Freitag, 25. Januar 2008

Zwischenstopp

Hallo allerseits, bin kurz in Peking zum Umpacken, daher mal schnell, was ich die letzten Tage erlebt habe. Zuerst habe ich auf der externen Festplatte noch ein paar Fotos vom Krippenspiel gesehen, wer also vom Video nicht genug hat, kann sich die Fotos angucken. Zweitens habe ich alle Klausuren bestanden, sogar Automotive. Das zwar nur mit 60 Punkten (von 60 die ich brauche zum bestehen), dafür waren alle anderen überaschend gut! Eigentlich sind mir die Noten ja wurscht, trotzdem freut man sich doch ein wenig. Außerdem ist es gut zu wissen, daß ich alle Credits für dieses Semester habe und nächstes Semester eine ruhigere Kugel schieben kann (weil letztes Semester ja sooooo stressig war :-)) )
Aber jetzt mal zum Wesentlichen: Wie der aufmerksame Leser ja weiß, war ich drei Tage in Harbin, in Chinas Nordwesten. Es war soooooooo geil. Eisekalt, sonnig, eine stellenweise wirklich schöne Stadt und überall geile Eisskulpturen.
Wir sind hier am Sonntag Nachmittag losgefahren, auf dem Weg noch schnell was beim McD. eingeschoben und dann zum Bahnhof, an dem die Hölle los war. Haben am Büdchen noch Bier gekauft, leider hatten sie keinen "Kasten" (Karton) mehr, also ab in Plastiktüten, die mit den Dosen allerdings leicht überfordert waren! Allerdings haben wir beim Preis wieder Verhandlungsgeschick bewiesen ;-). Nach kurzem Suchen waren wir in der Wartehalle, diesmal nicht eine überlaufene Stehhalle, sondern die "VIP-Lounge" mit Kaffeetischen, Sesseln und Platz zum bewegen. Kaum waren wir da, hatten das Aufbruchsbier getrunken und ein Foto gemacht, konnten wir auch schon einchecken und in den Zug. Der Zug war eigentlich nicht schlecht, alles sauber, allerdings sehr voll und es waren keine einzelnen Abteile, sondern die 6er Betten direkt am Gang (also wie in Deutschland, nur ohne Tür). Wir freundeten uns schnell mit unseren Mitreisenden an, einem Business Man für Crude Oil und einem Mädel, das E-Piano am Conservatorium in Peking studiert. Sie lehnten zwar beharrlich unsere Biere ab, wir tranken dafür umso mehr, aßen zwischendurch herrliches Zugessen und das Mädel las uns ein paar Gedichte des Businessmannes vor. Die meisten Chinesen gingen schon ins Bett, als der Zug ablegte, deswegen hatten wir ein wenig ein schlechtes Gewissen und entschlossen uns dann auch um halb zehn dazu, uns hinzulegen. Kaum lagen wir im Bett, ging auch schon das Licht aus. Ich habe eigentlich ganz gut geschlafen, zwischendurch habe ich mal Fabian schnarchen gehört, aber sonst davon geträumt, daß ich mit einem Raumschiff durch einen Asteroidengürtel geflogen bin, das geträumte Wackeln war wohl wirklich real! Pünktlich um 4 wurden wir von der Schaffnerin geweckt, Zähneputzen, Morgentoilette (alles eisekalt, man stand bis zu den Knien in einer Wolke des eigenen Dunstes) und einpacken. Zwischen den Wagen waren die Fenster sogar von innen gefroren und draußen sah man Schnee. Als wir aus dem Zug rauskamen war scheißkalt, -20° sind morgens um fünf wirklich fies. Wir gingen erstmal Rückfahrttickets kaufen, es gab zwar keine Liegewagenkarten mehr, aber wir bekamen noch einen schnellen Zug, der drei Stunden früher fuhr als wir wollten, dafür aber auch sieben Stunden früher da war. Danach frühstückten wir Jiaozi (Maultaschen) im wohl dreckigsten Restaurant am Bahnhof, nahmen ein Taxi zum (wirklich sehr hübschen und sauberen) Hostel, wo wir uns nach dem Einchecken direkt für zwei Stunden nochmal hinlegten. Nachdem wir uns dann schön warm eingepackt hatten (lange Unterhose, zwei Paar Socken, Skiunterhemd, T-Shirt, Jeans, Mütze, Handschuhe, Innenjacke und Daunenjacke und natürlich warme Schuhe), liefen wir in die Stadt. Der erste Atemzug im Kalten brannte richtig in der Lunge und der Wind (wenn auch nur eine leichte Brise) schneidet einem richtig ins Gesicht. Nach zehn Gehminuten waren wir schon mitten im Zentrum auf der Zhongyang Dadjie, die Haupteinkaufsstraße und Fußgängerzone, wo sich Nobelshop an Pelzgeschäft und Russland-Nippes-Souvenirladen reiht. Hier sahen wir dann auch die ersten Eisskulpturen (begeisterte uns zwar sehr, verglichen mit was wir später sahen allerdings etwas simpel). Wir gingen weiter am Eisspielplatz vorbei zum Denkmal der Flutkontrolle, direkt am Songhua, dem Fluss in Harbin. Dort war eine riesige Touriecke aufgebaut, mit Schlittschuhlaufen, Hundeschlitten, Pferdekutschen und was weiß ich noch. Danach gingen wir am Audi-Eis-Showroom vorbei zur Seilbahn, die über den Fluss führt. An der Aussteigestation genehmigten wir uns einen Kaffee und der Wirt machte uns ein Angebot für die Fahrt zum Tigerpark, von dem wir schon so viel gehört hatten. Da sein Auto aber wohl kaputt war, mußten wir ein paar Minuten auf seinen Kumpel warten, der uns dann (am Geldautomat vorbei) zum Tigerpark fuhr. Dort am Eingang sahen wir dann bestätigt, was wir bisher für Gerüchte gehalten hatten: Man kann tatsächlich lebende Viecher kaufen, die dann verfüttert werden (Siehe Fotos). Wir leisteten uns zwar keine Kuh für 150 €, kauften aber jeder ein Huhn. Nach weiteren 15 Minuten Wartezeit ging dann unser Bus, direkt in den Tigerpark. An Bord war außer uns noch eine amerikanische Familie. Der Park war einfach sensationell, alles voller Tiger (insgesamt wohl an die 150-200) verschiedener Rassen (Sibirisch, mandschurisch, königlich...). Die Riesenbrummer laufen direkt am Bus vorbei, nur 5 mm Glas trennen einen vom 7 cm langen Reißzähnen. Nachdem wir durch einige Gehege gefahren waren, kam ein gepanzerter Jeep (siehe Fotos), hielt vor dem Bus und stellte eines unserer Hühner aufs Dach. Schon nach wenigen Augenblicken sprang ein Tiger hoch und schwupps war das Huhn weg. Fabian hat das ganze gefilmt, den Link gibt es rechts! Nachdem alle Hühner verfüttert waren (eigentlich viel zu kurz, wir hätten mit dem ganzen Bus zusammenlegen sollen für eine Kuh!) fuhren wir weiter, an Löwen und mehr Tigern vorbei. Zwischendurch erinnerten sie mich schon sehr an Blanche und Noir, nur ungefähr hundertmal größer und wesentlich gefährlicher (ein Sibirischer Tiger mit Noirs Rauflust...nicht gut!). Nach einer knappen Stunde war die Fahrt vorbei und wir wurden an den Gehegen rausgelassen, wo man auf gesicherten Stegen durch die Gehege laufen konnte. Dort gab es dann auch Tigerbabys, weiße Tiger und Löwen sowie derben Animal-Sex :-). Von unserem Chauffeur ließen wir uns wieder zum Hostel fahren, aßen einen Happen, ruhten ein Stündchen und machten uns dann auf den Weg zum Eisfestival, etwas außerhalb der Stadt. Das Gelände ist einfach riesig, genau wie die dort aufgebauten Skulpturen. Es ist schwer zu beschreiben, guckt euch einfach die Fotos an. Natürlich nutzen wir auch die verschiedenen Aktivitätet, kletterten (ungesichert) die vier Meter hohen Eiswände hoch, liefen durchs Labyrinth, rutschten, fuhren Schlitten und Eisfahrrad und knippsten uns die Finger wund. Nach zwei Stunden war uns dann allen aber kalt und wir fuhren zurück ins Hostel, brauchten aber einige Zeit, bis wir einen Taxifahrer fanden, der uns nicht abzocken wollte, sondern das Taxameter anschaltete. Den abend ließen wir auf Stube ausklingen mit Mariokart und chinesischem Fernsehen. Nach einer wirklich angenehmen Nacht, einer herrlichen Dusche (die letzte war ja schon ein paar Tage her) und dem üppigen Frühstücksbuffet im Hostel gingen wir wieder in die Innenstadt, beguckten die Shoppingmeile, schauten uns Pelze an und genossen das Flair (die Stadt wirkt wirklich europäisch-russisch), bis wir irgendwann an der Sophiakathedrale waren, die nicht mehr als Kirche benutzt wird, sondern eine Fotoausstellung über die Geschichte Harbins beherbergt. Wirklich interessant zu sehen, wie Harbin in 100 Jahren von drei Hütten im Wald zu einer fünf-Millionen-Stadt wurde. Nach dem gemeinsamen Mittagessen trennten sich unsere Wege, die Jungs wollten sich aufwärmen und ins Polizeimuseum, ich ging zum Zhaolin-Park, dort wurden die Skulpturen des internationalen Eis-Bildhauer-Wettbewerbs ausgestellt. Im Park war ich fast allein, es war so wunderschön, die ganzen Skulpturen und Gebäude aus Eis, tagsüber unbeleuchtet aber keinesfalls weniger schön. Ich konnte mich zwei Stunden lang kaum sattsehen, leider sind die Fotos nur ein Abklatsch der Skulpturen. Wirklich beeindrucken, was man aus Eis alles zaubern kann, allerdings muß ich sagen, daß der deutsche Beitrag der schlechteste war.
Vom Park ging ich dann durch die Stadt, vorbei am Bahnhof (überall Händler mit Porno-DVDs), durch die alten Bunkeranlagen, die jetzt riesige Märkte sind) in das Geschäftszentrum Harbins. Dort war die Hölle los, die Straßen und Gebäude dort müssen sich nicht hinter denen anderer großer Städte wie Peking, Shanghai oder ähnlichen verstecken. Leider fand ich die Indien-Gasse nicht, die in meinem Reiseführer beschrieben war, die Kreuzung mit den drei Kirchen fand ich aber, eine orthodoxe Kathedrale, eine englische Kirche und eine deutsch-lutheranische Kirche. Leider waren sie alle verschlossen. Nach den Kirchen telefonierte ich mit Gero, der seinen Drachenturm gefunden hatte, von dem er seit Tagen geredet hatte, den aber niemand zu kennen schien. Laut Wikipedia ist er einer der höchsten freistehenden Stahfachwerktürme der Welt, wesentlich größer als der Eifelturm in Paris. Für den Eintritt nach oben waren wir allerdings zu knausrig, gingen nur in den ersten Stock durch die Tierausstellung und ins Kinder-Physik-Land, wo wir uns gut eine Stunde aufhielten und witzige kleine Experimente durchführten. Direkt am Turm fanden wir einen weiteren Park mit Eisskulpturen, diesmal der Nachbau einer traditionell chinesischen Tempelanlage. Wieder darf ich auf die Bilder verweisen.
Von dort aus sammelten wir Fabian im Hostel auf, der mittlerweile schon recht krank war und gingen ins Portman's, das als europäisch-russisches Restaurant beschrieben war. Das Essen war ok, für das Geld das wir zahlten nicht schlecht, das Restaurant war aber sehr gemütlich, mit einer russischen Sängerin und einer chinesischen Geigerin, in die sich Fabian direkt verliebte. Den Verdauungsschnaps nahmen wir in der Eisbar, die wir tagsüber schon gesehen hatten, Vodka aus Eisgläsern - so muß es sein. Mein erstes Glas war allerdings undicht, ich bekam aber anstandslos ein neues. Zwischendurch kam dann noch der Manager (oder so...?) vorbei und machte Fotos von uns, er wollte wohl zeigen, daß es doch Leute gibt, die in seine Bar kommen. Nach der Eisbar gingen wir wieder nach Hause und machten Plan, Gero und ich wollten noch schnuppern gehen, Fabian war krank. Wir zwei nahmen also ein Taxi, allerdings brachte der Taxifahrer erst die Freundin seines Kumpels nach hause und fuhr uns dann kreuz und quer durch die Stadt, bis wir schließlich in der Straße waren, wo wir hin wollten. Allerdings glaubte ich ihm das zunächst nich, weil ich meinte, daß wir an der Sophiakathedrale seien (da stand halt auch so ne Kirche rum!). Ich sah dann aber ein Straßenschild, zahlten und stiegen aus und gingen erst in die Pianobar, da war aber nix los, also fragten wir ein paar Passanten und kamen schließlich in eine nette Bar mit Karaoke, in der zwar auch fast nix los war, wir wollten aber endlich ein Bierchen trinken :-) Kaum saßen wir und hatten Bier bestellt, kam auch schon die Bedienung mit zwei Jungen Damen dabei, ich dachte zunächst nichts böses und die Mädels setzten sich zu uns. Besonders unterhaltsam waren sie nicht, wenigstens war die eine recht hübsch. Nach fünf Minuten kam die Kellnerin aber wieder und redete irgendwas, was wir erst nicht verstanden, bald verstanden wir aber "sie 100 Yuan, sie 100 Yuan". Als wir ihr dann verdeutlichten, daß wir nur Bier trinken wollen, war sie fast beleidigt, die Mädels schienen aber ganz froh, daß sie wieder an ihren Tisch gehen konnten und sich unterhalten - Immerhin für 10 Minuten, dann kamen die nächsten Gäste und den Mädels wurde wieder gepfiffen, allerdings hatten die ihre eigenen Nutten dabei.
Nach zwei Bier hatten wir beide eine angenehme Bettschwere erreicht und fuhren ins Hostel.
Am nächsten morgen schlief ich etwas länger, duschte, packte und ging dann runter um auszuchecken. Danach ging ich wieder an den Songhua, ich hatte mir vorgenommen, zu Fuß über den Fluss zu gehen und mir die Sonneninsel genauer anzugucken. Nachdem ich alle Kutscher und Hundeschlittenführer abgewimmelt hatte, und deutlich gemacht hatte, daß ich auch keinen Schal kaufen möchte, war ich endlich allein und auf dem Weg über den Fluss. Es war zwar windig aber nicht wirklich kalt (außer im Gesicht) und ich genoß es einfach. Jetzt bin ich wenigstens mal über einen zugefrorenen Fluß gelaufen :-) Es war einfach cool, ich fühlte mich fast wie ein Polarforscher, so ganz allein auf der weißen Fläche, stellenweise kann man das blanke Eis sehen, und auch gut 50 cm weit reingucken, allerdings sieht man den Fluß darunter nicht. Wenn mal ein Riss im Eis war wurde es mir schon ein wenig mulmig und ich mußte daran denken, was wohl wäre, wenn ich jetzt einbreche, dann fuhr aber wieder eine vollbesetzte Kutsche an mir vorbei und ich war beruhigt. Auf der Sonneninsel fühlte ich mich dann fast wie nach einer Fahrt mit einer Zeitmaschine, überall die russischen Bauten (Akademie der Künste, Museeum, Nobelhotel, ...), die breiten Straßen ohne Autos, fast keiner auf den Straßen, schöne Gärten und sogar alte Straßenlaternen. Man konnte fast meinen, daß man in einem Vorort Moskaus im Jahre 1900 ist. Nach einigem Spazierengehen fand ich eine weitere Eisausstellung, diesmal mit Skulpturen aus Schnee, was sich ganz reizvoll anhörte, allerdings wollten sie dort 12 Euro Eintritt haben, dafür war ich zu knausrig und ich knippste etwas über den Zaun. Auf dem Weg zurück über den Fluß traf ich noch einen Eisfischer, der den ganzen Tag auf dem Fluß rumstreift, mit Hacke und Schaufel Löcher ins (nach seinen Angaben) 80 cm dicke Eis schlägt, eine Unmenge Haken hineinhängt, nur um dann eine Handvoll Fische rauszuziehen, die nicht größer sind als eine Hand. Ob sich das wohl lohnt? Aber er schien gut gelaunt zu sein, rauchte selbstgedrehte Zigaretten, die aussahen wie Joints, ließ mich aber kein Foto von sich machen.
Wieder in der Stadt suchte ich nach einem russischen Cafe, hatte ich mir doch in den Kopf gesetzt, daß ich eine Tasse ordentlichen Filterkaffee trinken und dazu ein Stück Kuchen essen wollte. Daraus wurde leider nichts, ich landete schließlich im Chalet Suisse Du Cafe, die mit Warsteiner und Bitburger im Schaufenster warben, und ich bekam einen Cappuchino, der nicht aus dem Tütchen, sondern aus einer echten Lavazza kam. Beim Kaffee schaute ich mir die Fotoausbeute der letzten Tage an und machte für 15 Minuten oder so ein Nickerchen :-)
Danach dann wieder ans Hostel, Gepäck aufsammeln, zu Fuß zum Bahnhof (war ja noch früh) und zum KFC, einen Happen essen während mich eine Chinesin vollsülzte über irgendein Buch, das ich unbedingt mal lesen sollte...aber nach einer halben Stunde mit ihr kenne ich das Buch schon in- und auswendig, ich sag nur: Erzählen Seb.Titt.-Style!!!
Ja, und dann mit Gero und Fabian getroffen, ab in den Zug, dort gepennt oder gepopelt, um halb 12 in Peking (abends), um kurz nach Mitternacht im Dorm.

Sonntag, 20. Januar 2008

Newsupdate

Jetzt mal in Kürze das Neueste.

Zwischen Weihnachten und heute war studiumsmäßig nicht viel los, abgesehen von Klausuren. Lief alles so lala, mir ist es ja egal, ich muß nur bestehen (was mir bei allen wohl auch gelungen ist), die anderen fanden es aber alle scheiße. Das Ding war halt irgendwie, daß die Klausuren rein auf Auswendiglernen ausgelegt waren, sowohl in MT als auch in PM waren alle Klausuraufgaben Übungsaufgaben, die wir vorher schon mal gesehen hatten, wobei in MT die Aufgaben tatsächlich eins zu eins übernommen wurden, in PM hatten sie wenigstens ein paar Zahlenwerte geändert. Man hätte sich einfach zwei Tage hinsetzen können, und Übungsaufgaben auswendig lernen sollen, anstatt wochenlang Skripte und Bücher und das Internet durchzuarbeiten. AE war der oberhammer, da hat er sich mal selber Sachen ausgedacht, auch basierend auf den Übungsaufgaben, aber alles so verquer gestellt und gefragt, daß es sogar die Chinesen kacke fanden. Man darf also gespannt sein. Der einzige Lichtblick war ICEF, wir hatten ja keine Klausur sondern mußten Berechnungen anstellen und diese dann präsentieren. War wirklich interessant, was die fünf verschiedenen Gruppen für verschiede Ansätze für das gleiche Problem hatten und es war interessant zu sehen, wie jede Gruppe den Schwerpunkt ihrer Präsentation etwas anders legt, mal auf die Berechnung, mal auf die Rückschlüsse, die sich dadurch ergeben.
Am Mittwoch war ich dann durch mit Klausuren, und es war sooooo schön, am Donnerstag ohne Wecker und mit Vorhängen zu so lange zu schlafen, wie ich wollte, bin allerdings "schon" um 11:45 aufgestanden, wollte ja noch was zu mittag essen :-))
Und nachdem ich schon wochenlang Parties zwecks meines Geburtstages angekündigt hatte, dachte ich mir letzte Woche, daß ich tatsächlich mal in die Puschen kommen sollte und was konkretes planen sollte. Ich hatte zwar schon mal mit ein paar Chinesen geredet, Partyräume an der Uni oder ähnliches gibt es wohl nicht und so blieb die einzige Möglichkeit (nachdem Karaoke, Party im Wohnheim und im Uni-Pizza-Parlor ausgeschieden waren), das ganze Ding in eine Disco zu verlegen. Ich telefonierte (mit Daniels Hilfe), recherchierte im Internet, postete...nichts war mir zu schwer, und so traf ich mich am Freitag dann noch mit Jeff, Manager des Vivo-Clubs, um mir sein Angebot anzuhören. Wir trafen uns hier an der Uni, holten seine Supermodelfreundin ab und fuhren mit dem Taxi in die Nähe des neuen Olympiastadions, wo der Club war. Es war wirklich lustig zu sehen, wie ein Club tagsüber aussieht, mit Licht an und mit ohne Leute drinnen :-) Dort trafen wir dann den Besitzer des Clubs und sprachen mit ihm (Jeff sprach mit ihm, der Chef konnte kein Englisch). Zunächst erläuterte ich meine Vorstellungen, hatte mir gedacht, daß ich für einen gewissen Betrag Bier bereitstelle, alles was darüber hinaus ging, sollten die Leute selber zahlen...seh ich ja voll nicht ein, 30 trinkfesten Maschinenbauerkerlen den Vollrausch zu finanzieren ;-). Wir einigten uns dann recht schnell, sie machten mir ein Angebot, daß ziemlich genau meinen Vorstellungen entsprach und mit dem ich auch schon gerechnet hatte. Danach bequatschten wir die Musik (Gangsta, Baby!!!) und wo wir sitzen wollten. Irgendwann fragte mich Jeff dann:"Are you mostly guys or are you guys and girls?" Ich antwortete:"We are mostly guys, but I hope there will be some girls!" Daraufhin fragte mich Jeff:"Do you need girls?", ich antwortete:"Well, this is a club, right? I think, there will be some girls on Friday night!" Da sagte Jeff:"No, I mean girls that stay with the guys!" Ich war so perplex, daß ich nur dankend ablehnte, fragte nicht mal nach dem Preis ;-) Hammerhart, wie das hier so geht!!! Wir machten die Sache am gleichen abend noch fest, ich erbat mir eine Nacht, um drüber zu schlafen, aber Jeff sagte, daß er am nächsten morgen auf einem "Business trip" sei. Als ich ihn fragte, was er denn mache auf dem Trip sagte er nur:"Uhmmm....well...actually I am trying to find girls to work here...!"Superpimp sag ich da nur! Mit Daniel (der ja auch Geburtstag hatte) besprach ich mich und wir gingen noch am selben abend dorthin, um die Party anzuzahlen. Und endlich konnte ich leute mit meinem herrlichen Flyer einladen (siehe Fotos). Da ich am Mittwoch nur noch die Präsentation hatte, feierte ich am Dienstag schon mal in meinen Geburtstag rein, das sah so aus, daß ich mit Fabian und Gero bei Gero saß, Transformers guckte und absolut Vodka trank...ein Traum. Um Mitternach kamen dann auf einmal alle, sangen für mich (danke, danke!) und gaben mir mein Geschenk...Ironite, einen geilen Transformer. Witzigerweise war ich die treibende Kraft, an dem Abend Transformers zu gucken. Ich möchte allerdings anmerken, daß Transformers eigentlich kein Kinderspielzeug sind! Ich brauchte zwei Stunden, um ihn (trotz Anleitung) einmal hin und zurück zu transformen...da haben sich schlaue Leute echt Gedanken gemacht. Naja, wie gesagt, am Mittwoch Präsentation, danach chillen und abends ins Propaganda, ein wenig tanzen. Am Donnerstag war ich dann shoppen, mußte mich ja noch ein bisschen "eingangstern" für meine Party. Ich fand auch einen herrlichen Ghettopulli und drei Bling-Blings zum Schnäppchenpreis, zu sehen auf den Fotos. Abends dann reinfeiern in Daniels Geburtstag, der sich ziemlich über sein Keyboard freute, daß wir ihm geschenkt haben. Zwischendurch versuchten wir immer wieder Zugtickets zu kaufen, das ist echt nicht einfach, alle wollen Zugtickets für die Hauptstrecken und es gibt immer nur zu bestimmten Zeiten bestimmte Tickets, und wenn man die Zeiten nicht kennt und einfach mal so hingeht, dann geht man auch mal jeden Tag an den Ticketschalter und wir dann jedes mal auf den nächsten Tag vertröstet. Dank Daniel und seinen Connections haben wir dann aber doch noch Tickets für Harbin bekommen, unsere erste Reiseetappe.
Ja und dann war schon der Freitag, tagsüber rumgechillt, Party bestätigt, und dann am frühen Abend mit den Jungs Champagner getrunken, Geros Tradition. Danach dann Abendessen, kurz ruhen, aufpimpen und ab in den Club. Nach einigem Diskutieren fand ich auch ein schwarzes Taxi, das meinen Preisvorstellungen entsprach und wir fuhren Richtung Club. Als wir dann in der Nähe waren, fragte mich der Taxifahrer, wo er denn jetzt hinmüsse, da wurde ich etwas verstimmt und machte ihm klar, daß er gesagt hat, daß er den Club kenne und mich gefälligst da hin fahren soll, ich hab keine Ahnung wo er langfahren muss. Er telefonierte zweimal, informierte sich an einem Kiosk, und nach einer dreiviertel Stunde (geplant hatte ich zehn Minuten) war ich dann endlich da. Die ersten Gäste warteten schon auf mich, sonst war niemand im Club. Wir hatten (abgesehen von einigen wenigen Chinesen) den ganzen abend den ganzen Club für uns...ein Traum. Die erste Stunde verbrachte ich dann damit, Leuten am Telefon erklären zu lassen, wo der Club überhaupt ist, hatte mir wohl eine doofe Adresse rausgesucht. Aber das Fest nahm seinen Lauf, es war wirklich cool, zu Hochzeiten waren wir wohl an die 50 Leute, es gab Gangstermucke, Bier im Überfluss und schöne Frauen! So muß ein 26. Geburtstag sein!!! So gegen zwei verlief es sich dann aber langsam und nachdem ich die volltrunkene Franzi und meine Geschenke am Wohnheim abgeliefert hatte, traf ich die Jungs beim McDonalds und wir gingen noch zwei Stündchen tanzen im Propaganda!
Ja und heute geht es endlich in Urlaub, zunächst nach Norden nach Harbin. Dort gibt es ein berühmtes Eisfestival...allerdings hat es dort im Moment -25°. Danach kommen wir einen Tag zurück nach Peking, packen um und fahren dann Richtung Süd-Westen, nach Xi'an, wo die Terrakotta-Armee steht. Danach richtung Süd-Osten, nach Wuhan, dort ist das gelbe Gebirge und der Staudamm ist in der Nähe. Von da aus dann nach Guangzhou, angeblich die schönste Stadt in China und von dort aus geht es dann zum chinesischen Neujahr nach Hongkong. Und als Abschluss unserer Reise ist die letzte Station Sanya auf Hainan, der südlichste Zipfel Chinas auf der Ferieninsel, wo wir bei +25° ein wenig Sonne tanken wollen, bevor wir wieder zurück zum Studieren müssen!