Montag, 26. Mai 2008

Die coolsten Säue aus dem Automotive Department

Wir hatten heute unsere "Graduation Pictures". Wußten nicht so richtig, was uns erwartete, deswegen haben wir uns (fast) alle in Schale geworfen. Es wurden dann aber nur Portraitfotos gemacht, also beschlossen wir, noch eine Runde um den Campus zu drehen und selber noch ein paar Bilder zu machen. Wer möchte, guckt sie hier an!

Donnerstag, 22. Mai 2008

Chongqing Nachtrag

Die Bilder der DAAD-Konferenz sind auf der Homepage von Frau Feldmann

Mittwoch, 21. Mai 2008

Meine erste Dienstreise!

Nachdem ich nach Japan einen Tag hatte, um Wäsche zu waschen stieg ich vorletzen Sonntag wieder in den Flieger nach Chongqing, um unsere Gruppe bei der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) zu vertreten und einen Vortrag (mit einem Chinesen zusammen, der letzes Jahr mit dem Programm in Deutschland war) über unsere persönliche Meinung des Programmes zu halten. Vielleicht kurz zur Vorgeschichte: Ich bekomme zwar kein DAAD-Stipendium, allerdings stehe ich auf dem E-Mail-Verteiler des DAAD und vor zwei Monaten ging eine Mail herum, daß der DAAD uns gerne zum Abendessen einladen würde und wir doch bitte einen Ansprechpartner aussuchen sollten. Da ich der Erste war, der sich rührte, laufe ich seitdem beim DAAD als RWTH-Tsinghua-Kontakt und war so die erste Wahl. In Chongqing war es sehr warm (28°) und sonnig und ich nahm ein Taxi zum Hilton, wo die Konferenz stattfinden sollte. Ich war der einzige, der sein Ticket selbst organisiert hatte (weiß der Geier, warum das der DAAD nicht für mich auch gemacht hat) und war der erste von allen, der im Hotel war. Dort ging ich souverän an die Rezeption, nur um festzustellen, daß es keine Reservierung für mich gab und daß sie auch nichts davon wußten, daß ich das Zimmer gezahlt bekomme. Nach einem kurzen Blick auf die Preisliste (200$ pro Nacht) sagte ich, daß ich doch lieber auf die anderen warten würde, versuchte zwar sie zu erreichen, aber es waren wohl alle im Flugzeug. Also machte ich einen Rundgang durch die Stadt, sehr interessant, alle Leute machten alles draußen, an den Kreuzugen saßen sie unter den Bäumen und ließen sich massieren, pediküren und die Haare schneiden. Chongqing liegt mitten in den Bergen am Jangtse und es ist wirklich beeindrucken, wie sich die Hochhäuser an den Hängen gen Himmel recken. Nach zwei Stunden waren dann alle vom DAAD im Hotel und ich bekam auch ein Zimmer (die Reservierung war irgendwie unter dem falschen Namen gelandet). Das Zimmer war wieder ein Traum, ein riesiges Bett, ein großer Schreibtisch, im 16. Stock mit Blick über die Stadt. Abends gab es noch einen Empfang, zu dem "mein" Chinese so erschien, wie er im Hotel angekommen war (Jogginghose, Turnschuhe, Schmuddelhemd). Er wirkte zwischen den ganzen Anzugträgern etwas deplaziert (ja, auch ich hatte den feinen Zwirn an, wenn auch ohne Schlipps) und ich hoffte, daß er morgen auf der Tagung nicht so erscheint! Nachdem wir das Buffett geräubert hatten, gingen wir kurz aufs Zimmer und machten die letzten Vorbereitungen für unseren Vortrag, danach legte ich mich ins Bett, guckte ein wenig Desperate Houswives und schlief dann sehr gut. Am nächsten morgen nach dem Frühstück ging ich auf die Konferenz, zunächst war ich sehr erstaunt, daß ich mit allem Zipp und Zapp im Programm stand (Bilder folgen) und ich mit Tischkärtchen und Namensschild in der ersten Reihe saß. Die Tagung war ok, stellenweise nicht so interessant für mich, stellenweise aber doch sehr gut zu hören, was für eine Organisation hinter so einen Projekt steckt und wie man sich mit Bürokratien auf beiden Seiten herumschlagen muß. Beim Mittagessen sprachen mich zwei Mädchen an, ob ich der deutsche Botschafter sei, als ich das verneinte, sprachen sie auf chinesisch darüber, wie hübsch sie mich fänden und waren sehr erstaunt, als ich mich auf chinesisch bedankte :-)). Ja, nach dem Mittagessen waren dann wieder Vorträge, und während des zweiten Vortrages fing auf einmal das Bild vom Projektor auf der Leinwand an zu wackeln. Ich guckte, wer da denn am Beamer rumspielt, sah aber niemanden. Dann fing schon das Wasser in den Gläsern an zu schwappen und der Stuhl zu wackeln und es ging ein Geraune durch den Saal, bis endlich jemand das Wort Erdbeben in den Mund nahm. Trotz aller guten Ratschläge beschloss ich, mich nicht unter den Tisch zu setzen oder in den Türrahmen zu stellen, sondern - wie alle anderen - rauszugehen. Es war ein ganz komisches Gefühl, alles wackelte, zwar nicht wirklich doll aber immerhin. Ich schaffte es, trotzdem Ruhe zu bewahren und ging vor das Hotel, während Chinesen panisch schreiend an mir vorbeirannte. Vor dem Hotel sprangen sie dann alle in Taxis...naja! Und auch wenn es aufgrund der aktuellen Situation arg sarkastisch ist: Ich war ein bisschen froh, daß es ein Erdbeben gab. Ich hatte mit Fabian vor Japan schon immer rumgewitzelt, daß wir da schon auch ein Erdbeben mitmachen wollen (wo, wenn nicht dort), und als wir den zweiten Tag in Osaka waren und von dem Erdbeben in Tokyo hörten, waren wir fast ein bisschen traurig. Irgendwann lotste uns Herr Hase-Bergen (der DAAD-Chef) wieder ins Hotel, viele chinesische Teilnehmer hatten es zum Anlaß genommen, die Tagung frühzeitig zu beenden. Am späten Nachmittag hatten wir dann unseren Vortrag, ich glaube er hat allen gut gefallen, nachdem die bisherigen Vorträge alle etwas trocken waren hatten wir sie spätestens mit Bildern von Krippenspiel und Feuerzangenbowle für uns gewonnen. Danach ging es noch mit dem DAAD zum Abendessen, wir gingen von der Straße ins Restaurant und dann ein Stockwerk runter und saßen dann in einem Raum auf der dem Eingang gegenüberliegenden Seite, direkt am Fluß. Die Kellnerin sagte uns, daß das eigentlich der elfte Stock des Gebäudes ist, die Hügel sind so steil, daß man ganz oben und ganz unten das Gebäude betreten kann, nur eben von unterschiedlichen Seiten. Nach einem kurzen Spaziergang und einem Bierchen im deutschen Biergarten (die Konferenz war teil der deutschen Promenade, die derzeit durch China tourt um die deusch-chinesische Zusammenarbeit zu promoten) ging ich ins Bett und flog am nächsten Mittag wieder nach Peking.

Kyoto

Wie schon gesagt war uns Kyoto wärmsten empfohlen worden, also beschlossen wir, am vorletzten Tag dort hin zu fahren. Wir nahmen den JR-Zug von Osaka Station und waren knappe eineinhalb Stunden später in Kyoto, wo ich dann bereute, meine Sonnenbrille im Hotel gelassen zu haben. In Fabians Reiseführer war ein Rundweg vorbei an den Hauptsehenswürdigkeiten beschrieben, den wir gehen wollten. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt gingen wir vorbei an Volvo-Händlern, dem Hyatt und putzigen kleinen Häuschen und sahen die ersten Tempel und Schreine, für die Kyoto berühmt ist. Zunächst mußten wir einen Berg hinauf gehen, erst durch einen Tempel (kein Teil des Rundwegs, aber wir improvisierten) und dann über einen riesigen Friedhof. Besonders schön fand ich den zweifarbigen Wald, der die umgebenden Hügel bedeckte. Nachdem wir unterwegs noch einen putzigen kleinen Tempel entdecken erreichten wir schließlich Punkt eins der Tagesordnung, den Kiyomizu Dera. Am Eingang des Tempels konnta man extra bezahlen und in den Keller gehen (vorher Schuhe aus). Dort ging es dann durch einen dunklen Gang (wirklich stockdunkel...man konnte nix sehen!!!) geleitet von einem Handlauf bis zu einem heiligen Stein, der nur durch ein Lock in der Decke sehr effektvoll beleuchtet war...es war fast ein bisschen Gruselig, aber sauwitzig, als man nach drei Minuten in dem Gang 50 mal abgebogen war und der Stein auf einmal wie in der Luft zu schweben schien. Nach diesem Erlebnis betraten wir den - sehr vollen - Tempel, der am Stadtrand schon fast im Wald liegt. Es war sehr voll aber die Anlage ist wirklich sehenswert, die Haupthalle ist an einem bewaldeten Hang errichtet, gestützt von einer mächtigen Holzkonstruktion. Als wir alles angeguckt hatten folgten wir wieder dem Rundweg, zunächst ging es durch sehr volle Gässchen, in denen Souvenierhändler dicht an dicht standen. Zu meiner großen Überaschung sah ich eine Gruppe junger Damen in traditionell japanischen Gewändern, die aber chinesisch sprachen. Wir gingen weiter durch die wirklich putzigen Gässchen und es wurde bald ruhiger. Als wir wieder auf größere Straßen kamen, trauten wir unseren Augen kaum, vor uns an der Rikscha-Haltestelle standen sechs Geishas. Wir hatten vorher schon davon gesprochen, daß es ja toll wäre, eine zu sehen, allerdings schätzen wir unsere Chancen eher gering ein, gibt es doch nur 200 Geishas in Kyoto und weitere 100 im restlichen Japan. Wir machten viele Fotos und beschlossen, daß wir keine 3000 (kein Schreibfehler!) für eine Dame ausgeben wollten (sie hätte uns wahrscheinlich eh nicht bespaßt, man braucht einen Bürgen, der einen vorstellt) und gingen weiter in die Ishibei-koji, angeblich die Schönste Straße Kyotos. Sie war auch wirklich schnuckelig, ein kleines Gässchen, links und rechts Restaurants und Gasthäuser, allerdings alles ausgesprochen ruhig. Die Häuser waren so, wie man sie sich vorstellt, viel Holz und Bambus, alles traditionell japanisch aber sehr modern wirkend. Leider habe ich anscheinend vor lauter gucken vergessen, euch ein paar schöne Fotos zu machen, werd den Fabian mal anhauen, ob er gute hat, die lade ich dann noch hoch. Da wir zwischendurch unseren Rundweg verlassen hatten, verloren wir zwischenzeitlich die Orientierung, versuchten den Weg wiederzufinden und beschlossen nach vielem Hin und Her einfach das, was wir versucht hatten, zu vermeiden, nämlich einfach den Weg zurückzugehen, den wir gekommen waren. Nach einem weiterem Tempel, den wir nur von außen beguckten ging es durch den nahen Park (auch wieder eher ungeplfegt...) zum Chion In, einer sehr eindrucksvollen Tempelanlage. Den Eingang bildet ein großes Tor nach dem es eine große Treppe den Hügel hinaufgeht. Oben stehen dann mehrere kleine Gebäude und eine große Gebetshalle. Bevor man diese betritt, muß man die Schuhe ausziehen und kann dann auch auf Stegen um das ganze Gebäude herumgehen. Nächste Station (und letze auf der Liste des Rundweges) war der Shoren In, ein Kloster, das nun wirklich typisch Japanisch war. Am Eingang waren die Schuhe auszuziehen und dann ging es in niedrige, aber sehr luftige, mit Bambusmatten ausgelegte Räume. Dazwischen waren Reispapierwände in dunklen Holzrahmen und es öffnete sich der Blick über einen Garten mit Wasserfall, Kois im Teich, Bonsais und einem Bambuswäldchen. Nachdem wir das lange angeguckt hatten (und ich auf der Gartenbank einnickte während ich auf Fabian wartete), stärkten wir uns kurz. Mittlerweile war Fabian so vom Heuschnupfen geplagt, daß wir beschlossen, so langsam den Rückweg anzutreten. Da unser Zug eh dort abfuhr, beschlossen wir noch, die Kyoto-Station anzugucken, ein wirklich futuristisches Bauwerk. Von unten wirkt es gar nicht so beeindruckend, wenn man allerdings auf einer der großen Treppen an den Stirnseiten steht oder auf dem Skywalk die Bahnhofshalle im elften Stock überquert, wirkt das ganz anders. Als wir uns sattgesehen hatten, stiegen wir fertig wie die Schnitzel in den Zug und fuhren zurück nach Osaka.

Dienstag, 20. Mai 2008

Osaka

Natürlich hatten wir es - angesichts der Versprechungen der Homepage und unserer eigenen Vorstellungen - relativ eilig, in unser Nobelhotel zu kommen. Wir knippsten noch ein wenig unseren Zug (Fabian muß immer Bilder für seinen Dad machen, der macht in Züge) und fuhren dann wieder stundenlang (die Städte sind alle so riesig und das Bahnnetz sehr verworren, weil sie zum Teil von privaten Firmen sind) durch das sonnige und warme Osaka, bis ins Hafenviertel. Der ehrlichkeit halber muß gesagt werden, daß das Hyatt sich nicht wirklich in Top-Lage befindet, etwas außerhalb, aber eben direkt am Messe Zentrum und am World Trade Center. Von der U-Bahn-Haltestelle betraten wir das Hotel durch den etwas schäbigen Hintereingang, fanden uns dann aber in einem Hotel wieder, das keine Wünsche offen lässt. Vorbei an der Manhattan-Bar und das Frühstücksrestaurant gingen wir an die Rezeption, die sich in der großen, offenen, sehr gediegenen aber doch modernen Halle befindet. Als wir dort unsere Reservierung zeigten wurde uns mitgeteilt, daß wir doch bitte - als Regency Club Gäste - in die Lounge im 26. Stock fahren sollten, wo unser Check-In stattfinde. Sofort kamen auch zwei Angestellte, die uns mit dem Gepäck halfen. Im 26. Stock dann mußten wir nicht an einer schnöden Theke stehen um einzuchecken sondern nahmen vor einer jungen Dame platz, die uns begrüßte und die Formalitäten regelte. Zum Schluß gab sie uns noch einen Zettel, und erklärte uns, daß es von 7:30 Uhr bis 10:30 Uhr Frühstück gäbe, Tee sei dann von 10:30 Uhr bis 17:30 und danach dann zwei Stunden Cocktails, in genau der selben Lounge, vor der wir saßen und in die wir schon mit großen Augen schielten. Auf der Reservierung stand, daß das Frühstück inklusive sei, daher fragten wir sie, ob das denn stimme, woraufhin sie antwortete, daß alles, was sie uns gerade erklärt hatte, inklusive sei. Vor allem die Cocktail-Stunden bewirkten bei mir einen inneren Freudenhüpfer. Wir nahmen also unsere Schlüssel/Karten und gingen mit den zwei Herrschaften, die unser Gepäck hatten in den 14. Stock, wo wir ein herrliches Eck-Appartement hatten. Die Tür ging auf und wir konnten unseren Augen kaum glauben. Ihr könnt es euch alle auf den Bildern angucken, aber trotzdem möchte ich es doch ein wenig beschreiben. Die Tür herein auf der rechten Seite befand sich die Minibar, rechts ab ging ein langer Flur, links mit Schuhregal, Kommode und einem riesigen Spiegel, rechts hinter riesigen verspiegelten Schiebetüren das Bad. Der Flur endete in einem Kleiderschrank/Ankleidezimmer, mit fast bodenlangen Fenstern durch die man über das Messezentrum und den Hafen blicken konnte. Das Bad war riesig, auf der linken Seite die Badewanne ("leider" nur eine ganz normale), allerdings mit Fenster, aus dem sich der gleiche Blick bot wie aus dem Ankleidezimmer. Dann ein großer Waschtisch mit zwei Waschbecken, komplett ausgestattet mit Fön, Radiowecker, Q-Tips, Waage, Telefon und was es sonst noch alles gibt. Danach dann die Dusche, eigentlich nichts besonderes, aber riesig. Daneben dann das Klo, natürlich beheizt und mit Unterbodenwäsche. Und dann, an der Wand, eines meiner Highlights: Ein kleiner Drehregler, mit dem man die Lautstärke des Fernsehers (der im Zimmer stand) für das Bad regeln konnte. Zwar nicht so cool wie ein Fernseher auf dem Klo, aber immerhin! Nahm man nicht den Flur, sondern ging direkt geradeaus weiter kam man in das Zimmer, die linke Wand eingenommen von einer großen Anrichte, auf der ein riesiger Flachbildfernseher stand, mit DVD Player und Pay-Per-View Kino (auch schmutziges ;-) ) Daneben befand sich dann die Sitzecke, also ein Runder Tisch mit vier Stühlen und einem Sideboard mit Telefon. Dahinter dann die große Fensterfront, die zwei der Wände des Zimmers umspannte und durch die man ein herrliches Panorama der Flußmündung und des Hafens in Richtung Innenstadt im schönsten Sonnenschein erblicken konnte. Natürlich noch die zwei großen Betten (da konnte man aber auch drin schlafen!) und noch ein Sessel mit Beistelltischchen und Leselampe. Zwischen den Betten auf dem Nachttisch stand eines dieser typischen Lichtschalter-Wecker-Radio-Geräte, der Clou war allerdings, daß es auch einen Knopf für die Vorhänge hatte. Mir ist es ja lieber, ohne Vorhänge zu schlafen, weil ich dann von der Sonne (mehr oder weniger) wach werde, Fabian macht sie aber lieber zu. Ich fand es aber toll, nach dem Aufwachen nur einen Knopf zu drücken, und die Sonne herein zu lassen ;-). Die Ausstattung wurde komplettiert durch Unmengen flauschiger Handtücher, Bade- sowie Morgenmäntel, kostenloses WLAN und einen Zettel an der Tür, mit dem man kostenlosen Kaffee oder Tee für den nächsten morgen bestellen konnte. Einfach ankreuzen, was man will (Kaffe, Tee, kalte Milch, warme Milch, entrahmte Milch, ...) und ein zuvorkommender Angestellter brachte es morgens ans Bett...viel besser als Piep-Piep-Wecker (fand ich, Fabian ließ sich nicht so richtig dafür erwärmen!). Wir packten also aus, und beschlossen dann, direkt die Teestunde auszuprobieren. Wir saßen in der Lounge und sinnierten darüber, wie hart doch das Studentenleben sei, und kamen irgendwann mit der Concierge ins Gespräch über Osaka, und ließen uns Tipps geben. Nach einiger Zeit hatte sie auch geschnallt, daß wir nicht der übrigen solventen Klientel angehören und sagte uns zu allem gleich dazu, was es koste. Nach einer Cola und ein paar Keksen beschlossen wir, einen Rundgang durch das Hotel zu machen. Wir guckten uns den "Garten" an mit einer witzigen kleinen Kapelle (???), gingen vorbei an den Konferenz- und Ballsälen (in denen wohl irgendeine Ausstellung für "Heiraten im Hyatt" stattfand), lugten in die Heiratskapelle und informierten uns über Angebot und Preise im Spa- und Fitnessbereich. Und dann war es schon Zeit für die Cocktailstunde. Nachdem ich feststellen mußte, daß es weder einen Gin-Tonic (sie hatten kein Tonic) noch einen Whiskey Sour (sie hatten kein Sour) gab, verstand ich das als Wink und ließ mir einen Chivas auf Eis bringen. Die Dame meinte es offensichtlich gut mit mir, sie machte Tumbler nämlich fast voll, und nur ein Drittel war Eis. Wir schmiedeten noch weitere Besichtigungspläne und naschten frisches Gemüse, von der Käseplatte oder gebratene Maultaschen und ich bestellte mir noch einen zweiten Drink, kaum daß der vor mir stand merkte ich aber dann, wie groß der erste gewesen war! Trotzdem machte ich mannhaft auch den zweiten leer und wir stiegen dann in den Hotelbus (selbstverständlich kostenloser Teil des Services) zur Osaka-Station. In der dortigen Shoppingmall bummelten wir dann ein wenig (da gab es einen ganzen Flügel nur mit Outdoorgeschäften...Columbia, Aigle, The North Face, ... ein Traum!) und gingen dann zu Fuß zum Umeda Sky Building. Das Gebäude ist wirklich abgefahren, guckt euch die Fotos an. Im Prinzip sind es zwei gewöhnliche rechteckige Hochhäuser, auf denen oben eine ringförmige Aussichtsplattform liegt. Auf die Plattform kommt man durch Rolltreppen, die mitten durch die Öffnung gehen. Oben war dann alles sehr witzig mit Schwarzlicht beleuchtet und man konnte die ganze Stadt überblicken. Ich gebe aber zu, daß ich die meisten Bilder etwas aufgehellt habe, zaubern kann meine kleine Kamera dann doch nicht! Wieder unten gingen wir noch den das Gebäude umgebenden Park, suchten einen Geldautomat und kauften uns jeder einen Saft und beschlossen dann, daß wir eigentlich zu müde seien, um noch eine Party zu starten. Meine zwei Scotch verzogen sich langsam wieder und hinterließen Müdigkeit und Trägheit. Also nahmen wir die U-Bahn und gingen dann in unsere himmlischen Bettchen. Das war auch die erste Nacht, in der ich im Urlaub so richtig gut geschlafen habe und es mir völlig egal war, wie Fabian nachts schnarcht, grunzt, blubbert und schnuddelt. Am nächsten morgen bekamen wir - wie bestellt - den Kaffee und wärend Fabian duschte lag ich im Bett, trank herrlichen Kaffee und guckte Nachrichten (endlich mehr als ein Sender auf Englisch!!!). Danach ging es zum Frühstück, das wäre was für dich gewesen, Mama. Es gab sogar Mortadella und gekochten Schinken, sowie frische Brötchen und Croissants (die Schokocroissants haben geschmeckt wie zu Hause vom Stoll!). Voll gut gestärkt fuhren wir dann zum Osaka jo koen, das ist der große Park, in dessen Mitte sich die berühmte Burg Osakas befindet. Der Park war etwas eigenartig, eher ungepflegt und alles voller Penner, die dort zum Teil wohl auch schon seit längerem Wohnen. Wir gingen ein wenig herum, alles in allem eher unspektakulär, kamen am Osaka Exhibition Center vorbei, in dem die berühmte japanische Band Kabukuro wohl gerade ein Konzert vorbereitete und eine junge Dame, die sie wohl voll geil findet, jedes Detail der Tour-LKW fotografierte. Je näher wir der Burg kamen, desto mehr Vogelbeobachter und Schulklassen sahen wir. Die Schulklassen sind so, wie man es sich vorstellt: Die Mädchen alle in karrierten Faltenröcken, mit Hemd und Jäckchen und unten weiße Kniestrümpfe. Die Jungs - selbstverständlich getrennt von den Mädchen - alle in Hose mit Bügelfalte und Stehkragen-Jacket. Grundschulkinder sind noch nicht so angezogen, aber man erkennt die Gruppe an den gelben Mützen, die sie alle tragen. Die Burg war echt hübsch anzuschauen, guckt euch einfach die Bilder an. Innendrin war eine etwas längliche Ausstellung über die Gründungslegende, die Geschichte und die Ausgrabungen. Nachdem wir noch eine Runde durch den die Burg umgebenden Park gedreht hatten und uns was zu trinken geholt hatten, stiegen wir wieder in die U-Bahn und fuhren zum Tempelviertel. Leider habe ich keinen Plan mehr, wie das genau hieß, auf jeden Fall ist das ein großes Areal, auf dem die verschiedensten Tempel, Schreine und Friedhöfe stehen. Besonders schön war, daß außer uns fast niemand dort war und wir so die Ruhe sehr genießen konnten. Am schönsten fand ich den zentralen Tempel, ein rechteckiger Säulengang umgab einen großen Platz, der mit geharktem Schotter ausgelegt war und in dessen Mitte eine große Pagode stand. Ich lasse am besten Bilder sprechen ;-) Nach diesem Areal wollten wir noch den Stadtpark angucken, hatten aber ein wenig Probleme, den Eingang zu finden und gingen auf dem Weg noch in einen anderen Tempel, der durch ein sehr modernes Eingangstor bestach. Auch im Inneren war die Synthese aus alten Gebäuden und moderner Architektur gut gelungen. Nach diesem Tempel wollten wir dann doch in den Park und liefen stundenlang durch irgendwelche Seitenstraßen, nur um dann festzustellen, daß der Park wohl geschlossen ist, also setzten wir uns in die U-Bahn und fuhren wieder ins Hotel, wo Fabian seine Shiyatsu-Massage hatte, auf die er sich schon so lange gefreut hatte. In der Zwischenzeit surfte ich ein wenig im Internet, guckte fern, machte einen kleinen Spatziergang und läutete dann die Cocktail-Stunde ein ;-). Wieder schön angesoffen setzten wir uns in den Bus ins Zentrum, aßen zu abend (Japanisches SchniPoSa) und wollten dann noch ein wenig shoppen, allerdings hatten die Geschäfte schon alle zu, also beschlossen wir, uns eine Disco zu suchen. Wir fuhren in das empfohlene Gebiet, stellten dort aber fest, daß alle Kneipen und Discos - die wegen der gutaussehenden, leichtbekleideten Mädchen auf den Werbetafeln sehr vielversprechend aussahen - den Eintritt nach Dauer (halbe oder ganze Stunde) abrechenen, was uns ein wenig...hmmm...suspekt war. Wir drehten aber ettliche Runde durch das sehr belebte Viertel, alles voller junger Leute, überall die berühmten Spielhallen und Karaokeläden sowie ein Parkhaus, daß mit Ferraris und Lamborghinis voll besetzt war, allerdings nichts, was uns so wirklich zusagte oder in unser Budget passte. Nachdem wir uns kurz gesetzt hatten und eine Tasse Kaffee getrunken hatten und uns beim Starbucks-Personal informiert hatten über Parties war das Viertel auf einmal wie ausgestorben, und es dämmerte uns, daß wir wohl die letzte U-Bahn verpasst hatten. Wir machten einen letzen verzweifelten - und fruchtlosen - Versuch, eine Disco zu finden und beschlossen dann, mit dem Taxi ins Hotel zu fahren, damit wir am nächsten morgen auch schön ausgeschlafen sind. Allerdings hatten wir Probleme, einen Taxifahrer zu finden, als wir dann endlich einen gefunden hatte, zahlten wir für 20 Minuten Taxifahrt 28 Euro...dafür kann man dreimal um Peking mit dem Taxi herumfahren oder schon fast ein Taxi für den ganzen Tag mieten! Am nächsten Tag fuhren wir nach Kyoto, das uns sehr empfohlen worden war, aber das werde ich in einen extra Artikel schreiben. Wieder zurück suchte ich stundenlang einen Geldautomaten, fand aber keinen, der meine Karte wollte. Trotz der Zahlreichen Symbole auf allen Automaten ging meine normale EC-Karte nicht, und obwohl überall fett Union Pay stand, ging auch meine chinesische Karte nicht, obwohl auf der auch fett Union Pay steht...danach wollten wir eigentlich ins Hilton, da es dort ein gutes (und recht günstiges) traditionelles japanisches essen gab (irgendwas mit K... meine ich...keinen Plan, fragt den Fabian), waren aber nach dem vielen hin- und herirren so hungrig, daß wir einfach in den nächstbesten Sushi-Laden gingen. Und trotz meiner Vorbehalte gegen Algen und rohen Fisch hat es mir tatsächlich gut geschmeckt und ich hab mir ordentlich den Bauch vollgeschlagen. Danach gingen wir wieder in die Mall und Fabian kaufte ein paar Klamotten (in dem Surferladen, den er schon seit zwei Tagen beäugt hatte!) und wir nahmen den Bus zum Hotel, hatten allerdings die Cocktails verpaßt :-(. Wir duschten bzw. badeten und chillten dann im Hotelzimmer und plünderten ein wenig die Minibar. Vorher versuchte ich allerdings wieder, einen Geldautomaten zu finden, gab aber schließlich auf und tauschte einfach ein paar Traveller-Cheques ein...dafür sind sie ja schließlich da...außerdem sind die in Dollar und bald nix mehr wert! Am nächsten Morgen packten wir gemütlich nach dem Frühstück und schrieben dann (endlich!) Postkarten, bevor uns der Bus zum Flughafen brachte. Dort hatten wir auch wieder einen sehr langen Aufenthalt, strichen durch die Geschäfte und stellten fest, daß Pudding eine gefährliche Waffe ist. Der Flug war ok, sehr gut gefallen hat mir der Anflug aufs Chinesische Festland im Sonnenuntergang, die ganze Bucht vor Qingtao ist voller Muschelbänke oder Fischfarmen oder was auch immer die Parzellen sind (siehe Fotos), allerdings konnte man deutlich eine braune Dunstglocke über dem Festland erkennen. Wir stiegen aus dem Flugzeug aus und wurden dann wieder in Empfang genommen und gingen mit einer Dame durch eine Spezialsicherheitskontrolle, nur, um eine halbe Stunde später wieder in das gleiche Flugzeug gesetzt zu werden, mit dem wir gekommen waren. Ach ja, Sicherheitskontrolle: Fabian wurde mit dem Metalldetektor abgesucht und es piepste immer wieder an seiner rechten Pobacke (vermutlich war da noch ein Sicherheitsstreifen in der Hose, die er erst am Vortag gekauft hatte). Die Dame (Fabian stand auf einem Hocker) puckerte so lange an Fabians Po herum, bis dieser laut kichernd die Hose öffnete und ihr zeigen wollte, daß dort nichts ist. Den Gürtel hatte er schon vorher ausziehen müssen. Kaum war seine Hose offen, winkte die Dame ihn sichtlich geschockt weiter, Fabian kämpfte mit einem Lachkrampf und vergaß, seine Hose wiede zuzumachen und stolperte laut lachend auf mich zu, wärend er fast die Hose verlor. Ich bat ihn, sich doch wieder anzukleiden und wir gingen weiter. Der Flug nach Peking ging schnell, und dann fuhren wir mit dem Taxi nach Hause und ein sehr schöner Urlaub war vorbei!

Sonntag, 18. Mai 2008

Beijing ist 'ne schöne Stadt, ...

...da muß man sich benehmen, drum fahren wir nach Japan und benehmen uns daneben! Nachdem es ja schon im Herbst geplant war, aber uns einfach zu teuer war, hatten wir - nachdem Fabian (korrekterweise seine Eltern) beim Neujahrsdinner im Hyatt in Beijing drei Tage Suite im Regency Hyatt in Osaka für zwei gewonnen hatte, beschlossen, jetzt endlich doch hin zu fahren. Nach einiger Sucherrei fanden wir auch einen Flug, der nicht 400 Euro sondern nur 250 Euro kostete, aber ist ja klar, daß der so günstig ist. Wenn man über Shanghai nach Tokyo fliegt und über Qingdao von Osaka nach Peking zurück kommt, dann ist das natürlich eine viel kürzere Strecke, als direkt zu fliegen und für die Fluglinie wesentlich günstiger! Aber genug gescherzt. Nachdem wir hier eine Woche Ferien gemacht hatten (international labor day) fuhren wir pünktlich, als die meisten unserer Gruppe wieder in Peking eintrudelten, am Freitag Vormittag zum Flughafen. Da wir etwas Sorgen hatten von wegen Rush-hour hatten wir reichlich Zeit einkalkuliert und waren natürlich viel zu früh am Flughafen. Aber kein Problem, dachten wir uns, wir checken ein und trinken dann noch eine Tasse Kaffe oder so. Natürlich hatten wir die Rechnung ohne den Kampf gegen den internationalen Terrorismus gemacht, es war nämlich so, daß man auf dem Weg zum Check-in schon durch eine Sicherheitskontrolle geht. Die bemerkt man zwar nicht, weil einen niemand kontrolliert, wenn man dann allerdings wieder zurück möchte, weist ein netter junger Mann darauf hin, daß das jetzt nicht mehr möglich ist. Also gingen wir weiter, durch die nächste Sicherheitskontrolle - diesmal die richtige - in der Hoffnung, daß in der Abflughalle vielleicht noch das ein oder andere Kaffee zu finden sei. War aber nicht so, wir fanden uns direkt am Gate wieder in einem recht kargen Raum in dem außer den Bänken nur ein Getränkeautomat stand, es blieb uns also nichts anderes übrig, als die verbleibende Stunde dort totzuschlagen. Das große Highlight des Fluges war der Flieger, der nämlich nur halb besetzt war (echt kein Witz), welches Planungstalent da am Werk war...In Shanghai wurden dann die "Weiterflieger" direkt am Gate abgeholt und zu einem netten Spaziergang hinter den Kulissen des Flughafens geführt, wieder durch Sicherheits- und Paßkontrollen, aber schließlich waren wir dann doch im Flieger (wieder nur halb voll) nach Tokyo. In Tokyo waren wir sofort beeindruckt von der Gründlichkeit der Japaner, alles straff organisiert, es steht sogar jemand an der Schlange vor der Paßkontrolle und kontrolliert nochmal, ob auch alle die Zettelchen richtig ausgefüllt haben. An der Paßkontrolle dann hinterlegten wir unsere Fingerabdrücke und wurden geknippst. Nachdem wir Geld abgehoben hatten, versuchten wir das U-Bahn-Fahrkarten-Automaten-System zu knacken, bekamen aber gottseidank Hilfe von einem Japaner. Die nächste Sensation war die U-Bahn, nach acht Monaten ich chronisch überfüllten Beijinger Zügen konnten wir es kaum glauben, daß wir tatsächlich einen Sitzplatz bekamen. Nach einer langen Zugfahrt (der Flughafen liegt 70 Kilometer außerhalb) kamen wir dann endlich im Hotel an, nur um festzustellen, daß unsere Reservierung storniert worden war, obwohl wir bescheid gesagt hatten, daß wir erst so gegen 23 Uhr ankommen würden. Allerdings bekamen wir schnell Ersatz, zwei Einzelzimmer ohne Aufpreis und die Zusage, daß am nächsten Tag ein Doppelzimmer frei würde. Das Zimmer war ein besserer Schuhkarton, allerdings sauber und das Bett bequem, das Bad und die Dusche auf dem Flur aber auch alles sauber. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen und dann sank ich in einen tiefen Schlaf. Der nächste Tag begrüßte uns mit Dauerregen und nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten (gelöst von einem sehr hilfsbereiten Polizisten) und einem Supermarktfrühstück waren wir auch schon auf dem Weg zur nahegelegenen Kaiserstadt. Im Supermarkt hatte ich beschlossen, daß es nicht nötig wäre, einen Regenschirm zu kaufen bei dem Bisschen Regen, als es aber anfing, von meinen Haaren zu tropfen, fing ich an, diese Entscheidung zu bereuen, nur daß es jetzt keine Möglichkeit mehr gab, einen Regenschirm zu kaufen. Die Kaiserstadt war wirklich beeindruckend, alles sehr sauber und gepflegt, natürlich viel kleiner als die Verbotene Stadt in Peking aber ein Traum in grün. Besonders beeindruckt waren wir von den Mauern, die - wie ein Schild erklärte - in einer ganz speziellen Bauweise errichtet waren. Diese Technik besteht darin, daß die Steine aufeinander geschichtet werden...wenn das mal nicht innovativ ist, um eine Mauer zu errichten!!! Da nur die halbe Kaiserstadt zugänglich ist (in der andern Hälfte wohnt ja noch der Kaiser), waren wir ziemlich bald mit unserem Rundgang am Ende und gingen noch ein wenig außen an den Mauern und Gräben entlang, unter anderem am Haupttor vorbei, hinter der sich die jetzige Kaiserresidenz befindet. Endlich ergab sich auch eine Möglichkeit, einen Regenschirm zu kaufen und wir gingen zu McDonalds zum Mittagessen. Aber da wir ja in Japan waren, versuchten wir den Teriaki-Burger, der auch wirklich gut war. Nach dem Mittagessen hatte es aufgehört zu regnen, und ich freute mich sehr über meinen Regenschirm. Wir durchquerten das Regierungsviertel, in dem überall Polizei stand und kamen schließlich zu einem Park, in dem viele Demonstranten standen. Wie uns ein Fotograf erklärte, demonstrierten sie gegen die Aufhebung des Artikel 9 der japanischen Verfassung, die so genannte "No-War"-Klausel. Nach dem sehr ruhigen Regierungsviertel kamen wir langsam in den etwas belebteren Teil Tokyos und näherten uns dem Sony-Center. Nachdem wir dort das Weltkulturerbe in Lego und die vielen Computer, Kameras, MP3-Player und was nicht noch alles bestaunt hatten gingen wir auf die Ginza-Street, die Hauptshoppingmeile, die am Wochenende für den Verkehr gesperrt wird. Dort bummelten wir dann ein wenig, fanden sogar einige deutsche Sachen in Spielwarengeschäften (siehe Bilder) und sahen die Kolonne der Japanischen Nazionalsozialisten. Danach versuchten wir noch, das Tokyo Convention Center zu finden, was aber scheiterte und beschlossen dann, nach einigem Herumstreifen, wieder ins Hotel zu fahren und ein wenig zu ruhen. Dort arbeitete Fabian einen Plan aus für einen Abendspatziergang durch das Rotlichtviertel und wir starteten wieder, nachdem wir unser neues Zimmer bezogen hatten. Leider klappte der Rundwegplan nicht ganz so, da wir schon an der falschen Stelle anfingen, wir sahen aber trotzdem viele Clubs mit Eintrittspreisen nach Zeit gestaffelt, die mit hübschen, leicht bekleideten Mädchen warben, Porno-Videotheken und zahlreiche Herren afrikanischer Herkunft, die uns so ziemlich alles anboten. Wir aßen zum ersten Mal richtig Japanisch, eine Art Eintopf, den man selber macht. Man bekommt einen großen Topf mit Suppenknochen und Gemüse, und läßt den dann am Tisch auf einem Gaskocher köcheln und nagt das Fleisch von den Knochen ab...etwas kompliziert aber gar nicht unlecker. Satt und ausgeruht gingen wir dann noch in die Disco, das berühmte Gaspanic, eine kette von Clubs, die sich vornehmlich an Ausländer richtet. Wir machten uns einen Eindruck der japanischen Baggertaktik (einfach die alte an beiden Händen festhalten und möglichst lange vollquatschen, ob sie will oder nicht) und tanzten die Nacht durch. Als wir um fünf aus dem Club stolperten (sie hatten nämlich die Musik aus und das Licht an gemacht), waren wir sehr erstaunt, daß es schon heller Tag war und nach Frühstück bei McDonalds fuhren wir mit dem Taxi ins Hotel. Nach kurzer Nachtruhe legten wir (leicht angeschlagen) gegen Mittag wieder los. Auf dem Weg zur U-Bahn kamen wir noch am Shrine-Festival vorbei, für das wir schon einen Aushang im Hotel gesehen hatten. Im Prinzip war es ein Haufen Japaner in traditionellen Klamotten, die singend und trommelnd einen Tragbaren Schrein durch die Straße trugen. Wir fuhren zum Meiji-jingu gyoen, der dafür berühmt ist, daß sich an schönen Sonntagen die Cosplay Girls treffen. Dem Reiseführer zu Folge sind das vornehmlich Mädels, die in der Schule gemobbt wurden und jetzt als Studentinnen in einer der vielen Satelliten-Dormitory-Städten wohnen. Um sich voll zu entfalten und sich selbst zu verwirklichen schmeißen sie sich in Manga-Fantasie Kostüme und treffen sich alle vor dem Park, wo sie die Aufmerksamkeit kriegen, sei es von anderen Cosplay-Mädels (die feiern da richtige Tee-Parties) oder von den Ausländern, von denen sie sich nur zu gern fotografieren lassen. Nachdem wir reichlich geguckt und den Kopf geschüttelt hatten gingen wir in den Park, wieder eine sehr gepflegte und saubere Anlage, etwas überlaufen von Touristen und Japanern, aber sehr idyllisch. In der Mitte des Parks liegt ein Tempel, in dem das letzte Kaiserpaar bestattet ist. Die Japaner gehen dort hin zum Beten, Münzen auf den Altar werfen und Holztäfelchen mit Gebeten an Bäume hängen. Im Tempel fanden auch einige Hochzeiten statt, war wirklich interessant zu sehen, das Brautpaar in traditionellen Gewändern, die anderen Leute eher europäisch-traditionell, unter anderem im Frack. Der Tempel selber war auch sehr schön, ähnlich den chinesischen, allerdings nicht rot angepinselt und die Dächer etwas anders. Zwischendurch kam noch das Tempelpersonal vorbei und wir beguckten die Ikebana-Ausstelllung. Danach gingen wir in den Yoyongi koen, ein Garten den die Kaiserfamilie im Sommer nutzt, um der Hitze im Palast zu entfliehen, ebenfalls in dem Park. Die Highlights dort waren das Teehaus und die - mal wieder - sehr gepflegte Bepflanzung. Auf dem Rückweg kamen wir nochmal an den Cosplay-Mädels vorbei und gingen dann am Nationalstadion (in dem auch irgendwas stattfand) in Richtung Shibuja-Kreuzung, laut Fabian die größte Kreuzung der Welt. Ich bin mir ziemlich sicher, daß es nicht die größte Kreuzung der Welt ist, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß es die belebteste Kreuzung der Welt ist. Man macht sich gar keine Vorstellung, die Bilder und die Videos sind nur ein blasser Abklatsch, aber trotzdem viel Spaß beim angucken. Nachdem wir ein paarmal über die Kreuzung gelaufen sind, entschlossen wir uns, in den Starbucks auf der Ecke zu gehen und das ganze Treiben aus der Überhöhung zu betrachten. Trotz Fotoverbots der Kellnerin (weiß der Geier, warum...) machten wir ein paar schöne Bilder und gingen dann durch den Buch/DVD/Video-Laden, der im gleichen Gebäude ist. Unter anderem gingen wir in die "schmutzige" Sektion, auch mal interessant, da war für jeden Geschmack was dabei ;-) und für die Japaner ist so etwas wohl völlig normal. Danach gingen wir noch durch die Straßen in der Nähe, guckten ein bisschen herum, in Elektronik-Geschäften, fünf-stöckigen Fußballgeschäften, Outdoor-Läden und so weiter. Nach Abendessen in einen Semi-Fast-Food-Restaurant, in dem man sich erst, für das, was man essen wollte, eine Marke am Automat ziehen (und bezahlen) mußte und diese dann dem Kellner gab, streunten wir noch ein wenig herum, gingen nochmal ins Restaurant zurück, um den vergessenen Regenschirm abzuholen und guckten dann noch ein bissl Mädels. Die japanischen Mädels sind nicht undbedingt hübscher als die chinesischen oder deutschen oder koreanischen (denen sie wohl am ähnlichsten sind), aber sie sind sehr gut angezogen, am liebsten im Minirock und mit Highheels und sehr professionell geschminkt, komplett mit falschen Fingernägeln, falschen Wimpern und allem was dazugehört, aber alles sehr "classy". Wie auch immer, nachdem wir genug geguckt hatten fuhren wir zurück und schliefen sehr gut, waren wir doch noch ein wenig angeschlagen. Am Tag darauf fuhren wir (mal wieder) zu einem Tempel, da war die Hölle los, weil irgendein japanischer Feiertag war. Dieser Tempel war den chinesischen doch eher ähnlich, sogar rot und alles, aber wieder mit münzenwerfenden Japanern. Nach einem Rundgang durch und um den Tempel fuhren wir zur Electronic-City, im Prinzip eine große Straße, links und rechts (und in den Seitenstraßen) mit zahlreichen Elektronikläden. Dort sahen wir auch wieder die typisch japanischen Spielhallen, in denen die japanische Jugend (und die Erwachsenen) in hunderten von verschiedenen Spielautomaten ihr Geld lassen. Sie fliegen, kommandieren Legionen von Kampfrobotern, spielen Karten, Majong und was nicht noch alles. Besonders beeindruckend war das Sega-Gebäude, wo dies alles auf fünf Etagen stattfand. Zum Mittagessen suchten wir uns ein Cosplay-Cafe, in dem wir von "echten" Zimmermädchen bedient wurden. Diese Art des Essens schien auch bei Japanern sehr beliebt zu sein, immerhin mußten wir fast eine dreiviertel Stunde in der Schlange stehen, bis wir einen Tisch bekamen. Allerdings waren die Zimmermädchen nicht von der sexy Sorte, sondern mit bodenlangen Röcken. Als wir dort gegessen - und es sehr genossen hatten - fanden wir noch andere solche Läden in der gleichen Straße, die allerdings etwas aufreizender waren, aber anscheinend alles nicht anrüchig, da gehen sogar Mädchen mit ihren Müttern hin oder Jungs mit ihren Freundinnen. Als nächstes standen die Roppongi Hills auf dem Programm, einer dieser riesigen Wohn-Arbeits-Shopping Komplexe, in denen sich ein Architekt selbst verwirklicht hat. Wir gingen durch die Mall und fuhren dann den Turm hoch und guckten von oben auf Tokyo. Besonders schön war zu sehen, wie viel Grün in dieser Stadt ist. Oben war ich dann auf Toilette und fand die erste typisch japanische Toilette mit Unterbodenwäsche, was ich natürlich gleich ausprobierte! Wieder unten gingen wir über den nahen Friedhof, war ganz sehenswert aber nicht so spektakulär, wie es der Reiseführer beschrieben hatte. Nach einem kurzen Abendessen fuhren wir wieder zum Elektronikmarkt und gingen in eine der Zimmermädchen-Bars, die nach dem Mittagessen zu voll war und nahmen noch ein, zwei, fünf Drinks. Leider durfte man nicht fotografieren, aber ihr könnt alle mal hier gucken, wie es war. Vor allem die Mitarbeiter-Seite (fünfte Schaltfläche von oben in der Leiste links) ist ganz nett :-) Naja, danach wieder ins Hotel und schlafen, Fabian war schon früher wach und besorgte noch etwas für seinen Gameboy, während ich packte und dann fuhren wir auch schon wieder zum Bahnhof, um den Shinkansen nach Osaka zu nehmen. Der Zug ist voll super, alles ruhig und wieder sauber, sogar Getränkeautomaten im Zug und braucht für 400 Kilometer etwas mehr als zwei Stunden. Aus dem Zug sahen wir erst ewig lang noch Tokyo, dann aber bald schon japanische Kleinstädte und dann die Berge. Witzig war, daß es im Zug drei verschiedene Toiletten gibt. Einmal für Männer (also ein Pinkelbecken), dann noch zwei für alle, an einer steht "japanese style" und an der anderen "western style". Ich wunderte mich zunächst, warum der Vorhang an der Männetoilettentür offen war, als ich dann aber drin war stellte ich fest, daß es kein Schloss gibt, deswegen ist es besser, den Vorhang offen zu lassen, weil man sonst die Tür ins Kreuz kriegen würde.

In der Zwischenzeit...

Hallo allerseits, jetzt mal ein kurzes Update, was bisher geschehen ist...Das Sightseeing habe ich ein wenig heruntergefahren, muß ja auch ab und zu mal studieren. Das letzte, was ich in Peking angeguckt habe, war der Himmelstempel, Eine riesige Anlage mit netten Features, zum Beispiel die "Echo-Wand", eine runde Wand, an der sich zwei Leute an entgegengesetzten Seiten mit dem Gesicht zur Wand stellen können und sich so unterhalten können. Leider konnte ich es nicht ausprobieren, da zu viele Leute da waren und ich alles gehört habe, außer Gero :-) Eine weitere coole Sache ist das Podest gleich am Haupttor, wenn man sich da in die Mitte stellt hört man sich selber ganz laut reden. Nebenbei ist das auch das Zentrum des Universums...nur daß ihr es wißt! Dann waren noch Mama und Papa da, war echt schön mit ihnen, die Hälfte der Zeit habe ich sie allein rumtouren lassen, haben sie auch prima gemacht, furchtlos U-Bahnen genommen und oft in die Nähe der Uni gekommen zur Massage. Sie haben in den acht Tagen hier so ziemlich alles wichtige abgeklappert, nur leider hat dem Papa das Essen nicht so richtig Geschmeckt. Der Mama dafür aber umso mehr und ich hatte endlich jemanden gefunden, der mit mir Skorpion ausprobiert! Die Bilder habe ich auch mal online gestellt, wobei ihr das meiste ja schon von meinen Bildern kennen solltet. Kurz darauf waren Tina und Maren zu Besuch, zwar nur drei Tage, aber sie haben sich auch alles angeguckt, was wichtig ist, gewissermaßen Turbo-Sight-Seeing. Sie waren natürlich beim Schneider und Tina wollte sich viele Klamotten machen lassen, war aber alles problematisch und kompliziert, am Ende ist aber doch wohl alles gut geworden. Dann war hier noch die Beijing Motor Show, wohl vergleichbar mit der IAA in Frankfurt, alles sehr interessant, natürlich viele deutsche Hersteller. Die Chinesen fielen in erster Linie durch dreistes Kopieren auf und dadurch, daß je schlechter die Autos, umso hübscher die Mädels, die daneben stehen. Und weil wir (Fabian, Markus, ich) so wichtig aussahen, hielt uns auch keiner auf, als wir in die VW VIP Lounge gingen um uns dort am Buffet die Bäuche vollzuschlagen!
Ach ja, im Zoo war ich auch noch, artgerecht ist wohl anders, aber wenigstens habe ich mal echte Pandas gesehen. Ist aber nicht so spannend, die chillen den ganzen Tag nur und fressen oder pennen. Die eigentliche Attraktion sind ja die Chinesen, die den Zebras Kekse füttern, über Zäune steigen, mit Plastikflaschen und Zuckerwatte auf die Tiger werfen und ähliche Dinge mehr...tststs!