Als wir in Hongkong aus dem Zug kamen und die Einreiseformalitäten erledigt hatten, warteten am Ausgang schon Fotografen, Reporter und Kamerateams (nicht auf uns leider, ein hongkonger Journalist, der auf dem Festland wegen "Spionage" angeklagt war und zwei Jahre im Gefängnis in Guangzhou gewesen war, sollte an diesem Tag wieder nach Hongkong zurückkehren). Wir gingen erstmal frühstücken im McDonalds, hoben Geld ab (Hongkong-Dollar) und kauften uns Metrokarten. Nach einiger Verwirrung fanden wir auch dann die richtige U-Bahn und fuhren nach Causeway-Bay, wo unser Hostel sein sollte. Als wir aus der U-Bahn (die in Hongkong echt super ist!) kamen, tobte auf der Straße das pralle Leben. Hundertmillionen Leute, coole schmale Straßenbahnen und Busse und noble Autos, die aber alle auf der falschen Seite fahren. Wir checkten in unser Hostel ein und machten uns dann gleich auf den Weg für ein wenig Sightseeing. Zunächst gingen wir in den Victoria (wie die ehemalige englische Königin) Park, dort fand ein riesiger Blumenmarkt statt, anlässlich des neuen Jahres. Die Hongkonger kaufen aber auch einen Kappes. Überall liefen sie rum mit aufblasbaren Dingern, Windrädern, Blumen und was weiß ich nicht noch was für einem Kitsch. Danach wollten wir zum Typhoon-Shelter und der Noon-Day-Gun, hatten aber ein wenig Probleme, die richtige Richtung zu finden. Daniel fragte also in feinstem Hochchinesisch, wo wir hingehen sollten, was die Dame aber nicht verstand, also probierte ich es auf englisch, was die Dame sofort verstand und in feinstem Oxford-Englisch antwortete. In Hongkong kommt man mit Englisch viel weiter als mit Chinesisch (bzw. Mandarin), außer man kann Kantonesisch. Wir gingen dann - an einigen Ferraris - am Victoria-Park entlang bis zum Wasser (Victoria-Harbour) und zum Typhoon Shelter. Wir fotografierten uns ein wenig gegenseitig, bestaunten die Yachten und gingen dann weiter an der Noon-Day-Gun (sie wird jeden Tag um 12 abgefeuert, eine Tradition aus britischen Zeiten) in Richtung Convention Center, immer am Wasser entlang und anscheinend durch eine Gegend, in der Hongkonger gerne ihre Hunde ausführen. Am Convention Center erhoben sich dann auch die ersten richtig großen Gabäude, wir gingen ins Central Plaza, dort kann man kostenlos auf die 37. (oder so) Etage und von dort aus einen Rundumblick auf die Stadt genießen. Wieder unten angelangt machten wir kurz Stopp im Starbucks und gingen dann weiter, erst über irgendwelche Baustellen (Landgewinnung ist in Hongkong wohl ein ständiges Thema und in vollem Gange) dann am Lippo Center, der HSBC und dem berühmten Gebäude der Bank of China sowie der City Hall vorbei. Ziel des Ausfluges war das ifc2, das höchste Gebäude Hongkongs. In der angegliederten Mall verbrachten wir ein wenig Zeit, chillten auf der Dachterasse (nur im 3. Stock :-) ) guckten ein bisschen Geschäfte an und standen irgendwann vor einem Kino. Nach kurzem Beratschlagen beschlossen wir, uns einen Film anzugucken. Wir einigten uns auf Sweeney Todd, als ich allerdings sah, daß nur noch doofe Plätze frei waren, hatte ich keine Lust mehr und schickte die Buben allein ins Kino. Ich zog allein durch die Straßen, mittlerweile war es dunkel und die Gebäude hatten alle ihre "Festbeleuchtung" angeschaltet (ein Hoch auf meine Kamera, daß sie auch im Dunkeln so super Bilder macht!). Erst suchte ich nach einer Handykarte - allerdings gab es in der näheren Umgebung ca. hunderttausend Nobelboutiquen aber keinen Handyladen - wollte ich doch Franzis Freundinnen in Hongkong anrufen, die uns ein wenig herumführen wollten. Irgendwann hatte ich dann eine Erleuchtung, nämlich als ich vor einem öffentlichen Münztelefon stand...die gibt es ja auch noch :-)). Ich rufte also an, wir machten ab, daß wir uns am nächsten Tag vielleicht zum Lunch treffen (mit Alice, May erreichte ich nicht). Und ich zog noch ein bisschen um die Häuser, zwischendurch kaufte ich mir noch Abendessen. Zu guter Letzt ging ich noch an das Fährenterminal, wo die Fähren nach Macau abfahren und informierte mich über Preise und Zeiten und nachdem ich noch ein Wenig Schiffe geguckt hatte (die Fähren sind so cool...Katamarane mit Wasserstrahl-Antrieb!) und dem regen Treiben auf dem Heliport zugeguckt hatte (alle zehn Minuten kam ein Hubschrauber an...Geld müsste man haben!), war es auch schon an der Zeit, zurückzugehen und die Jungs wieder einzusammeln. Sie überaschten mich mit einem kühlen Becks und nachdem wir das am Victoria-Harbour getrunken hatten (pennermäßig auf der Parkbank) gingen wir zurück zum Hostel. Auch nachts um elf war in der Straße vor unserem Hostel noch die Hölle los, was uns allerdings kalt ließ, wir waren einigermaßen fertig und gingen bald ins Bett. Am nächsten Morgen standen wir relativ früh auf, Gero und ich wollten auf den Central Market, dort sollte es gut abgehen und wir wollten endlich einen richtigen chinesischen Markt sehen, nachdem Guangzhou doch ein wenig entäuschend war. Aus der U-Bahn kommend stellten wir dann aber fest, daß die große Markthalle, die in meinem Reiseführer als interessant beschrieben war, geschlossen war, wir gingen also ein wenig durch die kleinen Gässchen, dort war auch Markt. Es war zwar recht interessant, überall wurde Gemüse verkauft, Fische zerlegt und Fleisch verkauft, die großen Abartigkeiten fehlten aber, das "härteste" war die Hühnermetzgerei, in der man sich das lebendige Huhn aussuchte, aber das tote Huhn mitnahm...Schlachten direkt auf der Theke :-). Nach einem guten englischen Frühstück gingen wir zu den Mid-Level-Escalators, riesige Rolltreppen, die die höher gelegenen Stadtgebiete mit dem Stadtkern am Wasser verbinden. Sie fahren von 6-10 morgens nur runter, von 10:20-24 Uhr nur aufwärts. Nachdem Fabian verschwunden war (ein Kacki machen) und wieder auftauchte, nahmen wir die Rolltreppen und waren gute 20 Minuten damit beschäftigt, uns von den Rolltreppen hochfahren zu lassen. Sauwitzig einfach. Man fährt einfach an allem vorbei, kann alles schön angucken und ist dann irgendwann oben auf dem Berg. Oben riefen wir dann wieder Alice an (es war ja bald Mittagessenszeit), sie mußte aber arbeiten und wir verabredeten uns für den Abend. Wir gingen weiter über Hügel und durch Täler, vorbei an Häuserschluchen und wild gezogenen Straßen zum botanischen und zoologischen Garten, überall standen Palmen und Tropenpflanzen, die Sonne schien und es war warm und einfach cool. Der Zoologisch-botanische Garten ist wirklich eine schöne Anlage, kostenlos und sauber, mit ettlichen Gehegen für die verschiedensten Tiere. Leider war der Leopard in Ferien ( :-( ), wir guckten aber Affen und Schildkröten und Vögel und was weiß ich noch alles an. Danach hatten wir so langsam Hunger und Gero wollte endlich Schuhe kaufen gehen, also gingen wir an der Govenor's Mansion (da kann man echt geschmeidig wohnen!) und St. Paul's Cathedral in Richtung Victoria Harbour. Nachdem wir vor der Kathedrale an der Straße schon über die vielen teuren Autos (überwiegend deutschen Fabrikates) gestaunt hatten, die alle sauber wie geleckt waren, kam Fabian vor der Kathedrale mit einem BMW Besitzer ins Gespräch, der sogar Felgen aus Aachen hatte (Schnitzer halt :-) ). Der sagte uns dann, daß Hongkong doof sei, da man, wegen der Luftverschmutzung, sein Auto jeden zweiten Tag waschen lassen müsse...das nenn ich mal Luxusprobleme :-). Danach gingen wir in eine der zahlreichen Malls shoppen. Gero kaufte Schuhe, ich Displayfolien, Daniel und Fabian guckten nur. In der Mall war auch ein Geschäft für Zinnsoldaten. Neben Napoleon, Rittern und Samurai fand sich auch eine Auswahl der diversen Nazi"größen" als 5 cm hohe Figürchen, das Stück zu je ungefähr 20 Euro. Alles war schön in Glasvitrinen aufgebaut, zum Beispiel der Fackelmarsch vor dem Reichstag oder ähnliches. Danach gingen wir zum Ferry Terminal, kauften Tickets für Macau und informierten uns über die Weiterreise nach Sanya. Leider fanden wir auch heraus, daß es wohl nicht üblich sei, mit dem Schiff von Hongkong nach Sanya zu fahren. Später in der Touristeninfo in der U-Bahn sagte uns die (überaus gutaussehende!) Mitarbeiterin, daß Schiffe diese Strecke nur ungefähr alle zwei Wochen führen, wir waren genau zwischen zwei Schiffen in Hongkong, also entschieden wir uns für das Flugzeug (wir hatten ja auch keine wirkliche Alternative ;-) ). Nach einem herrlichen (taiwanesischen) Essen, bei dem ich mein Essen erst bekam, als alle anderen schon fertig waren, machten wir uns frisch und fuhren zurück in die Stadt, um uns mit May zu treffen. Nach kurzer Zeit kam May dann. May ist ein wirklich nettes Mädel, spricht viel und macht noch viel mehr Fotos. Englisch kann sie ausgezeichnet, weswegen sie auch in einem zweisprachigen Kindergarten arbeitet, Mandarin spricht sie aber überhaupt nicht und sie haßt das Festland! Das einzige was May noch lieber mag als reden ist Fotos machen, das Problem ist nur, daß die Batterien ihrer Kamera ständig leer sind, deswegen muß man dann immer in irgendeiner - von ihr gewünschten - crazy Pose verharren, wärend sie die Akkus wechselt. Nachdem wir schon eine Weile in einer Kneipe in Lan Kwai Fong (der lokalen Saufmeile) getrunken hatten, kam dann auch Alice, die eher die ruhige (und hübschere ;-) ) von den beiden ist. Wir hatten aber eine Menge Spaß und haben uns mit beiden herrlich amüsiert. Irgendwann hatten wir aber alle genug und wir fuhren heim, am nächsten Tag wollten wir nämlich früh raus und einen Tagesausflug nach Macau machen. Die Reise nach Macau werde ich im nächsten Bericht beschreiben, wir spulen also einfach mal schnell einen Tag vor :-).
Wir trafen uns morgens mit May (Alice war wieder zu spät) zu Dim Sun, das ist eine hongkonger Spezialität, vergleichbar vom Prinzip her mit den spanischen Tapas. Es sind viele leckere Kleinigkeiten, von scharf bis süß, vieles im Teigmantel und/oder mit Meeresfrüchten, alles aber superlecker und wir schlugen uns mal so richtig die Bäuche voll. Danach gingen wir ein wenig spatzieren und landeten schließlich wieder am Victoria Harbour (diesmal Kowloon-Seite) an der Avenue of Stars, so etwas wie dem Walk of Fame in Hollywood, alles nur mit asiatischen Schauspielern. Dort verabschiedeten wir die Damen und setzten mit der Fähre über (Fähre fahren ist ja so viel cooler als U-Bahn...irgendwie weltmännischer!). Während der Fahrt durch den Victoria Harbour passierten wir auch das gerade einlaufende Traumschiff, die MS Deutschland. Wieder auf Hongkong Island gingen wir zur Talstation der "Peak-Tram", an der uns der nette Mitarbeiter sagte, daß wir mindestens zwei Stunden anstehen müssten...das fanden wir aber doof, und so nahmen wir uns ein Taxi auf den Berg. Der Peak ist der höchste Gipfel auf Hongkong Island, quasi nur einen Steinwurf von der Stadt entfernt und als Naherholungsgebiet ausgebaut. Oben trafen wir dann einige Gäste von der MS Deutschland. Danach nahmen wir den Rundweg um den Peak, hatten zunächst einige Probleme (zum Teil auch selbstgemachte) den Einstieg zu finden, dann aber genossen wir den Weg um den Gipfel sehr, mit perfektem (wenn auch dunstigem) Ausblick über die Stadt. Nach einem Essen im Burgerking (endlich mal einer in China!!!) nahmen wir ein Taxi zurück zum Hostel, ruhten uns kurz und fuhren dann wieder nach Kowloon, für den Abend war das Feuerwerk angekündigt (Neujahr halt). Nach langem Hin- und Herirren fanden wir endlich passable Plätze, waren allerdings früh dran, weswegen wir noch etwas warten mußten. Dann aber ging es los...so etwas hab ich ja überhaupt noch nicht gesehen. Wir hatten zwar vorher alle gesagt "Feuerwerke kennen wir ja" aber das war wirklich der Gipfel. Ich habe keine Bilder gemacht, sie wären alle nix geworden. Zwanzig Minuten lang wurden Raketen und Böller von Schiffen auf dem Victoria Harbour abgefeuert, unterstützt von Lasern auf den Hochhäusern. Alles spiegelte sich in den Fassaden wieder und sie "schrieben" sogar "2008" in den Himmel mit Raketen. Anschließend warteten wir noch ein bisschen, bis sich die Massen alle verzogen hatten und suchten uns dann noch eine Kneipe (vorbei am "Gero der Zukunft" - siehe Bilder) , in der wir noch ein paar Bier nahmen und fuhren dann ins Hostel. Für den nächsten Tag hatten wir uns mit den Mädels für Lantau Island verabredet, einem Naherholungsgebiet ganz in der Nähe von Disneyland und dem neuen Flughafen. Nach einer langen U-Bahn-Fahrt und noch längerer Busfahrt über die kleinen Bergstraßen waren wir dann am Kloster mit dem Riesenbuddha und fuhren von dort dann nach Tai O, einem ursprünglichen Fischerdorf, das allerdings auch einigermaßen von Touristen überlaufen war. Dort streiften wir eigentlich nur durch die Gassen, guckten die Märkte an und aßen etwas, zogen wieder ein wenig durch die Gässchen, übten den Löwentanz, guckten der Dorfjugend zu, wie man es richtig macht und fuhren dann wieder nach Hongkong. Diesmal stiegen wir in Mong Kok aus, nahmen das Abendessen in einem Macauer Restaurant ein und die Mädels zeigten uns noch einen "Ladies Market", was quasi ein Fake-Markt ist, wie es sie auch in Peking gibt, nur daß der Stil eher westlich ist. Nach ein wenig shoppen suchten wir uns eine Kneipe, betranken uns mit den Damen und verabschiedeten sie dann. Der nächste Tag war schon wieder Reisetag, wir fuhren zum Flughafen, gaben die U-bahn-Karten zurück und stiegen dann in das kleinste Flugzeug Chinas (das nur halb voll war) und waren eineinhalb Stunden später in Sanya.
Montag, 25. Februar 2008
Urlaub Teil 4: Hongkong
Veröffentlicht um
12:32
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
















































































Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen