Natürlich hatten wir es - angesichts der Versprechungen der Homepage und unserer eigenen Vorstellungen - relativ eilig, in unser Nobelhotel zu kommen. Wir knippsten noch ein wenig unseren Zug (Fabian muß immer Bilder für seinen Dad machen, der macht in Züge) und fuhren dann wieder stundenlang (die Städte sind alle so riesig und das Bahnnetz sehr verworren, weil sie zum Teil von privaten Firmen sind) durch das sonnige und warme Osaka, bis ins Hafenviertel. Der ehrlichkeit halber muß gesagt werden, daß das Hyatt sich nicht wirklich in Top-Lage befindet, etwas außerhalb, aber eben direkt am Messe Zentrum und am World Trade Center. Von der U-Bahn-Haltestelle betraten wir das Hotel durch den etwas schäbigen Hintereingang, fanden uns dann aber in einem Hotel wieder, das keine Wünsche offen lässt. Vorbei an der Manhattan-Bar und das Frühstücksrestaurant gingen wir an die Rezeption, die sich in der großen, offenen, sehr gediegenen aber doch modernen Halle befindet. Als wir dort unsere Reservierung zeigten wurde uns mitgeteilt, daß wir doch bitte - als Regency Club Gäste - in die Lounge im 26. Stock fahren sollten, wo unser Check-In stattfinde. Sofort kamen auch zwei Angestellte, die uns mit dem Gepäck halfen. Im 26. Stock dann mußten wir nicht an einer schnöden Theke stehen um einzuchecken sondern nahmen vor einer jungen Dame platz, die uns begrüßte und die Formalitäten regelte. Zum Schluß gab sie uns noch einen Zettel, und erklärte uns, daß es von 7:30 Uhr bis 10:30 Uhr Frühstück gäbe, Tee sei dann von 10:30 Uhr bis 17:30 und danach dann zwei Stunden Cocktails, in genau der selben Lounge, vor der wir saßen und in die wir schon mit großen Augen schielten. Auf der Reservierung stand, daß das Frühstück inklusive sei, daher fragten wir sie, ob das denn stimme, woraufhin sie antwortete, daß alles, was sie uns gerade erklärt hatte, inklusive sei. Vor allem die Cocktail-Stunden bewirkten bei mir einen inneren Freudenhüpfer. Wir nahmen also unsere Schlüssel/Karten und gingen mit den zwei Herrschaften, die unser Gepäck hatten in den 14. Stock, wo wir ein herrliches Eck-Appartement hatten. Die Tür ging auf und wir konnten unseren Augen kaum glauben. Ihr könnt es euch alle auf den Bildern angucken, aber trotzdem möchte ich es doch ein wenig beschreiben. Die Tür herein auf der rechten Seite befand sich die Minibar, rechts ab ging ein langer Flur, links mit Schuhregal, Kommode und einem riesigen Spiegel, rechts hinter riesigen verspiegelten Schiebetüren das Bad. Der Flur endete in einem Kleiderschrank/Ankleidezimmer, mit fast bodenlangen Fenstern durch die man über das Messezentrum und den Hafen blicken konnte. Das Bad war riesig, auf der linken Seite die Badewanne ("leider" nur eine ganz normale), allerdings mit Fenster, aus dem sich der gleiche Blick bot wie aus dem Ankleidezimmer. Dann ein großer Waschtisch mit zwei Waschbecken, komplett ausgestattet mit Fön, Radiowecker, Q-Tips, Waage, Telefon und was es sonst noch alles gibt. Danach dann die Dusche, eigentlich nichts besonderes, aber riesig. Daneben dann das Klo, natürlich beheizt und mit Unterbodenwäsche. Und dann, an der Wand, eines meiner Highlights: Ein kleiner Drehregler, mit dem man die Lautstärke des Fernsehers (der im Zimmer stand) für das Bad regeln konnte. Zwar nicht so cool wie ein Fernseher auf dem Klo, aber immerhin! Nahm man nicht den Flur, sondern ging direkt geradeaus weiter kam man in das Zimmer, die linke Wand eingenommen von einer großen Anrichte, auf der ein riesiger Flachbildfernseher stand, mit DVD Player und Pay-Per-View Kino (auch schmutziges ;-) ) Daneben befand sich dann die Sitzecke, also ein Runder Tisch mit vier Stühlen und einem Sideboard mit Telefon. Dahinter dann die große Fensterfront, die zwei der Wände des Zimmers umspannte und durch die man ein herrliches Panorama der Flußmündung und des Hafens in Richtung Innenstadt im schönsten Sonnenschein erblicken konnte. Natürlich noch die zwei großen Betten (da konnte man aber auch drin schlafen!) und noch ein Sessel mit Beistelltischchen und Leselampe. Zwischen den Betten auf dem Nachttisch stand eines dieser typischen Lichtschalter-Wecker-Radio-Geräte, der Clou war allerdings, daß es auch einen Knopf für die Vorhänge hatte. Mir ist es ja lieber, ohne Vorhänge zu schlafen, weil ich dann von der Sonne (mehr oder weniger) wach werde, Fabian macht sie aber lieber zu. Ich fand es aber toll, nach dem Aufwachen nur einen Knopf zu drücken, und die Sonne herein zu lassen ;-). Die Ausstattung wurde komplettiert durch Unmengen flauschiger Handtücher, Bade- sowie Morgenmäntel, kostenloses WLAN und einen Zettel an der Tür, mit dem man kostenlosen Kaffee oder Tee für den nächsten morgen bestellen konnte. Einfach ankreuzen, was man will (Kaffe, Tee, kalte Milch, warme Milch, entrahmte Milch, ...) und ein zuvorkommender Angestellter brachte es morgens ans Bett...viel besser als Piep-Piep-Wecker (fand ich, Fabian ließ sich nicht so richtig dafür erwärmen!). Wir packten also aus, und beschlossen dann, direkt die Teestunde auszuprobieren. Wir saßen in der Lounge und sinnierten darüber, wie hart doch das Studentenleben sei, und kamen irgendwann mit der Concierge ins Gespräch über Osaka, und ließen uns Tipps geben. Nach einiger Zeit hatte sie auch geschnallt, daß wir nicht der übrigen solventen Klientel angehören und sagte uns zu allem gleich dazu, was es koste. Nach einer Cola und ein paar Keksen beschlossen wir, einen Rundgang durch das Hotel zu machen. Wir guckten uns den "Garten" an mit einer witzigen kleinen Kapelle (???), gingen vorbei an den Konferenz- und Ballsälen (in denen wohl irgendeine Ausstellung für "Heiraten im Hyatt" stattfand), lugten in die Heiratskapelle und informierten uns über Angebot und Preise im Spa- und Fitnessbereich. Und dann war es schon Zeit für die Cocktailstunde. Nachdem ich feststellen mußte, daß es weder einen Gin-Tonic (sie hatten kein Tonic) noch einen Whiskey Sour (sie hatten kein Sour) gab, verstand ich das als Wink und ließ mir einen Chivas auf Eis bringen. Die Dame meinte es offensichtlich gut mit mir, sie machte Tumbler nämlich fast voll, und nur ein Drittel war Eis. Wir schmiedeten noch weitere Besichtigungspläne und naschten frisches Gemüse, von der Käseplatte oder gebratene Maultaschen und ich bestellte mir noch einen zweiten Drink, kaum daß der vor mir stand merkte ich aber dann, wie groß der erste gewesen war! Trotzdem machte ich mannhaft auch den zweiten leer und wir stiegen dann in den Hotelbus (selbstverständlich kostenloser Teil des Services) zur Osaka-Station. In der dortigen Shoppingmall bummelten wir dann ein wenig (da gab es einen ganzen Flügel nur mit Outdoorgeschäften...Columbia, Aigle, The North Face, ... ein Traum!) und gingen dann zu Fuß zum Umeda Sky Building. Das Gebäude ist wirklich abgefahren, guckt euch die Fotos an. Im Prinzip sind es zwei gewöhnliche rechteckige Hochhäuser, auf denen oben eine ringförmige Aussichtsplattform liegt. Auf die Plattform kommt man durch Rolltreppen, die mitten durch die Öffnung gehen. Oben war dann alles sehr witzig mit Schwarzlicht beleuchtet und man konnte die ganze Stadt überblicken. Ich gebe aber zu, daß ich die meisten Bilder etwas aufgehellt habe, zaubern kann meine kleine Kamera dann doch nicht! Wieder unten gingen wir noch den das Gebäude umgebenden Park, suchten einen Geldautomat und kauften uns jeder einen Saft und beschlossen dann, daß wir eigentlich zu müde seien, um noch eine Party zu starten. Meine zwei Scotch verzogen sich langsam wieder und hinterließen Müdigkeit und Trägheit. Also nahmen wir die U-Bahn und gingen dann in unsere himmlischen Bettchen. Das war auch die erste Nacht, in der ich im Urlaub so richtig gut geschlafen habe und es mir völlig egal war, wie Fabian nachts schnarcht, grunzt, blubbert und schnuddelt. Am nächsten morgen bekamen wir - wie bestellt - den Kaffee und wärend Fabian duschte lag ich im Bett, trank herrlichen Kaffee und guckte Nachrichten (endlich mehr als ein Sender auf Englisch!!!). Danach ging es zum Frühstück, das wäre was für dich gewesen, Mama. Es gab sogar Mortadella und gekochten Schinken, sowie frische Brötchen und Croissants (die Schokocroissants haben geschmeckt wie zu Hause vom Stoll!). Voll gut gestärkt fuhren wir dann zum Osaka jo koen, das ist der große Park, in dessen Mitte sich die berühmte Burg Osakas befindet. Der Park war etwas eigenartig, eher ungepflegt und alles voller Penner, die dort zum Teil wohl auch schon seit längerem Wohnen. Wir gingen ein wenig herum, alles in allem eher unspektakulär, kamen am Osaka Exhibition Center vorbei, in dem die berühmte japanische Band Kabukuro wohl gerade ein Konzert vorbereitete und eine junge Dame, die sie wohl voll geil findet, jedes Detail der Tour-LKW fotografierte. Je näher wir der Burg kamen, desto mehr Vogelbeobachter und Schulklassen sahen wir. Die Schulklassen sind so, wie man es sich vorstellt: Die Mädchen alle in karrierten Faltenröcken, mit Hemd und Jäckchen und unten weiße Kniestrümpfe. Die Jungs - selbstverständlich getrennt von den Mädchen - alle in Hose mit Bügelfalte und Stehkragen-Jacket. Grundschulkinder sind noch nicht so angezogen, aber man erkennt die Gruppe an den gelben Mützen, die sie alle tragen. Die Burg war echt hübsch anzuschauen, guckt euch einfach die Bilder an. Innendrin war eine etwas längliche Ausstellung über die Gründungslegende, die Geschichte und die Ausgrabungen. Nachdem wir noch eine Runde durch den die Burg umgebenden Park gedreht hatten und uns was zu trinken geholt hatten, stiegen wir wieder in die U-Bahn und fuhren zum Tempelviertel. Leider habe ich keinen Plan mehr, wie das genau hieß, auf jeden Fall ist das ein großes Areal, auf dem die verschiedensten Tempel, Schreine und Friedhöfe stehen. Besonders schön war, daß außer uns fast niemand dort war und wir so die Ruhe sehr genießen konnten. Am schönsten fand ich den zentralen Tempel, ein rechteckiger Säulengang umgab einen großen Platz, der mit geharktem Schotter ausgelegt war und in dessen Mitte eine große Pagode stand. Ich lasse am besten Bilder sprechen ;-) Nach diesem Areal wollten wir noch den Stadtpark angucken, hatten aber ein wenig Probleme, den Eingang zu finden und gingen auf dem Weg noch in einen anderen Tempel, der durch ein sehr modernes Eingangstor bestach. Auch im Inneren war die Synthese aus alten Gebäuden und moderner Architektur gut gelungen. Nach diesem Tempel wollten wir dann doch in den Park und liefen stundenlang durch irgendwelche Seitenstraßen, nur um dann festzustellen, daß der Park wohl geschlossen ist, also setzten wir uns in die U-Bahn und fuhren wieder ins Hotel, wo Fabian seine Shiyatsu-Massage hatte, auf die er sich schon so lange gefreut hatte. In der Zwischenzeit surfte ich ein wenig im Internet, guckte fern, machte einen kleinen Spatziergang und läutete dann die Cocktail-Stunde ein ;-). Wieder schön angesoffen setzten wir uns in den Bus ins Zentrum, aßen zu abend (Japanisches SchniPoSa) und wollten dann noch ein wenig shoppen, allerdings hatten die Geschäfte schon alle zu, also beschlossen wir, uns eine Disco zu suchen. Wir fuhren in das empfohlene Gebiet, stellten dort aber fest, daß alle Kneipen und Discos - die wegen der gutaussehenden, leichtbekleideten Mädchen auf den Werbetafeln sehr vielversprechend aussahen - den Eintritt nach Dauer (halbe oder ganze Stunde) abrechenen, was uns ein wenig...hmmm...suspekt war. Wir drehten aber ettliche Runde durch das sehr belebte Viertel, alles voller junger Leute, überall die berühmten Spielhallen und Karaokeläden sowie ein Parkhaus, daß mit Ferraris und Lamborghinis voll besetzt war, allerdings nichts, was uns so wirklich zusagte oder in unser Budget passte. Nachdem wir uns kurz gesetzt hatten und eine Tasse Kaffee getrunken hatten und uns beim Starbucks-Personal informiert hatten über Parties war das Viertel auf einmal wie ausgestorben, und es dämmerte uns, daß wir wohl die letzte U-Bahn verpasst hatten. Wir machten einen letzen verzweifelten - und fruchtlosen - Versuch, eine Disco zu finden und beschlossen dann, mit dem Taxi ins Hotel zu fahren, damit wir am nächsten morgen auch schön ausgeschlafen sind. Allerdings hatten wir Probleme, einen Taxifahrer zu finden, als wir dann endlich einen gefunden hatte, zahlten wir für 20 Minuten Taxifahrt 28 Euro...dafür kann man dreimal um Peking mit dem Taxi herumfahren oder schon fast ein Taxi für den ganzen Tag mieten! Am nächsten Tag fuhren wir nach Kyoto, das uns sehr empfohlen worden war, aber das werde ich in einen extra Artikel schreiben. Wieder zurück suchte ich stundenlang einen Geldautomaten, fand aber keinen, der meine Karte wollte. Trotz der Zahlreichen Symbole auf allen Automaten ging meine normale EC-Karte nicht, und obwohl überall fett Union Pay stand, ging auch meine chinesische Karte nicht, obwohl auf der auch fett Union Pay steht...danach wollten wir eigentlich ins Hilton, da es dort ein gutes (und recht günstiges) traditionelles japanisches essen gab (irgendwas mit K... meine ich...keinen Plan, fragt den Fabian), waren aber nach dem vielen hin- und herirren so hungrig, daß wir einfach in den nächstbesten Sushi-Laden gingen. Und trotz meiner Vorbehalte gegen Algen und rohen Fisch hat es mir tatsächlich gut geschmeckt und ich hab mir ordentlich den Bauch vollgeschlagen. Danach gingen wir wieder in die Mall und Fabian kaufte ein paar Klamotten (in dem Surferladen, den er schon seit zwei Tagen beäugt hatte!) und wir nahmen den Bus zum Hotel, hatten allerdings die Cocktails verpaßt :-(. Wir duschten bzw. badeten und chillten dann im Hotelzimmer und plünderten ein wenig die Minibar. Vorher versuchte ich allerdings wieder, einen Geldautomaten zu finden, gab aber schließlich auf und tauschte einfach ein paar Traveller-Cheques ein...dafür sind sie ja schließlich da...außerdem sind die in Dollar und bald nix mehr wert! Am nächsten Morgen packten wir gemütlich nach dem Frühstück und schrieben dann (endlich!) Postkarten, bevor uns der Bus zum Flughafen brachte. Dort hatten wir auch wieder einen sehr langen Aufenthalt, strichen durch die Geschäfte und stellten fest, daß Pudding eine gefährliche Waffe ist. Der Flug war ok, sehr gut gefallen hat mir der Anflug aufs Chinesische Festland im Sonnenuntergang, die ganze Bucht vor Qingtao ist voller Muschelbänke oder Fischfarmen oder was auch immer die Parzellen sind (siehe Fotos), allerdings konnte man deutlich eine braune Dunstglocke über dem Festland erkennen. Wir stiegen aus dem Flugzeug aus und wurden dann wieder in Empfang genommen und gingen mit einer Dame durch eine Spezialsicherheitskontrolle, nur, um eine halbe Stunde später wieder in das gleiche Flugzeug gesetzt zu werden, mit dem wir gekommen waren. Ach ja, Sicherheitskontrolle: Fabian wurde mit dem Metalldetektor abgesucht und es piepste immer wieder an seiner rechten Pobacke (vermutlich war da noch ein Sicherheitsstreifen in der Hose, die er erst am Vortag gekauft hatte). Die Dame (Fabian stand auf einem Hocker) puckerte so lange an Fabians Po herum, bis dieser laut kichernd die Hose öffnete und ihr zeigen wollte, daß dort nichts ist. Den Gürtel hatte er schon vorher ausziehen müssen. Kaum war seine Hose offen, winkte die Dame ihn sichtlich geschockt weiter, Fabian kämpfte mit einem Lachkrampf und vergaß, seine Hose wiede zuzumachen und stolperte laut lachend auf mich zu, wärend er fast die Hose verlor. Ich bat ihn, sich doch wieder anzukleiden und wir gingen weiter. Der Flug nach Peking ging schnell, und dann fuhren wir mit dem Taxi nach Hause und ein sehr schöner Urlaub war vorbei!
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