedensten Tiere. Leider war der Leopard in Ferien ( :-( ), wir guckten aber Affen und Schildkröten und Vögel und was weiß ich noch alles an. Danach hatten wir so langsam Hunger und Gero wollte endlich Schuhe kaufen gehen, also gingen wir an der Govenor's Mansion (da kann man echt geschmeidig wohnen!) und St. Paul's Cathedral in Richtung Victoria Harbour. Nachdem wir vor der Kathedrale an der Straße schon über die vielen teuren Autos (überwiegend deutschen Fabrikates) gestaunt hatten, die alle sauber wie geleckt waren, kam Fabian vor der Kathedrale mit einem BMW Besitzer ins Gespräch, der sogar Felgen aus Aachen hatte (Schnitzer halt :-) ). Der sagte uns dann, daß Hongkong doof sei, da man, wegen der Luftverschmutzung, sein Auto jeden zweiten Tag waschen lassen müsse...das nenn ich mal Luxusprobleme :-). Danach gingen wir in eine der zahlreichen Malls shoppen. Gero kaufte Schuhe, ich Displayfolien, Daniel und Fabian guckten nur. In der Mall war auch ein Geschäft für Zinnsoldaten. Neben Napoleon, Rittern und Samurai fand sich auch eine Auswahl der diversen Nazi"größen" als 5 cm hohe Figürchen, das Stück zu je ungefähr 20 Euro. Alles war schön in Glasvitrinen aufgebaut, zum Beispiel der Fackelmarsch vor dem Reichstag oder ähnliches. Danach gingen wir zum Ferry Terminal, kauften Tickets für Macau und informierten uns über die Weiterreise nach Sanya. Leider fanden wir auch heraus, daß es wohl nicht üblich sei, mit dem Schiff von Hongkong nach Sanya zu fahren. Später in der Touristeninfo in der U-Bahn sagte uns die (überaus gutaussehende!) Mitarbeiterin, daß Schiffe diese Strecke nur ungefähr alle zwei Wochen führen, wir waren genau zwischen zwei Schiffen in Hongkong, also entschieden wir uns für das Flugzeug (wir hatten ja auch keine wirkliche Alternative ;-) ). Nach einem herrlichen (taiwanesischen) Essen, bei dem ich mein Essen erst bekam, als alle anderen schon fertig waren, machten wir uns frisch und fuhren zurück in die Stadt, um uns mit May zu treffen. Nach kurzer Zeit kam May dann. May ist ein wirklich nettes Mädel, spricht viel und macht noch viel mehr Fotos. Englisch kann sie ausgezeichnet, weswegen sie auch in einem zweisprachigen Kindergarten arbeitet, Mandarin spricht sie aber überhaupt nicht und sie haßt das Festland! Das einzige was May noch lieber mag als reden ist Fotos machen, das Problem ist nur, daß die Batterien ihrer Kamera ständig leer sind, deswegen muß man dann immer in irgendeiner - von ihr gewünschten - crazy Pose verharren, wärend sie die Akkus wechselt. Nachdem wir schon eine Weile in einer Kneipe in Lan Kwai Fong (der lokalen Saufmeile) getrunken hatten, kam dann auch Alice, die eher die ruhige (und hübschere ;-) ) von den beiden ist. Wir hatten aber eine Menge Spaß und haben uns mit beiden herrlich amüsiert. Irgendwann hatten wir aber alle genug und wir fuhren heim, am nächsten Tag wollten wir nämlich früh raus und einen Tagesausflug nach Macau machen. Die Reise nach Macau werde ich im nächsten Bericht beschreiben, wir spulen also einfach mal schnell einen Tag vor :-).
Wir trafen uns morgens mit May (Alice war wieder zu spät) zu Dim Sun, das ist eine hongkonger Spezialität, vergleichbar vom Prinzip her mit den spanischen Tapas. Es sind viele leckere Kleinigkeiten, von scharf bis süß, vieles im Teigmantel und/oder mit Meeresfrüchten, alles aber superlecker und wir schlugen uns mal so richtig die Bäuche voll. Danach gingen wir ein wenig spatzieren und landeten schließlich wieder am Victoria Harbour (diesmal Kowloon-Seite) an der Avenue of Stars, so etwas wie dem Walk of Fame in Hollywood, alles nur mit asiatischen Schauspielern. Dort verabschiedeten wir die Damen und setzten mit der Fähre über (Fähre fahren ist ja so viel cooler als U-Bahn...irgendwie weltmännischer!). Während der Fahrt durch den Victoria Harbour passierten wir auch das gerade einlaufende Traumschiff, die MS Deutschland. Wieder auf Hongkong Island gingen wir zur Talstation der "Peak-Tram", an der uns der nette Mitarbeiter sagte, daß wir mindestens zwei Stunden anstehen müssten...das fanden wir aber doof, und so nahmen wir uns ein Taxi auf den Berg. Der Peak ist der höchste Gipfel auf Hongkong Island, quasi nur einen Steinwurf von der Stadt entfernt und als Naherholungsgebiet ausgebaut. Oben trafen wir dann einige Gäste von der MS Deutschland. Danach nahmen wir den Rundweg um den Peak, hatten zunächst einige Probleme (zum Teil auch selbstgemachte) den Einstieg zu finden, dann aber genossen wir den Weg um den Gipfel sehr, mit perfektem (wenn auch dunstigem) Ausblick über die Stadt. Nach einem Essen im Burgerking (endlich mal einer in China!!!) nahmen wir ein Taxi zurück zum Hostel, ruhten uns kurz und fuhren dann wieder nach Kowloon, für den Abend war das Feuerwerk angekündigt (Neujahr halt). Nach langem Hin- und Herirren fanden wir endlich passable Plätze, waren allerdings früh dran, weswegen wir noch etwas warten mußten. Dann aber ging es los...so etwas hab ich ja überhaupt noch nicht gesehen. Wir hatten zwar vorher alle gesagt "Feuerwerke kennen wir ja" aber das war wirklich der Gipfel. Ich habe keine Bilder gemacht, sie wären alle nix geworden. Zwanzig Minuten lang wurden Raketen und Böller von Schiffen auf dem Victoria Harbour abgefeuert, unterstützt von Lasern auf den Hochhäusern. Alles spiegelte sich in den Fassaden wieder und sie "schrieben" sogar "2008" in den Himmel mit Raketen. Anschließend warteten wir noch ein bisschen, bis sich die Massen alle verzogen hatten und suchten uns dann noch eine Kneipe (vorbei am "Gero der Zukunft" - siehe Bilder) , in der wir noch ein paar Bier nahmen und fuhren dann ins Hostel. Für den nächsten Tag hatten wir uns mit den Mädels für Lantau Island verabredet, einem Naherholungsgebiet ganz in der Nähe von Disneyland und dem neuen Flughafen. Nach einer langen U-Bahn-Fahrt und noch längerer Busfahrt über die kleinen Bergstraßen waren wir dann am Kloster mit dem Riesenbuddha und fuhren von dort dann nach Tai O, einem ursprünglichen Fischerdorf, das allerdings auch einigermaßen von Touristen überlaufen war. Dort streiften wir eigentlich nur durch die Gassen, guckten die Märkte an und aßen etwas, zogen wieder ein wenig durch die Gässchen, übten den Löwentanz, guckten der Dorfjugend zu, wie man es richtig macht und fuhren dann wieder nach Hongkong. Diesmal stiegen wir in Mong Kok aus, nahmen das Abendessen in einem Macauer Restaurant ein und die Mädels zeigten uns noch einen "Ladies Market", was quasi ein Fake-Markt ist, wie es sie auch in Peking gibt, nur daß der Stil eher westlich ist. Nach ein wenig shoppen suchten wir uns eine Kneipe, betranken uns mit den Damen und verabschiedeten sie dann. Der nächste Tag war schon wieder Reisetag, wir fuhren zum Flughafen, gaben die U-bahn-Karten zurück und stiegen dann in das kleinste Flugzeug Chinas (das nur halb voll war) und waren eineinhalb Stunden später in Sanya.
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Freitag, 22. Februar 2008
Urlaub Teil 3: Guangzhou
Als ich nach acht Stunden ausgezeichneten Schlafes (der Zug sollte laut Fahrplan elf Stunden brauchen), wunderte ich mich zunächst, warum ich eigentlich so gut schlief, stellte aber sofort fest, daß es wohl in erster Linie daran lag, daß der Zug stand. Nach der Morgentoilette und dem Zusammenpacken meiner Sachen (ich war ja bald da!) suchte ich eine Schaffnerin und befragte sie, sie wußte aber mal wieder nichts, auch die anderen Schaffner hatten keinen Schimmer, wann wir ankommen würden. Ich machte mir aber keine Sorgen, ich hatte ja mittlerweile mehr als neun Stunden im Zug verbracht, weit konnte es also nicht mehr sein! Ich setzte mich also auf mein Bett und spielte Gameboy und blätterte im Reiseführer. Bald kam mir der Verdacht, daß es doch noch etwas länger dauern würde, der Zug fuhr nämlich immer nur eine halbe Stunde und stand dann wieder, dann fuhr er mal wieder eine Stunde, stand dann aber wieder zwei. Draußen war alles eingeeist und ich verstand langsam, warum "das Bisschen Schnee" tatsächlich ein Problem sein könnte: Alle Bäume und Büsche waren in einen dicken Eispanzer gehüllt, an der Strecke standen Hütten und Scheunen mit eingestürzten Dächern (aber vielleicht waren die auch schon vorher kaputt ;-) ). Um die Zeit für den geneigten Leser nicht ganz so lang zu machen, wie sie für mich tatsächlich war: Ich verbrachte die Zeit mit Spielen, Lesen, aus dem Fenster gucken, Schlafen und durch den Zug gehen, immer in der Hoffnung, daß wir in einer Stunde sicher ankommen würden. Es kam auch kein Klingelwagen vorbei und am Nachmittag bekam ich dann großen Hunger, da fiel mir dann aber ein, daß ich ja noch eine "Notration" Aldi-Trauben-Nuß im Rucksack hatte, die auch gleich (fast ganz) geschlachtet wurde. Gegen Abend ließ sich der Klingelwagen dann endlich blicken, ich kaufte mir eine warme Mahlzeit, zwei Flaschen Wasser und ein Bier. Zwischendurch bot ich dem kleinen Jungen, der mittlerweile allein im Abteil war mit mir (sein Vater war Schnaps trinken mit den Schaffnern und dem Personal vom Speisewagen), den Rest der Schokolade an. Ich fragte ihn, ob er Schokolade möge, was er bejaht, worauf ich ihm die Tafel vor die Nase legte. Er schaute mich nur unverwandt an und cih sagte ihm, daß ich sie ihm schenke. Als er immer noch nichts tat, öffnete ich die Tafel und drückte ihm ein Stück in die Hand, endlich hatte er verstanden und ließ es sich schmecken. Um 17 Uhr hielten wir dann an einem Bahnhof, der auch auf meiner Karte eingezeichnet war, ich war wirklich zuversichtlich und schrieb den Jungs, daß ich wohl in spätestens zwei Stunden in Guangzhou ankommen würde. Aber kleine Sünden und so...kurz darauf hielt der Zug wieder, diesmal für zwei (gefühlte fünf) Stunden. Und als ich es kaum noch für möglich hielt, noch jemals anzukommen (irgendwann war ich dann auch jenseits von Gut und Böse), fuhr der Zug (es wird wohl so 23:30 gewesen sein) in den Bahnhof von Guangzhou. Guangzhou war einer der Hauptbrennpunkte der "Schneekatastrophe", als wichtiger Verteilerbahnhof von und nach Süden kamen dort viele Leute an und je mehr Züge ausfielen, desto voller und chaotischer wurde es dort, wie ihr bestimmt alle in den deutschen Nachrichten gesehen habt. Fabian hatte zwischendurch geschrieben, daß wohl 200.000 Leute in Guangzhou auf ihre Weiterfahrt warteten, ich war also auf das Schlimmste vorbereitet. Das Bild, daß sich außerhalb des Bahnhofes bot, versetzte mich trotzdem in bares Erstaunen: So viele Menschen auf einem Haufen habe ich überhaupt noch nie gesehen. Von den 200.000 Leuten waren gut 20.000 bis 50.000 Soldaten und Polizisten, es standen Sanitätszelte, Planungscontainer und LKW mit der Aufschrift "Emergency Communications" herum. Der riesige Bahnhofsvorplatz und die umliegenden Straßen (der Bahnhof war weiträumig gesperrt, weswegen ich auch eine halbe Stunde gehen mußte, bis ich überhaupt mal ein Taxi sah!) waren mit Zäunen unterteilt, in denen Leute dichtgedrängt standen, lagen, hockten. Ich kam nicht umhin, an Schlachtvieh zu denken. Zwischendrin waren ganze Kompanien von Soldaten, die aneinandergelehnt schliefen, andernorts standen Soldaten dreireihig vor den einströmenden Menschen. Vor lauter Erstaunen (und wohl auch aus Angst, eine auf den Deckel zu kriegen von den Offiziellen) machte ich kein Foto, das ihr euch angucken könntet. Ich hatte aber einen Logenplatz, die Aussteigenden wurden nämlich über Fußgängerbrücken von dem Gelände geleitet. Nach einem kurzen Stopp im Supermarkt suchte ich dann ein Taxi, die ersten die ich fand sagten aber alle, daß sie in die Straße nicht reinfahren könnten, leider verstand ich nicht, warum. Nach einiger Zeit kam dann eine junge Dame und bot ihre Hilfe an, die ich dankend annahm. Sie erklärte mir dann, daß die Straße, in die ich wolle, eine Fußgängerzone sei. Nachdem sie dem Taxifahrer erklärt hatte, mich doch bitte in die Nähe zu bringen fragte sie noch, ob sie mitfahren könne, sie brauche auch dringend ein Taxi. Auf der Fahrt stellte sich dann heraus, daß sie eine Freundin im Krankenhaus besuchen wolle, die mit ihrem Freund am Bahnhof versucht hatten, einen Zug zu bekommen. Beim Versuch, noch in letzten Moment auf den Zug aufzuspringen und wohl auch im Zusammenhang mit einer Massenpanik wurde dabei die Freundin schwer verletzt und der Freund getötet. Was soll man da sagen, außer:"Tja, da sind wir ja schon...ich muß dann mal!" Nach einigem Umherirren fand ich dann auch das Hotel, in dem mich die Jungs mit Fotoapparaten und kühlem bier empfingen, wir machten aber nicht mehr lang, es war ja schon gegen ein Uhr. Am nächsten Morgen ging ich dann mit Gero (Fabian und Daniel wollten in den Zoo) in den Yuexiu-Park. Dort war auch schon alles herrlich dekoriert in allen Varianten, wieder Skulpturen aus bespanntem Draht, Blumenskulpturen und auch Skulpturen aus Geschirr (voll cool, siehe Fotos). Das Wetter war angenehm aber nicht wirklich gut, warm aber mit kurzen Schauern. Der Park war sehr schön, alles schon tropisch anmutend und in sattem grün. Im Park beguckten wir als erstes die Skulptur der fünf Ziegenböcke, die an die Gründungslegende von Guangzhou erinnert (fünf Unsterbliche kommen angeritten auf fünf Ziegenböcken, planzen fünf magische Reispflanzen, voila, eine Stadt!) und das Sun Yatsen Monument. Nach einem Kaffe im Park wollten wir auf den Qingping-Markt, der für seine Kuriositäten bekannt ist, nachdem wir an der Insel Shamian (früher Wohngebiet der Franzosen und Engländer) vorbeigegangen waren, befanden wir uns auf dem Markt, viel kurioser als Skorpione zu tausenden in Plastikwannen und säckeweise Schildkröten wurde es aber (leider) nicht. An die Skorpione traute ich mich auch nicht ran, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, auch ein paar abgefahrene Sachen zu essen. Nach einem Gang durch die (völlig überfüllte) Fußgängerzone, in der ich mir eine Brille kaufte (nicht, weil ich sie brauche!), kamen wir wieder am Perlfluß an, den wir entlang gingen, auf der anderen Uferseite noch einen Tempel besichtigten und uns dann mit Fabian und Daniel zu unserer Abend-Buffett-Flußkreuzfahrt trafen. Als wir ankamen wurde uns eröffnet, daß das Schiff erst eine Stunde später ablegen würde, wir warteten also und waren dann die ersten auf dem Schiff und am Buffet. Die Fahr war ganz nett, vom Boot aus konnte man doch die beleuchtete Stadt (ja, den Kraftwerken geht wegen Wintereinbruchs die Kohle aus...) etwas besser sehen (siehe Fotos). Nachdem wir satt waren und das Boot angelegt hatte, machten wir uns kurz frisch im Hotel und gingen dann in die Disco, in der ich mir mal ordentlich einen einbaute :-)) . Der Tag darauf war auch schon der Abreisetag und ich bedauerte es direkt, daß mir die zwei Tage (einer extra in Wuhan, einer extra im Zug) fehlten. Wir checkten aus und fuhren zum Bahnhof und zum Highspeed-Train nach Hongkong, der um die Mittagszeit abfuhr. Die Fahrt dauerte nicht lang, nicht einmal zwei Stunden, davon eine allein nur durch Hongkong. Während dieser Zeit drückten wir uns schon die Nasen an den Fenstern platt (endlich hatten wir den supernervigen Businessman vergessen, der mit superlautem Handy hantierte!) und freuten uns schon sehr darauf, endlich im berühmten Hongkong zu sein!
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Donnerstag, 21. Februar 2008
Urlaub Teil 2: Wuhan
Als erstes versuchten wir in Wuhan, da wir ja noch am Bahnhof waren, die Karten für die Weiterfahrt nach Guangzhou zu kaufen. Nach einem länglichen Fußmarsch durch und über und um den Bahnhof bzw. die Baustelle, die bald mal der neue Bahnhof werden soll fanden wir den Ticketschalter und fanden heraus, daß man in Wuhan die Tickets nur jeweils am Vortag kaufen kann...tolle Wurst. Also setzten wir uns in ein Taxi und fuhren in die Nähe des Hostels (wir dachten ja, es sei direkt vor der Tür des Hostels). Nach einer halben Stunde Hin-und-her-Irren durch das Schneetreiben (in Wuhan lag alles voller Schnee und es schneite reichlich in dicken Flocken) fanden wir dann endlich das Hostel (herrlich versteckt abseits der Hauptstraße), nur um dort festzustellen, daß alle anscheindend noch schlafen. Wir machten es uns so bequem wie möglich in der kalten und ungeheizten Lobby (es gibt wohl die Regelung in China, daß alles, was südlich vom Yangzi liegt, keine Heizung braucht (hat die KP so beschlossen!), daher hatte das Hostel auch keine Heizung) und warteten. Es kam auch recht bald eine junge Dame, die aber wohl neu war und mit unserer Reservierung etwas überfordert war. Nachdem wir uns einen Kaffee aus frischgemahlenen Kaffeebohnen in der Turbokaffeemaschine (siehe Bilder) hatten machen lassen, eröffnete sie uns, daß es im ganzen Hostel kein warmes Wasser gebe, was wir natürlich bei gefühlten -10° Außentemperatur und ungeheizten Zimmern etwas doof fanden. Daniel hängte sich also - angeleitet durch den Reiseführer - ans Telefon, während ich versuchte, Informationen über den geplanten Ausflug zum Staudamm zu bekommen. Nach einiger Zeit fand daß Mädel raus, daß es keine Ausflugsschiffe gibt und daß der Busverkehr höchstwahrscheinlich eingestellt sei. Inzwischen hatte Daniel auch ein anderes Hotel gefunden (Preis stimmte und sie hatten uns am Telefon versichert, daß sie sowohl eine Heizung als auch warmes Wasser hätten!), wir entschuldigten uns bei dem Mädel für Mühe, die wir gemacht hatten und fuhren per Taxi auf die andere Seite des Flusses. In Wuhan drohte zu diesem Zeitpunkt der Verkehr zu kollabieren, ähnlich wie in Deutschland verlernen die Leute in China nämlich auch bei 10 Zentimetern Neuschnee schlagartig das Autofahren. Wir sahen im Vorbeifahren auch den "Winterdienst", er bestand aus einem Pritschenwagen, auf dessen Ladefläche säckeweise Salz stand auf/neben denen vier mindergutgelaunte Chinesen saßen, die das Salz etwas unmotiviert in großen Klumpen mit bloßen Händen auf die Fahrbahnmarkierung zwischen den Spuren warfen...Respekt! Am Hotel angekommen legten sich die zwei kleinen erstmal ins Bett, ich startete gleich einen Rundgang durch die Gemeinde. Erste Amtshandlung: Organisation der Busfahrt zum Staudamm! Die Dame an der Rezeption sagte mir sofort, daß natürlich kein einziger Bus mehr ginge, bei dem Schneetreiben sei das ja ein Ding der Unmöglichkeit (inzwischen hatte sich der "Schneesturm" vom frühen Morgen in Strahlenden Sonnenschein und Tauwetter gewandelt). Ich ging nur wenige Schritte vom Hotel weg, direkt ins Geschäftszentrum von Wuhan und stand dort direkt vor dem Busbahnhof, von dem die Busse - oh Wunder! - im Fünfminutentakt abfuhren, jede halbe Stunde auch nach Yichang, der Verteilerstadt auf dem Weg zum Staudamm. Tickets gab es, Busse fuhren, alles prima! Da wir wegen der Zugtickets nicht sicher waren informierte ich mich auch vorsorglich über Flugtickets, fand aber nichts Günstigeres als das, was die Hotelangestellten Daniel zuvor schon gesagt hatten. Danach spatzierte ich ein wenig durch die Stadt, Wuhan ist nicht unbedingt die schönste Stadt oder die sehenswerteste, ich fand aber trotzdem ein paar nette Ecken, vor allem in der Chezan Lu, der Shoppingmeile von Wuhan, in der noch viele Gebäude davon zeugen, daß hier einst das Kolonialviertel war. Interessant war auch die Tatsache, daß es in dieser Straße im Großen und Ganzen eigentlich nur fünf oder sechs verschiedene Geschäfte gibt, zwei Sportartikelgeschäfte (davon ein bekanner deutscher mit drei Streifen im Logo) und drei verschiedene Modehäuser (so etwas wie die chinesischen Versionen von H&M, bei denen ich aber bisher immer gerne eingekauft habe), die sich auf der 500 Meter langen Straße in wechselnder Reihenfolge wiederholen. Besonders erwähnen möchte ich auch die Wuhaner Mädels, bisher habe ich in noch keiner chinesischen Stadt so viele hübsche Mädels gesehen (nein, auch nicht in Shanghai, und schon gar nicht in Hongkong!), die sich auch alle fast den Hals ausrenkten vor lauter gucken. Anscheinend verirren sich nämlich nur wenige westliche Touristen nach Wuhan (ich habe in den Tagen in Wuhan nur einen einzigen gesehen, der nicht Daniel oder Gero hieß und mich nicht aus dem Spiegel anguckte), und so genießt man hier noch gut 120% Ausländerbonus :-) . Nachdem ich einige laut meines Reiseführers historisch wertvolle Gebäude beguckt hatte fand ich mich selbst am Ufer des Yangzi wieder, sah direkt die wohl drei letzten Yangzi-Flußdelfine (allerdings nur als Bronzedenkmal) und versuchte, etwas ans Wasser zu kommen. Leider nahm ich die Bezeichnung des Ufers als "Bund" (britische Bezeichnung für eine befestigte Uferanlage) etwas zu "shanghaierisch" (dort ist der Bund nämlich als Flaniermeile bekannt), in Wuhan ist alles zugebaut mit Lagerhallen und Frachtterminals, ich sah also nichts vom Fluß, bis ich einfach mal ganz dreist zwischen zwei LKW durch ein Tor ging und mich zwischen Hafenarbeitern und Gabelstaplern wiederfand, allerdings direkt am Wasser. Leider war es etwas diesig, deswegen sind die Bilder nicht so toll, ich fand den Fluß aber allein schon seiner Größe wegen durchaus beeindruckend und schaute für eine ganze Weile dem geschäftigen Hafentreiben zu. Nachdem ich noch ein wenig am Fluß in Richtung Süden gelaufen war, bog ich wieder nach Westen in die Stadt ein, mittlerweile war ich schon zweieinhalb Stunden unterwegs und fand, es sei an der Zeit, die zwei kleinen Schweinchen wachzuküssen. Ich dachte mir, es sei wohl eine schlaue Idee, nicht die lauten und verstopften Hauptstraßen zu nehmen sondern ging etwas in die kleinen Gässchen hinein. Es war wirklich cool, zwar supersiffig (alles ölig-schmierig-schneematschig), überall Geschäfte die alles mögliche verkaufen, man bekommt dort wohl alles von Aalködern und Elektro-Material über Jugendbekleidung und Motorersatzteilen bis hin zu Schleifscheiben und Zubehörteile für Fischerboote. Ich war froh, daß ich eine Mütze aufhatte, überall tropfte es nämlich von den Dächern (wie gesagt, Tauwetter!) und überall hing Wäsche oder Fisch an den Stromleitungen, beides zum Trocknen. Allerdings hatte der kleine Exkurs in dei Seitenstraßen zur Folge, daß ich mir bald gar nicht mehr so sicher war, wo ich eigentlich hin mußte, mit vielen Passanten und lang vergessen geglaubten Pfadfinderfähigkeiten ("...wenn da jetzt die Sonne ist, dann ist das wohl die richtige Richtung...") fand ich aber dann doch - mehr schlecht als recht - zurück zum Hotel, zwar nicht nach drei Stunden, wie ursprünglich geplant, sondern nach knapp viereinhalb :-). Aber...der Weg ist ja schließlich auch ein Teil des Ziels, vor allem, wenn man sich eine Stadt angucken will! Voller Sorgen im Hotel angekommen, fand ich die zwei Hühnerschrecker noch im tiefsten Schlaf und den süßesten Träumen, was mich allerdings keineswegs davon abhielt, sie zu wecken (*har har*) und wir gingen (mit Zwischenstopp am Busbahnhof zum Ticketkauf) essen in einem chinesischen Fast-Food-Nudel-Restaurant. Dort bestellte ich unter anderem eine Cola, die lange Zeit nicht kam. Auf unsere Nachfrage, was denn mit der Cola loswäre sagte die Kellnerin nur:"Ja, Cola gibts hier nicht, deswegen hab ich euch einfach mal ne Sojamilch gebracht!" Die Milch hatte sie tatsächlich gebracht (echt lecker, wir hielten es aber mehr für eine Art Vorspeise, die im Menü inbegriffen ist), trotzdem wunderte ich mich etwas...Bitte auf keinen Fall sagen, daß es keine Cola gibt, lieber sich irgendwas ausdenken und das bringen! Um nicht wieder alles zu sehen, was ich am Vormittag schon besichtigt hatte, lotste ich die zwei Jungs eine etwas andere Route, mit etwa dem gleiche Ziel, nur über eine andere große Shoppingstraße und in ein anderes, noch siffigeres "Wohnviertel". Ich und Gero hatten jede Menge Spaß und fanden alles sehr interessant, Daniel aber meckerte von Anfang an über Dreck und Gestank und hatte bald genug. Als wir schließlich wieder am Wasser angekommen waren, verließ er uns unter fadenscheinigen Erklärungen, wir gingen richtung Süden am Fluß entlang in den Binjiang-Park, eine wirklich hübsche und moderne Parkanlage entlang des Flusses, allerdings fand ich die schneebedeckten Palmen etwas eigenartig. Auf dem Weg dorthin gab es wieder zahlreiche Gebäude, die von aus der Kolonialzeit stammen, unter anderem die Bank of New York (siehe Fotos). Wir gingen durch den Park bis wir den Pflichtteil (ein weiteres Denkmal für den Hochwasserschutz mit einem weiteren Porträt des herrlichen Superstars Mao) erledigt hattten. Gero erfreute sich sehr an dem Schnee der überall lag, nahm Schollen von den Hecken und führte lange aus, daß man doch so herrlich sehen könne, wann es wieviel geschneit hätte und wann es etwas wärmer gewesen sei und deshalb der Schnee angetaut sein...ein Traum! Gegenüber des Wuhaner Talentmarktes (fragt bitte nicht, was das ist und woher der Name kommt!) fanden wir ein nettes Cafe und ließen uns nieder, um das weitere Vorgehen zu besprechen und uns ein wenig aufzuwärmen. Frisch gestärkt gingen wir noch am alten französischen Bahnhof vorbei (ein putziges kleines Gebäude, das irgendwie fehl am Platze wirkt in einer chinesischen Millionenstadt) und fuhren dann zurück ins Hotel, wo Daniel schon wartete und sich mopste. Er eröffnete uns gleich, daß er schon am übernächsten Tag aus Wuhan fahren will und schon einen Flug fest gemacht hätte und daß er nicht mit zum Staudamm kommen wolle, er hätte ja noch soooo viel zu erledigen (zwei Telefonate führen, ein Buch kaufen)...sein Verlust! Ich traf mich an dem Abend noch mit Cloudy, einer Freundin die ich in Peking kennengelernt hatte und die jetzt in Wuhan arbeitete und stand am nächsten Morgen sehr früh mit Gero auf, um zum Staudamm zu kommen. Der Bus nach Yichang fuhr knapp vier Stunden, von denen ich die meiste Zeit schlafend verbrachte, in Yichang bekamen wir auch gleich den Anschlussbus zum Staudamm und fuhren wieder eineinhalb Stunden durch die chinesische Pampa, wovon eine halbe Stunde nur um den Staudamm herum ging. Als der Bus dann hielt, stellten wir fest, daß wir gar nicht an dem Touristenzentrum waren, sondern zu weit gefahren waren. Trotzdem fanden wir einen netten Chinesen mit Minibus, der - nachdem wir seine englischsprechende Tochter abgeholt hatten - uns so nah an den Staudamm brachte, wie es möglich war. Der Staudamm selber hat mich wenig beeindruckt, teils lag es wohl daran, daß das Wetter und somit die Sicht nicht besonders war, teils wohl auch daran, daß man so weit weg ist und daß von den 180 Metern, die überall als Höhe angegeben sind, 60 unterwasser sind...Alles in allem waren wir glaube ich beide ein wenig entäuscht, wäre ich nicht hingefahren, hätte ich mich aber bestimmt geärgert. Nach einem kleinen Snack versuchten wir noch nachträglich zu der Touristelle zu kommen, gingen aber touristenfangenden Busfahrern ins Netz, die uns eine Haltestelle fuhren und dann eine Dame einsteigen ließen, die uns eine ausgedehnte Sightseeingtour in ihrem Privatwagen anbot. Wir versuchten ihr stundenlang klarzumachen, daß wir eigentlich nur in die Stadt unterhalb des Staudammes wollten um dort noch zwei, drei Fotos zu schießen, sie bestand aber darauf, daß das nicht gut sei. Ettliche Mitreisende schalteten sich ein und bequatschten uns, was wir selbstverständlich nicht verstanden, gegen Ende der Konversation waren aber alle Chinesen der Ansicht (wohl auf Grund der Brocken, die ich aufschnappte, verstand und ablehnte), daß ich sehr wohl alles verstand, nur immer "Bu mingbai" (ich verstehe nicht) sagte, wenn es darum ging, Geld auszugeben :-). Der langen Rede kurzer Sinn: Wir wechselten den Bus und überlegten, einfach unterhalb des Staudammes auszusteigen und den nächsten Bus zu nehmen, der kommt, nachdem wir unsere Fotos gemacht hatten, was wir dann allerdings verwarfen, das Wetter wurde zunehmend schlechter und die Zeit war mittlerweile doch schon sehr fortgeschritten. Wir knippsten also noch ein Bisschen aus dem Bus und waren dann wieder auf dem Weg in Richtung Yichang. Dort angekommen, stellten wir fest, daß wir nicht dort waren, wo wir eigentlich hinwollten, eine aufgeregte Menschenmenge hatte sich schnell um uns versammelt und versuchte zu helfen. Nach der ersten Schrecksekunde (ich hatte einen Busfahrer falsch verstanden und dachte, daß wir in der falschen Stadt seien) stellte sich heraus, daß wir lediglich am falschen Busbahnhof waren und es fand sich ein junger Mann, der uns ganz allein in seinem Bus die fünf Minuten zum richtigen Busbahnhof fuhr. Dort hatten wir noch genug Zeit um im Restaurant zum Goldenen M ein Abendessen einzunehmen, Bier zu bunkern und stiegen dann in den Bus ein. Nach einem Bierchen streckte ich mich auf der letzten Bank des fast leeren Busses aus und wurde irgendwann von Gero geweckt, ich hatte tatsächlich viereinhalb Stunden durchgeschlafen. Mitten in der Nacht am Bahnhof kauften wir noch Zugtickets, Gero für den gleichen Tag (wir waren so gegen ein Uhr wieder in Wuhan), ich erst für den Abend des darauffolgenden Tages, ich wollte mit Cloudy noch einen Tag Sightseeing machen. Am nächsten Tag ging Daniel schon sehr früh zum Flughafen, ich ging mit Gero und Cloudy Mittagessen und wir fuhren noch ein wenig durch die Stadt, bevor auch Gero zum Zug mußte. Nach dem Abendessen und ein wenig Spatzierengehen war ich wieder früh müde (die letzten Tage hatten doch ihre Spuren bei mir hinterlassen) und wir entschieden, nicht daß wuhaner Nachtleben zu erkunden. Am nächsten Tag ging ich mit Cloudy ein wenig bummeln in der Stadt und machten Sightseeing light, bis sie mich dann gegen 18 Uhr zum Bahnhof brachte. Der Zug sollte um 19 Uhr abfahren, also wartete ich, bis ich mir dann so gegen zehn nach sieben etwas sorgen machte, und eine nette Bahnhofsangestellte fragte, was denn mit dem Zug los sei. Dabei stellte sich dann heraus, daß der Zug vier Stunden Verspätung hatte. Ich fragte also, ob ich denn wieder aus dem Bahnhof gehen könne und auch wieder problemlos hineinkönne (die Tickets werden in China beim Betreten des Bahnhofs "geknippst"), sie sagte mir, daß das kein Problem sei, aber nicht ratsam, da ich so den Zug verpassen könnte. Ich sagte:"Wenn der Zug jetzt vier Stunden Verspätung hat, dann kann ich doch wohl mal drei Stunden raus und noch was zu Abend essen, oder?" "Ja, können sie schon, aber wenn der Zug kommt..." "Wieviel Stunden Verspätung hat denn der Zug genau?" "Wissen wir nicht!" "Und wo ist der Zug gerade?" "Wissen wir nicht!" "Und wer weiß das?" "Niemand!". Ich beschloss aber, das Wagnis einzugehen und ließ mich von Cloudy wieder abholen, die sich noch eine Telefonnummer von einem Bahnbeamten geben ließ, bei dem wir von da an halbstündlich anriefen, um uns über den aktuellen Stand zu informieren. Nach einem netten Abendessen und einer herrlichen Fußmassage war ich also um 22 Uhr wieder am Bahnhof und wartete auf den Zug...und wartete...und wartete...Zwischendruch freundete ich mich noch mit ein paar Kids an, das Mädel auf dem Foto war schätzungsweise 13, sprach aber schon so gut Englisch, daß wir uns eine ganze Weile unterhielten. Als der Kerl neben mir aufschnappte, daß ich Fahrzeugtechnik studiere zeigte er mir auch seine neugekauften Klimaanlagenteile und sagte mir, daß er mal seinem Freund in Guangzhou bescheid sagt, dann könne ich ja helfen beim Einbau der Teile...lol!!! Nach noch mehr warten und noch mehr Gesprächen war dann endlich der Zug da, ich begab mich in mein Abteil (Softsleeper, nur vier Betten, Tür, und nicht so viel "Pöbel"), das ich mir nur mit einem Vater und seinem Sohn teilen mußte und um sage und schreibe 2:30 setzte sich der Zug endlich in Bewegung!
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Mittwoch, 20. Februar 2008
Urlaub Teil 1: Xi'an
Jetzt habe ich mich endlich einmal aufgerafft und mir vorgenommen, euch ein bisschen was von meinem Urlaub zu erzählen. Aber da man ja klein anfangen soll, gibt es heute Abend nur einen Teil, nämlich die Reise nach Xi'an. Die Gegend von Xi'an ist seit 3000 Jahren Standort der Hauptstädte verschiedener Dynastien, Xi'an selbst wurde 618 von den Tang erbaut und war zu dieser Zeit die größte Stadt der Welt mit über einer Million Einwohnern. Heute ist Xi'an vor allem für die in seiner Nähe gefundene Terrakotta-Armee bekannt.
Wir (Daniel, Gero und ich - Fabian hatte sich in Harbin (mal wieder) eine Bronchitis eingefangen und wollte diese erst einmal auskurieren und später nachkommen) trafen uns am Abend des 25.1., nachdem wir die letzten Tage Wäsche gewaschen, umgepackt und gechillt hatten. Nachdem auch Daniel endlich da war (er hatte noch Probleme bei der Zimmerübergabe) fuhren wir zur Beijing Railway Station, versuchten Fabians Ticket zurückzugeben (was nicht klappte) und bunkerten Bier (Verhandlungstalent David Sontheim!). Da wir mit der U-Bahn an den Bahnhof gefahren waren, hattten wir extra viel Zeitpuffer eingeplant und nach dem ersten Bier auf dem Bahnhofsvorplatz (auf dem die Hölle los war, alle wollten über die Feiertage nach Hause) gingen wir in den Bahnhof, nur um dort festzustellen, daß der Zug nicht angeschrieben war. Ich hatte Daniel (der uns über seine coolen Connections die Tickets besorgt hatte) im Wohnheim zwar gefragt, wo der Zug den abfährt, hatte aber keine Antwort erhalten. Also guckte ich auf das Ticket und stellte fest, daß wir am falschen Bahnhof waren, der Zug fuhr nämlich in Beijing West ab. Wir sputeten uns also aus dem Bahnhof rauszukommen und ein Taxi zu finden (was problemlos war) und sagten dem Taxifahrer, daß er noch einen Zehner extra bekommt, wenn wir in weniger als 20 Minuten an dem anderen Bahnhof sind, die Rushhour bereitete uns nämlich ein wenig Sorgen. Der Verkehr war aber ruhig, der Taxifahrer beeilte sich nicht sonderlich, aber als wir nach 24 Minuten am Bahnhof waren (er wollte uns nicht irgendwo am Eingang rauslassen, sondern bestand drauf, daß er die verstopfte Taxirampe hochfährt), war er tatsächlich etwas maulig, weil er sein Extrageld nicht bekam. Der langen Rede kurzer Sinn: Wir kamen zeitig und ohne Probleme in unseren Zug, fanden unsere Plätze und freundeten uns (ein wenig) mit den Mitreisenden an. Allerdings war es nicht so lustig wie das letzte mal nach Harbin, wenn man Daniel dabei hat, reden alle nur mit ihm und die Neugier ist nicht so groß. Dementsprechend unspektakulär war die Zugfahrt, wir soffen uns schön einen an und gingen dann ins Bett. In Xi'an wurden wir direkt von zwei charmanten jungen Damen in Empfang genommen, die den Abholservice unseres Hotels darstellten, sie halfen uns auch, Tickets für die Weiterfahrt zu kaufen. In China kann man Tickets immer nur an dem Bahnhof kaufen, von dem man losfährt, je nach Stadt drei bis fünf Tage im Vorraus. Da wir natürlich in der Hauptreisezeit unterwegs waren (ihr habt es bestimmt alle im deutschen Fernsehen gehört), war es immer etwas spannend, Tickets zu bekommen. Wir bekamen auch keine Tickets für den eigentlich geplanten Zug (28.01. abends im Liegewagen), sondern nur einen Zug an dem gleichen Tag früh morgens. Immerhin war das auch ein Liegewagen, was für eine Zugfahrt von 13 Stunden natürlich angenehmer ist als Sitzen. Direkt am Bahnhof sah man schon die mächtige Stadtmauer, die in einem großen Rechteck auf 12 Kilometern länge den gesamten alten Stadtkern umgibt, oben gut 12 Meter breit ist und von vier mächtigen Stadttoren durchbrochen ist. Das Hostel war klasse, sauber und gut ausgestattet, mit vielen Annehmlichkeiten und Angeboten sowie freundlichem Personal. Es liegt direkt am Südtor mitten in der Altstadt in einem alten chinesischen Gebäude, richtig mit Innenhöfen. Mitten ins Herz trafen uns gleich die Viecher die dort rumliefen, eine Katze (siehe Fotos), sowie drei Hunde (ein alter Golden Retriever und ein junger, sowie ein weiterer Welpe, der etwas nach Rottweiler aussah). Wir legten kurz unser Gepäck ab und machten uns frisch und gingen dann direkt Sightseeing. Die Stadt ist wirklich hübsch, zwar sind auch hier wieder hunderttausendmillionen Autos auf riesigen Straßen durch die Stadt unterwegs, aber es ist den Städteplanern besser geglückt, die modernen Gebäude so ins Stadtbild einzupassen, daß sie nicht deplaziert neben den historischen Gebäuden wirken. Unsere erste Station war der Glockenturm, direkt auf der Kreuzung der Zwei großen Straßen, die die vier Tore miteinander verbinden. Wie in Europa wurde die hiesige Glocke genutzt, um die Zeit anzugeben. Unweit des Glockenturms liegt der Trommelturm, auch er zeigte die Zeit an, indem die riesige Trommel (die heute leider nicht mehr existiert) das Ende des Tages angab. Nachdem wir durch beide Türme gelaufen waren und sie und die darin befindlichen Ausstellungen gebührend bewundert hatten, gingen wir ins Moslemviertel im Westen der Altstadt und direkt am Trommelturm. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, zum Mittagessen Döner zu essen. Aber anscheinend hatte ich wohl vergessen, daß Döner eine eher deutsche Spezialität ist und daß "Moslem" nicht immer gleich "Türke" bedeutet. Nichtsdestowenigertrotz liefen wir lange durch das Moslemviertel (in Xi'an ist die größte Gemeinde der chinesischen muslimischen Minderheit), es war sehr interessant: Überall Fressbuden, kleine Märkte und alles voller Leben. Zwar war alles sehr schmutzig und matschig (durch den Schnee) aber wir hatten trotzdem viel Freude. Nach ettlichen Metzgereien (siehe Fotos) und Ständen mit gefälschter Markenkleidung erreichten wir schließlich die Große Moschee, die aber so gar nicht wie eine Moschee aussieht, sondern eher an einen chinesischen Tempel oder Palast erinnert. Das einzige, was auf Moschee hindeutet sind die Inschriften in arabischer Schrift, die Halbmonde, die überall aufgemalt sind und die alten Herren in arabisch anmutender Tracht, komplett mit kleinem Hütchen (wie auch immer es heißt). Nach der Großen Moschee zogen wir noch etwas durch das Moslemviertel, kamen mehr zufällig noch an der West Moschee vorbei (die auch wirklich wie eine aussieht), hatten dann aber genug und wirklich Hunger, es war ja schon Mittagszeit und wir hatten außer Trockenfrüchten und Kaffee nichts im Bauch. Wir suchten uns also ein Restaurant und fanden auch schnell eins, daß unser Interesse weckte, es warb nämlich mit Hund. Wir bestellten reichlich, unter anderem Hund (für die anderen zwei das erste Mal) und freundeten uns mit dem Wirt an, lächelten der hübschen Kellnerin zu und gingen dann (an einer katholischen Kirche vorbei, die nirgends eingezeichnet ist und leider zu war) zurück ins Hostel, wo wir wieder ein wenig ruhten. Danach hatten wir uns vorgenommen, die Stadt auf der Stadtmauer mit dem Fahrrad zu umrunden. Als wir aber auf der Mauer waren (der Eingang war direkt am Südtor, einen Steinwurf von unserem Hostel), bekamen wir gesagt, daß der Fahrradverlei aufgrund der zweieinhalb Zentimeter Neuschnee eingestellt sein und daß auch keine Elektroshuttles mehr führen. Es blieb somit als einzige Alternative der Fußmarsch. Schon nach fünf Minuten auf der Mauer wollte Daniel schon wieder absteigen und blieb an jeder Treppe nach unten stehen, wir zogen ihn aber immer weiter. Überall auf der Mauer waren schon Vorbereitungen für das anstehende Neujahrs- und Laternenfest im Gange und überall dort, wo nicht gerade Schnee geschippt wurde, wurden Lampen aufgehängt und Figuren aus bespanntem Draht aufgestellt. Wir hatten unsere helle Freude an dem Schnee, besonders Gero, wie das Video dokumentiert. Die Mauer ist wirklich beeindruckend, alle paar Meter steht ein Wachhaus oder ein Turm oder eine Bogenschützenbaracke, ich kam nicht umhin zu denken, daß es sehr gut ist, daß China so weit von Deutschland weg ist. Wenn wir im Mittelalter mal auf die Idee gekommen wären, Xi'an anzugreifen, hätten wir uns wohl schön blamiert :-) . Wir umrundeten ein Viertel der Stadt gegen den Uhrzeigersinn und stiegen am Osttor (das noch beeindruckender und bedrohlicher ist als das Südtor, das eher repräsentativ-gefällig wirkt) wieder ab. Nachdem wir noch einen Tempel gesucht hatten, ihn aber nicht fanden, dafür auf einen anderen stießen (alles voller Nonnen mit kahlgeschorenen Köpfen), nahmen wir den Kaffee in einem sehr noblen Kaffee (immer noch günstiger als Starbucks), lernten noch einen Geldsammler kennen (den wir ursprünglich für einen Geldwäscher hielten) und gingen dann zurück ins Hostel. Nach einer weiteren kurzen Ruhepause wollte ich noch zu den zwei Wildganspagoden, die wir allerdings nicht fanden (also nicht direkt, wir liefen in großem Bogen um sie herum, fanden nur einfach den Eingang nicht). Nach einem (zu) langen Spatziergang im einsetzenden Schneetreiben durch das wohl unspektakulärste Viertel Xi'ans und gingen dann (nach einigen "Findungs- und Entscheidungsschwierigkeiten") in einem koreanischen Restaurant essen. Danach ging Daniel heim, ich und Gero suchten die Bar-Street auf, die wir vorher schon bei Tageslicht in Augenschein genommen hatten. Dort lernten wir bei guter Lifemusik und günstigem importierten Bier eine sehr nette Deutsche (www.annettschlenker.de) sowie ihren britischen Freund (www.thezig.co.uk) kennen, die beide auf einer Rundreise durch Asien waren und sehr auf das kalte Wetter in China schimpften. Gegen Ende des Abends holten uns noch ein paar Chinesen zu sich an den Tisch, die waren ganz schön wild drauf, hauten sich ordentlich weg und verloren auch gerne mal Eheringe und hauten ihre Handys auf den Boden! Nachdem auch wir genug hatten gingen wir "heim", klopften Daniel aus dem Bett (was der voll super fand!) und legten uns hin, um für den nächsten Tag fit zu sein. Wir wollten nämlich zur berühmten Terrakotta-Armee. Wir standen also zeitig auf, fuhren mit dem Taxi zum Bushof (direkt am Bahnhof), wimmelten die Minibusfahrer ab und fanden ohne Probleme den Linienbus, der zur Armee fuhr. Während Daniel und Gero noch ein Schläfchen hielten, saß ich wache und guckte aus dem Fenster. Zu Ehren der Armee haben die Chinesen um deren Fundstelle ein riesiges Besuchs- und Touristenzentrum errichtet, alles gut organiesiert, jedoch muß man von der Bushaltestelle und den Eingängen erst einmal stundenlang durch einen Park laufen, bis man schließlich (nach einer weiteren Kartenkontrolle) auf dem eigentlichen Gelände ist, auf dem über den Fundstellen (die Terrakottaarmee wurde zufällig von drei Bauern entdeckt, die einen Brunnen graben wollten. Aufzeichnungen über sie existieren nicht) riesige Hangars errichtet worden sind und ein großen Ausstellungszentrum eingerichtet worden ist. Die Armee ist wirklich beeindruckend, so viele Tonfiguren und auch, wenn einem bekannt ist, daß sie alle verschieden aussehen, so wirkt es doch ganz anders, wenn man "in echt" daran vorbeigeht und man hat fast das Gefühl, an echten Menschen vorbeizugehen. Besonders beeindruckend fand ich auch die Pferde. Nachdem ich durch zwei der drei "Pits" gelaufen war (die dritte, die wohl die interessantesten Exponate beherbergt hatte geschlossen) und mir auch das Museum angeguckt hatte, in dem unter anderem zwei Pferdewagen im Maßstab 1:2 ausgestellt sind, die im Mausoleum von Qin Shi Huang gefunden wurden, hatte ich genug vom Herumlaufen im Naßkalten (die Hangars waren nicht beheizt und das Museum war auch nicht wirklich warm) und wir gingen einen Kaffee trinken. Auch der Weg nach draußen zog sich wieder, diesmal wurde man durch ein Gebiet voller Souvenirshops und Pelzhändler gelots, die wir jedoch alle abwimmelten. Der Rückweg mit dem Bus zog sich sehr, wir hatten eine ander Buslinie erwischt als auf dem Hinweg und zuckelten durch jedes Dorf zwischen Terrakottaarmee und Xi'an. Wir waren froh, daß wir Sitzplätze hatten, wurde der Bus doch relativ schnell relativ voll. An jeder Haltestelle wurden noch mehr Leute reingequetsch, bis schließlich die meisten Leute auf dem Gang dicht gedrängt standen. Auf einmal wurde die Schaffnerin (die sowieso schon sehr laut und unwirsch war) sehr hektisch und gebot allen Stehenden, sich zwischen die Sitze zu ducken. Wir wunderten uns zunächst, doch nur wenig später passierten wir eine Polizeistreife, die am Straßenrand geparkt war :-). Wieder in Xi'an nahmen wir ein schnelles Mittagessen zu uns in einem Nudel-Fast-Food-Restaurant (wirklich nicht schlecht) und gingen dann ins Historische Museum der Provinz Shaanxi, das wirklich sehr sehr gut gemacht und interessant war und einen lehrreichen Abriß der Geschichte dieser Region von den ersten "Höhlenmenschen" über die Seidenstraßenzeit und die Hochzeit der chinesischen Dynastien bis hin zur Gegenwart gab. Danach gingen wir ausgezeichnet essen in einem Restaurant gleich um die Ecke des Hostels (empfohlen von einem der Mädels aus dem Hostel, die sich wohl in unseren Daniel verguckt hatte) und machten uns dann "discofein", wir wollten ja neben aller Kultur auch das Nachtleben ein wenig erkunden. Abgesehen von den Tänzerinnen, die jede Stunde kurz auftraten (herrlich!!!) und homosexuellen Chinesen, die sich an uns ranmachten war der Besuch im sehr männerlastigen "1+1" bis zum Schluss nicht wirklich spektakulär. Auf dem Weg nach draußen hatten wir gerade unsere Jacken geholt als ein Pärchen laut zeternd an uns vorbeilief und der augenscheinlich sehr sehr betrunkene Kerl seine Freundin erstmal auf den Boden schleuderte. Ohne zu Zögern packte er sie daraufhin bei den Haaren und begann, sie die Treppe herunterzuziehen, was sie natürlich eher mittelgut fand. Ich versuchte, dazwischen zu gehen, gab aber ein etwas trauriges Bild ab, da ich dabei auf der Treppe ausrutschte, bekam ihn aber aus den Haaren seiner Freundin. Er bedankte sich dafür mit einem lauten "Fuck You!". Mittlerweile war auch die Security zur Stelle, die ihn zwar festhielt, er hatte aber trotzdem noch Gelegenheit, seiner Alten zwei zu ballern, bevor er in ein Taxi gesetzt wurde...muß Liebe schön sein. Wieder im Hostel packen wir unseren Kram zusammen und hauten uns noch ein wenig hin, am nächsten Morgen mußten wir ja zeitig zum Zug. Nachdem wir also ausgecheckt hatten fuhren wir zum Bahnhof, nur um dort festzustellen, daß unser Zug ausgefallen war. Also Tickets zurückgeben, neue Tickets kaufen (und dabei hatten wir noch Glück, zwar bekamen wir nur Sitzplätze, dafür aber am nächsten Tag!) und dann wieder zurück ins Hostel. Die so gewonnene Zeit nutzen wir, indem wir uns noch einmal auf den Weg machten, die zwei Pagoden zu besuchen, diesmal nahmen wir aber ein Taxi, das uns direkt zum Eingang fuhr. Die Kleine Wildganspagode (die die größere der zwei ist) bestiegen wir und genossen den Blick über die Stadt. Nach einem ausgedehnten Spatziergang durch die Nachbarschaft kamen wir an den Daxingshan Si, den einzigen buddhistischen Tempel Xi'ans. Besonders beeindruckend war gleich der erste Raum, hier wurde in sehr kunstvollen und farbenfrohen Figuren dokumentiert, was einem denn so alles blüht, wenn man sich auf dieser Erde nicht ordentlich benimmt. Es wurden Leute zermahlen, zerstückelt, aufgeschlitzt, gekocht, durch den Fleischwolf gedreht, enthauptet, gebraten und was weiß ich nocht, alles unter den Blicken der Heiligen. Wir standen gut 20 Minuten in dem Raum und bestaunten alles, leider hab ich mich vor lauter Fegefeuer (und Aufpassermönchen) nicht getraut, Fotos zu machen. Wer aber mal nach Xi'an kommt, sollte da auf jeden Fall mal hingehen: Daxingshan Si, gleich am Eingang das erste Häuschen links! Überhaupt war der Tempel sehr kunstvoll ausgeschmückt, lange Korridore mit Wandreliefs in bunten Farben, die wohl das Leben des Buddhas dokumentieren sowie Geschichten aus der chinesischen Mythologie erzählen, diesmal war kein Aufpasser da, daher die Fotos. Danach fuhren wir mit dem Taxi zur Großen Wildganspagode (die die kleinere der zwei Pagoden ist), sie hatte allerdings schon geschlossen und wir konnten sie nur aus der Ferne angucken. Um sie herum und den Tempel, der sie umgibt, hat die Stadt ein großes Touristenzentrum errichtet, aber alles sehr schön stimmig mit den alten Gebäuden im klassisch chinesischen Stil. Nachdem wir uns auch dort genug umgesehen hatten gingen wir zurück ins Hostel, wo kurz darauf mein Masseur, den ich bestellt hatte, auftauchte und mich eine Stunde lang schön durchknetete, was Daniel anscheindend so unangenehm war, daß er, kaum daß der Masseur da war, das Zimmer verließ. Außer Abendessen und einem kurzen Abstecher in die (wirklich ausgezeichnete) Hostelbar machen wir an diesem Abend nichts mehr und schliefen am nächsten Tag etwas länger, hatten wir doch nichts zu tun (oder wollten nichts mehr machen) als auf den Zug am Nachmittag zu warten. Nach einem herrlichen Kuchenfrühstück und nachdem wir das Geld für das Hostel in Sanya überwiesen hatten, tigerten wir ein wenig durch die Shoppingmalls und gingen schließlich zum Bahnhof, wo wir kurz darauf unseren Zug bestiegen. Die Zugfahrt war so-la-la, wir hatten nur Hardseats (vergleichbar mit Regionalzügen in Deutschland), alles war voller Bauern, die fröhlich rotzten und rauchte. Die ersten zehn Stunden vergingen einigermaßen, allerdings zog es sich dann, da man müde war, aber auf den Sitzen nicht wirklich schlafen konnten. Wir waren also entsprechend froh, als wir in den frühen Morgenstunden (ich glaube es war gegen 5) im dreckigen, lauten und a****kalten Wuhan ankamen.
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12:59
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